{"id":600103,"date":"2025-11-25T02:34:17","date_gmt":"2025-11-25T02:34:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/600103\/"},"modified":"2025-11-25T02:34:17","modified_gmt":"2025-11-25T02:34:17","slug":"zeichen-fuer-vielfalt-in-stuttgart-regenbogen-bank-eingeweiht-was-wird-sonst-gegen-queerfeindliche-gewalt-getan-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/600103\/","title":{"rendered":"Zeichen f\u00fcr Vielfalt in Stuttgart: Regenbogen-Bank eingeweiht \u2013 was wird sonst gegen queerfeindliche Gewalt getan?"},"content":{"rendered":"<p>In bunten Regenbogenfarben erstrahlt die frisch gestaltete Bank in der Stuttgarter Innenstadt. Im Beisein von Sozialb\u00fcrgermeisterin Alexandra Su\u00dfmann, Ute Leidig, Staatssekret\u00e4rin im baden-w\u00fcrttembergischen Ministerium f\u00fcr Soziales, Gesundheit und Integration und Marion R\u00f6mmele vom Frauenberatungs- und Therapiezentrum <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a> e.V. (Fetz) sowie zahlreichen Vertretenden der queeren Community wurde die Bank am Montagnachmittag an der Ecke Nadler-\/Hirschstra\u00dfe eingeweiht. <\/p>\n<p>\u201eWir sind eine vielf\u00e4ltige Stadt und diese Vielfalt feiern wir\u201c, sagte Sozialb\u00fcrgermeisterin Alexandra Su\u00dfmann zur Begr\u00fc\u00dfung. \u201eMit der Bank wollen wir das auch im Stadtraum symbolisch hervorheben. In dieser Stadt ist kein Raum f\u00fcr Anfeindungen aller Art, nicht f\u00fcr Rassismus oder Ausgrenzung.\u201c Man m\u00fcsse diese innere Haltung auch nach au\u00dfen tragen, pflichtet Staatssekret\u00e4rin Ute Leidig in ihrer Ansprache bei.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/1764038056_247_media.media.6bf7dfb8-3a65-495c-8194-40d66cebe062.original1024.media.jpeg\"\/>     Von links: Marion R\u00f6mmele (Fetz), Politikerin und LSBTIQA+-Aktivistin Laura Halding-Hoppenheit, Beatrice Olgun-Lichtenberg, stellvertretende Leitung der Abteilung f\u00fcr Chancengleichheit der Stadt Stuttgart, Sozialb\u00fcrgermeisterin Alexandra Su\u00dfmann, Leiterin Abteilung f\u00fcr Chancengleichheit, Barbara Straub (re.).    Foto: Lichtgut\/Max Kovalenko    <\/p>\n<p>Die Regenbogen-Bank in unmittelbarer N\u00e4he zum Rathaus sei ein Willkommenssignal an alle queeren Einwohnerinnen und Einwohner sowie Besucherinnen und Besucher der Landeshauptstadt, sagte Marion R\u00f6mmele vom Fetz. Sie solle zudem zeigen, dass Stadt und Land sich auch in Zeiten knapper Kassen ihrer Verantwortung bewusst sein m\u00fcssten, sich f\u00fcr alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger einzusetzen. \u201eQueere Menschen machen zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung aus. Sie ben\u00f6tigen ad\u00e4quate und nicht stigmatisierte Beratung und Hilfe\u201c, so R\u00f6mmele. Die Sitzbank solle mitten in der Innenstadt ein sichtbares Zeichen setzen f\u00fcr die hiesige LSBTIQA+-Community sowie f\u00fcr Vielfalt, Akzeptanz und Zusammenhalt. <\/p>\n<p>Ein Symbol, das wichtig ist. Realit\u00e4t ist aber auch: Die Zahl der queerfeindlich motivierten Straftaten in Deutschland steigt. <\/p>\n<p>Zahl der queerfeindlich motivierten Straftaten steigt <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurden im Jahr 2024 laut Statista bundesweit rund 1770 Straftaten gegen die sexuelle Orientierung polizeilich erfasst. Damit ist ihre Zahl das siebte Jahr in Folge auf einem deutlichen H\u00f6chststand. Bereits 2023 hatte das Bundeskriminalamt mit 1785 Straftaten gegen Mitglieder der LSBTIQA+-Community im Bereich Hasskriminalit\u00e4t einen Anstieg der F\u00e4lle registriert. Im Jahr 2022 waren es noch 1188 registrierte Taten. Insgesamt 212 Menschen waren im Jahr 2023 Opfer von queerfeindlichen Gewalttaten, 2022 waren es noch 197.<\/p>\n<p>Auch in Stuttgart sind F\u00e4lle bekannt. Erst im Herbst wurde ein jugendlicher <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.sinan-movez-homophobe-attacke-tiktok-star-wird-in-stuttgart-angegriffen-und-beleidigt.9294ccab-db7d-4a7e-bb63-3152ebb21e14.