{"id":599094,"date":"2025-11-24T16:20:25","date_gmt":"2025-11-24T16:20:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599094\/"},"modified":"2025-11-24T16:20:25","modified_gmt":"2025-11-24T16:20:25","slug":"oliver-ruhnert-vom-bsw-politiker-wissen-nicht-was-in-diesem-land-auf-der-strasse-wirklich-los-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599094\/","title":{"rendered":"Oliver Ruhnert vom BSW: \u201ePolitiker wissen nicht, was in diesem Land auf der Stra\u00dfe wirklich los ist\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Oliver Ruhnert war Sport-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim 1. FC Union Berlin. Jetzt wechselte er in die Politik, soll Generalsekret\u00e4r des BSW werden. Er m\u00f6chte Lehren aus dem Sport anwenden. Und \u00e4u\u00dfert eine klare Meinung zur AfD und deren W\u00e4hlern.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">Im deutschen Fu\u00dfball hatte er viele Positionen. Oliver Ruhnert war Leiter der Nachwuchsabteilung des FC Schalke 04, arbeitete seit 2017 erst als Chefscout, dann als Sport-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer mit gro\u00dfem Erfolg f\u00fcr den 1. FC Union Berlin. Mit dem Klubpr\u00e4sidenten Dirk Zingler und dem damaligen Cheftrainer Urs Fischer pr\u00e4gte Ruhnert den Verein. Es gelang der m\u00e4rchenhaften Aufstieg von der zweiten Bundesliga bis in die Champions League.<\/p>\n<p>Auf eigenen Wunsch \u00fcbernahm Ruhnert danach wieder die Position des Chefscouts und lie\u00df diese ab Januar 2025 ruhen, um sich auf seinen Wahlkampf f\u00fcr das B\u00fcndnis Sahra Wagenknecht zu konzentrieren. Jetzt steht der 54-J\u00e4hrige davor, ein besonderes Amt zu \u00fcbernehmen: <a class=\"is-link c-block-items__link c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.bild.de\/sport\/fussball\/union-berlin-oliver-ruhnert-aeussert-sich-zu-bsw-wechsel-691c875ad2a927140900daf6\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.bild.de\/sport\/fussball\/union-berlin-oliver-ruhnert-aeussert-sich-zu-bsw-wechsel-691c875ad2a927140900daf6&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Laut Partei<\/a> ist er der Vorschlag der Spitze f\u00fcr den Bundesparteitag in Magdeburg. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Herr Ruhnert, was ist Ihr Antrieb, in die Politik zu wechseln?<\/p>\n<p><b>Oliver Ruhnert:<\/b> Die Entscheidung fiel mir sehr schwer. Am Ende war sie nicht gegen den Fu\u00dfball \u2013 sondern f\u00fcr die Politik. Es treibt mich mein ganzes Leben an, f\u00fcr etwas mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Au\u00dferdem bin ich der Meinung, dass wir viele Politikerinnen und Politiker haben, die nicht wissen, was in diesem Land auf der Stra\u00dfe wirklich los ist. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie meinen Sie das?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Ich wei\u00df noch, wie viel Geld eine Tasse Kaffee beim B\u00e4cker kostet, wo Obdachlose unter der Br\u00fccke leben. Allein in Berlin haben wir rund 6500 Menschen. Dazu fast 60.000 ohne Wohnung. Und die Zahlen steigen \u2013 bundesweit. Das ist erschreckend.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Welche Konsequenz bef\u00fcrchten Sie?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Dass wir irgendwann Verh\u00e4ltnisse wie in den USA, S\u00fcdafrika und anderen L\u00e4ndern haben, in denen es abgesperrte Viertel gibt und Zugang nur mit bewachender Security. Und in den anderen Vierteln der Rest. Das ist eine Entwicklung, die mir gro\u00dfe Sorge bereitet, weil soziale Ungleichheit w\u00e4chst.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Im Jahr 2024 waren in Deutschland mehr als 17 Millionen Menschen von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht \u2013 darunter viele Kinder und Rentner. Inwieweit kann der Sport helfen?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Der Sport hat eine gro\u00dfe Lobby in der Gesellschaft, er verbindet \u2013 besonders auch der Fu\u00dfball. Das ist ein gesellschaftliches Ph\u00e4nomen. Kinder und Jugendliche etwa suchen sich die Fu\u00dfball-Stars als Vorbilder aus, wollen ihnen nacheifern. Dazu kommt das Ehrenamt, allein der DFB hat mehr als acht Millionen Mitglieder. Darum verstehe ich bis heute nicht &#8230;<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Was?