{"id":596740,"date":"2025-11-23T15:27:02","date_gmt":"2025-11-23T15:27:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/596740\/"},"modified":"2025-11-23T15:27:02","modified_gmt":"2025-11-23T15:27:02","slug":"jedes-kind-zaehlt-evangelischer-kita-verband-fordert-mehr-verlaessliche-betreuung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/596740\/","title":{"rendered":"&#8222;Jedes Kind z\u00e4hlt&#8220;: Evangelischer Kita-Verband fordert mehr verl\u00e4ssliche Betreuung"},"content":{"rendered":"<p>Am 20. November j\u00e4hrt sich die Verabschiedung der <a href=\"https:\/\/www.sonntagsblatt.de\/artikel\/kinderrechte-sind-kein-niedliches-randthema-luise-pfuetze-von-sos-kinderdorf-ueber\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UN-Kinderrechtskonvention<\/a> zum 36. Mal. Fast alle Staaten der Welt haben das Abkommen ratifiziert und sich damit verpflichtet, Kindern Schutz, F\u00f6rderung und Teilhabe zu garantieren. Doch zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft vielerorts eine L\u00fccke \u2013 auch in Deutschland.<\/p>\n<p>&#8222;Jedes Kind z\u00e4hlt!&#8220;, lautet das diesj\u00e4hrige Motto des Internationalen Tags der Kinderrechte. <a href=\"https:\/\/www.unicef.de\/informieren\/einsatz-fuer-kinderrechte\/tag-der-kinderrechte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">UNICEF Deutschland<\/a> mahnt: &#8222;Obwohl sich fast alle Staaten dazu verpflichtet haben, die Rechte von Kindern anzuerkennen und umzusetzen, ist die Realit\u00e4t f\u00fcr Millionen M\u00e4dchen und Jungen oft eine ganz andere.&#8220;<\/p>\n<p>Kinderrechte in der Kita: Warum fr\u00fche Bildung zu oft versagt<\/p>\n<p>Besonders deutlich zeigt sich das Versprechen der Kinderrechte in der fr\u00fchkindlichen Bildung. Christiane M\u00fcnderlein, Vorst\u00e4ndin des evangelischen Kitaverbands Bayern, warnt in einer Pressemitteilung:<\/p>\n<blockquote>\n<p>&#8222;Die UN-Kinderrechtskonvention garantiert jedem Kind das Recht auf Bildung, auf faire Chancen, auf echte Teilhabe. Aber in der fr\u00fchen Bildung \u2013 dort, wo die Bildungsbiografie der Kinder am st\u00e4rksten gepr\u00e4gt wird \u2013 versagt unser System noch immer zu oft.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/www.fes.de\/themenportal-bildung-arbeit-digitalisierung\/bildung\/kitas-2-klasse\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forschung<\/a>\u00a0gibt ihr recht: Gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien, die am dringendsten von fr\u00fcher F\u00f6rderung profitieren w\u00fcrden, kommen h\u00e4ufig erst kurz vor der Einschulung in eine Kita. Sprachf\u00f6rderung, soziale Teilhabe, fr\u00fche Lernchancen \u2013 all das erreicht sie zu sp\u00e4t oder gar nicht.<\/p>\n<p>Doch selbst der Zugang zu einer Einrichtung ist keine Garantie f\u00fcr gleiche Chancen. Kitas in belasteten Stadtteilen k\u00e4mpfen mit unzureichenden Ressourcen, w\u00e4hrend woanders bessere Bedingungen herrschen. M\u00fcnderlein warnt vor &#8222;Kitas zweiter Klasse&#8220; \u2013 nicht wegen fehlenden Engagements der Fachkr\u00e4fte, sondern weil die Rahmenbedingungen den besonderen Herausforderungen nicht gerecht werden.<\/p>\n<p>Kinderstartgeld Bayern: Zwischen Direktzahlungen und Kita-Ausbau<\/p>\n<p>Die prek\u00e4re Lage in der fr\u00fchen Bildung ist l\u00e4ngst Gegenstand politischer Debatten. Wie der Staat seine Verantwortung f\u00fcr Kinderrechte wahrnimmt, zeigt sich exemplarisch in Bayern: Die Staatsregierung k\u00fcndigte an, bis 2030 drei Milliarden Euro zus\u00e4tzlich in Kita-Betriebskosten zu investieren. Finanziert werden soll dies unter anderem durch die Abschaffung des erst vor einem Jahr eingef\u00fchrten Kinderstartgelds von 3.000 Euro \u2013 noch vor der ersten Auszahlung.<\/p>\n<p>Die Entscheidung sorgt f\u00fcr massive Proteste: Laut dem &#8222;<a href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/bayern\/protest-gegen-kinderstartgeld-aus-200-000-unterschriften,V2vAhA5\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bayerischen Rundfunk<\/a>&#8220; sammelten Online-Petitionen mehr als 200.000 Unterschriften gegen die Streichung. Viele Familien hatten fest mit dem Geld gerechnet und ihre Elternzeit entsprechend geplant. Familienministerin Ulrike Scharf (CSU) verteidigt den Kurswechsel: Eine verl\u00e4ssliche Kinderbetreuung sei f\u00fcr Eltern letztlich entscheidender als Direktzahlungen. Ohne die Umschichtung drohe die Schlie\u00dfung von Kitas.<\/p>\n<p>Fr\u00fchkindliche Bildung: Was sich jetzt \u00e4ndern muss<\/p>\n<p>Die Kontroverse illustriert ein Grundproblem: Solange Investitionen in Kita-Infrastruktur gegen Direktleistungen an Familien ausgespielt werden, bleiben strukturelle Defizite bestehen. &#8222;Wenn wir Kinderrechte ernst nehmen wollen, dann m\u00fcssen wir mehr tun als sie zu feiern&#8220;, fordert M\u00fcnderlein.<\/p>\n<blockquote>\n<p>&#8222;Wir m\u00fcssen sicherstellen, dass jedes Kind \u2013 unabh\u00e4ngig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort \u2013 tats\u00e4chlich Zugang zu guter fr\u00fchkindlicher Bildung hat.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Es gehe dabei nicht nur um Chancengerechtigkeit f\u00fcr Kinder und Entlastung f\u00fcr Familien. Verl\u00e4ssliche Betreuung sei auch ein Standortfaktor f\u00fcr Kommunen und Voraussetzung daf\u00fcr, dass Eltern arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Entscheidend werde sein, dass angek\u00fcndigte Mittel auch dort ankommen, wo sie gebraucht werden, betont M\u00fcnderlein. Verl\u00e4ssliche Betreuung sei schlie\u00dflich nicht nur f\u00fcr Kinder und Familien elementar, sondern auch ein wichtiger Standortfaktor f\u00fcr Kommunen \u2013 und Voraussetzung daf\u00fcr, dass Eltern \u00fcberhaupt arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Am 20. November j\u00e4hrt sich die Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention zum 36. Mal. 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