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Tiktok-Star homophob angegangen<\/a>. Auf der K\u00f6nigstra\u00dfe gab es einen<a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.pop-up-bar-schliesst-in-stuttgart-jung-queer-bedroht-was-das-team-des-studios-gaga-erlebt.a56e8850-f2ee-4d68-a68e-530db97e8166.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> Angriff auf einen Stuttgarter Barkeeper<\/a> und das Stuttgarter Kulturzentrum Prisma in Bad Cannstatt wurde im Fr\u00fchjahr 2025 gleich zweimal Zielscheibe rechter Gewalt \u2013 <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.vor-kundgebung-in-bad-cannstatt-schon-wieder-regenbogenflagge-zerstoert.e0e6fe71-aa7b-4978-bd8c-52fee9a971e9.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Unbekannte hatten eine Regenbogenflagge vom Balkon des dortigen Sunny High Clubs entwendet und angez\u00fcndet<\/a>.<\/p>\n<p> H\u00e4ufig kommt es nicht zur Anzeige <\/p>\n<p>Das Polizeipr\u00e4sidium Stuttgart schreibt auf Anfrage, in den vergangenen Jahren seien nur Einzelf\u00e4lle angezeigt worden. Zu ber\u00fccksichtigen sei jedoch \u201edass Straftaten zum Nachteil von Menschen mit LSBTIQ-Zugeh\u00f6rigkeit, die aufgrund der sexuellen Orientierung begangen wurden, nicht immer als solche erkannt und zur Anzeige gebracht werden\u201c, so eine Sprecherin.<\/p>\n<p>Die neue Regenbogen-Bank in der Innennstadt ist also zwar ein wichtiges Zeichen. Doch noch wichtiger sind konkrete Ma\u00dfnahmen. Welche ergreifen die Stadt Stuttgart, die Polizei sowie Beratungsstellen und weitere Akteure in der Stadt, um gegen Queerfeindlichkeit und dementsprechend motivierte Gewalt vorzugehen? <\/p>\n<p> Was unternimmt die Stadt Stuttgart gegen Queerfeindlichkeit? <\/p>\n<p>\u201eIn Stuttgart setzen wir auf ein starkes Schutz- und Pr\u00e4ventionskonzept gegen queerfeindliche Gewalt\u201c, erkl\u00e4rt Beatrice Olgun-Lichtenberg, stellvertretende Leitung der Abteilung f\u00fcr Chancengleichheit der Stadt Stuttgart. Die st\u00e4dtische Abteilung mit ihrer Koordinierungsstelle LSBTIQ+ vernetzt unter anderem Verwaltung, Politik und Communities vor Ort. \u201eIm Arbeitskreis LSBTIQ+ entwickeln wir alle Ma\u00dfnahmen gemeinsam weiter und begleiten ihre Umsetzung\u201c, so Olgun-Lichtenberg.<\/p>\n<p>Zum Pr\u00e4ventionskonzept geh\u00f6rten etwa Beratungs- und Anlaufstellen f\u00fcr LSBTIQ+-Menschen, ihre Familien und ihr Umfeld. \u201eWir bieten altersunabh\u00e4ngige psychosoziale Unterst\u00fctzung und spezifische Beratung f\u00fcr queere Menschen.\u201c Auf den Sitzb\u00e4nken in der Innenstadt finden Passantinnen und Passanten passend dazu kleine Plaketten mit QR-Codes, die, nachdem sie mit dem Smartphone gescannt wurden, zu den jeweiligen Webseiten der Angebote f\u00fchren. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/1764038057_361_media.media.4e502a84-379a-4d01-9753-0f91c5d421d5.original1024.media.jpeg\"\/>     An der Bank ist eine Plakette mit QR-Code angebracht. Dieser verweist auf Beratungsangebote.    Foto: Lichtgut\/Max Kovalenko    <\/p>\n<p>Auch Bildungs- und Sensibilisierungsformate speziell f\u00fcr Schulen sowie Fachkr\u00e4fte stehen auf der Agenda der Beratungsstellen. \u201eSie sollen helfen Vorurteile abzubauen und R\u00e4ume zu \u00f6ffnen, aber auch sicherer zu machen\u201c, so Olgun-Lichtenberg. Gleichzeitig bestehe eine enge Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Akteuren in der Stadt \u2013 darunter die st\u00e4dtische Abteilung Kommunale Kriminalpr\u00e4vention, das Amt f\u00fcr \u00f6ffentliche Ordnung, Vertretungen der Polizei, Fachstellen des Gewalthilfesystems sowie Organisationen und Initiativen aus der queeren Community. \ufeff<\/p>\n<p> Landesaktionsplan zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt <\/p>\n<p>Sozialb\u00fcrgermeisterin Alexandra Su\u00dfmann und Staatssekret\u00e4rin Ute Leidig verweisen