{"id":599113,"date":"2025-11-24T16:32:13","date_gmt":"2025-11-24T16:32:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599113\/"},"modified":"2025-11-24T16:32:13","modified_gmt":"2025-11-24T16:32:13","slug":"hausmittel-oder-medikamente-in-der-erkaeltungszeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599113\/","title":{"rendered":"Hausmittel oder Medikamente in der Erk\u00e4ltungszeit?"},"content":{"rendered":"<p>\n                LINZ. Mit den sinkenden Temperaturen steigt jedes Jahr auch die Zahl der Erk\u00e4ltungen. Welche Hausmittel helfen, wann besser auf Medikamente zur\u00fcckgegriffen werden sollte und wie man eine Verk\u00fchlung erkennen und vermeiden kann, erkl\u00e4rt Wolfgang Ibrom, Leiter der Krankenhausapotheke am Ordensklinikum Linz Elisabethinen.\n            <\/p>\n<p>Die Temperaturen fallen und die Zahl der Krankenst\u00e4nde steigt an \u2013 ein typisches Ph\u00e4nomen zum Beginn der kalten Jahreszeit. Treten Erk\u00e4ltungssymptome auf, w\u00fcnschen sich Betroffene rasche Linderung. Nicht immer braucht es dabei gleich den Griff in den Arzneischrank, auch verschiedene Hausmittel k\u00f6nnen erste Abhilfe schaffen.<\/p>\n<p>Wie der Name schon sagt, sind Hausmittel f\u00fcr zu Hause und nicht f\u00fcr den Klinikbedarf gedacht. Dennoch kennt sich Wolfgang Ibrom als Leiter der Krankenhausapotheke im Ordensklinikum Linz Elisabethinen bestens damit aus. Er empfiehlt sehr einfache Rezepte und Anwendungen, die Linderung bei Erk\u00e4ltungen bringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u201eBei Schnupfen oder verstopfter Nase helfen Inhalationen oder Nasensp\u00fclungen mit Kochsalzl\u00f6sungen. Auch das Zwiebel- oder Knoblauchs\u00e4ckchen neben dem Bett befreit. Diese Wirkung bemerkt man ja auch w\u00e4hrend des Kochens, wenn beim Zwiebelschneiden die Nase zu laufen und die Augen zu tr\u00e4nen beginnen\u201c, sagt der Pharmazeut.<\/p>\n<p>Schmerzt der Hals, kann auf Salbei- oder Kamillentee zur\u00fcckgegriffen werden. \u201eDie leicht desinfizierende und entz\u00fcndungshemmende Wirkung von Salbei und Kamille wird mit der W\u00e4rme des Tees kombiniert, was wiederum die Durchblutung f\u00f6rdert. So k\u00f6nnen sich die gereizten Schleimh\u00e4ute im Hals- und Nasenbereich beruhigen. Honig und Zitrone im Tee verst\u00e4rken zus\u00e4tzlich die Wirkung\u201c, r\u00e4t Ibrom. Generell sollte man bei einer Erk\u00e4ltung m\u00f6glichst viel trinken, zwei Liter oder mehr pro Tag d\u00fcrfen es sein. \u201eDas verfl\u00fcssigt den Schleim und erleichtert dadurch das Abhusten.\u201c<\/p>\n<p>Verschiedene Wickel sind ebenfalls einfache Mittel, um Beschwerden zu lindern. So auch der Wadenwickel, wobei Leinen- oder Baumwollt\u00fccher in lauwarmes Wasser getunkt und anschlie\u00dfend um die Unterschenkel gewickelt werden. \u201eDadurch geht das Fieber oft leicht zur\u00fcck\u201c, wei\u00df der Apotheker aus Linz. \u201eK\u00fchle Brustwickel mit Topfen haben eine \u00e4hnliche Wirkung. Die w\u00e4rmende Variante beispielsweise mit warmen Kartoffeln hilft bei Husten und l\u00f6st Schleim sowie Verspannungen.\u201c<\/p>\n<p>Vorsicht bei abschwellenden Nasensprays<\/p>\n<p>Ist die Wirkung der Hausmittel ausgesch\u00f6pft und die Symptome klingen nicht ab, f\u00fchrt der n\u00e4chste Weg in die Apotheke. Bei Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen eignen sich bekannte Wirkstoffe wie Paracetamol oder Ibuprofen, die schmerzstillend, entz\u00fcndungshemmend und fiebersenkend wirken, sowie Dexibuprofen. Diese sind gro\u00dfteils ohne \u00e4rztliche Verschreibung erh\u00e4ltlich. Letzteres hat eine leicht h\u00f6here und schnellere Wirkung, und belastet den Magen-Darm-Trakt etwas weniger als Ibuprofen.