{"id":598005,"date":"2025-11-24T04:54:19","date_gmt":"2025-11-24T04:54:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/598005\/"},"modified":"2025-11-24T04:54:19","modified_gmt":"2025-11-24T04:54:19","slug":"ist-die-ukraine-die-vorlage-fuer-einen-krieg-russlands-gegen-die-nato","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/598005\/","title":{"rendered":"Ist die Ukraine die Vorlage f\u00fcr einen Krieg Russlands gegen die Nato?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">Drohnen, elektronische Aufkl\u00e4rung und pr\u00e4zises Feuer \u2013 in der <br \/>Ukraine zeigt sich, wie moderne Kriegsf\u00fchrung funktioniert. Doch ist der Krieg dort deshalb auch eine Vorlage f\u00fcr eine m\u00f6gliche Auseinandersetzung zwischen Russland und der Nato?<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/fc65bb4c-da58-420c-b3fa-7cb9ca013a05.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"6000\" height=\"3992\" alt=\"Ein Soldat mit einer FPV-Brille testet die Fernsteuerung seines Anti-Drohnen-Systems in der N\u00e4he von Charkiw.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/>Ein Soldat mit einer FPV-Brille testet die Fernsteuerung seines Anti-Drohnen-Systems in der N\u00e4he von Charkiw.<\/p>\n<p>Dominic Nahr \/ NZZ<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1ja906jvq2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Vor kurzem erinnerte der Deutsche Bundestag am Volkstrauertag an die Millionen Kriegstoten des 20.\u00a0Jahrhunderts. Als Hauptredner sprach Italiens Staatspr\u00e4sident Sergio Mattarella von \u00abNachahmern dunkler Zeiten\u00bb, die gerade den Traum vom Frieden in Europa zu zerreissen drohten. Ohne das Land beim Namen zu nennen, war klar, wen er damit meinte: Russland.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.<\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vd0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Beinahe vier Jahre dauert der Krieg Russlands gegen die Ukraine inzwischen. Beide L\u00e4nder zahlen einen hohen Blutzoll. In den Feldern zwischen Charkiw, Donezk und Cherson kann man sehen, wie Armeen in einer Welt k\u00e4mpfen, in der das Gefechtsfeld fast vollst\u00e4ndig transparent ist, in dem <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/international\/drohnen-jagen-drohnen-im-kampf-gegen-russische-luftangriffe-setzt-die-ukraine-auf-neue-strategien-ld.1906453\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Drohnen den Luftraum dominieren<\/a> und Pr\u00e4zisionsfeuer bis in die letzten Winkel der Front wirkt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vf0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dennoch, so meinen ranghohe Milit\u00e4rs in der Nato, sei dieser Krieg nicht die Vorlage f\u00fcr einen m\u00f6glichen Waffengang Russlands gegen die Allianz. Gleichzeitig aber bietet das Geschehen in der Ukraine Anschauungsunterricht, wie ein moderner Landkrieg gef\u00fchrt wird. Welche milit\u00e4rischen Lehren also muss der Westen daraus ziehen?<\/p>\n<p>Wie die Ukraine agiert<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vh1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Unter dem Druck knapper Ressourcen und eines \u00fcberlegenen Gegners haben die Ukrainer das westliche Verst\u00e4ndnis von \u00abcombined arms\u00bb, also der kombinierten Gefechtsf\u00fchrung von Infanterie, Panzern, Artillerie und Luftunterst\u00fctzung, ver\u00e4ndert. Diese Gefechtsf\u00fchrung unterscheidet sich etwa deutlich von grossen gepanzerten Durchbr\u00fcchen, <a href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/pro\/ukraine-krieg-die-westlichen-streitkraefte-haben-die-gescheiterte-gegenoffensive-der-ukraine-von-2023-aufgearbeitet-das-sind-die-lehren-ld.1877403\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">wie sie die Ukrainer im Fr\u00fchjahr und Sommer 2023 noch versucht haben<\/a>. Sie bearbeiten jetzt nur einen begrenzten Frontabschnitt. Diese Operationen, so heisst es in