{"id":595515,"date":"2025-11-23T02:44:21","date_gmt":"2025-11-23T02:44:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595515\/"},"modified":"2025-11-23T02:44:21","modified_gmt":"2025-11-23T02:44:21","slug":"sparkassenchef-digitaler-euro-ist-tueroeffner-fuer-big-tech-player","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595515\/","title":{"rendered":"Sparkassenchef: Digitaler Euro ist T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr Big-Tech-Player"},"content":{"rendered":"<p>    close notice<\/p>\n<p class=\"notice-banner__text a-u-mb-0\">\n      This article is also available in<br \/>\n        <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/en\/news\/Savings-Banks-CEO-Digital-Euro-is-an-Entry-Door-for-Big-Tech-Players-11088380.html\" class=\"notice-banner__link a-u-inline-link\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">English<\/a>.<\/p>\n<p>      It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.\n    <\/p>\n<p class=\"notice-banner__link a-u-mb-0\">\n    Don\u2019t show this again.\n<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), Ulrich Reuter, \u00fcbt scharfe Kritik am geplanten digitalen Euro. F\u00fcr den Funktion\u00e4r ist das Vorhaben in der <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Digitaler-Euro-Pseudonymisierung-soll-den-glaesernen-Kunden-verhindern-9189325.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">von der EU-Kommission<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/EZB-peilt-Einfuehrung-des-digitalen-Euro-2029-an-10964767.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">der Europ\u00e4ischen Zentralbank (EZB) geplanten Form<\/a> eine Art trojanisches Pferd f\u00fcr Big-Tech-Konzerne wie Apple oder Google. Das teure Prestigeprojekt k\u00f6nnte ihm zufolge die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t Europas im Zahlungsverkehr massiv gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Entgegen dem Ziel, Unabh\u00e4ngigkeit von US-amerikanischen Payment-Giganten zu schaffen, \u00f6ffne der digitale Euro in seiner bisherigen Konzeption au\u00dfereurop\u00e4ischen Anbietern bequemen Zugang zu europ\u00e4ischen Kunden, ihren Daten und der Zahlungsinfrastruktur, warnt Reuter in einem <a href=\"https:\/\/table.media\/ceo\/tablestandpunkt\/warum-der-digitale-euro-in-seiner-jetzigen-form-europa-schwaecht\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Meinungsbeitrag f\u00fcr Table.Media<\/a>. Dies f\u00fchre dazu, dass Kundeninformationen weiterhin ausgeforscht werden k\u00f6nnten, die Abh\u00e4ngigkeit von internationalen Zahlungsdienstleistern und Big-Tech-Akteure f\u00fcr H\u00e4ndler nicht ende und Europa keine ausreichende Kontrolle \u00fcber seine Zahlungsstr\u00f6me gewinne.<\/p>\n<p>Damit w\u00fcrde das Gegenteil der erkl\u00e4rten Ziele erreicht, meint Reuter. Bildhaft spricht er vom &#8222;Mitsitzen&#8220; von US-Pr\u00e4sident Donald Trump am Kaffeetisch zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz und dem franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Emmanuel Macron, weil US-Unternehmen den innereurop\u00e4ischen Zahlungsverkehr beherrschten.<\/p>\n<p>Wero als Alternative<\/p>\n<p>Der Zahlungssektor sei von einem Hochleistungswettbewerb gepr\u00e4gt, der Marktteilnehmer mit Kundenerfahrung und Innovationskraft erfordere, f\u00fchrt der Sparkassen-Lobbyist aus. Die EZB hingegen sei allenfalls eine au\u00dfenstehende Schiedsrichterin ohne eigene Kundenerfahrung. Indem sie bei der milliardenschweren Initiative selbst &#8222;mitspielen&#8220; wolle, blockiere sie \u00fcber Jahre hinweg s\u00e4mtliche Entwicklungskapazit\u00e4ten europ\u00e4ischer Payment-Anbieter. Damit belaste die Zentralbank diese im globalen Wettbewerb, anstatt ihnen beim B\u00fcndeln ihrer Kr\u00e4fte zu helfen. F\u00fcr die bessere, marktorientierte Alternative h\u00e4lt Reuter die <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Europaeische-PayPal-Alternative-Bezahldienst-Wero-fuer-Online-Einkaeufe-gestartet-11082022.