<\/p>\n<p>Ist die Nase verstopft, helfen Nasensprays mit Xylometazolin. \u201eDieser Arzneistoff hat eine abschwellende Wirkung, aktiviert allerdings bei zu langer Anwendung oder \u00dcberdosierung das Zentralnervensystem. Wenn man die Sprays oder Tropfen daher vor dem Schlafengehen einnimmt, kann das kontraproduktiv sein\u201c, warnt Ibrom. Sie sollten nicht l\u00e4nger als sechs Tage in Folge angewendet werden, da sonst die Schleimh\u00e4ute austrocknen und es nach dem Absetzen zu einer chronischen Schleimhautschwellung kommen kann.<\/p>\n<p>Trockener oder produktiver Husten?<\/p>\n<p>Bei Husten ist zu unterscheiden, ob es sich um Reizhusten handelt, oder ob sich viel Schleim gebildet hat, der abgehustet werden soll. Ibrom wendet bei seinen Patienten des Ordensklinikums Linz Elisabethinen einen hausgemachten Hustensaft nach bew\u00e4hrter Eigenrezeptur an. Dieser besteht aus Thymian, Pfefferminz\u00f6l und Sternanis\u00f6l und ist auch f\u00fcr Menschen mit Diabetes geeignet. Der Vorteil \u00e4therischer \u00d6le ist, dass es nur wenig Nebenwirkungen gibt. \u201eBei Kindern im S\u00e4uglingsalter muss man aufpassen, da die Atemwege und die Haut noch sehr empfindlich sind. F\u00fcr Erwachsene ist die Einnahme unbedenklich\u201c, sagt der Apotheker. Eukalyptus und Thymian werden als Einreibung f\u00fcr die Brust ebenfalls gerne verwendet und unterst\u00fctzen beim Abhusten.<\/p>\n<p>Hustenstillend hingegen wirken beispielsweise Dextromethophan oder Codein. \u201eLetzteres muss mit Vorsicht angewendet werden, da Codein im K\u00f6rper teilweise zu Morphin umgewandelt wird. Dadurch tritt eine schmerzstillende Wirkung ein, gleichzeitig kann es jedoch zu einer Atemdepression kommen, also einer Verlangsamung der Atmung kommen, was insbesondere f\u00fcr Kinder gef\u00e4hrlich sein kann.\u201c<\/p>\n<p>Hohe Qualit\u00e4t von Medikamenten in der EU<\/p>\n<p>Da Arzneimittel als besonders sch\u00fctzenswerte G\u00fcter gelten, ist ihr Vertrieb grunds\u00e4tzlich auf Apotheken beschr\u00e4nkt. Die Krankenhausapotheke am Ordensklinikum Linz Elisabethinen ist grunds\u00e4tzlich f\u00fcr die medikament\u00f6se Versorgung der station\u00e4ren Patienten zust\u00e4ndig. An externe Personen d\u00fcrfen keine Medikamente abgegeben werden. \u201eEine Ausnahme stellen nur die im Haus wohnhaften Personen dar, also jene Ordensschwestern des Konvents der Elisabethinen, die im angrenzenden Kloster leben.\u201c<\/p>\n<p>Einige frei verk\u00e4ufliche Arzneimittel und Medizinprodukte wie Nasensprays oder Lutschtabletten sind auch in der Drogerie oder im Einzelhandel erh\u00e4ltlich. Grunds\u00e4tzlich werden Arzneimittel und Medizinprodukte vor dem Verkauf gepr\u00fcft. Diese \u00dcberpr\u00fcfung erfolgt im Herstellungsland nach EU-weit geltenden strengen Richtlinien. \u201eDennoch ist es ratsam, beim Kauf auf die Herstellerfirma und das Ursprungsland zu achten. Bei Produkten aus bestimmten L\u00e4ndern, beispielsweise im asiatischen Raum, sollte besondere Sorgfalt gelten, da in diesen L\u00e4ndern in der Praxis oft nicht so strenge Qualit\u00e4tskriterien angewendet werden\u201c, sagt Ibrom. Auch beim Medikamentenkauf im Online-Handel sei Vorsicht geboten, um nicht auf unseri\u00f6se Verk\u00e4ufer hereinzufallen.<\/p>\n<p>Ein grippaler Infekt ist keine Grippe<\/p>\n<p>Um die passenden Therapiema\u00dfnahmen und Medikamente beziehungsweise Hausmittel auszuw\u00e4hlen, ist es wichtig, einen grippalen Infekt von einer echten Grippe zu unterscheiden. Der Pharmazeut sagt dazu: \u201eEine Erk\u00e4ltung beginnt meistens langsam, oftmals mit Halsschmerzen, sp\u00e4ter kommt Schnupfen dazu. Bei der Grippe kann es sehr schnell gehen und sich die Krankheit innerhalb von wenigen Stunden in schweren Symptomen niederschlagen.