{"id":598830,"date":"2025-11-24T13:40:26","date_gmt":"2025-11-24T13:40:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/598830\/"},"modified":"2025-11-24T13:40:26","modified_gmt":"2025-11-24T13:40:26","slug":"loest-afrikas-rohstoff-eisenbahn-europas-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/598830\/","title":{"rendered":"L\u00f6st Afrikas Rohstoff-Eisenbahn Europas Probleme?"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/mine-kongo-100.jpg\" alt=\"Eine Mine in der Demokratischen Republik Kongo\" title=\"Eine Mine in der Demokratischen Republik Kongo | AFP\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 24.11.2025 12:33 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>In Angola treffen sich Vertreter von Europ\u00e4ischer und Afrikanischer Union. Ihr Ziel: die Zusammenarbeit beider Kontinente zu st\u00e4rken &#8211; auch wirtschaftlich. Ein Projekt steht dabei im Fokus.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Christian Feld und Olga Chladkova, ARD Br\u00fcssel, zzt. Luanda\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Direkt an der K\u00fcstenpromenade bietet Luanda, die Hauptstadt von Angola, eine sch\u00f6ne Gelegenheit f\u00fcr Erinnerungsfotos. Die Buchstaben \u00fcberragen die Menschen, die sich davor aufstellen: EU und LUANDA &#8211; verbunden mit einem Herz. Hat die Europ\u00e4ische Union dem Gastgeber des EU-Afrika-Gipfels ein Geschenk aufgestellt? Nein, in der Landessprache Portugiesisch steht dort: &#8222;Ich liebe Luanda.&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch dass die Europ\u00e4er &#8211; nicht nur bei diesem Treffen &#8211; in Afrika Partnerschaften suchen, ist nicht zu \u00fcbersehen. Dabei geht es h\u00e4ufig um Rohstoffe, die die EU als strategisch wichtig einstuft: Metalle und Seltene Erden, die dringend f\u00fcr die Produktion von Mikrochips, E-Autos und andere Zukunftstechnologie gebraucht werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Afrika z\u00e4hlt zu den rohstoffreichsten Regionen der Welt: Rund ein Drittel der bekannten globalen Reserven vieler kritischer Rohstoffe liegt auf dem afrikanischen Kontinent,&#8220; sagt der Geo-\u00d6konom Arthur Leichthammer vom Forschungsinstitut Jacques Delors Center. Die EU will sich unabh\u00e4ngiger machen von China, das auch in Angola schon lange aktiv ist.<\/p>\n<p>    Rohstoffe sollen schneller transportiert werden<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">&#8222;Global Gateway&#8220; hei\u00dft das Investitionsprogramm der EU, das weltweit den Aufbau moderner Infrastruktur unterst\u00fctzen soll. Das Ziel: Projekte zu Erneuerbarer Energie, digitalen Netze oder Transportwege f\u00f6rdern. Als Beispiel, wie das in der Praxis funktioniere, nannte Kommissionspr\u00e4sidentin von der Leyen erst neulich wieder das Eisenbahn-Projekt Lobito-Korridor.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dieser verbindet bereits jetzt per Schiene die Hafenstadt Lobito in Angola mit Gebieten in der Demokratischen Republik Kongo, wo vor allem Kupfer und Kobalt abgebaut wird. Ein weiterer Ausbau nach Sambia ist geplant.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Vorteile aus Sicht der EU-Kommission: Der Transport der Rohstoffe per Schiene w\u00fcrde von 45 Tagen auf eine Woche verk\u00fcrzt. Au\u00dferdem w\u00fcrde der CO2-Aussto\u00df signifikant reduziert, wenn 5.000 schwere Lkw von verstopften Stra\u00dfen verschwinden w\u00fcrden. Es sind gro\u00dfe Ambitionen, die das Projekt noch einl\u00f6sen muss.<\/p>\n<p>    Wie wirtschaftlich ist das Vorhaben?<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der Praxis ist die Strahlkraft wom\u00f6glich geringer. Zumindest aktuell. Eine <a href=\"https:\/\/ecdpm.org\/application\/files\/6217\/6235\/7263\/The-Lobito-Corridor-Between-European-geopolitics-African-agency-ECDPM-Discussion-Paper-386-2025.pdf\" title=\"Analyse zum Rohstofftransport von Afrika in die EU\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Analyse des Thinktanks ECDPM<\/a> (European Centre for Policy Development Management) berichtet von bisher noch wenig Zugverkehr zum Kupfertransport auf der Strecke.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zum Zustand hei\u00dft es: &#8222;Da die Modernisierungs- und Sanierungsma\u00dfnahmen entlang der einzelnen Korridorabschnitte unterschiedlich ausfallen, bleiben einige Teile weiterhin in einem prek\u00e4ren Zustand.&#8220; Nur wenige Schiffe w\u00fcrden den Hafen Lobito anlaufen, oft sei auch ein Umladen in einem gr\u00f6\u00dferen Hafen auf gr\u00f6\u00dfere Schiffe n\u00f6tig. Das alles wirft die Frage auf, wie wirtschaftlich das Vorhaben ist.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und die EU hat noch weitere Anspr\u00fcche bei ihren Projekten. Sie m\u00f6chte nachhaltige, transparente und faire Partnerschaften f\u00f6rdern. Auch das betonte Ursula von der Leyen im Oktober beim Global Gateway Forum in Br\u00fcssel. Der Lobito-Korridor befriedige nicht nur Europas Bedarf, es gehe auch um lokale Verarbeitung und Wertsch\u00f6pfung: &#8222;Der Lobito-Korridor ist eine strategische Investition sowohl f\u00fcr Europa als auch f\u00fcr unsere afrikanischen Partner.&#8220;<\/p>\n<p>    Korruption ist nur ein Problem<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ist das Projekt von beidseitigem Nutzen? Profitieren nur Unternehmen oder auch die Menschen, die entlang des Lobito-Korridors leben? Der Journalist und Menschenrechtsaktivist Rafael Marques de Morais vertritt im Gespr\u00e4ch mit dem ARD-Studio Br\u00fcssel sehr deutliche Positionen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sein Vorwurf: Die Regierung von Angola sei sehr korrupt, das sei das Hauptproblem. Und sie habe das Ziel, das Land zu pl\u00fcndern &#8211; nicht zum ersten Mal in der Geschichte: &#8222;Welche Vorteile hatten wir bisher von all diesen Jahren mit westlicher Pr\u00e4senz im \u00d6l- und im Diamantensektor? Sehr wenig f\u00fcr die Mehrheit der Menschen in Angola.&#8220; Marques de Morais fordert, Angola solle sich nicht in Machtk\u00e4mpfe zwischen EU, Russland und China hineinziehen lassen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Doch selbst wenn man das Beispiel-Projekt Lobito-Korridor optimistischer bewertet: Europas Abh\u00e4ngigkeiten verschwinden damit nicht. China habe sich \u00fcber zwei Jahrzehnte als globales Zentrum der Weiterverarbeitung der Rohstoffe etabliert, sagt Arthur Leichthammer vom Delors Centre: &#8222;Solange diese Schritte fast ausschlie\u00dflich in China stattfinden, bleibt Europa verwundbar.&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 24.11.2025 12:33 Uhr In Angola treffen sich Vertreter von Europ\u00e4ischer und Afrikanischer Union. 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