bei der Einweihung der Bank am Montagnachmittag zudem auf das \u201eTIN-Schutz-Projekt\u201c, eine Infokampagne des Queeren Netzwerks Baden-W\u00fcrttemberg, die in Bussen und Bahnen im Land im Rahmen des Landesaktionsplans zum Schutz vor geschlechtsspezifischer Gewalt gestartet wurde. <\/p>\n<p>Die Kampagne soll trans, intergeschlechtlichen und nicht-bin\u00e4ren Personen nach geschlechtsspezifischer und sexualisierter Gewalterfahrung Unterst\u00fctzung bieten. Dabei informiert ein kurzer Spot mit QR-Code \u00fcber Unterst\u00fctzungsangebote und hilft Betroffenen dabei, Zugang zu passenden Hilfen zu finden \u2013 von der psychosozialen Beratung bis zur Begleitung zu Beh\u00f6rden oder Fachstellen. Bislang gibt es die Kampagne in Ulm, Mannheim und Heidelberg. In den kommenden Wochen soll sie auch in weiteren St\u00e4dten Baden-W\u00fcrttembergs zu sehen sein. <\/p>\n<p> Polizei denkt \u00fcber Pr\u00e4ventionsveranstaltungen nach <\/p>\n<p>Die Polizei Stuttgart verweist auf Anfrage auf Infost\u00e4nde beim j\u00e4hrlich stattfindenden Christopher Street Day (CSD) in Stuttgart, bei denen Beamte Standbesucherinnen und -besucher \u00fcber verschiedene Straftaten aufkl\u00e4ren und Schutzma\u00dfnahmen vorstellen. <\/p>\n<p>Gemeinsam mit der Stabsstelle Sicherheitspartnerschaft in der Kommunalen Kriminalpr\u00e4vention der Landeshauptstadt Stuttgart (KKP) habe es zudem bereits \u00dcberlegungen gegeben, Pr\u00e4ventionsveranstaltungen zur Sicherheit im \u00f6ffentlichen Raum f\u00fcr Mitglieder der queeren Community durchzuf\u00fchren, so eine Sprecherin der Polizei. \u201eEs fanden hierzu auch Besprechungen mit Vertretungen der queeren Community statt.\u201c<\/p>\n<p> Sicherheitskurse f\u00fcr Frauen <\/p>\n<p>Die Kommunale Kriminalpr\u00e4vention der Stadt bietet dar\u00fcber hinaus einen Sicherheitskurs f\u00fcr Frauen zur Sicherheit im \u00f6ffentlichen Raum an, der durch eine Beamtin des Polizeipr\u00e4sidiums Stuttgarts und einen externen Konflikttrainer durchgef\u00fchrt wird. Dieser Kurs sei in der Vergangenheit auch schon durch weiblich gelesene Transpersonen in Anspruch genommen worden, so die Sprecherin.<\/p>\n<p> Eventreihe richtet Blick auf verschiedene Formen von Gewalt <\/p>\n<p>Die Einweihung der Regenbogen-Bank in der Stuttgarter Innenstadt fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.veranstaltungsreihe-gewalt-kann-in-stuttgart-jeden-und-jede-treffen.94f3e6ac-32d3-45d5-801b-c376ba886ffd.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u201e21 Tage gegen Gewalt\u201c<\/a> statt, zu der die Abteilung f\u00fcr Chancengleichheit der Stadt Stuttgart jedes Jahr \u00f6ffentlich einl\u00e4dt. 20 lokale Organisationen und Einrichtungen kl\u00e4ren in ihren Veranstaltungen \u00fcber unterschiedliche Formen von Gewalt auf und zeigen, welche Hilfen es in Stuttgart gibt.<\/p>\n<p>In Workshops, Vortr\u00e4gen, Diskussionen und Filmen wollen die Veranstaltenden deutlich machen, wie allgegenw\u00e4rtig Gewalt gegen Frauen und M\u00e4dchen sowie gegen queere Menschen ist \u2013 und was wir ihr entgegensetzen k\u00f6nnen. Noch bis zum 10. Dezember 2025 ist eine Teilnahme am Veranstaltungsprogramm m\u00f6glich. <\/p>\n<p> <b>Regenbogen-Bank<\/b> Nadlerstra\u00dfe\/Ecke Hirschstra\u00dfe, Stuttgart-Mitte<\/p>\n<p> <b>21 Tage gegen Gewalt<\/b> bis 10. Dezember, eine \u00dcbersicht aller Veranstaltungen finden Sie hier <a href=\"https:\/\/www.stuttgart.de\/buergerinnen-und-buerger\/chancengleichheit\/veranstaltungsreihe-chancengleichheit\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">&gt;&gt;&gt;<\/a> <\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.stuttgart.de\/buergerinnen-und-buerger\/chancengleichheit\/veranstaltungsreihe-chancengleichheit\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"In bunten Regenbogenfarben erstrahlt die frisch gestaltete Bank in der Stuttgarter Innenstadt. 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