{"id":600483,"date":"2025-11-25T06:30:38","date_gmt":"2025-11-25T06:30:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/600483\/"},"modified":"2025-11-25T06:30:38","modified_gmt":"2025-11-25T06:30:38","slug":"frankreich-brotkonsum-sinkt-baguette-steckt-in-der-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/600483\/","title":{"rendered":"Frankreich: Brotkonsum sinkt, Baguette steckt in der Krise"},"content":{"rendered":"<p>Frankreichs Gastroikone \u2013 <\/p>\n<p>Auch das noch: Das Baguette steckt in der Krise<\/p>\n<p class=\"ContentHead_lead____SsS link_regular__O0hk0 link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs\">Die Franzosen essen weniger Brot: von 700\u00a0Gramm pro Tag und Kopf zu 99\u00a0Gramm heute. Auch das franz\u00f6sische Paradebrot leidet. Nun aber l\u00e4uft eine Revolution.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/D72hieUaK12Alt1Mi9ltMu.jpg\"  width=\"100\" height=\"100\"  alt=\"Oliver Meiler\" class=\"AuthorImage_root__WCxj_ ContentMetaInfo_authorimage__Mp4LD AuthorImage_-content-head__3qDob\" style=\"background-color:#8B8B8B\"\/>Publiziert heute um 06:05 Uhr<img decoding=\"async\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/CxYwqzxaqpW9VpBw4ZuIvK.jpg\" alt=\"Fans von Frankreich tragen Baguettes auf ihren H\u00fcten vor dem Spiel Frankreich gegen \u00d6sterreich bei der UEFA Euro 2024 in D\u00fcsseldorf.\" title=\"Fans von Frankreich tragen Baguettes auf ihren H\u00fcten vor dem Spiel Frankreich gegen \u00d6sterreich bei der UEFA Euro 2024 in D\u00fcsseldorf.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#929283\"\/><\/p>\n<p>Das Klischee selbst inszeniert: Franz\u00f6sische Fussballfans vor einem Spiel ihrer Nationalmannschaft in D\u00fcsseldorf an der EM 2024.<\/p>\n<p>Foto: Kenzo Tribouillard (AFP)<\/p>\n<p><strong class=\"SummaryList_title__8uifR\">In K\u00fcrze:<\/strong><\/p>\n<ul class=\"SummaryList_list__pEa7M\">\n<li>Das \u00abBaguette de Paris\u00bb gilt trotz sinkender Beliebtheit als demokratisches Kulturgut mit Unesco-Schutz.<\/li>\n<li>Politiker m\u00fcssen den aktuellen Baguette-Preis kennen, um ihre Volksn\u00e4he zu beweisen.<\/li>\n<li>Innovative \u00abN\u00e9o-boulangeries\u00bb beleben mit Sauerteigvarianten die traditionelle franz\u00f6sische Backkunst.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Bei den Franzosen ist es wie bei allen V\u00f6lkern: Sie lassen sich nicht so gern auf Stereotypen reduzieren. Im Kopf der Welt geht jede Franz\u00f6sin, jeder Franzose mit einem Baguette unter dem Arm oder in der Einkaufstasche durchs Leben. \u00dcberzeichnet, aber nicht falsch. Oft \u00fcberlebt die Kuppe des Langbrots den Weg nach Hause nicht, weil die Versuchung einfach zu gross ist. Diese Wonne, wenn die Kruste zwischen den Z\u00e4hnen kracht, warm noch.<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Manchmal verh\u00e4lt es sich bei den Gemeinpl\u00e4tzen auch genau umgekehrt: Die h\u00fcbschen sollen bitte ewig leben. Und das \u00abBaguette de Paris\u00bb, wie man es in Frankreich nennt, weil es urspr\u00fcnglich wohl aus dem Paris des 18.\u00a0Jahrhunderts kommt, ist nun mal ein besonders sch\u00f6ner. Ein sympathisches Symbol, eine Ikone. Seit ein paar Jahren wird es <a class=\"HtmlText_root__A1OSq\" href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/das-baguette-koennte-unesco-kulturerbe-werden-722555252821\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">von der Unesco gesch\u00fctzt, als immaterielles Kulturgut<\/a>.