{"id":599552,"date":"2025-11-24T20:43:55","date_gmt":"2025-11-24T20:43:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599552\/"},"modified":"2025-11-24T20:43:55","modified_gmt":"2025-11-24T20:43:55","slug":"wettbewerb-oper-duesseldorf-entschieden-grosse-buehne-fuer-den-wehrhahn-architektur-und-architekten-news-meldungen-nachrichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599552\/","title":{"rendered":"Wettbewerb Oper D\u00fcsseldorf entschieden \/ Gro\u00dfe B\u00fchne f\u00fcr den Wehrhahn &#8211; Architektur und Architekten &#8211; News \/ Meldungen \/ Nachrichten"},"content":{"rendered":"<p>Jahrelang hat D\u00fcsseldorf \u00fcber den Standort seiner neuen Oper und auch \u00fcber verschiedene Ideen und Entw\u00fcrfe\u00a0debattiert. Nun ist der Realisierungswettbewerb f\u00fcr den Standort Am Wehrhahn entschieden. Vier Preistr\u00e4gerarbeiten liegen auf dem Tisch.\u00a0<\/p>\n<p>Von Klaus Englert<br \/>Nach dem Zweiten Weltkrieg errichteten Paul Bonatz und Julius Schulte-Frohlinde am Hofgarten an der Heinrich-Heine-Allee, an der Stelle des kriegszerst\u00f6rten Stadttheaters, das D\u00fcsseldorfer Opernhaus. Weil Schulte-Frohlinde zur Clique um den einstigen Generalbauinspektor Albert Speer geh\u00f6rte, war das Bauwerk von Beginn an umstritten. Aber erst seitdem die Raumkapazit\u00e4ten an ihre Grenzen stie\u00dfen und Sanierungsbedarf entstand, diskutierte die Stadt Alternativen.\u00a0<\/p>\n<p>So suchte ein st\u00e4dtebaulicher <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/meldungen\/Meldungen-Ideenwettbewerb_in_Duesseldorf_8193054.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ideenwettbewerb<\/a>\u00a0im Fr\u00fchjahr 2023 Entw\u00fcrfe f\u00fcr den Altbaustandort Hofgarten und ein Grundst\u00fcck Am Wehrhahn. Ende 2024 entschied sich der Stadtrat mit gro\u00dfer Mehrheit f\u00fcr eine neue Oper Am Wehrhahn und beschloss, einen zweistufigen Wettbewerb auszuloben. Grund f\u00fcr die pl\u00f6tzliche Neuausrichtung war die Insolvenz von Ren\u00e9 Benkos Signa-Gruppe, der das Kaufhaus Am Wehrhahn geh\u00f6rte.\u00a0<\/p>\n<p>Kurioserweise gab es noch kurz zuvor ein Wettbieten unter den Gro\u00dfinvestoren: Benko hatte\u00a0Bjarke Ingels f\u00fcr die neue Wehrhahn-Oper an den Rhein gelockt, um die R\u00e4ume dann lukrativ vermieten zu k\u00f6nnen. Und <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/meldungen\/Meldungen-Vorschlag_fuer_Opernneubau_in_Duesseldorf_von_Snohetta_7742231.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Uwe Reppegather hatte Sn\u00f8hetta <\/a>f\u00fcr eine Skyscraper-Oper aus zwei Turmbauten \u0096 mit Restaurant, Caf\u00e9, Hotels, B\u00fcros und Luxuswohnungen \u0096 an den Hofgarten geholt. Aus beiden Vorhaben wurde am Ende, zum Gl\u00fcck, nichts.<\/p>\n<p>Inzwischen haben die D\u00fcsseldorfer CDU und Oberb\u00fcrgermeister Stephan Keller, der die neue Oper als D\u00fcsseldorfer Leuchtturmprojekt gepriesen hatte, die Gr\u00fcnen zu einer stabilen Koalition \u00fcberredet. Unter der Bedingung, dass sie den Neubau mittragen. In ihrem Zielpapier hat die schwarz-gr\u00fcne Koalition einen Kostendeckel von 1 Milliarde Euro festgelegt. Hinzu kommen 150 Millionen Euro f\u00fcr den Ankauf des Wehrhahn-Grundst\u00fccks, au\u00dferdem muss die Zinslast von rund 800 Millionen Euro ber\u00fccksichtigt werden. Vergangenes Wochenende gab\u00a0Heiner Farwick, Stadtplaner und Vorsitzender des 25-k\u00f6pfigen Preisgerichts, das Ergebnis bekannt:<\/p>\n<ul>\n<li>1. Preis: Sn\u00f8hetta (Oslo), Buro Happold (Berlin), B+G Ingenieure (Frankfurt am Main)<\/li>\n<li>2. Preis: <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/architekten\/HPP_Architekten_31535.