{"id":598873,"date":"2025-11-24T14:07:16","date_gmt":"2025-11-24T14:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/598873\/"},"modified":"2025-11-24T14:07:16","modified_gmt":"2025-11-24T14:07:16","slug":"neues-feature-auf-x-donald-trumps-fans-twittern-massenhaft-aus-nigeria-russland-und-pakistan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/598873\/","title":{"rendered":"Neues Feature auf X: Donald Trumps Fans twittern massenhaft aus Nigeria, Russland und Pakistan"},"content":{"rendered":"<p>Gaza-Berichte aus Polen, Indianer aus Bangladesch und massenweise gefakte Trump-Unterst\u00fctzer-Accounts in Asien und Afrika. Ein neues Feature auf X verr\u00e4t die Herkunft eines Accounts. Und es scheint die Existenz riesiger Trollfabriken zu best\u00e4tigen. Doch es gibt ein Problem.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Der X-Account \u201eMaga Nation\u201c ist eines der lautesten Megafone der MAGA-Bewegung im globalen elektronischen Dorf: Auf dem Account, dem knapp 400.000 Nutzer folgen, werden unerm\u00fcdlich Pro-Trump-Beitr\u00e4ge gepostet: Nettes \u00fcber den Pr\u00e4sidenten, W\u00fcstes \u00fcber seine Gegner. Unter anderem wurde eine Umfrage gestartet, in der die Nutzer dar\u00fcber abstimmen konnten, ob der US-Immunologe Anthony Fauci und<a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/bill-gates\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/bill-gates\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\"> Bill Gates<\/a> f\u00fcr die (angebliche) Finanzierung des \u201eCovid Wuhan Lab\u201c wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgt werden sollen. Stramm rechte Ideologen aus den USA, sollte man meinen. <\/p>\n<p>Doch das X-Konto wird dem Anschein nach nicht aus den USA betrieben, sondern aus Ost-Europa. Sichtbar wird dies durch eine neue Funktion (\u201e\u00dcber diesen Account\u201c), die die Plattform am vergangenen Freitag ausgerollt hat. Wer auf einem X-Profil auf das \u201eBeitrittsdatum\u201c klickt, dem werden weitere Informationen wie etwa Standort und Namens\u00e4nderungen angezeigt.<\/p>\n<p>X will mit der Funktion Bots, Hassfabrikanten und anderen Dunkelm\u00e4nnern zu Leibe r\u00fccken, deren Zahl seit der \u00dcbernahme des Dienstes durch <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/themen\/elon-musk\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/themen\/elon-musk\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Elon Musk<\/a> im Jahr 2022 explodiert ist. \u201eWenn Sie Inhalte auf X lesen, sollten Sie deren Echtheit \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen\u201c, argumentiert Produktchef Nikita Bier. Dies sei \u201eentscheidend\u201c, \u201eum einen \u00dcberblick \u00fcber wichtige Themen in der Welt zu erhalten\u201c, so Bier. Der Softwareingenieur hatte vor wenigen Wochen mit der Entwicklung des Tools begonnen, als ein Nutzer Musk fragte, ob Standortinformationen f\u00fcr Accounts verpflichtend seien. \u201eGib mir 72 Stunden\u201c, antwortete Bier und lieferte.<\/p>\n<p>Die neue Transparenzfunktion bringt jedoch f\u00fcr viele Nutzer unangenehme Folgen mit sich: Wie sich herausstellte, werden Teile der MAGA-Accounts aus \u201eOsteuropa\u201c orchestriert (n\u00e4her wird der Standort in den Account-Details oft nicht spezifiziert). Ausgerechnet diejenigen, die ein ethnonationalistisches Weltbild vertreten und Patriotismus predigen, erweisen sich nun als vaterlandslose Gesellen. Der Account \u201eTrump Is My President\u201c ist in Mazedonien gelistet, wo im US-Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf 2016 Studenten Fake News schrieben. Damals musste man Tweets noch von Hand schreiben. Heute geht das maschinell mit ChatGPT. Die Mehrzahl der MAGA-Accounts ist, wenn man den Angaben trauen darf, nicht in den USA registriert, sondern in Afrika &#8211; hier speziell Nigeria \u2013 und Indien. Ist MAGA also vielleicht doch eine aus dem Ausland gesteuerte Geheimdienstoperation? <\/p>\n<p>Doch es gibt offensichtlich manchmal Probleme mit der L\u00e4nder-Zuordnung: Die Verschw\u00f6rungstheoretiker erhielten neue Nahrung, als auf dem offiziellen X-Account des Department of Homeland Security pl\u00f6tzlich \u201eTel Aviv, Israel\u201c als Standort ausgewiesen wurde. Sofort machten antisemitische Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen die Runde. \u201eVereinigte Sklaven Israels sind wir geworden\u201c, \u00e4tzte ein Nutzer im Online-Forum Reddit. Inzwischen wird auf dem X-Account der US-Sicherheitsbeh\u00f6rde wieder \u201eUnited States\u201c als Sitz angegeben. Aber wie das mit Verschw\u00f6rungserz\u00e4hlungen im Internet so ist, wurden die Screenshots mit \u201eTel Aviv, Israel\u201c l\u00e4ngst herumgereicht. <\/p>\n<p>Die neue Standortfunktion ist in vielerlei Hinsicht entlarvend: Der X-Account der \u201eTimes of Gaza\u201c, die angeblich vor Ort berichtet, befindet sich in \u201eOstasien und Pazifik\u201c. Ein Journalist in Gaza-Stadt, der von der BBC als Augenzeuge zitiert wurde, schreibt laut seines Accounts aus Polen \u2013 auch \u00fcber das aktuelle Wetter und \u00fcber gerade angeblich stattfindende israelische Luftangriffe. Mittlerweile postet er Videos von sich aus Gaza, um zu beweisen, dass er tats\u00e4chlich vor Ort ist.