{"id":599897,"date":"2025-11-25T00:19:13","date_gmt":"2025-11-25T00:19:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599897\/"},"modified":"2025-11-25T00:19:13","modified_gmt":"2025-11-25T00:19:13","slug":"kiel-berlin-4-berufe-in-12-monaten-das-freiwillige-handwerksjahr-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/599897\/","title":{"rendered":"Kiel\/Berlin | 4 Berufe in 12 Monaten: Das Freiwillige Handwerksjahr"},"content":{"rendered":"<p>Kiel\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Den Hauptschulabschluss in der Tasche \u2013 und nun? Eine Frage, die sich viele stellen. Auch Celine K\u00f6ster: \u00abIch wusste mit 15 nur, dass ich etwas im handwerklichen Bereich machen wollte\u00bb, sagt die Kielerin. Doch welchen Berufsweg sie einschlagen wollte, war ihr unklar.<\/p>\n<p>Daher entschied sie sich, ein Freiwilliges Handwerksjahr (FHJ) zu absolvieren \u2013 innerhalb von zw\u00f6lf Monaten lernen Teilnehmende den Alltag in vier Handwerksberufen durch Mitarbeit in Fachbetrieben kennen. \u00abSchon gleich bei meiner ersten Station stand f\u00fcr mich fest, dass ich Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin werde\u00bb, erz\u00e4hlt Celine K\u00f6ster, die inzwischen im ersten Ausbildungsjahr bei Bau und Fliesen Herzberg in Kiel ist.\u00a0<\/p>\n<p>FHJ gibt es bislang noch nicht bundesweit\u00a0<\/p>\n<p>Das FHJ ist ein Pilotprojekt der Handwerkskammer L\u00fcbeck, das im Sommer 2024 gemeinsam mit dem Schleswig-Holsteinischen Institut f\u00fcr Berufliche Bildung (SHIBB) ins Leben gerufen wurde. \u00abBislang gibt es das FHJ noch nicht bundesweit, aber immer mehr Kammern zeigen Interesse\u00bb, sagt Kirsten-Kielbassa-Schnepp vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).<\/p>\n<p>Von dem Projekt profitierten nicht nur die Jugendlichen, die mit dem FHJ ausloten k\u00f6nnen, ob ein Beruf wirklich ihren F\u00e4higkeiten und Neigungen entspricht oder nicht. Auch f\u00fcr Arbeitgeber lohnten sich FHJ, da sie auf diesem Weg Auszubildende bekommen, die wissen, auf was sie sich einlassen &#8211; wodurch die Abbrecherquote sinkt.<\/p>\n<p>Beide Seiten testen, ob es passt\u00a0<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es Celine K\u00f6ster. \u00abIch konnte in Ruhe die Arbeit, aber auch den Betrieb und die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen kennenlernen\u00bb, erz\u00e4hlt sie. \u00abBeim FHJ fand ich auch gut, dass es keinerlei Druck gab, schnell zu einer Entscheidung zu kommen.\u00bb Vom ersten Tag an war sie einem Gesellen zugeteilt und hatte unter seiner Aufsicht kleinere Arbeiten rund ums Fliesen, Verfugen und Verputzen erledigen d\u00fcrfen. Auch auf Gro\u00dfbaustellen war sie dabei und lernte so die Zusammenarbeit mit anderen Gewerken kennen.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich hat auch die andere Seite testen k\u00f6nnen, ob es passt. \u00abAm Anfang habe ich unter Beweis stellen m\u00fcssen, dass ich als M\u00e4dchen die herausfordernde und auch k\u00f6rperlich schwere Arbeit hinkriege\u00bb, so K\u00f6ster.<\/p>\n<p>F\u00fcr das FHJ k\u00f6nnen Jugendlichen die vier Berufe, die sie kennenlernen m\u00f6chten, nach ihren W\u00fcnschen w\u00e4hlen, erkl\u00e4rt Kielbassa-Schnepp. Denkbar ist dann etwa eine Kombination wie: B\u00e4cker, Maler\/Lackierer, Kfz-Mechatroniker und Elektroniker. Wer bereits nach der ersten Station sicher ist, den richtigen Beruf und den richtigen Betreib gefunden zu haben, kann das FHJ beenden und sofort dort in eine Ausbildung \u00fcbergehen \u2013 vorausgesetzt, der Arbeitgeber ist einverstanden.