{"id":596568,"date":"2025-11-23T13:43:16","date_gmt":"2025-11-23T13:43:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/596568\/"},"modified":"2025-11-23T13:43:16","modified_gmt":"2025-11-23T13:43:16","slug":"ukraine-entsetzen-ueber-den-friedensplan-der-usa-politik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/596568\/","title":{"rendered":"Ukraine: Entsetzen \u00fcber den Friedensplan der USA &#8211; Politik"},"content":{"rendered":"<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Zwischen den vielen Schreckensnachrichten finden die Menschen in der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/Ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukraine<\/a> am Wochenende nur selten kleine Momente der Ablenkung. Im Telegram-Kanal Charkiw Life etwa k\u00f6nnen sie jetzt sehen, dass an der Metro-Station Universit\u00e4t der gro\u00dfe Weihnachtsbaum fast fertig ist, dicht geschm\u00fcckt mit dicken wei\u00dfen Kugeln. Ansonsten aber: Luftalarm in der Nacht, Luftalarm wieder aufgehoben, ein kurzes Video von einem roten Baggerarm, der in Nord-Saltiwka ein zerst\u00f6rtes Wohnhochhaus abrei\u00dft, weil es nicht mehr zu reparieren ist: 2300 weinende Emoji-Gesichter. Alltag im Osten der Ukraine.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Nicht einmal die aus ukrainischer Sicht wenigen positiven Meldungen der vergangenen Stunden k\u00f6nnen die Stimmung herumrei\u00dfen: dass acht Ostseestaaten die Ukraine weiterhin mit Waffen beliefern wollen, dass Pr\u00e4sident Wolodimir Selenskij sich beim niederl\u00e4ndischen Ministerpr\u00e4sidenten Dick Schoof f\u00fcr ein Energiepaket bedankte, das gerade auf dem Weg in die Ukraine sei. Selenskij hat es selber am Samstag in einer Videobotschaft gesagt: \u201eEs geht gerade um etwas Gr\u00f6\u00dferes als um die einen oder anderen Punkte des Dokuments.\u201c Er meinte den Plan, den die <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/thema\/USA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> als \u201eFriedensplan\u201c bezeichnen, der f\u00fcr den fr\u00fcheren ukrainischen Regierungschef Arsenij Jazenjuk jedoch \u201ein Wirklichkeit ein Plan f\u00fcr eine schleichende Kapitulation ist\u201c.<\/p>\n<p>Der Plan einer Amnestie f\u00fcr alle am Krieg Beteiligten l\u00f6st Emp\u00f6rung aus<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Selenskij sagte, niemals d\u00fcrfe in Europa und der Welt das Prinzip dominieren, \u201edass Verbrechen gegen Menschen und Menschlichkeit, gegen Staaten und V\u00f6lker belohnt und vergeben werden\u201c. Dies w\u00e4re n\u00e4mlich der Fall, sollte die ukrainische F\u00fchrung, in die Enge getrieben, die 28 Punkte des US-Plans akzeptieren. Zu den Verhandlungen nach Genf hat Selenskij als Leiter der Delegierten seinen Stabschef Andrij Jermak geschickt. \u201eSie\u00a0wissen, wie man die ukrainischen Interessen verteidigt und was es braucht, damit Russland nicht ein drittes Mal einmarschiert\u201c, sagte der ukrainische Pr\u00e4sident.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Es steht viel auf dem Spiel f\u00fcr sein Land. Etwas Hoffnung keimte auf in Kiew, als US-Pr\u00e4sident Donald Trump sein Ultimatum f\u00fcr den n\u00e4chsten Donnerstag doch wieder aufhob. Und weil die wichtigen europ\u00e4ischen Staaten wie Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Deutschland auf das Trump-Lager einwirken wollen. V\u00f6llig fraglich w\u00e4re ohnehin auch, ob Russland sich \u00fcberhaupt vorerst damit abfinden w\u00fcrde, mit einem Einfrieren der Kontaktlinie auf gro\u00dfe Teile der Gebiete Cherson und Saporischschja zu verzichten, die es noch gar nicht kontrolliert. Denn der russischen Verfassung nach hat Moskau sich diese Gebiete bereits einverleibt.