einer <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.rusi.org\/explore-our-research\/publications\/insights-papers\/emergent-approaches-combined-arms-manoeuvre-ukraine\" rel=\"nofollow noopener\">neuen Studie des britischen Milit\u00e4r-Think-Tanks Rusi<\/a> zum ukrainischen Vorgehen, best\u00fcnden aus vier Phasen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vi0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Es beginnt klassisch mit der Aufkl\u00e4rung. \u00dcber Tage hinweg kartieren Drohnen, elektronische Sensoren und Aufkl\u00e4rer das Zielgebiet. Dabei erfassen sie nicht nur Sch\u00fctzengr\u00e4ben und Bunker, sondern auch Versorgungsrouten, die Wege von Truppenrotationen sowie Standorte von Artillerie, Flugabwehr, St\u00f6rsendern und Drohnenpiloten.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vi1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">In der zweiten Phase versuchen die Ukrainer, das Ziel von seinem Hinterland zu isolieren. Dazu verlegen sie etwa Minen, inzwischen vor allem durch Drohnen, um die russischen Nachschubwege zu blockieren. Ausserdem patrouillieren sie entlang von Verbindungswegen mit Drohnen, um einzelne Fahrzeuge und kleine Gruppen anzugreifen. Parallel dazu attackieren sie russische Artilleriestellungen, Flugabwehr und Systeme f\u00fcr den elektronischen Kampf. Dazu nutzen sie pr\u00e4zisionsgelenkte Artillerie oder Drohnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/90f01c13-e8a4-4f56-ada6-68c027dddb30.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"6000\" height=\"3992\" alt=\"In einem Lagerraum in der Region Charkiw liegen Dutzende Drohnen auf Metallregalen bereit. Sie werden zur Bek\u00e4mpfung russischer Angriffe vorbereitet.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>In einem Lagerraum in der Region Charkiw liegen Dutzende Drohnen auf Metallregalen bereit. Sie werden zur Bek\u00e4mpfung russischer Angriffe vorbereitet.<\/p>\n<p>Dominic Nahr \/ NZZ<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vj0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">In der dritten Phase richtet sich der Blick der Ukrainer wieder st\u00e4rker auf das unmittelbare Geschehen an der Front. Auch hier gilt: Drohnen, Drohnen, Drohnen. Damit greifen die Ukrainer systematisch einzelne Stellungen, Kommandopunkte, Munitionslager und ausgebaute Schutzr\u00e4ume an. Eine scheinbar \u00fcberall pr\u00e4sente, aber schwer fassbare Bedrohung aus der Luft soll dazu beitragen, die Russen zu zerm\u00fcrben.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vj1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Erst dann folgt in Phase vier der Angriff der Infanterie. Unterst\u00fctzt von Drohnen, die gegnerische Bewegungen verfolgen, infiltrieren die Ukrainer die russischen Stellungen. Sie werden dabei von unbemannten Fahrzeugen und punktuell eingesetzter Artillerie unterst\u00fctzt. Konzentrierter Beschuss, elektronische St\u00f6rmassnahmen und Panzer zwingen den Gegner in Deckung. Erst wenn dieser Druck aufgebaut ist, geht die Infanterie zum Sturm \u00fcber.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vj2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das l\u00e4sst unter anderem den Schluss zu, dass Panzer bei diesem Vorgehen eine andere Rolle spielen als bei traditionellen mechanisierten Vorst\u00f6ssen. Sie sind weniger Keil eines Durchbruchs als vielmehr bewegliche Plattformen, die gegnerische Stellungen aus n\u00e4chster N\u00e4he bek\u00e4mpfen, feindliches Feuer auf sich ziehen und der Infanterie Schutz vor Splittern und indirektem Feuer bieten. So h\u00e4tten es ihm ukrainische Frontoffiziere dargelegt, schreibt der Autor des Rusi-Papiers.<\/p>\n<p>Wie Russland agiert<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vk1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Auch die russischen Streitkr\u00e4fte haben sich im Verlauf des Krieges angepasst. Wie die Ukrainer setzen sie auf Drohnen, elektronische Aufkl\u00e4rung und schnelles, pr\u00e4zises Feuer, halten zugleich aber an ihrer Grundphilosophie fest: Masse, Zerm\u00fcrbung, systemischer Druck.