{"id":598511,"date":"2025-11-24T10:16:19","date_gmt":"2025-11-24T10:16:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/598511\/"},"modified":"2025-11-24T10:16:19","modified_gmt":"2025-11-24T10:16:19","slug":"berlin-feiert-ein-letztes-mal-den-grossen-regisseur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/598511\/","title":{"rendered":"Berlin feiert ein letztes Mal den gro\u00dfen Regisseur"},"content":{"rendered":"<p class=\"tspBHk1 tspBHk2\">Als er starb, war es noch hoher Sommer. Robert Wilson hat am 31. Juli in Watermill, Long Island, mit 83 Jahren diese B\u00fchne verlassen. Doch nun, in der Winterzeit, treffen sich Freunde und Mitarbeiter und sein Publikum zu Memorials in den St\u00e4dten, die f\u00fcr ihn von besonderer Bedeutung waren. Das Pariser Th\u00e9\u00e2tre de la Ville, das Piccolo Teatro in Mailand und die Brooklyn Academy of Music werden den gro\u00dfen Meister ehren. Er hat diese Begegnungen, die sein Netzwerk nachzeichnen, in seinen letzten Wochen noch selbst entworfen.<\/p>\n<p>Tagesspiegel Checkpoint: Berlins beliebtester Newsletter<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/cp-icon.png\" alt=\"\" class=\"tspBOg0\"\/><\/p>\n<p class=\"tspBOlx\"> Der schnellste Berlin-\u00dcberblick von Montag bis Samstag. <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Den Auftakt macht Berlin. Akademie der K\u00fcnste am Hanseatenweg: Hier stand er mit Werken von John Cage und Samuel Beckett im Rampenlicht. Berlin war Wilson seit den sp\u00e4ten 1970er Jahren k\u00fcnstlerische Heimat, zun\u00e4chst an der Schaub\u00fchne, dann am <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/echo-einer-welt-in-aufruhr-3779077.html?icid=in-text-link_14927282\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Berliner Ensemble<\/a> und am Hebbel Theater, woran die damalige Intendantin Nele Hertling erinnert. In der Akademie fand er im ersten Corona-Jahr eine kreative Bleibe, als ihm die R\u00fcckkehr in die USA verwehrt war.<\/p>\n<p> Das gro\u00dfe Schweigen <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Robert Wilson hat sich f\u00fcr das Gedenken etwas gew\u00fcnscht, das nicht existiert. Stille. In seinem Buch \u201eSilence\u201c schrieb <a>John Cage<\/a>: \u201eEs gibt keinen leeren Raum oder leere Zeit. Es gibt immer etwas zu sehen, etwas zu h\u00f6ren.\u201c Schweigen, selbst wenn wir es versuchen, sei nicht m\u00f6glich. Und doch: Wilsons Magie wirkt \u00fcber den Tod hinaus. Bald siebenhundert Menschen im ausverkauften Auditorium der Akademie versenken sich im Schweigen. Eine halbe Stunde lang.<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Es ist eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Erfahrung. Es ist still, man h\u00f6rt nur den Nachbarn atmen und gelegentlich ein Husten. Der Saal versenkt sich gleichsam in sich selbst. Und es f\u00fchlt sich gut an, dieses Schweigen. Es hat etwas Kathartisches, L\u00f6sendes. So ist Bob, wie ihn alle nannten, bei seinen Lectures auf die B\u00fchne gekommen. Er stand da wie ein Baum im Sturm, der sich legt, und schwieg. Er sammelte sich, zwei, drei Minuten oder l\u00e4nger. Das Publikum hat dieses meditative Geschenk gern angenommen, \u00fcberall auf der Welt.<\/p>\n<p> Traum und Spiele <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Schweigen. So f\u00e4llt es gar nicht schwer. Jetzt kommt der Schauspieler Christopher Nell auf die B\u00fchne, singt mit hoher, zarter Stimme ein Lied aus Wilsons \u201eMoby Dick\u201c vom D\u00fcsseldorfer Schauspielhaus. \u201e\u2019Cause if I dream it maybe it will happen.\u201c Robert Wilson inszenierte Traumspiele.  