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HPP Architekten<\/a> (K\u00f6ln\/D\u00fcsseldorf), Rehwaldt Landschaftsarchitekten (Dresden), PKi (Stuttgart), M\u00fcller &amp; Bleher Darmstadt (Darmstadt), Pirlet &amp; Partner (K\u00f6ln)<\/li>\n<li>3. Preis: <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/architekten\/kister_scheithauer_gross_188814.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kister scheithauer gross architekten<\/a> (K\u00f6ln) mit Studio Gang Architects (Chicago), Schaar Landschaftsarchitekten (M\u00fcnchen), OLIN (Philadelphia), <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/architekten\/Buro_Happold_7973605.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Buro Happold<\/a> (Berlin), Arup (Berlin)<\/li>\n<li>4. Preis: <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/architekten\/wulf_architekten_31207.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wulf architekten<\/a> (Stuttgart), Planstatt Senner (\u00dcberlingen), <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/architekten\/Buro_Happold_7973605.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Buro Happold<\/a> (Berlin), theapro (M\u00fcnchen), Mayr Ludescher Partner (Stuttgart)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Auslobung hatte sich an generalplanende B\u00fcros gerichtet. An dem zweistufigen Verfahren nahmen 27 B\u00fcros teil, die aus 58 Bewerbungen ausgew\u00e4hlt worden waren. F\u00fcr die zweite Phase waren acht Entw\u00fcrfe ausgew\u00e4hlt worden. Laut Raumprogramm vorgesehen: Eine fast doppelt so gro\u00dfe B\u00fchne wie im Bestand am Hofgarten \/ Heinrich Heine-Allee, Studiob\u00fchne, Seitenb\u00fchne, Prober\u00e4ume und Gastronomie. Mit den R\u00e4umen f\u00fcr Clara Schumann-Musikschule und Musikbibliothek soll sie insgesamt eine Nutzfl\u00e4che von 40.000 Quadratmetern erhalten.<\/p>\n<p>Politik, Verwaltung und Kulturtr\u00e4ger waren sich darin einig, die Oper zu einem Ort der Stadtgesellschaft gestalten zu wollen, mit preiswertem Service im Foyer. Das Vorbild: Sn\u00f8hettas Osloer Oper, die als \u0084Oper f\u00fcr alle\u0093 konzipiert ist.<\/p>\n<p>Eben jenes B\u00fcro hat nun auch gewonnen. Der Siegerentwurf von Sn\u00f8hetta besteht aus drei nebeneinander auf- und absteigenden Bauk\u00f6rpern zwischen Wehrhahn, Tonhallenstra\u00dfe und Oststra\u00dfe. Heiner Farwick lobte die \u0084hohe Markanz im Stadtraum\u0093. In der Jury-Beurteilung hei\u00dft es, man w\u00fcrdige \u0084einen mutigen, konsequent entwickelten Beitrag, dessen herausragende Qualit\u00e4t die konzeptionelle, sowohl selbstbewusste als auch sensible Verankerung des Projekts an seinem innenst\u00e4dtischen Ort ist, mit dem ein signifikantes Erscheinungsbild gepr\u00e4gt wird.\u0093<\/p>\n<p>Besonders erw\u00e4hnt wurden die drei Aussichtsterrassen und das Panoramafenster mit Blick auf den Hofgarten. In Anlehnung an die alte Oper w\u00e4hlten Sn\u00f8hetta Kalkstein und Kalksandstein f\u00fcr die Fassade. Zu den \u00dcberraschungen des Siegerentwurfs geh\u00f6rt zweifellos das aus einem Holzblock herausgeschnittene Foyer. Vorbild f\u00fcr diesen h\u00f6hlenartigen Raum d\u00fcrfte die Tverfjell-H\u00fctte in der N\u00e4he des norwegischen Sn\u00f8hetta-Massivs sein, wo diese Methode bereits zum Einsatz kam.