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gemeinsame Payment-Antwort der europ\u00e4ischen Finanzwirtschaft namens Wero<\/a>, die auch Paypal Konkurrenz machen soll.<\/p>\n<p>Ein dritter Punkt des Funktion\u00e4rs behandelt das Fundament des Geldes: das Vertrauen. Dieses entstehe durch Verl\u00e4sslichkeit und Stabilit\u00e4t, die durch den Digitaleuro untergraben w\u00fcrden. Reuter bef\u00fcrchtet, dass die EZB dem Geldkreislauf Bankeinlagen entziehen und dadurch die Kreditvergabe schw\u00e4chen sowie das Finanzsystem destabilisieren k\u00f6nnte. Da der Euro bereits heute in digitaler Form auf jedem Bankkonto existiere, das als &#8222;Haust\u00fcr&#8220; zum Zahlungsverkehr fungiere, riskiere ein digitaler Euro ohne Anbindung an die gewohnten Kundenkonten eine geringe Akzeptanz.<\/p>\n<p>Reuter betont, dass digitale Souver\u00e4nit\u00e4t nur durch starke, wettbewerbsf\u00e4hige europ\u00e4ische Anbieter entstehe. Ein Digitaleuro m\u00fcsse daher den europ\u00e4ischen Zahlungsverkehr im internationalen Wettbewerb st\u00e4rken, sich im Markt bew\u00e4hren, von Marktteilnehmern getragen werden und sich nur \u00fcber das Konto in die Lebenswelt der Menschen integrieren lassen. Das EU-Parlament <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Digitaler-Euro-Verhandlungsfuehrer-des-EU-Parlaments-ist-gegen-Online-Nutzung-10965775.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">streitet aktuell dar\u00fcber, ob der digitale Euro nur offline oder auch online \u2013 also kontobasiert \u2013 nutzbar sein soll<\/a>. Klassische Gesch\u00e4ftsbanken <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/Digitaler-Euro-Klassische-Banken-fuehlen-sich-ausgebootet-7278989.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">f\u00fchlen sich seit Jahren angesichts der EZB-Pl\u00e4ne ausgebootet<\/a>, da Einlagen fl\u00f6ten gingen und viele Kunden gar kein Girokonto mehr ben\u00f6tigten.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>EZB will US-Dominanz verhindern<\/p>\n<p>Die Bef\u00fcrchtung, der digitale Euro k\u00f6nnte als T\u00fcr\u00f6ffner f\u00fcr Big Tech fungieren, ergibt sich aus der Art und Weise, wie die EZB die zugeh\u00f6rigen Zahlungsdienste gestalten will. Es soll sich um ein gesetzliches Zahlungsmittel handeln, das von der Zentralbank ausgegeben wird. F\u00fcr die Zahlungsabwicklung etwa \u00fcber Apps, Wallets und Point-of-Sale-L\u00f6sungen ist die Beteiligung von Vermittlern n\u00f6tig. Durch die Schaffung einer neuen, standardisierten digitalen W\u00e4hrungsinfrastruktur k\u00f6nnte es f\u00fcr gro\u00dfe, technologisch agile Big-Tech- oder US-Payment-Konzerne einfacher werden, ihre Dienste direkt in dieses System einzuklinken.<\/p>\n<p>Wenn diese gro\u00dfen globalen Player benutzerfreundlichere und innovativere Wallets oder Apps anbieten als europ\u00e4ische Banken, d\u00fcrften sie schnell die Schnittstelle zum Kunden besetzen. Sie w\u00fcrden zwar das Geld selbst nicht ausgeben, aber die Kontrolle \u00fcber die Kundenerfahrung und die Transaktionsdaten an sich ziehen. Die EZB will daher vorschreiben, dass H\u00e4ndler in der Eurozone das Digitalgeld annehmen m\u00fcssen. Das soll die Abh\u00e4ngigkeit von einzelnen dominanten Anbietern verringern. Die Zentralbank k\u00f6nnte zudem die Big-Tech-Beteiligung durch strikte Auflagen etwa zur zul\u00e4ssigen Datennutzung einschr\u00e4nken, um eine marktbeherrschende Stellung zu verhindern.<\/p>\n<p>(<a class=\"redakteurskuerzel__link\" href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/mailto:nico.ernst@gmail.com\" title=\"Nico Ernst\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">nie<\/a>)<\/p>\n<p>\n      Dieser Link ist leider nicht mehr g\u00fcltig.\n    <\/p>\n<p>Links zu verschenkten Artikeln werden ung\u00fcltig,<br \/>\n      wenn diese \u00e4lter als 7\u00a0Tage sind oder zu oft aufgerufen wurden.\n    <\/p>\n<p><strong>Sie ben\u00f6tigen ein heise+ Paket, um diesen Artikel zu lesen. Jetzt eine Woche unverbindlich testen \u2013 ohne Verpflichtung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"close notice This article is also available in English. 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