{"id":595372,"date":"2025-11-23T01:17:43","date_gmt":"2025-11-23T01:17:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595372\/"},"modified":"2025-11-23T01:17:43","modified_gmt":"2025-11-23T01:17:43","slug":"forschende-der-mlu-schalten-schaedliche-proteine-in-tumorzellen-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595372\/","title":{"rendered":"Forschende der MLU schalten sch\u00e4dliche Proteine in Tumorzellen aus"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/loewe_uni3-678x381.jpg\" alt=\"MLU L\u00f6wengeb\u00e4ude\" title=\"loewe_uni3\"\/><br \/>\n\u00a9 H@llAnzeiger<\/p>\n<p>Halle\/MLU. Ein neuer Wirkstoff sorgt daf\u00fcr, dass ein zentrales Protein in Tumorzellen gezielt abgebaut wird. Dadurch verlieren Krebszellen in Zellversuchen ihren Schutz und sterben ab. Entwickelt wurde der Wirkstoff von Forschenden der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle-Wittenberg (MLU) und der Universit\u00e4tsmedizin Mainz. Bisherige Wirkstoffe zielen darauf ab, die Aktivit\u00e4t des Proteins \u201eCheckpoint kinase-1\u201c (CHK1) lediglich zu hemmen. Wird das Protein dagegen komplett abgebaut, setzt das eine Kettenreaktion in Gang: Auch weitere Tumorproteine werden zerst\u00f6rt \u2013 die Krebszellen werden zus\u00e4tzlich geschw\u00e4cht. Die neue Studie erschien in der Fachzeitschrift \u201eAngewandte Chemie\u201c.<\/p>\n<p>Eigentlich ist das Protein CHK1 f\u00fcr den menschlichen K\u00f6rper lebenswichtig: Wenn bei der Zellteilung Fehler passieren und das Erbgut besch\u00e4digt wird, stoppt es den Prozess, damit die Zelle die Sch\u00e4den reparieren kann. Allerdings unterscheidet das Protein nicht zwischen normalen und Tumorzellen \u2013 es sch\u00fctzt sie gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p>Prof. Dr. Wolfgang Sippl forscht am Institut f\u00fcr Pharmazie der MLU dazu, wie man Proteinen wie CHK1 in Tumorzellen gezielt den Garaus machen kann. \u201eDie Grundidee ist relativ einfach: Wird CHK1 gest\u00f6rt, k\u00f6nnen sich Krebszellen nicht mehr reparieren. Klassische Arzneistoffe zielen deshalb darauf ab, die Aktivit\u00e4t von CHK1 in Tumorzellen zu behindern. Ich forsche an sogenannten PROTAC-Molek\u00fclen, die daf\u00fcr sorgen, dass bestimmte Proteine vom K\u00f6rper selbst abgebaut werden\u201c, erkl\u00e4rt Sippl. Die PROTAC-Technologie habe in den letzten Jahren vielversprechende klinische Kandidaten f\u00fcr die Tumortherapie hervorgebracht, so der Forscher.<\/p>\n<p>Gemeinsam mit der Gruppe von Prof. Dr. Oliver Kr\u00e4mer am Institut f\u00fcr Toxikologie der Universit\u00e4tsmedizin Mainz entwickelte Sippl erstmals ein PROTAC-Molek\u00fcl namens MA203, das sich gezielt an das Tumorprotein CHK1 anheftet. Dort sorgt es daf\u00fcr, dass das Protein von der zelleigenen Abbau-Maschinerie, dem Proteasom, erkannt und in unsch\u00e4dliche Einzelteile zerlegt wird. \u201eChemotherapeutika sch\u00e4digen gezielt das Erbgut von Krebszellen, um ihre Vermehrung zu verhindern. Unser Molek\u00fcl f\u00fchrte in Zellversuchen in Kombination mit den Medikamenten zu einem verst\u00e4rkten Zelltod von festen Tumor- und Leuk\u00e4miezellen\u201c, sagt Sippl. Zugleich zeigten die Untersuchungen, dass MA203 mehrere Arten gesunder Zellen unbeeintr\u00e4chtigt l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die Forschenden beobachteten zudem eine Art Dominoeffekt: Nachdem das CHK1-Protein in Tumorzellen ausgel\u00f6scht wurde, begann auch der Zerfall weiterer zentraler Proteine, die Tumoren zur Vervielf\u00e4ltigung und Reparatur ihres Erbguts ben\u00f6tigen. \u201eUnsere Studie liefert neue Einblicke in die Funktionen von CHK1 und belegt das Potenzial von PROTACs f\u00fcr die gezielte Ausschaltung von wichtigen Faktoren der Tumorregulation\u201c, sagt Sippl. Die Forschenden aus Halle und Mainz planen weitere Untersuchungen, um das klinische Potenzial von CHK1-gerichteten PROTACs zu evaluieren.<\/p>\n<p>Bislang wurden die Versuche nur in Zellkulturen durchgef\u00fchrt. Bis aus MA203 ein fertiges Medikament werden k\u00f6nnte, sind jedoch noch zahlreiche Untersuchungen n\u00f6tig. Dazu geh\u00f6ren auch gro\u00df angelegte klinische Studien am Menschen.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzt wurde die Studie von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Brigitte und Dr. Konstanze Wegener-Stiftung, dem Deutschen Akademischen Austauschdienst, der Walter Schulz-Stiftung, der Jos\u00e9 Carreras Leukemia Foundation und der Alexander von Humboldt-Stiftung.<\/p>\n<p><strong>Studie:<\/strong> Ashry R. et al. Identification of a Proteolysis-Targeting Chimera that Addresses Activated Checkpoint Kinase-1 Reveals its Non-Catalytic Functions in Tumor Cells. Angewandte Chemie (2025). doi: 10.1002\/anie.202514788<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u00a9 H@llAnzeiger Halle\/MLU. Ein neuer Wirkstoff sorgt daf\u00fcr, dass ein zentrales Protein in Tumorzellen gezielt abgebaut wird. 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