{"id":59738,"date":"2025-04-25T09:22:09","date_gmt":"2025-04-25T09:22:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/59738\/"},"modified":"2025-04-25T09:22:09","modified_gmt":"2025-04-25T09:22:09","slug":"nabu-leipzig-fordert-die-stadt-zur-pflanzung-heimischer-baumarten-auf-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/59738\/","title":{"rendered":"NABU Leipzig fordert die Stadt zur Pflanzung heimischer Baumarten auf \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>Mehr und mehr macht sich der Klimawandel bemerkbar, in den St\u00e4dten ist er besonders stark zu sp\u00fcren. Zugleich ist ein weltweiter Verlust der Biologischen Vielfalt zu beobachten \u2013 beide Krisen gehen Hand in Hand und k\u00f6nnen nur gemeinsam bek\u00e4mpft werden. Denn intakte \u00d6kosysteme sind Voraussetzung f\u00fcr den Schutz des Klimas und umgekehrt.<\/p>\n<p>Der fortschreitende Klimawandel macht au\u00dferdem gerade in St\u00e4dten wie Leipzig eine Anpassung an die Klimawandelfolgen erforderlich.<\/p>\n<p>Leipzig hat den <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/04\/stadtrat-leipzig-klimanotstand-622412\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimanotstand<\/a> erkl\u00e4rt \u2013 das w\u00fcrde eigentlich ein konsequentes Umsteuern erfordern, was aber leider ausbleibt. Weiterhin werden beispielsweise Fl\u00e4chen mit Beton und Asphalt versiegelt, obwohl das die Folgen von Starkregen und Hitze verschlimmert. Hingegen w\u00e4re ein Schutz der Stadtnatur ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und f\u00fcr die Gesundheit der Menschen.<\/p>\n<p>Klimaanpassung und Artenvielfalt zusammen denken<\/p>\n<p>Unter den Folgen des Klimawandels leiden die oft ohnehin bereits gestressten Stadtb\u00e4ume besonders, beispielsweise in Folge von Trockenheit. Andererseits kann die Pflanzung von B\u00e4umen ein Beitrag zum Klimaschutz sein, denn sie sorgen f\u00fcr Schatten und Abk\u00fchlung. Mit der Pflanzung neuer B\u00e4ume kann man also etwas gegen den Klimawandel tun \u2013 zugleich k\u00f6nnte man auch etwas gegen den Verlust der Biologischen Vielfalt tun, denn B\u00e4ume sind auch Lebensraum, Nahrungsquelle und Wohnung f\u00fcr heimische Tiere.<\/p>\n<p>Das aber nur, wenn man heimische B\u00e4ume pflanzt \u2013 aber genau das tut man in Leipzig kaum. Ganz im Gegenteil, es werden vorwiegend Zuchtsorten und exotische Arten verwendet.<\/p>\n<p>Von 2019 bis 2023 wurden in Leipzig 4.310 neue Stra\u00dfenb\u00e4ume gepflanzt, nur rund 10 Prozent davon waren heimische Arten. Ein Thema, <a href=\"http:\/\/www.l-iz.de\/politik\/leipzig\/2025\/04\/der-stadtrat-tagte-leipzig-1-000-zusatzliche-strassenbaume-jahr-622457\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das auch in der Ratsversammlung am 16. April von SPD-Stadtrat Andreas Geisler angesprochen wurde<\/a>. Angesichts der Biodiversit\u00e4tskrise ist das unverst\u00e4ndlich, denn die gebietsfremden Baumarten oder Z\u00fcchtungen sind f\u00fcr die heimische Tierwelt \u00f6kologisch weitgehend wertlos, weil sie beispielsweise anders als die heimischen Baumarten als Nahrungsquelle nicht nutzbar sind.<\/p>\n<p>Appell des NABU zum Tag des Baumes<\/p>\n<p>Um Klima- und Biodiversit\u00e4tskrise anzugehen, m\u00fcssten verst\u00e4rkt heimische Arten gepflanzt werden. Zum Tag des Baumes, am 25. April 2025, ver\u00f6ffentlicht der <a href=\"http:\/\/www.NABU-Leipzig.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Naturschutzbund NABU Leipzig<\/a> deshalb ein Positionspapier zu den Stadtb\u00e4umen in Leipzig. Unter der \u00dcberschrift \u201eKlimaanpassung und Artenvielfalt zusammen denken\u201c wirbt der NABU daf\u00fcr, verst\u00e4rkt heimische Arten zu pflanzen. In dem Papier wird dargestellt, welche Stadtb\u00e4ume in Leipzig gepflanzt wurden und welche Alternativen es dazu gegeben h\u00e4tte. Der NABU Leipzig kritisiert, dass Pflanzlisten verwendet werden, die sich am Kriterium einer F\u00f6rderung der Biodiversit\u00e4t nicht orientieren.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re aber durchaus m\u00f6glich, klimaangepasste Neupflanzungen vorzunehmen und zugleich auch die Biologische Vielfalt zu f\u00f6rdern. Wenn stattdessen gebietsfremde, teilweise sogar invasive Arten ausgebracht werden, besteht die Gefahr, dass die heimische Natur zus\u00e4tzlich gesch\u00e4digt wird.