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Wieso Deutschland kein <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">eigenes Sport-Ministerium<\/a> hat. Das ist ein Wahnsinn. Ich finde, wir br\u00e4uchten ein solches, um der hohen Anzahl an Vereinen und Sporttreibenden gerecht zu werden. Im Innenministerium geht das unter.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Weil die neue Staatsministerin f\u00fcr Sport, Christiane Schenderlein (CDU), die eigentlich aus der Kultur kommt, einen schlechten Job macht?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Nein, insgesamt gesehen.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Gro\u00dfes Diskussions-Thema ist das geplante Rentenpaket der gro\u00dfen Koalition aus CDU, CSU und SPD. <\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Wir k\u00f6nnen so nicht weitermachen, wir brauchen in der Rentenkasse mehr Geld, sonst bricht das System auf Dauer zusammen. Was ich f\u00fcr verr\u00fcckt halte: In der ganzen Diskussion besch\u00e4ftigen wir uns mit so vielen Themen, aber nicht mit den naheliegendsten: Warum zum Beispiel zahlen Beamte oder Politiker nicht in die Rentenkasse ein? <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Bleibt die Junge Union beim Nein gegen die Rentenpl\u00e4ne der Koalition: Was w\u00fcrde das f\u00fcr Bundeskanzler Friedrich Merz bedeuten?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Er wurde im ersten Wahlgang nicht zum Kanzler gew\u00e4hlt. Nicht zu vergessen seine Positionierung beim Thema Schuldenbremse. Erst war er in der Opposition dagegen, sie aufzuweichen, nach seiner Wahl zum Kanzler kippte er um. Das sorgte zurecht f\u00fcr viel Kritik. Jetzt steht die n\u00e4chste Bew\u00e4hrungsprobe an: Wenn die eigenen Leute nicht zustimmen sollten, dann ist Friedrich Merz als Kanzler im Endeffekt \u00fcberfl\u00fcssig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Koalition funktionieren kann, wenn er keine Mehrheit in seiner Fraktion erh\u00e4lt. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Dem BSW wird N\u00e4he zu Russland nachgesagt. Wie stehen Sie zum Krieg von Pr\u00e4sident Wladimir Putin gegen die Ukraine?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Was die N\u00e4he betrifft: Das ist und bleibt Unsinn! Wir haben eine N\u00e4he zu politischen L\u00f6sungen und Frieden. Das geht nur mit Russland. Und wir bewerten Dinge anders, als es von vielen gewollt wird. Unvoreingenommen. Aber Russland hat das V\u00f6lkerrecht gebrochen. Der Krieg bleibt das schlechteste Mittel. Immer! Ich glaube, es kann aber keinen Frieden geben, solange milit\u00e4risch immer weiter aufger\u00fcstet wird. Diesen schrecklichen Krieg zu beenden, das gelingt aus meiner Sicht nur \u00fcber Diplomatie. Aber bisher wurde daf\u00fcr nicht genug getan?<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Was meinen Sie konkret?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Nat\u00fcrlich wissen wir, dass die USA und Russland am Ende \u00fcber viele Dinge entscheiden. Sie sind die entscheidenden Player. Aber es gibt Staaten wie China oder die T\u00fcrkei und andere, die einen ganz anderen Zugang zu Russland haben als zum Beispiel wir Europ\u00e4er. Das k\u00f6nnte helfen. Man muss es versuchen und nicht nur behaupten, es ginge alles nicht. Nat\u00fcrlich wei\u00df ich, dass es schwierig ist, dennoch alternativlos.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Kann auch der Sport helfen?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Nat\u00fcrlich kann auch die Sportpolitik dazu beitragen, dauerhaft f\u00fcr Frieden zu sorgen. Zum Beispiel, dass russische Athleten an Wettbewerben wie Olympischen Spielen oder Fu\u00dfball-Welt- und Europameisterschaften wieder teilnehmen d\u00fcrfen. Oder dass Russland k\u00fcnftig wieder Sport-Wettbewerbe durchf\u00fchren darf. Dies in Aussicht zu stellen, verbunden mit der Forderung, dass zuerst der Krieg enden muss.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie ist Ihre Haltung im Nahostkonflikt zwischen Israel und Pal\u00e4stina?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Wir m\u00fcssen das Ende dieser humanit\u00e4ren Katastrophe herbeif\u00fchren. Wenn der Krieg komplett beendet ist, brauchen wir auf Sicht eine Zwei-Staaten-L\u00f6sung, weil es sonst in der Region nie einen dauerhaften Frieden geben wird. Pal\u00e4stina hat genauso ein Existenzrecht, wie es auch Israel zusteht!