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vk2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Besonders typisch f\u00fcr die russische Vorgehensweise sind seit einiger Zeit kleine Infiltrationsteams, die zu Fuss oder auf Motorr\u00e4dern meist nachts und improvisiert bis in die N\u00e4he der ukrainischen Linien vordringen. Auch hierbei ist der Einsatz von Drohnen essenziell. Sie kreisen \u00fcber den vordringenden Truppen, um ihre Bewegungen zu koordinieren und sie an die vordefinierten Positionen zu lotsen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vk3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Von dort aus beobachten sie ukrainische Versorgungswege, melden Bewegungen und st\u00f6ren mit gezielten Angriffen auf Nachschubfahrzeuge und Verbindungspunkte die F\u00e4higkeit der Ukrainer, ihre Linien zu stabilisieren. Gleichzeitig bereiten russische Kommandostellen den Einsatz von Artillerie, Gleitbomben und FPV-Drohnen vor.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vl0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Im Unterschied zum Vorgehen der Ukrainer, die auf begrenzte R\u00e4ume und klar definierte Phasen setzen, wirkt das russische Modell weniger fein abgestimmt, daf\u00fcr aber fl\u00e4chiger und zerm\u00fcrbender. Die Russen setzen auf Masse und setzen in grossem Umfang nach wie vor Infanterie ein, oft nur gering ausgebildete Soldaten, um ukrainische Stellungen zu testen, gegnerisches Feuer zu provozieren und L\u00fccken aufzudecken. Die \u00dcberlebensrate dieser Soldaten ist niedrig.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vl1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Gleichzeitig zeigt sich eine wachsende Professionalisierung und Pr\u00e4zision in der russischen Feuerf\u00fchrung. Die Kombination aus Aufkl\u00e4rung durch Drohnen, elektronischer Zielerfassung und pr\u00e4ziser Artillerie erlaubt es, ukrainische Ziele schnell zu bek\u00e4mpfen sowie Luftverteidigung und Artillerie durch st\u00e4ndige Bedrohung auszuh\u00f6hlen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vl2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Schnelligkeit, mit der in der Ukraine heute Ziele erkannt, bek\u00e4mpft und vernichtet werden, hat es in der Kriegsgeschichte noch nicht gegeben. Russland nutzt effektiv moderne Technologien und baut zugleich auf die hohe Anzahl eigener Truppen und Waffen, die schiere Tiefe des eigenen Landes und die F\u00e4higkeit, die eigene Industrie und die Gesellschaft auf Jahre hin im Kriegsmodus zu halten.<\/p>\n<p>Was das f\u00fcr die Nato heisst<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vm0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Artillerie, Luftverteidigung, elektronische Kampff\u00fchrung und unbemannte Systeme m\u00fcssen in Zukunft das R\u00fcckgrat jeder Streitkraft bilden, die in einem derart ges\u00e4ttigten Gefechtsraum wie in der Ukraine agieren muss. Ohne eine dichte Vernetzung von Sensoren, Waffen und Schutzsystemen bleibt kaum noch Raum f\u00fcr klassische Man\u00f6ver mit Panzern, Sch\u00fctzenpanzern und Infanterie.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vm1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Andererseits legt der Krieg in der Ukraine nahe, dass ein Gegner, der bereit ist, hohe Verluste zu akzeptieren, und seine Industrie konsequent auf Kriegsproduktion ausrichtet, auch modern ausger\u00fcsteten Armeen gef\u00e4hrlich werden kann. F\u00fcr die Nato stellt sich die Frage, ob die eigenen industriellen Kapazit\u00e4ten, Munitionsvorr\u00e4te und Reparaturketten belastbar genug sind, um einen langen, hochintensiven Konflikt durchzuhalten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9db88b6d-243a-4f44-bdb7-d15ebcec01c1.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"6000\" height=\"3992\" alt=\"Eine Abfangdrohne der ukrainischen Armee steht zum Start bereit.