<\/p>\n<p>Unbestreitbar ist, dass zahlreich Accounts mit Namen wie \u201eNative American Pride\u201c, unter denen vorgeblich amerikanische Ureinwohner ihre eigene Kultur feiern, in Wahrheit aus Bangladesch betrieben werden. \u201eDanke Elon, dass du diese Betr\u00fcgereien aufgedeckt hast\u201c, schrieb ein Nutzer. Es ist, als h\u00e4tte Musk den Lichtschalter in einem dunklen Loch angeknipst und den Influencern die Masken vom Gesicht gerissen. <\/p>\n<p>Was Musk zu diesem Schritt bewog, ist unklar. Der X-Eigner, der sich als \u201eFree-Speech-Absolutist\u201c geriert, lie\u00df im Maschinenraum der Plattform zahlreiche \u00c4nderungen des Algorithmus durchf\u00fchren, die der MAGA-Bewegung nutzten, etwa laxere Moderationsregeln oder mehr Reichweite f\u00fcr polarisierende Posts. Dass Musk der MAGA-Bewegung nun eher schadet, indem er sie blo\u00dfstellt, wirft die Frage auf, ob der Tesla-Chef, der sich mit Trump \u00fcberworfen hat, noch eine Rechnung offen hat. Die Aktion ist vor allem f\u00fcr Trump h\u00f6chst peinlich. Andererseits desavouiert das Feature auch \u201ewoke\u201c Medien wie die BBC, die bei ihrer Berichterstattung \u00fcber Gaza eventuell Schwindlern auf den Leim ging.  <\/p>\n<p>Musk ist mit seinem Wahrheitsfuror schon \u00f6fter \u00fcbers Ziel hinausgeschossen. Und auch bei der hastig programmierten Funktion \u201e\u00dcber diesen Account\u201c scheinen die Folgen kaum bedacht worden zu sein. Denn die Daten, die den Standort determinieren, <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/sea.mashable.com\/tech\/40832\/elon-musks-x-rolls-out-feature-that-shows-users-country-of-origin-then-suddenly-removes-it\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/sea.mashable.com\/tech\/40832\/elon-musks-x-rolls-out-feature-that-shows-users-country-of-origin-then-suddenly-removes-it&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">sind offenbar ungenau<\/a>; im Netz h\u00e4ufen sich Beschwerden \u00fcber erratische L\u00e4nderzuweisungen. Da ist zum Beispiel eine Nutzerin, die sich laut Profil in Argentinien befindet, das s\u00fcdamerikanische Land aber nach eigenem Bekunden noch nie besucht hat. Kein Einzelfall: Der Account des US-Influencers Hank Green wird in Japan gelistet, der des US-Unternehmens Avid in Spanien. <\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde sind vielschichtig: M\u00f6glicherweise werden bei der Lokalisierung \u00e4ltere IP-Adressen herangezogen oder IP-Adressen aus dem Ausland \u00fcbergewichtet, wenn Nutzer reisen oder der Account eines global agierenden Unternehmens von verschiedenen Standorten auf der Welt kuratiert wird. Auch die Nutzung eines VPN-Clients, einer Art Tarnkappe, bei dem die IP-Adresse verschleiert wird, kann die Datenqualit\u00e4t beeinflussen.<\/p>\n<p>\u201eEntweder ist die Funktion v\u00f6llig nutzlos, oder jeder ist ein ausl\u00e4ndischer Troll\u201c, kommentierte das Tech-Portal \u201eThe Verge\u201c.Doch im gleichen Text wird einger\u00e4umt: \u201eNat\u00fcrlich steckt in manchem davon auch ein K\u00f6rnchen Wahrheit. Viele politische Emp\u00f6rungs-Accounts haben ihren Sitz nicht in den USA. Wir wissen schon seit Langem, dass Trollfabriken eine ausl\u00e4ndische Einflusskampagne auf die amerikanische Politik f\u00fchren.\u201c Auch finanzielle Interessen stecken hinter solchen Massenaccounts. Mal geht es darum, k\u00fcnstlich Engagement von Usern zu provozieren. Und die \u201eNative American\u201c-Accounts in Bangladesch bieten oft auch folkloristischen Nippes zum Kauf an.<\/p>\n<p>Bei der all der Verwirrung, die das Tool nach kurzer Zeit gestiftet hat, steht zu bef\u00fcrchten, dass der Verweis auf den Standort Account-Informationen eher intransparenter macht. Die neue X-Funktion d\u00fcrfte am Ende auf das Konto jener Verschw\u00f6rungstheoretiker einzahlen, die schon immer glaubten, die USA seien fremdgesteuert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gaza-Berichte aus Polen, Indianer aus Bangladesch und massenweise gefakte Trump-Unterst\u00fctzer-Accounts in Asien und Afrika. 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