<\/p>\n<p>Von fast drei Baguettes am Tag zu weniger als einem halben<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Nun <a href=\"https:\/\/edition.cnn.com\/2025\/11\/08\/travel\/france-baguette-uncertain-future\" class=\"HtmlText_root__A1OSq\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer nofollow\">berichtet aber CNN<\/a>, der grosse Nachrichtensender aus den USA, dass das liebste Brot der Franzosen bedroht sei. \u00abDie Zukunft des Baguettes ist ungewiss\u00bb, hiess es in dem Beitrag. Eine Alarmglocke von dr\u00fcben, schrill trotz der Ferne. Und hier gleich noch ein weiteres wahres Klischee: Die Franzosen lassen sich sehr ungern belehren. Gerade von den Amerikanern. Und gerade im Gastronomischen, also im Philosophischen.<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Der Befund aber ist richtig, wenigstens ein bisschen. Studien haben ergeben, dass der Brotkonsum der Franzosen insgesamt stark zur\u00fcckgeht. Nach dem Zweiten Weltkrieg ass man in Frankreich 700\u00a0Gramm Brot pro Kopf und pro Tag. Vor zehn Jahren waren es dann 113\u00a0Gramm, nun sind es noch 99\u00a0Gramm. In Baguettes gerechnet, in der Regel 250\u00a0Gramm schwer: von fast drei zu weniger als einem halben.<\/p>\n<p>Die totale \u00c9galit\u00e9 hinter dem Baguette<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Dass man in Baguettes rechnet, hat \u00fcbrigens auch seine statistische Bewandtnis: In Frankreich geh\u00f6rt das lange Brot in den Korb der Grundnahrungsmittel, zum Existenzinventar. Fr\u00fcher hiess es einmal, ein <a class=\"HtmlText_root__A1OSq\" href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/frankreich-streitet-um-sein-liebstes-brot-525845697753\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Baguette m\u00fcsse f\u00fcr alle erschwinglich sein<\/a>, auch f\u00fcr die \u00c4rmsten. Nach der Franz\u00f6sischen Revolution gab es ein Dekret, das vorschrieb, dass alle B\u00fcrger dasselbe Brot essen sollten: die totale \u00c9galit\u00e9 eben. \u00abLa baguette\u00bb gilt noch immer als Inbegriff des demokratischen Nahrungsmittels. Wenn franz\u00f6sische Politiker von den Medien auf ihre Bodenhaftigkeit gegrillt werden, fragt man sie meistens nach dem Preis eines Baguettes.<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Klar, der variiert. In der Provinz ist er tiefer als in Paris, im Supermarkt viel tiefer als beim B\u00e4cker. Aber wenn ein Politiker glaubhaft den Preis des Baguettes in einer B\u00e4ckerei in seinem Wahlkreis aufsagen kann, hat er schon viel gewonnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/9cXFsoar4w_Bz7BEpAO91L.jpg\" alt=\"B\u00e4cker Xavier Netry vor seiner B\u00e4ckerei \u2019Utopie\u2019 in Paris mit seiner preisgekr\u00f6nten Baguette, ausgezeichnet als beste Baguette 2024.\" title=\"B\u00e4cker Xavier Netry vor seiner B\u00e4ckerei \u2019Utopie\u2019 in Paris mit seiner preisgekr\u00f6nten Baguette, ausgezeichnet als beste Baguette 2024.\" class=\"ResponsiveImage_root__ZDz10 responsive-image\" style=\"background-color:#7C7C76\"\/><\/p>\n<p>Xavier Netry von der B\u00e4ckerei Utopie im 11. Arrondissement gewann den Preis des besten Baguettes von Paris 2024. Der Sieger darf jeweils ein Jahr lang den Palais de l\u2019\u00c9lys\u00e9e, Sitz des franz\u00f6sischen Staatspr\u00e4sidenten, mit Brot beliefern.<\/p>\n<p>Foto: AFP<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Der R\u00fcckgang des Brotverzehrs liegt zun\u00e4chst am allgemeinen Wandel der Essgewohnheiten, wie man ihn auch in anderen L\u00e4ndern beobachtet. Gerade das klassische, hellgoldene Baguette aus weissem Mehl und gew\u00f6hnlicher Hefe, das billigste, hat in kalorienbedachten Zeiten nun mal einen eher mittelm\u00e4ssig guten Ruf.