{"id":597956,"date":"2025-11-24T04:18:13","date_gmt":"2025-11-24T04:18:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/597956\/"},"modified":"2025-11-24T04:18:13","modified_gmt":"2025-11-24T04:18:13","slug":"welt-aids-tag-aids-hilfe-warnt-vor-rueckschritten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/597956\/","title":{"rendered":"Welt Aids-Tag &#8211; Aids Hilfe warnt vor R\u00fcckschritten"},"content":{"rendered":"<p>Anl\u00e4sslich des Welt-Aids-Tags am ersten Dezember warnt die Aids Hilfe Wien vor R\u00fcckschritten in der Bek\u00e4mpfung der Krankheit. Laut dem Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) ist das Ziel, Aids bis 2030 weltweit zu beenden, ohne rasche Stabilisierung internationaler Mittel gef\u00e4hrdet. Auch in \u00d6sterreich w\u00fcrden an HIV erkrankte Menschen weiterhin stigmatisiert werden. Einen Fokus legen will die Aids Hilfe auf sexuelle Gesundheit im Alter.<\/p>\n<p>Weltweit leben laut UNAIDS knapp 40 Millionen Menschen mit HIV. Allein 2023 kamen etwa 1,3 Millionen Neuinfektionen hinzu. Der globale Kampf gegen HIV stehe derzeit an einem Wendepunkt: Durch geopolitische Spannungen und den R\u00fcckzug der USA unter Pr\u00e4sident Donald Trump fehlen zentrale Finanzierungsbeitr\u00e4ge, so die Aids Hilfe in einer Presseunterlage.<\/p>\n<p>UNAIDS warnt eindr\u00fccklich: Ohne eine rasche Stabilisierung der Mittel drohe ein massiver R\u00fcckschlag im Kampf gegen die Pandemie. Bis 2029 k\u00f6nnten weltweit bis zu neun Millionen neue HIV-Infektionen, \u00fcber sechs Millionen Todesf\u00e4lle und rund 3,5 Millionen Aids-Waisen entstehen &#8211; Entwicklungen, die bei ausreichender internationaler Finanzierung und angesichts heutiger medizinischer M\u00f6glichkeiten vermeidbar w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich steht das UNO-Programm gegen HIV\/Aids selbst unter Druck: Die UNO-80-Initiative sieht vor, dass UNAIDS bereits Ende 2026 auslaufen k\u00f6nnte. Grund daf\u00fcr sind schrumpfende Budgets und ausfallende Beitr\u00e4ge mehrerer Mitgliedsstaaten &#8211; allen voran der USA. Grund zur Sorge f\u00fcr Mirijam Hall, Vorsitzende der Aids Hilfe Wien: &#8222;Die Fortschritte der letzten Jahrzehnte sind nicht in Stein gemei\u00dfelt. Die Welt darf jetzt nicht nachlassen &#8211; Solidarit\u00e4t, Aufkl\u00e4rung und der Schutz der Rechte aller Betroffenen sind entscheidend, um das Ziel &#8218;Aids beenden bis 2030&#8216; zu erreichen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Aids-Hilfen feiern 2025 ihr 40-j\u00e4hriges Bestehen in \u00d6sterreich. Die Herausforderungen sind heute selbstverst\u00e4ndlich andere als 1985. Da HIV dank moderner Therapien l\u00e4ngst kein Todesurteil mehr ist und Menschen mit Behandlung heute eine nahezu gleiche Lebenserwartung wie alle anderen haben, ist inzwischen mehr als die H\u00e4lfte der Menschen mit HIV \u00fcber 50. Themen wie sexuelle Gesundheit im Alter und altersgerechte Pr\u00e4ventionsarbeit gewinnen damit stark an Bedeutung, betont Hall. Eine Fachtagung am ersten Dezember wird sich diesem Thema widmen. Grunds\u00e4tzlich leben ca. 9.000 HIV-positive Menschen in \u00d6sterreich, ca. acht bis zehn Prozent laut Aids Hilfe noch nicht diagnostiziert.<\/p>\n<p>Gleichzeitig zeigen steigende Zahlen anderer sexuell \u00fcbertragbarer Infektionen, wie dringend Pr\u00e4ventions-, Test- und Behandlungsangebote weiter ausgebaut werden m\u00fcssen. Laut dem European Centre for Disease Prevention and Control stiegen die Gonorrh\u00f6-F\u00e4lle in der EU\/EEA Region von 2022 auf 2023 um rund 31 Prozent, Syphilis-Meldungen nahmen um 13 Prozent zu. &#8222;Der weltweite Kampf gegen HIV steht auf der Kippe &#8211; nicht, weil uns das Wissen fehlt, sondern weil Finanzierungsl\u00fccken und politische R\u00fcckschritte Menschenleben gef\u00e4hrden&#8220;, warnt Hall.<\/p>\n<p>              Weiterhin Stigmatisierung<\/p>\n<p>Menschen mit HIV k\u00f6nnen unter wirksamer Therapie das Virus nicht weitergeben. Dennoch bestehen Stigmata, Vorurteile und Ausgrenzung fort. Das sei kein Zufall, so Hall: &#8222;Diskriminierung h\u00e4ngt eng mit politischen Entscheidungen und Finanzierungsstrukturen zusammen. Wenn internationale Programme gek\u00fcrzt werden oder queere Organisationen weniger Unterst\u00fctzung erhalten, verlieren Betroffene den Zugang zu Pr\u00e4vention, Beratung und Therapie. Das versch\u00e4rft bestehende Ungleichheiten.&#8220; In \u00d6sterreich werden Menschen mit HIV etwa grunds\u00e4tzlich von der Aufnahme in den Polizeidienst ausgeschlossen, wogegen die Aids Hilfe schon l\u00e4nger ank\u00e4mpft. Erst vergangene Woche gab die Volksanwaltschaft einer Beschwerde der Aids Hilfe recht.<\/p>\n<p>              Zentrum f\u00fcr sexuelle Gesundheit ab 2026<\/p>\n<p>Ab Ende des ersten Quartals 2026 entsteht mit dem magnus* Ambulatorium f\u00fcr sexuelle Gesundheit in Wien ein zentraler Anlaufpunkt, an dem Diagnostik, Behandlung, Pr\u00e4vention und psychosoziale Unterst\u00fctzung zusammengef\u00fchrt werden sollen. &#8222;Wir verzeichnen seit Jahren einen deutlichen Anstieg bei HIV- und STI-Tests &#8211; parallel dazu steigen europaweit die STI-Zahlen. Das zeigt klar, wie gro\u00df der Bedarf an niederschwelligen Angeboten ist&#8220;, betont Hall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anl\u00e4sslich des Welt-Aids-Tags am ersten Dezember warnt die Aids Hilfe Wien vor R\u00fcckschritten in der Bek\u00e4mpfung der Krankheit.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":597957,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[137],"tags":[29,30,141,232],"class_list":{"0":"post-597956","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-gesundheit","8":"tag-deutschland","9":"tag-germany","10":"tag-gesundheit","11":"tag-health"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115602751914553306","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/597956","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=597956"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/597956\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/597957"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=597956"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=597956"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=597956"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}