<\/p>\n<p>Auf den zweiten Platz kamen die D\u00fcsseldorfer Lokalmatadore HPP Architekten. Die Jury w\u00fcrdigte \u0084die Gliederung in drei Bauteile, die moderate Gr\u00f6\u00dfe und die gute Einbindung in das Quartier, ebenfalls die das Quartier durchquerende offene Passage\u0093. Der Entwurf des drittplatzierten K\u00f6lner B\u00fcro kister scheithauer gross. mit Studio Gang wurde als \u0084mutiger, konsequenter Beitrag\u0093 beschrieben, dessen \u0084Qualit\u00e4t in der st\u00e4dtebaulichen Konfiguration des gro\u00dfen Bauvolumens im Spannungsfeld zwischen Solit\u00e4r und Blockrand liegt.\u0093<\/p>\n<p>Am viertplatzierten Entwurf von Wulf Architekten aus Stuttgart lobte die Jury, dass gr\u00f6\u00dfere Teile des Bestandsgeb\u00e4udes erhalten werden sollen, monierte aber das gro\u00dfe, ungegliederte Bauvolumen. Nicht zuletzt erinnert der Entwurf schmerzlich daran, dass die Stadt, die \u00fcber viele ehemalige Industrie-, Firmen-,\u00a0 Kasernen-, Hafen- und Bahnhofsareale verf\u00fcgt, zu wenig nachhaltige Alternativen in Bestandsgeb\u00e4uden gepr\u00fcft hat.<\/p>\n<p>Abriss und Neubau sind beim Sn\u00f8hetta-Entwurf vorprogrammiert. Nach der Juryentscheidung beginnt nun das Beauftragungsverfahren, in dem die wichtigsten Punkte ausgearbeitet und verbindlich festgelegt werden. Verhandlungen werden mit allen vier Siegern gef\u00fchrt, mit dem Ziel das wirtschaftlichste Angebot zu ermitteln, hei\u00dft es auf der <a href=\"https:\/\/www.operamrhein.de\/opernhausderzukunft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Seite der Oper<\/a>. Der Abriss des Kaufhofs am Wehrhahn d\u00fcrfte ab 2027 erfolgen, der Neubau ab 2028. Die Inbetriebnahme ist f\u00fcr 2032\/33 vorgesehen.<\/p>\n<p>Alle 27 Entw\u00fcrfe des Generalplanungswettbewerbs sind vom 18. November bis 7. Dezember im 34OST, Oststr. 34, gegen\u00fcber des Grundst\u00fccks \u0084Am Wehrhahn\u0093, wo das Opernhaus der Zukunft errichtet werden soll, ausgestellt.<\/p>\n<p class=\"bold\">Zum Thema:<\/p>\n<p>Mehr zur Sanierung von Theatern und Opern in der <a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/baunetzwoche\/baunetzwoche_ausgabe_7289901.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">BauNetz WOCHE#559 \u0084Baustelle Oper\u0093<\/a>.<\/p>\n<p>Auf Karte zeigen:<br \/>&#13;<br \/>\n                                        <a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/search\/51.22752137595466, 6.788398261929274\" class=\"lightgrey underline\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Google Maps<\/a>&#13;<br \/>\n                                &#13;\n                                <\/p>\n<p>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\tKommentare:<br \/>&#13;<br \/>\n\t\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.baunetz.de\/meldungen\/Meldungen-Wettbewerb_Oper_Duesseldorf_entschieden_10149851.html?backurl=https%3A%2F%2Fwww.baunetz.de%2Fmeldungen%2Findex.html&amp;action=kommentieren\" class=\"lightgrey underline unvisible_print\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kommentare (6) lesen \/ Meldung kommentieren<\/a>&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;<br \/>\n&#13;\n\t\t\t\t\t\t<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jahrelang hat D\u00fcsseldorf \u00fcber den Standort seiner neuen Oper und auch \u00fcber verschiedene Ideen und Entw\u00fcrfe\u00a0debattiert. 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