<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Ausserdem wird das herk\u00f6mmliche Baguette, vor allem die Industrieware aus dem Supermarkt, schnell trocken und hart. Die Reste vom Vortag landen deshalb \u00f6fter im Abfall als die von dunkleren Versionen ohne chemische Zus\u00e4tze und ohne aufgetaute Zutaten: das normgesch\u00fctzte \u00abBaguette tradition\u00bb etwa, das \u00abBaguette de campagne\u00bb, das \u00abBaguette aux c\u00e9r\u00e9ales\u00bb.<\/p>\n<p>In Paris wird das Baguette neu erfunden<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">In den vielen innovativen B\u00e4ckereien des Landes wird mit Lust an neuem Brot geprobt, damit es wieder besser in die Zeit passt. Das meiste basiert auf lange fermentiertem Sauerteig. Der Trend ist nat\u00fcrlich vor allem in Paris gross, die Stadt will auch auf diesem Gebiet unbedingt Avantgarde sein. Sie werden \u00abN\u00e9o-boulangeries\u00bb genannt, Neub\u00e4ckereien, kleine L\u00e4den. Es gibt sie \u00fcberall, die Kunden stehen Schlange. Billig sind sie allerdings nicht, der Geist der Revolution ist schon lange verweht.<\/p>\n<p class=\"ArticleParagraph_root__lhFZo ArticleContainer_content-width__FRl7F link_focus__0ZMwx link_externalicon-big__ZdPgo link_externalicon__qcwXs ArticleElement_article-element__q93eL\">Und das Baguette sieht auch nicht mehr immer aus wie ein gew\u00f6hnliches Baguette. Oft ist es k\u00fcrzer als die \u00fcblichen 65 Zentimeter. Man isst davon vielleicht etwas weniger, daf\u00fcr bewusster. Es ist auch l\u00e4nger haltbar, das N\u00e9o-Baguette. Geblieben ist das alte, sch\u00f6ne Bild in der Strasse. Und nat\u00fcrlich das Krachen zwischen den Z\u00e4hnen.<\/p>\n<p class=\"DynamicTeaser_boxtitle__B6piN\">Der Hang zur Gastronomie in Frankreich<\/p>\n<p class=\"Feedback_root__fr_Mi ArticleContainer_content-width__FRl7F\">Fehler gefunden?<a href=\"mailto:tagesleitung.korrektorat@tamedia.ch?subject=Hinweis%20auf%20Fehler%20%7C%20Oliver%20Meiler%20%7C%20Auch%20das%20noch%3A%20Das%20Baguette%20steckt%20in%20der%20Krise&amp;body=Ich%20habe%20in%20diesem%20Inhalt%20einen%20Fehler%20entdeckt%3A%20https%3A%2F%2Fwww.tagesanzeiger.ch%2Ffrankreich-brotkonsum-sinkt-baguette-steckt-in-der-krise-315317528035\" class=\"Feedback_feedbacklink__VyDCi link_underlinelink__K5Zr0\">Jetzt melden.<\/a><\/p>\n<p>0 Kommentare<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Frankreichs Gastroikone \u2013 Auch das noch: Das Baguette steckt in der Krise Die Franzosen essen weniger Brot: von&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":600484,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,548,663,3934,3980,156,13,14,15,12],"class_list":{"0":"post-600483","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-eu","11":"tag-europa","12":"tag-europe","13":"tag-france","14":"tag-frankreich","15":"tag-headlines","16":"tag-nachrichten","17":"tag-news","18":"tag-schlagzeilen"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115608934480907311","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/600483","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=600483"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/600483\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/600484"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=600483"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=600483"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=600483"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}