\u201c W\u00e4hrend bei einem grippalen Infekt die K\u00f6rpertemperatur nur leicht erh\u00f6ht ist, also unter 38 Grad bleibt, kann sie bei einer Grippe auf bis zu 40 Grad ansteigen. Auch Kopf- und Gliederschmerzen sind bei der Grippe, die durch Influenzaviren ausgel\u00f6st wird, wesentlich st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Warum sich die Grippe im Vergleich zum grippalen Infekt nicht so stark verbreitet? \u201eMit einer Erk\u00e4ltung kann man vielleicht noch einkaufen gehen, bei der Grippe sind die Symptome viel st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt, sodass man freiwillig daheim im Bett bleibt. Daher werden tendenziell lediglich die Personen im engeren Umfeld, also haupts\u00e4chlich Familienmitglieder, angesteckt\u201c, wei\u00df der Apotheker.<\/p>\n<p>Wann man einen Arzt konsultieren sollte<\/p>\n<p>\u201eWenn das Fieber anh\u00e4lt und die K\u00f6rpertemperatur \u00fcber zwei bis drei Tage mehr als 39 Grad betr\u00e4gt, ist es ratsam, eine Haus\u00e4rztin aufzusuchen. Versp\u00fcrt man bei starkem Husten noch dazu Atemnot oder Brustschmerzen, ist der Auswurf blutig oder sind die Lymphknoten im Halsbereich geschwollen, dann liegt in der Regel ein starker viraler Infekt vor. Eiter im Rachen und erhebliche Halsschmerzen k\u00f6nnen ebenfalls darauf hindeuten\u201c, erkl\u00e4rt der Apotheker.<\/p>\n<p>Keinesfalls sollte in so einem Fall gleich auf ein Antibiotikum, das von der letzten Anwendung noch im Hausapothekenschrank liegt, zur\u00fcckgegriffen werden, warnt Ibrom: \u201eDie meisten Erk\u00e4ltungen sind viral und nicht bakteriell bedingt. Das Antibiotikum wirkt dann gar nicht, und st\u00f6rt obendrein noch die Darmflora, die einen wichtigen Beitrag zur Immunabwehr leistet.\u201c Nur wenn ein Mediziner einen Bakterienbefall, beispielsweise mit Pneumokokken, feststellt, dann ist diese Art von Medikament indiziert. Greift man un\u00fcberlegt bei jeder Erk\u00e4ltung zu einem Breitbandantibiotikum, k\u00f6nnen sich Resistenzen bilden und das Antibiotikum wirkt im Anlassfall nicht mehr ausreichend.<\/p>\n<p>H\u00e4ufiges H\u00e4ndewaschen ist besonders wichtig<\/p>\n<p>Insgesamt sind die M\u00f6glichkeiten zur Vorbeugung einer Erk\u00e4ltung begrenzt. Am besten ist es, den Kontakt mit Erk\u00e4ltungsviren m\u00f6glichst zu vermeiden. Besonders einfach umzusetzen sind das Tragen von Masken, wie es auch w\u00e4hrend der Coronapandemie gemacht wurde, und regelm\u00e4\u00dfiges H\u00e4ndewaschen bzw. -desinfizieren. Zu kranken Personen sollte man Abstand halten. \u201eAuch carrageenhaltige Pr\u00e4parate sollen einen gewissen physikalischen Schutz bieten\u201c, sagt Ibrom. Carragen wird aus der Rotalge gewonnen und als Verdickungsmittel haupts\u00e4chlich in der Lebensmittelindustrie eingesetzt.<\/p>\n<p>Was hat das mit Erk\u00e4ltungsprophylaxe zu tun? \u201eSprays oder L\u00f6sungen mit Carrageen bilden einen Schutzfilm auf der Schleimhaut, wodurch weniger Viren aufgenommen werden. Auch die Viren selbst werden umh\u00fcllt und \u00fcber den Rachen, ohne anzudocken, in den Magen transportiert, wo sie von der Magens\u00e4ure zersetzt werden\u201c, erkl\u00e4rt der Apothekenleiter. Theoretisch w\u00e4re die Virenlast im K\u00f6rper also geringer, wodurch eine Ansteckung weniger wahrscheinlich w\u00fcrde beziehungsweise weniger ausgepr\u00e4gt verlaufen k\u00f6nnte. Dies ist wissenschaftlich aber unzureichend belegt. Bisher untersuchte Nasensprays d\u00fcrften Erk\u00e4ltungssymptome weder deutlich lindern noch die Dauer der Erkrankung verk\u00fcrzen. Ob sie prinzipiell vor einer Erk\u00e4ltung sch\u00fctzen k\u00f6nnen, wurde bisher nicht erforscht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"LINZ. Mit den sinkenden Temperaturen steigt jedes Jahr auch die Zahl der Erk\u00e4ltungen. 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