{"id":595704,"date":"2025-11-23T04:51:16","date_gmt":"2025-11-23T04:51:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595704\/"},"modified":"2025-11-23T04:51:16","modified_gmt":"2025-11-23T04:51:16","slug":"schicksalstage-fuer-die-ukraine-wie-kann-europa-noch-helfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/595704\/","title":{"rendered":"Schicksalstage f\u00fcr die Ukraine: Wie kann Europa noch helfen?"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Der Ernst der Lage ist herauszuh\u00f6ren, als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Johannesburg beim G20-Gipfel vor die Kameras tritt. Kurz vorher hat er mit den europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs \u00fcber die Friedensinitiative von US-Pr\u00e4sident <a data-rtr-index=\"0\" title=\"Donald Trump\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/donald-trump\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Donald Trump<\/a> beraten. \u00dcber jenen Plan, der nicht nur den ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskyj, sondern auch seine europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten schockiert. Japan und Kanada reihen sich ein. Es sind quasi alle zusammengetrommelt, die die Ukraine in der entscheidenden Phase des Abwehrkampfes gegen Russland nicht im Stich lassen wollen.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Es geht darum, den f\u00fcr die <a data-rtr-index=\"9\" title=\"Ukraine\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/ukraine\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Ukraine<\/a> schlichtweg inakzeptablen Friedensplan vielleicht doch noch in die richtige Spur zu bringen. Und das unter massivem Zeitdruck. Bis Donnerstag will Trump ein Ergebnis. Sein Vorschlag sieht zum Beispiel vor, dass die Ukraine auch bislang noch verteidigte Gebiete an Russland abtritt, ihre milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten beschr\u00e4nkt und die Nato einen Verzicht auf jegliche Erweiterung erkl\u00e4rt. Das k\u00e4me einer Kapitulation gleich.<\/p>\n<p>Erzwungene Kapitulation, diktierter Frieden?<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">F\u00fcr die Europ\u00e4er ist der Umgang mit dem amerikanischen Plan ein hochriskanter Drahtseilakt. Sie sehen das gro\u00dfe Risiko, dass sich die Sicherheitslage f\u00fcr sie noch einmal verschlimmern k\u00f6nnte, sollten dem Aggressor Russland nun weitreichende Zugest\u00e4ndnisse gemacht werden.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Zugleich sind viele Staats- und Regierungschefs zu Hause mit kriegsm\u00fcden W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hlern konfrontiert, die die kostspielige Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine mehr und mehr infrage stellen. Mittlerweile wurden von der Europ\u00e4ischen Union und den Mitgliedstaaten knapp 190 Milliarden Euro mobilisiert.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Kritisch wird auch gesehen, dass seit einer Lockerung von Reisebeschr\u00e4nkungen zahlreiche junge ukrainische M\u00e4nner ihre Heimat in Richtung <a data-rtr-index=\"32\" title=\"Europ\u00e4ische Union\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/politik\/thema\/europaeische-union\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU<\/a> verlassen, um nicht zum Milit\u00e4rdienst eingezogen zu werden. Warum soll man das Land weiter unterst\u00fctzen, wenn nicht einmal junge Ukrainer f\u00fcr die Zukunft ihres Landes k\u00e4mpfen wollen, lautet die Frage.<\/p>\n<p>Kaum Druckmittel gegen Trump<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Problem f\u00fcr die Europ\u00e4er ist, dass sie gegen US-Pr\u00e4sident Trump kaum Druckmittel in der Hand haben. Etliche Spitzenpolitiker haben in der Vergangenheit offen zugegeben, dass der Versuch, die Ukraine ohne die USA zu unterst\u00fctzen, vermutlich aussichtslos w\u00e4re. Ganz einfach, weil daf\u00fcr die notwendigen milit\u00e4rischen F\u00e4higkeiten fehlten. So gelten zum Beispiel amerikanische Flugabwehrsysteme vom Typ Patriot auf absehbare Zeit als unverzichtbar, um den ukrainischen Luftraum gegen ukrainische Drohnen und Raketenangriffe zu verteidigen. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die US-Geheimdienstinformationen und weitreichende Raketenwerfer.<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Hinzu kommt, dass der kostspielige und riskante Versuch, es doch zu versuchen, der Bev\u00f6lkerung in etlichen L\u00e4ndern vermutlich sehr schwer zu vermitteln w\u00e4re. Innerhalb der EU k\u00f6nnen weitreichende Pl\u00e4ne f\u00fcr mehr Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine schon heute nicht mehr durchgesetzt werden, weil sie eine einstimmige Zustimmung erfordern und L\u00e4nder wie Ungarn und die Slowakei blockieren.