<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> US-Pr\u00e4sident Donald Trump hatte gro\u00dfen Anteil am Waffenstillstand in Nahost. Allerdings sorgt er auch sportpolitisch f\u00fcr Schlagzeilen, weil er sich bei der Organisation der <a class=\"is-link c-block-items__link is-external c-link--rich-text-renderer\" href=\"https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/\" target=\"_blank\" title=\"(Link wird in einem neuen Tab ge\u00f6ffnet)\" rel=\"nofollow noopener\" data-internal-tracking-enabled=\"true\" data-internal-tracking=\"{&quot;action&quot;:&quot;click&quot;,&quot;label&quot;:&quot;link&quot;,&quot;name&quot;:&quot;Inline Element&quot;,&quot;data&quot;:{&quot;source&quot;:&quot;&quot;,&quot;target&quot;:&quot;https:\/\/www.welt.de\/sport\/fussball\/&quot;,&quot;trackingName&quot;:&quot;&quot;,&quot;trackingLabel&quot;:&quot;&quot;}}\">Fu\u00dfball-WM 2026 <\/a>einmischt. Er droht demokratisch regierten St\u00e4dten in den USA mit Entzug von Spielen, weil sie angeblich nicht sicher seien.<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Im Grunde ist das ein Wahnsinn. Wir reden \u00fcber die USA, das Land, das f\u00fcr mich und viele Generationen immer Vorbild der Demokratie war. F\u00fcr den Fu\u00dfball ist das eine Katastrophe. Auch f\u00fcr Donald Trump hat zu gelten, dass Politik im Sport im direkten Einfluss nichts zu suchen hat. Ich bin gespannt, wie die Fifa reagiert? Aber das ist leider typisch f\u00fcr den US-Pr\u00e4sidenten.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Wie meinen Sie das?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Er versucht ja auch, den Sport f\u00fcr seine Zwecke zu nutzen. Er tauchte vergangenen Sommer bei der Klub-WM pl\u00f6tzlich auf dem Sieger-Foto des FC Chelsea auf der B\u00fchne auf und ging nicht wieder. Dabei ist er kein gro\u00dfer Fu\u00dfball-Versteher (schmunzelt).<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Zuletzt gab es in Leipzig eine Demonstration von Fu\u00dfballfans, die sich vom Staat drangsaliert f\u00fchlen. Die Innenminister der Bundesl\u00e4nder wollen die Sicherheit in den Stadien erh\u00f6hen \u2013 unter anderem durch Gesichtsscanner. Wie stehen Sie dazu?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Ich bin \u00fcberrascht von den geplanten Versch\u00e4rfungen, denn es gibt keine sachliche Begr\u00fcndung daf\u00fcr. Der DFB best\u00e4tigte, dass die Stadien in Deutschland sicher sind. Darum kann ich die Fans f\u00fcr ihre Proteste verstehen. Es gibt gen\u00fcgend Gesetze und M\u00f6glichkeiten, St\u00f6renfriede und Randalierer zu entfernen \u2013 unter anderem durch Stadion-Verbote. <\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Das Bundesverfassungsgericht entschied Anfang 2025, dass die Bundesl\u00e4nder die Klubs an den Kosten bei Hochsicherheits-Risiko-Spielen beteiligen d\u00fcrfen. Zurecht?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Fu\u00dfball ist ein Produkt, das in Deutschland eine unglaublich hohe gesellschaftliche Akzeptanz hat, den St\u00e4dten an Spieltagen viel Geld in die Kassen sp\u00fclt und vielen tausenden Menschen Arbeit garantiert \u2013 nicht nur in den Klubs. Au\u00dferdem haben die Vereine die bestm\u00f6gliche Sorgfalts-Pflicht in den Stadien zu garantieren \u2013 was sie in der Regel tun. Und dann gibt es den \u00f6ffentlichen Raum, der den Ordnungsbeh\u00f6rden unterliegt. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Also der Polizei.<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Von daher ist es mir nicht plausibel, Fehlverhalten von Zuschauern au\u00dferhalb eines Stadions dem Verein zuzuschreiben. Viel mehr m\u00fcssen die finanziell zur Rechenschaft gezogen werden, die randalieren, zerst\u00f6ren. Wenn ich als B\u00fcrger etwas mutwillig kaputtmache, dann muss ich auch daf\u00fcr aufkommen. Recht und Ordnung durchzusetzen, ist Aufgabe der Beh\u00f6rden. Vereine m\u00fcssen bestm\u00f6glich unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Vor Jahren nutzte die rechtsradikale NPD die Fankurven in den Stadien, um Sympathisanten f\u00fcr sich zu gewinnen. Haben Sie Sorge, dass die AfD \u00e4hnlich vorgeht?