<\/p>\n<p>FHJ-Teilnehmende erhalten im Kammerbezirk L\u00fcbeck eine Aufwandsentsch\u00e4digung von 450 Euro brutto monatlich von den Betrieben. Auch Urlaub ist gew\u00e4hrleistet: \u00abEr entspricht den Regelungen in dem jeweiligen Betrieb\u00bb, so Kielbassa-Schnepp.<\/p>\n<p>Viele Handwerksbetriebe w\u00fcnschen sich das FHJ\u00a0<\/p>\n<p>Celine K\u00f6ster geht es nun darum, den Beruf der Fliesen-, Platten- und Mosaiklegerin von der Pike auf zu lernen \u2013 das hat ihr das FHJ verdeutlicht. Auch ihr Chef, Betriebsinhaber Habib Herzberg ist zufrieden. Das FHJ sei das, was sich Handwerksbetriebe seit Jahren gew\u00fcnscht h\u00e4tten: Arbeitgeber lernten die Jugendlichen kennen und die jungen Leute k\u00f6nnten herausfinden, welcher Beruf zu ihnen passt. Wichtig ist aus Sicht von Herzberg der Aspekt der Freiwilligkeit. \u00abDadurch sind sie motiviert und p\u00fcnktlich\u00bb, so Herzberg.<\/p>\n<p>Aus Sicht des ZDH sollte das Freiwillige Handwerksjahr bundesweit gesetzlich verankert werden \u2013 und zwar analog zu den Regelungen f\u00fcr ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Damit das Projekt \u00fcberall in Deutschland ein Erfolg wird, sind auch Koordinatorinnen und Koordinatoren bei den Handwerkskammern n\u00f6tig, die als Ansprechpartner f\u00fcr Jugendliche und Betriebe fungieren.<\/p>\n<p>Teils gibt es bereits Modelle, bei denen Unternehmen eigeninitiativ ein freiwilliges Handwerksjahr anbieten &#8211; ein Elektrotechnikanbieter im Gro\u00dfraum Stuttgart etwa. Das <a href=\"https:\/\/www.eb-karriere.de\/fhj\/\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer noopener\">FHJ<\/a> dort richtet sich speziell an Interessierte mit Abitur oder abgebrochenem Studium, die in 12 Monaten verschiedene Berufsbereiche beim Arbeitgeber kennenlernen k\u00f6nnen. Im Anschluss an das freiwillige Jahr im Handwerk kann der Start in eine Ausbildung folgen, f\u00fcr die unter Umst\u00e4nden bereits Zeiten aus FHJ angerechnet werden.<\/p>\n<p>Alternative Wege ins Handwerk<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr eine Ausbildung im Handwerk interessiert, kann aber auch unabh\u00e4ngig vom FHJ Angebote zur Berufsorientierung nutzen. Viele Handwerksbetriebe suchen engagierte Nachwuchskr\u00e4fte und bieten zum Beispiel Praktika an, in denen Interessierte die Arbeit in bestimmten Berufen kennenlernen k\u00f6nnen. Oft lohnt es sich, direkt beim Betrieb anzufragen. Weitere hilfreiche Anlaufstellen gibt es gesammelt auf den Seiten der <a href=\"https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/bildung\/praktikum\/praktikumsplatz-finden\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer noopener\">Arbeitsagentur<\/a>.<\/p>\n<p>Wer nach dem Schulabschluss noch nicht genau wei\u00df, welche Ausbildung eigentlich die Richtige ist oder noch keinen passenden Ausbildungsplatz gefunden hat, kann sich zus\u00e4tzlich unterst\u00fctzen lassen. M\u00f6glichkeiten sind unter anderem die von der Agentur f\u00fcr Arbeit gef\u00f6rderten Angebote Berufsvorbereitende Bildungsma\u00dfnahme (BvB), Einstiegsqualifizierung (EQ) und Berufsorientierungspraktikum (BOP). Zu den jeweiligen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen k\u00f6nnen sich Interessierte auf dem Online-Portal \u00ab<a href=\"https:\/\/www.arbeitsagentur.de\/bildung\" target=\"_blank\" class=\"externalLink\" rel=\"noreferrer noopener\">Mein Beruf<\/a>\u00bb der BA informieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel\/Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Den Hauptschulabschluss in der Tasche \u2013 und nun? Eine Frage, die sich viele stellen. 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