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Der ehemalige ukrainische Premier Jazenjuk, derzeit Leiter des Kiewer Sicherheitsforums, kritisiert im bisherigen Plan vor allem Sicherheitsgarantien, \u201edie nichts garantieren\u201c. Nur die Nato-Mitgliedschaft k\u00f6nne der Ukraine Sicherheit gew\u00e4hrleisten, oder aber \u201erechtsverbindliche Vertr\u00e4ge mit gemeinsamen Milit\u00e4rstrukturen\u201c, die auch den Einsatz ausl\u00e4ndischer Kontingente vorsehen. All dies werde aber im Laufe des 28-Punkte-Plans gestrichen. Der Kreml w\u00fcrde jeden Einsatz der Ukraine mit westlicher Ausr\u00fcstung als Versto\u00df gegen das Abkommen interpretieren\u00a0\u2013 \u201eder perfekte Ausgangspunkt f\u00fcr russische Provokationen\u201c, <a href=\"https:\/\/www.eurointegration.com.ua\/rus\/experts\/2025\/11\/21\/7225422\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">schreibt Jazenjuk in einem Beitrag f\u00fcr die Zeitung <\/a><a href=\"https:\/\/www.eurointegration.com.ua\/rus\/experts\/2025\/11\/21\/7225422\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ukrainska Prawda<\/a>.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Entsetzt zeigen sich viele Menschen in der Ukraine. Eine Filmemacherin in Kiew, Lesya Khartschenko, schreibt der S\u00fcddeutschen Zeitung\u00a0am Sonntag in einem Chat: \u201eDie Stimmung hier ist sehr schlecht.\u201c Die meisten Menschen in ihrem Umfeld w\u00fcrden von Druck und Erpressung sprechen, \u201eniemand ist f\u00fcr den\u00a0Trump-Plan\u201c, im Gegenteil: Die meisten w\u00fcrden ihn zur\u00fcckweisen, schreibt sie.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Von \u201eVerrat\u201c und \u201eKapitulation\u201c ist in der Ukraine immer wieder die Rede. Wolodimir Ariew, Abgeordneter der oppositionellen Partei Europ\u00e4ische Solidarit\u00e4t, sagte der Zeitung Kyiv Independent, der bisherige Plan w\u00fcrde nur dazu f\u00fchren, dass Russland seinen Krieg gegen die Ukraine in einigen Jahren wieder aufnehmen werde. Dann \u201emit sehr viel gr\u00f6\u00dferer St\u00e4rke und mehr Ressourcen\u201c, sagte er. Es gehe den USA doch jetzt nur darum, dass Trump den Krieg, der sich als der komplizierteste f\u00fcr ihn erwiesen hat, so schnell es geht beenden wolle. Um sich sein Image als Friedensschaffer zu sichern.<\/p>\n<p data-manual=\"paragraph\" data-schema-org-speakable=\"true\" class=\"css-1eosz7k\">Besonders emp\u00f6rt ist die ukrainische Zivilorganisation ICUV dar\u00fcber, dass alle am Krieg Beteiligten vollst\u00e4ndige Amnestie erhalten sollen. Mariupol, Butscha, \u201e\u00fcber eine Amnestie f\u00fcr die Gr\u00e4ueltaten zu diskutieren, bedeutet\u00a0Verrat an den Interessen der Ukrainer\u201c, sagte der Kiewer Zeitung die Leiterin der Organisation, Olena Haluschka. Gerechtigkeit k\u00f6nne nicht verhandelt werden, \u201eund ohne Gerechtigkeit wird es keinen Frieden geben\u201c. Von Optimismus in der Ukraine kaum eine Spur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Zwischen den vielen Schreckensnachrichten finden die Menschen in der Ukraine am Wochenende nur selten kleine Momente der Ablenkung.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":596569,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,147,40346,13,148,14,15,16,12,6473,149,317,64,6475,107],"class_list":{"0":"post-596568","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-ausland","11":"tag-friedensverhandlungen","12":"tag-headlines","13":"tag-leserdiskussion","14":"tag-nachrichten","15":"tag-news","16":"tag-politik","17":"tag-schlagzeilen","18":"tag-sicherheitspolitik","19":"tag-sueddeutsche-zeitung","20":"tag-ukraine","21":"tag-usa","22":"tag-wolodimir-selenskij","23":"tag-wolodymyr-selenskyj"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115599311223654828","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/596568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=596568"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/596568\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/596569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=596568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=596568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=596568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}