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Das habe ich fr\u00fcher auch erlebt, dass Nazi-Parolen in den Fankurven kein Tabu-Thema waren. Doch das hat sich ge\u00e4ndert. Es wird immer mal wieder vereinzelnde Idioten geben wie etwa zuletzt beim Drittliga-Spiel 1860 M\u00fcnchen gegen Cottbus, als ein Spieler der Gastmannschaft rassistisch beleidigt wurde. Doch grunds\u00e4tzlich tolerieren die Fan-Gruppierungen das nicht mehr \u2013 wie auch der Vorfall in M\u00fcnchen zeigte.<\/p>\n<p><b>WELT: <\/b>Viele Zuschauer skandierten: \u201eNazis raus.\u201c <\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Ja. Es hat grunds\u00e4tzlich einen Wandel \u2013 auch durch die Arbeit der Fan-Projekte der jeweiligen Klubs \u2013 in den Stadien gegeben. Rassisten werden nicht mehr gedeckt. Zum Gl\u00fcck! Aber was Ihre Frage betrifft: Die AfD nutzt jede Nische, jedes Vakuum, das entsteht \u2013  angefangen vom Feuerwehrfest bis in die Fu\u00dfballstadien. Doch ich halte die Fan-Projekte f\u00fcr stark und schlau genug, das zu erkennen und dagegen vorzugehen.<\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Wie stehen Sie zur AfD?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Ich k\u00f6nnte mir im Leben nie vorstellen, so eine Partei zu w\u00e4hlen, in der nachweislich viele Faschisten sind. Aber ich sage: Ich bin f\u00fcr eine pragmatische Politik. <\/p>\n<p><b>WELT:<\/b> Das hei\u00dft?<\/p>\n<p><b>Ruhnert: <\/b>Wenn zw\u00f6lf Millionen Menschen diese Partei w\u00e4hlen, dann kann ich nicht sagen, deren Anliegen interessieren mich nicht. Nein, man muss sich damit auseinandersetzen, was sie dazu bewegt, um sie zur\u00fcckzugewinnen und um nicht weitere W\u00e4hler an die AfD zu verlieren.<\/p>\n<p><b>WELT: Auch im Fu\u00dfball geht es ja politisch zu: Waren Sie \u00fcberrascht, dass ausgerechnet Bayern M\u00fcnchen sich in Person von Pr\u00e4sident Herbert Hainer f\u00fcr eine Gehalts-Obergrenze aussprach?<\/b><\/p>\n<p><b>Ruhnert: Nein, weil die Bayern zurzeit in einer Situation sind, in der sie merken: Wir k\u00f6nnen vor allem mit den Engl\u00e4ndern nicht mehr mithalten. <\/b><\/p>\n<p><b>WELT: Aber ist das Verhalten nicht heuchlerisch, denn in Deutschland zahlen die M\u00fcnchner mit Abstand die h\u00f6chsten Geh\u00e4lter?<\/b><\/p>\n<p><b>Ruhnert: Aber sie messen sich ja aus ihrer Sicht nicht mit dem FC Heidenheim oder Union Berlin, sondern mit Arsenal London, Manchester City. Grunds\u00e4tzlich halte ich einen Salary Cap f\u00fcr sinnvoll. Der m\u00fcsste dann aber europaweit gelten.<\/b><\/p>\n<p><b>WELT: Kehren Sie nochmals in den Profi-Fu\u00dfball zur\u00fcck?<\/b><\/p>\n<p><b>Ruhnert: Man sollte nie nie sagen. Sollte der Fall eintreten, dann w\u00fcrde ich nicht mehr als Politiker arbeiten. Und es m\u00fcsste ein Verein sein, der zu mir passt, in dem Fu\u00dfball gelebt wird wie bei meinen zwei vergangenen Stationen Schalke 04 und Union Berlin \u2013 und nicht Klubs, in denen Fu\u00dfball k\u00fcnstlich betrieben wird.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Oliver Ruhnert war Sport-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim 1. FC Union Berlin. Jetzt wechselte er in die Politik, soll Generalsekret\u00e4r des&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":599095,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1825],"tags":[297,186,1941,1939,296,1937,185,40308,29,27005,30,1940,1938,16,73201,73200,143166],"class_list":{"0":"post-599094","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-berlin","8":"tag-1-fc-union-berlin","9":"tag-afd","10":"tag-aktuelle-nachrichten-aus-berlin","11":"tag-aktuelle-news-aus-berlin","12":"tag-berlin","13":"tag-berlin-news","14":"tag-bundestagswahl-2025","15":"tag-buendnis-sahra-wagenknecht-bsw","16":"tag-deutschland","17":"tag-dirk","18":"tag-germany","19":"tag-nachrichten-aus-berlin","20":"tag-news-aus-berlin","21":"tag-politik","22":"tag-sahra","23":"tag-wagenknecht","24":"tag-zingler"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115605590823791597","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/599094","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=599094"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/599094\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/599095"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=599094"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=599094"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=599094"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}