<\/p>\n<p>Europ\u00e4er wollen Trump zum Umdenken bringen<\/p>\n<p class=\"p1 sm:p1-medium items-start pb-[20px]\" data-selector=\"body-paragraph\" data-external-selector=\"body-elements-paragraph\" data-v-f16c667d=\"\" data-v-439309db=\"\">Die Europ\u00e4er wollen deswegen nun versuchen, Trump davon zu \u00fcberzeugen, dass die Umsetzung des vorliegenden Plans auch f\u00fcr Amerika eine brandgef\u00e4hrliche Sache w\u00e4re. Dabei k\u00f6nnen sie etwa argumentieren, dass sie China motivieren k\u00f6nnte, sich gewaltsam Taiwan einzuverleiben.<\/p>\n<p>Hoffnung ist dabei, dass es so laufen k\u00f6nnte wie im Sommer. Auch damals hatte es nach dem pers\u00f6nlichen Treffen von Trump und Russlands Pr\u00e4sident Wladimir Putin in Alaska schon die gro\u00dfe Bef\u00fcrchtung gegeben, dass der Ukraine eine Zustimmung zu einem Friedensvertrag aufgezwungen wird. Die Europ\u00e4er schafften es dann aber, Trump zu einem Umdenken zu bringen. Ein geplantes zweites Treffen in Budapest kam bislang nicht zustande. Stattdessen lie\u00df Trump sogar neue Sanktionen gegen russische Energieunternehmen verh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Widerspr\u00fcche bei Urheberschaft des Plans<\/p>\n<p>In der Nacht kam es zu einem ungew\u00f6hnlichen \u00f6ffentlichen Widerspruch \u00fcber die Urheberschaft des Plans. Zwei US-Senatoren erkl\u00e4rten, Au\u00dfenminister Marco Rubio habe sie in einem Telefonat unterrichtet, dass der Plan gar nicht in Washington entstanden sei. Der republikanische Senator Mike Rounds erkl\u00e4rte, der Plan sei von einem Repr\u00e4sentanten Russlands an die US-Regierung herangetragen worden. Der parteilose Senator Angus King sagte unter Berufung auf das Gespr\u00e4ch mit Rubio, der Plan sei \u00abim Wesentlichen die Wunschliste der Russen\u00bb.<\/p>\n<p>Kurze Zeit sp\u00e4ter widersprach ihnen der Minister aber auf der Plattform X und betonte, dass die USA Urheber des Plans seien. Dieser diene \u00abals solider Rahmen f\u00fcr die laufenden Verhandlungen\u00bb. Er sei von den USA erstellt worden und basiere auf \u00abAnregungen der russischen Seite, aber auch auf fr\u00fcheren und aktuellen Beitr\u00e4gen der Ukraine\u00bb, schrieb Rubio.<\/p>\n<p>Erste Kontaktaufnahme am Sonntag<\/p>\n<p>Aber wie geht es nun konkret weiter? Heute gibt es die erste direkte Kontaktaufnahme zwischen den USA und der Ukraine und ihren wichtigsten europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten auf Ebene der au\u00dfenpolitischen Berater der Staats- und Regierungschefs. F\u00fcr Deutschland reist Merz&#8216; Top-Diplomat G\u00fcnter Sautter nach Genf. Zuvor hatte am Abend der Nationale Sicherheitsrat unter dem Vorsitz des Bundeskanzlers zum Thema Ukraine getagt, wie Regierungssprecher Stefan Kornelius mitteilte. Gro\u00dfbritannien und Frankreich sind in Genf auch dabei, au\u00dferdem die EU-Kommission und wohl auch Italien.<\/p>\n<p>Nach diesem Treffen wird man etwas klarer sehen, ob es Chancen gibt, die US-Friedensinitiative auf ein breiteres Fundament zu stellen, das auch die Europ\u00e4er mittragen k\u00f6nnen. Sie gehen vorbereitet in das Treffen und haben am Samstag \u00c4nderungsvorschl\u00e4ge nach Washington geschickt. <\/p>\n<p>Es liegen also zwei Dokumente auf dem Tisch, wenn am Sonntag die Verhandlungen in Genf beginnen. Dann bleiben bis zu der von Trump gesetzten Frist nur noch vier Tage Zeit. Einen Hoffnungsschimmer gab es am Samstagabend. Trump verneinte in Washington die Frage einer Reporterin, ob sein Friedensplan denn nun das letzte Angebot sei. \u00abWir versuchen, die Sache auf die eine oder andere Weise zu beenden\u00bb, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Ernst der Lage ist herauszuh\u00f6ren, als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Johannesburg beim G20-Gipfel vor die Kameras&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":2054,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4013],"tags":[331,332,13,14,15,4043,4044,850,307,12],"class_list":{"0":"post-595704","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-russland","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-russia","14":"tag-russian-federation","15":"tag-russische-foederation","16":"tag-russland","17":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115597219193411587","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/595704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=595704"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/595704\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2054"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=595704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=595704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=595704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}