Christopher Nell, der auch mit dem<a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/gronemeyer-an-der-komischen-oper-der-doppelte-herbert-triumphiert-13169752.html?icid=in-text-link_14927282\" class=\"link link--internal\" data-gtm-class=\"article-text-link\" data-gtm-val=\"internal\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"> Regisseur Herbert Fritsch<\/a> unglaublich tolle Sachen gemacht hat, erinnert an Wilsons Generosit\u00e4t, an seine Gabe, K\u00fcnstler zusammenzubringen und die K\u00fcnste zusammenzuf\u00fchren &#8211; Tanz, Oper, Schauspiel, Design, Sprache. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/zum-tod-von-robert-wilson-der-letzte-grosse-magier-14116868.html?icid=single-topic_14927282___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5ni\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Der letzte gro\u00dfe Magier Zum Tod des Regisseurs und Designers Robert Wilson <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">In Sofia l\u00e4uft jetzt wieder sein Shakespeare, \u201eThe Tempest\u201c, in Litauen sein \u201eDorian\u201c, in Luxemburg sein \u201ePessoa\u201c und in D\u00fcsseldorf bald wieder auch der legend\u00e4re \u201eSandmann\u201c. Wilson hinterl\u00e4sst ein Universum.<\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Gleicherma\u00dfen hat er \u00e4ltere Schauspielerinnen und Schauspieler aus dem Schatten ins Licht geholt, wie er junge Leute entdeckt und gef\u00f6rdert hat. Das war nicht immer leicht. Angela Winkler erz\u00e4hlt beim Memorial in der Akademie, wie sie zusammenkamen, wie sie sich, in ihrer Spontaneit\u00e4t und Sprunghaftigkeit, an seine konzentrierte, scheinbar formalisierte Arbeitsweise gew\u00f6hnen musste. Und es lieben lernte. Wie ihre Tochter Nele, selbst Schauspielerin, Bob in seinem ewigen Jetlag bei der Probe Kraft spendete.<\/p>\n<p> Mehr zum Thema B\u00fchne lesen Sie hier <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/premiere-an-der-schaubuhne-als-zuschauerin-kann-man-hannah-zabrisky-nur-innigst-begluckwunschen-14920826.html?icid=topic-list_14927282___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5ni\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Premiere an der Schaub\u00fchne Als Zuschauerin kann man Hannah Zabrisky nur innigst begl\u00fcckw\u00fcnschen  <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/salome-feiert-premiere-brillante-personenregie-und-orchesterwucht-an-der-komischen-oper-berlin-14920004.html?icid=topic-list_14927282___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5ni\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">\u201eSalome\u201c feiert Premiere Brillante Personenregie und Orchesterwucht an der Komischen Oper Berlin <\/a><a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/kultur\/sasa-stanisics-bestseller-herkunft-am-be-schmerzlich-willkommen-in-deutschland-14822042.html?icid=topic-list_14927282___\" data-gtm-class=\"article-mzt-link\" class=\"tspB5ni\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sa\u0161a Stani\u0161i\u0107s Bestseller \u201eHerkunft\u201c im Theater Schmerzlich willkommen in Deutschland <\/a><\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Lange wird man sich an diese Stunde am Hanseatenweg erinnern. Bob Wilson und sein Sound of Silence. Christopher Nell erz\u00e4hlte von seinem inneren Kind, das hier sprechen wollte. Da liegt ein Schl\u00fcssel zur Kunst des Robert Wilson. Er schuf Bilder und R\u00e4ume, in die man gern eintrat, \u00fcber die Jahrzehnte immer wieder, und die ein Geheimnis bewahrten. <\/p>\n<p class=\"tspBHk1\">Das gemeinsame Schweigen wirkt noch am n\u00e4chsten Tag fort. Es f\u00fchlt sich an ein Akt des Widerstands und der Selbstbestimmung. Bob Wilson hat das mit langer, ruhiger Hand in Szene gesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Als er starb, war es noch hoher Sommer. Robert Wilson hat am 31. 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