{"id":599304,"date":"2025-11-24T18:23:11","date_gmt":"2025-11-24T18:23:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599304\/"},"modified":"2025-11-24T18:23:11","modified_gmt":"2025-11-24T18:23:11","slug":"ovg-muenster-kein-existenzrecht-fuer-pauschales-verbot-von-parolen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599304\/","title":{"rendered":"OVG M\u00fcnster \u2013 Kein Existenzrecht f\u00fcr pauschales Verbot von Parolen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img314534\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/314534.jpeg\" alt=\"Parole nach einer Besetzung in der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin. Auch das OVG ordnet sie der Hamas zu.\"\/><\/p>\n<p>Parole nach einer Besetzung in der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin. Auch das OVG ordnet sie der Hamas zu.<\/p>\n<p>Foto: dpa | Soeren Stache<\/p>\n<p>Das Oberverwaltungsgericht (OVG) in M\u00fcnster <a href=\"https:\/\/www.ovg.nrw.de\/behoerde\/presse\/pressemitteilungen\/50_251121\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hat am Freitag entschieden<\/a>, dass das Bestreiten des Existenzrechts Israels bei Versammlungen nicht pauschal untersagt werden darf. Der 15. Senat hob damit eine entsprechende Auflage der D\u00fcsseldorfer Polizei f\u00fcr eine propal\u00e4stinensische Demonstration mit etwa 50 Teilnehmer*innen teilweise auf. Das Pr\u00e4sidium hatte dem Veranstalter verboten, das Existenzrecht des Staates Israel w\u00e4hrend der f\u00fcr den 22. November geplanten Versammlung \u00bbin jedweder Form zu leugnen\u00ab.<\/p>\n<p>\u00bbDas Existenzrecht des Staates Israel in Abrede zu stellen, verwirklicht f\u00fcr sich genommen keinen Straftatbestand\u00ab, stellte das Gericht klar. Vielmehr unterfielen \u00bbeine kritische Auseinandersetzung mit der Staatsgr\u00fcndung Israels und die Forderung nach einer friedlich zu vollziehenden Ver\u00e4nderung bestehender Verh\u00e4ltnisse grunds\u00e4tzlich dem Schutz der Meinungsfreiheit\u00ab. Die Polizei habe f\u00fcr eine m\u00f6gliche Einordnung etwa als Volksverhetzung keine besonderen Umst\u00e4nde aufgezeigt. Auch das Verbot von \u00bbThere is only one state \u2013 Palestine 48\u00ab hob das OVG auf. Diese Parole lasse insbesondere keinen konkreten Bezug zur Ideologie der in Deutschland als Terrororganisation verbotenen Hamas erkennen.<\/p>\n<p>Das Verbot von \u00bbYalla, yalla, Intifada\u00ab ist laut dem OVG aber voraussichtlich rechtm\u00e4\u00dfig. Diese \u00c4u\u00dferung k\u00f6nne vor dem Hintergrund des anhaltenden Gaza-Konflikts nicht als blo\u00dfe Aufforderung zu friedlichem Protest verstanden werden. Missachtet wird dabei, dass der Begriff \u00bbIntifada\u00ab eine vielf\u00e4ltige Widerstandsform beschreibt, <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193999.intifada-terrorismus-oder-aufstand.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die auch friedlich praktiziert wurde<\/a>. Einem \u00bbunbefangenen Beobachter\u00ab sei dies aber nicht erkennbar, meint das Gericht.<\/p>\n<p>\u00bbFrom the river to the sea, Palestine will be free\u00ab bleibt indes verboten \u2013 obwohl dieser Spruch \u00bbFreiheit\u00ab und nicht eine Eroberung Israels oder die Ermordung von J\u00fcd*innen fordert. Seit Anfang November 2023 ordnen ihn viele Staatsanwaltschaften als Volksverhetzung ein, nachdem ihn das Bundesinnenministerium in seiner Verbotsverf\u00fcgung der Hamas zugeschrieben hatte. Mehrere Verwaltungsgerichte sehen die Strafbarkeit allerdings nur bei einem klaren Bezug zu Verbrechen der Hamas. Landgerichte urteilten unterschiedlich \u2013 eine h\u00f6chstrichterliche Kl\u00e4rung steht aber aus.<\/p>\n<p>Das Verwaltungsgericht D\u00fcsseldorf hatte den urspr\u00fcnglichen Eilantrag des Veranstalters gegen das polizeiliche Verbot s\u00e4mtlicher Parolen noch vollst\u00e4ndig abgelehnt. Der Beschluss des OVG ist nun unanfechtbar.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Parole nach einer Besetzung in der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin. Auch das OVG ordnet sie der Hamas zu. 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