<\/p>\n<p>Zuchtsorten und exotische Arten sollten nur in begr\u00fcndeten Ausnahmef\u00e4llen gepflanzt werden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem werden bei st\u00e4dtischen Pflanzungen auch andere Chancen nicht genutzt, wie zum Beispiel eine naturnahe Gestaltung von Baumscheiben, was nicht nur ein Beitrag f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t, sondern auch f\u00fcr die Baumgesundheit w\u00e4re.<\/p>\n<p>Klimaanpassung und Artenvielfalt zusammen denken!<\/p>\n<p>Die Biodiversit\u00e4tskrise kann nur mit einer verst\u00e4rkten Pflanzung heimischer Arten angegangen werden. Die heimische Traubeneiche dient allein 46 spezialisierten Faltern zur Eiablage. Sie k\u00f6nnen die Scharlach-Eiche aus Amerika nicht nutzen.<\/p>\n<p>An der heimischen Wildform der Schwarz-Erle fressen die Raupen von mindestens 91 Schmetterlingsarten, davon sind 23 Arten spezialisiert auf diesen heimischen Baum. Sie gehen bei Zuchtformen und gebietsfremden Arten aus Asien und Nordamerika leer aus.<\/p>\n<p>Vernachl\u00e4ssigt werden auch die Stadtortanspr\u00fcche gesunder Stadtb\u00e4ume \u2013 durch oftmals viel zu kleine Baumscheiben mit starker Bodenverdichtung werden die B\u00e4ume zus\u00e4tzlich gestresst und sind weniger fit im Kampf gegen Klimawandelfolgen.<\/p>\n<p>Heimische Arten pflanzen<\/p>\n<p>In dem Positionspapier analysiert der NABU Leipzig die Empfehlungen der sogenannten <a href=\"http:\/\/www.galk.de\/arbeitskreise\/stadtbaeume\/themenuebersicht\/strassenbaumliste\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">GALK-Liste<\/a>, die bundesweit verwendet wird und daher sehr einflussreich ist, sie vernachl\u00e4ssigt aber die F\u00f6rderung der Biologischen Vielfalt und sollte daher nach Auffassung des NABU Leipzig unter diesem Gesichtspunkt dringend \u00fcberarbeitet werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.l-iz.de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/Positionspapier-Stadtbaeume-in-Leipzig.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Das Positionspapier des NABU Leipzig zu den Stra\u00dfenb\u00e4umen.<\/a><\/p>\n<p>Au\u00dferdem fordert der NABU Leipzig eine verst\u00e4rkte Pflanzung heimischer Arten, insbesondere in Parkanlagen. Falls gebietsfremde Arten verwendet werden, sollten sie m\u00f6glichst aus benachbarten Regionen Europas und nicht von fernen Kontinenten kommen. Die Pflanzung invasiver Arten sollte unterbleiben. Auf Baumscheiben sollten bei Neupflanzungen heimische Wildkr\u00e4uter ges\u00e4t werden, die Baumscheiben sollten ausreichend gro\u00df sein.<\/p>\n<p>Zudem sollte untersucht werden, welche Folgen \u201eKlima-Baumarten\u201c, f\u00fcr deren Pflanzung man sich entscheidet, auf die heimische Fauna haben. Seine Analysen und Forderungen untermauert der NABU Leipzig mit Verweis auf zahlreiche aktuelle wissenschaftliche Studien zu diesem Thema, die in einer umfangreichen Literaturliste in dem Positionspapier aufgef\u00fchrt sind.<\/p>\n<p>Der NABU Leipzig wendet sich mit dem Positionspapier nicht nur an die baumpflanzenden \u00c4mter der Stadt, sondern auch an den Stadtrat. Angesichts des Klimawandels m\u00fcssen Entscheidungen so ausfallen, dass Artenvielfalt und menschliche Gesundheit gesch\u00fctzt werden. Heimische Arten zu verwenden und auf invasive Arten zu verzichten ist ohne gr\u00f6\u00dferen Aufwand realisierbar.<\/p>\n<p><strong>Der NABU Leipzig fordert:<\/strong><br \/>1. \u00dcberarbeitung der GALK- Baumlisten mit st\u00e4rkerer Ber\u00fccksichtigung der Biodiversit\u00e4tsf\u00f6rderung durch Einbeziehung aktueller Studienergebnisse<br \/>2. Verst\u00e4rkte Pflanzung heimischer Arten<br \/>3. Keine Sorten sondern Arten pflanzen, in Parkanlagen m\u00f6glichst immer Arten verwenden<br \/>4. gebietsfremde Arten sollten aus benachbarten Regionen z.B. S\u00fcdeuropa stammen, weniger aus Asien oder Nordamerika<br \/>5. Keine Pflanzungen und Empfehlung von Pflanzungen invasiver Arten nach Listen des BfN<br \/>6. Baumscheibenneupflanzungen standardisiert immer mit Ansaat heimischer Wildkr\u00e4uter und Anpassung der Ausschreibungsinhalte gem\u00e4\u00df Stadtratsbeschluss f\u00fcr alle Baumscheiben<br \/>7. Ausreichend gro\u00dfe Baumscheiben, am besten \u00fcber 30 m3 oder zusammenh\u00e4ngende Baumscheiben mit heimischer Begr\u00fcnung bereits auf Planungsebene ber\u00fccksichtigen<br \/>8. Untersuchung der Wechselwirkung zwischen Fauna und Klima-Baumarten, um den Erhalt der Biodiversit\u00e4t bei der Planung des urbanen Baumbestandes einzubeziehen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mehr und mehr macht sich der Klimawandel bemerkbar, in den St\u00e4dten ist er besonders stark zu sp\u00fcren. 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