\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/>Eine Abfangdrohne der ukrainischen Armee steht zum Start bereit.<\/p>\n<p>Dominic Nahr \/ NZZ<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vm2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">In einigen Nato-Staaten sind inzwischen Anpassungen sichtbar. Grossbritannien erw\u00e4gt, weniger auf schwere Panzerformationen als vielmehr auf verteilte, stark vernetzte Kr\u00e4fte zu setzen. Osteurop\u00e4ische Staaten investieren in Raketenartillerie und Flugabwehr, um die russische Feuer\u00fcberlegenheit zu kompensieren. Deutschland setzt nach wie vor auf starke Panzerkr\u00e4fte, zugleich aber auch auf Digitalisierung, weit reichendes Pr\u00e4zisionsfeuer (\u00abdeep fires\u00bb) und pr\u00e4zise Artillerie.<\/p>\n<p>Warum es dennoch anders kommen k\u00f6nnte<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vo3\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dennoch k\u00f6nnte ein Krieg Russlands gegen die Nato ganz anders aussehen. Erstens verf\u00fcgt die Nato \u00fcber Luftangriffs- und Luftverteidigungssysteme, die die Ukraine nicht hat, zum Beispiel Stealth-Flugzeuge wie F-35, F-22 und B-2, eine effektive elektronische Kampff\u00fchrung und Marschflugk\u00f6rper wie Tomahawk, Taurus und Scalp. Damit k\u00f6nnte sie russische Luftverteidigungssysteme, Kommandoposten und logistische Knotenpunkte viel fr\u00fcher und systematischer ausschalten als die Ukrainer. Ein Gefechtsfeld, das im Donbass heute von Drohnen und Artillerieduellen gepr\u00e4gt ist, w\u00fcrde sich in einem Krieg gegen die Nato mutmasslich schnell in einen Luftraum verwandeln, in dem Russland defensiv reagieren m\u00fcsste.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vp0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Zweitens \u00fcbt die Nato schon lange gemeinsame Operationen, standardisierte Verfahren und die Integration von Land-, Luft-, See-, Cyber- und Weltraumkr\u00e4ften. Ein Gegner wie die Nato, der \u00fcber vernetzte Gefechtsf\u00fchrung in Echtzeit verf\u00fcgt, stellt Russland vor ganz andere Herausforderungen als eine einzelne, ressourcenbeschr\u00e4nkte Armee wie die ukrainische.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vp1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Drittens verf\u00fcgt die Nato \u00fcber weit gr\u00f6ssere wirtschaftliche Ressourcen als Russland. Entscheidend wird sein, dass sie dieses Potenzial im Kriegsfall auch nutzt. Derzeit ist das nicht der Fall, w\u00e4hrend Russland seine Industrie auf Kriegsmodus umgestellt hat und Munition, Drohnen und gepanzerte Fahrzeuge bereits in hoher St\u00fcckzahl produziert.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vp2\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Viertens w\u00fcrde sich der operative Raum mutmasslich vollst\u00e4ndig ver\u00e4ndern. Ein Krieg zwischen Russland und der Nato w\u00e4re kein statischer Stellungskrieg an einer schmalen Linie wie in der Ukraine, sondern ein Grosskonflikt mit gleichzeitigen See-, Luft- und Bodenoperationen auf mehreren tausend Kilometern Front. Tiefe Schl\u00e4ge auf Infrastruktur, Cyberoperationen, Spezialkr\u00e4fte und ein unabl\u00e4ssiger Druck auf russische F\u00fchrungs- und Logistikstrukturen w\u00fcrden das Gefechtsbild pr\u00e4gen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jab8p7vp3\" componenttype=\"p\" data-vars-danzz-last-article-element=\"true\" data-team-paragraph=\"true\">Ein Nato-Russland-Krieg s\u00e4he mutmasslich also anders aus. Der Krieg in der Ukraine ist keine Vorlage, bleibt aber der wichtigste Hinweis darauf, was Kriegsf\u00fchrung heute bedeutet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Drohnen, elektronische Aufkl\u00e4rung und pr\u00e4zises Feuer \u2013 in der Ukraine zeigt sich, wie moderne Kriegsf\u00fchrung funktioniert. 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