{"id":601095,"date":"2025-11-25T12:30:22","date_gmt":"2025-11-25T12:30:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/601095\/"},"modified":"2025-11-25T12:30:22","modified_gmt":"2025-11-25T12:30:22","slug":"gerade-juengere-mietvertraege-sorgen-fuer-immer-mehr-druck-auf-die-mieter-%c2%b7-leipziger-zeitung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/601095\/","title":{"rendered":"Gerade j\u00fcngere Mietvertr\u00e4ge sorgen f\u00fcr immer mehr Druck auf die Mieter \u00b7 Leipziger Zeitung"},"content":{"rendered":"<p>85 Prozent der Leipziger leben in einer gemieteten Wohnung. An der Zahl hat sich in den letzten Jahren nicht wirklich viel ge\u00e4ndert. Denn f\u00fcr Wohneigentum braucht man Geld, das die meisten Leipziger gar nicht zur Verf\u00fcgung haben. Also sind sie gezwungen, sich eine Wohnung zu mieten. Und sie begegnen immer \u00f6fter sehr undurchsichtigen Praktiken, die auch das Wohnen zur Miete immer teurer machen.<\/p>\n<p>Gerade in den letzten f\u00fcnf Jahren sind etliche Vermieter auf allerlei Ideen verfallen, wie sie die gesetzlich begrenzten M\u00f6glichkeiten zur Mieterh\u00f6hung umgehen k\u00f6nnen. Auch davon erz\u00e4hlt die B\u00fcrgerumfrage 2024.<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/c3bd2d1db17045499b38eda239aab6bc.gif\" width=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2025\/11\/1\" height=\"https:\/\/www.l-iz.de\/politik\/kassensturz\/2025\/11\/1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Mit der Befristung geht es los. Denn normalerweise wei\u00df man ja beim Einzug in die Wohnung nicht, wie lange man darin wohnen wird. Ein unbefristeter Mietvertrag ist also eigentlich das Normale. Aber das hat sich in den vergangenen f\u00fcnf Jahren deutlich ge\u00e4ndert. Einige Vermieter nutzen die Knappheit am Wohnungsmarkt aus und konfrontieren die Mietanw\u00e4rter zunehmend mit Mietvertr\u00e4gen, die die Unsicherheit f\u00fcr die Mieter massiv erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>\u201eIn der \u00fcberwiegenden Mehrheit der F\u00e4lle (93 Prozent) handelt es sich um unbefristete Mietvertr\u00e4ge\u201c, beschreibt nun der Bericht zur B\u00fcrgerumfrage die zunehmende Unsicherheit am Leipziger Mietwohnungsmarkt gerade f\u00fcr Mieter mit kleinem Einkommen, die kaum M\u00f6glichkeite haben, einfach auszuweichen.<\/p>\n<p>\u201eBefristete Mietvertr\u00e4ge gehen in der Regel mit unsicherem Einkommen, befristeten Aufenthaltsverh\u00e4ltnissen oder einer Ausbildungssituation einher. So haben mit 17 Prozent vor allem Menschen ohne deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft einen befristeten Mietvertrag.<\/p>\n<p>Bei Haushalten mit unter 1.100 Euro Haushaltseinkommen ist der Anteil der befristeten Mietverh\u00e4ltnisse (8 Prozent) doppelt so hoch wie in den anderen Gehaltskategorien der Kommunalen B\u00fcrgerumfrage. In der Gruppe der Personen zwischen 18 und 34 Jahren ist der Anteil befristeter Mietverh\u00e4ltnisse ebenfalls mit 8 Prozent relativ hoch, was auf ausbildungsgebundene Unterbringungen zur\u00fcckzuf\u00fchren sein k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/mietvertragart.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-639786 size-full\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/mietvertragart.jpg\" alt=\"Die Mietvertragsart nach Wohndauer in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2024\" width=\"2250\" height=\"1115\"  \/><\/a>Die Mietvertragsart nach Wohndauer in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig, B\u00fcrgerumfrage 2024<\/p>\n<p>Womit dann schon recht klar umrissen ist, wer im Leipziger Wohnungsmarkt die schlechtesten Karten hat und auch Mietvertr\u00e4ge akzeptieren muss, die wenig R\u00fccksicht auf die wirtschaftliche Lage der Mieter nehmen.\u00a0Was auch erkl\u00e4rt, warum viele Leipziger lieber mit ihren alten Mietvertr\u00e4gen in der alten Wohnung bleiben, selbst dann, wenn sie eigentlich aufgrund ver\u00e4nderter Lebensumst\u00e4nde umziehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Index- und Staffelmietvertr\u00e4ge<\/p>\n<p>\u201eDie \u00fcberwiegende Mehrheit der Mieterinnen und Mieter in Leipzig hat einen normalen Mietvertrag ohne vertraglich festgeschriebene Preisentwicklung (78 Prozent). Beim Wohnen mit einem solchen Mietvertrag bleibt die Miete \u00fcber die Zeit grunds\u00e4tzlich stabil. Erh\u00f6hungen sind nur nach gesetzlichen Vorgaben m\u00f6glich, wie etwa im Fall einer Anpassung an die orts\u00fcbliche Vergleichsmiete in einem dynamischen Markt (\u00a7 558 BGB) oder nach einer Modernisierung (\u00a7 559 BGB).<\/p>\n<p>Erh\u00f6hungen unterliegen dabei in Leipzig der abgesenkten Kappungsgrenze, das hei\u00dft eine maximale Steigerung um 15 Prozent innerhalb von drei Jahren ist zul\u00e4ssig\u201c, beschreibt der Bericht zur B\u00fcrgerumfrage diesen klassischen Mietwohnungsmarkt.<\/p>\n<p>Aber einige Vermieter nutzen die Not eben auch dazu, um mit anderen Arten von Mietvertr\u00e4gen den Druck auf die Mieter weiter zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt jedoch weitere Mietvertragsarten mit anderen Modalit\u00e4ten. Weitere 6 Prozent der zur Miete wohnenden Haushalte haben einen Indexmietvertrag unterschrieben\u201c, kann man im Bericht zur B\u00fcrgerumfrage 2024 lesen. \u201eBei Indexmietvertr\u00e4gen nach \u00a7 557b BGB ist die Miete an den Verbraucherpreisindex beziehungsweise an die Dynamik der Inflation gekoppelt.<\/p>\n<p>Hier erfolgen Anpassungen nur bei Ver\u00e4nderungen des Index, nicht aber durch Vergleichsmieten. Erh\u00f6hungen nach Modernisierung sind dann nur eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Mit \u00e4hnlicher H\u00e4ufigkeit gibt es in Leipzig auch Mietverh\u00e4ltnisse aus Staffelmietvertr\u00e4gen (4 Prozent). Bei Staffelmietvertr\u00e4gen nach \u00a7 557a BGB steigt die Miete automatisch nach einem vertraglich festgeschriebenen Turnus um festgelegte Betr\u00e4ge, ohne dass eine weitere Begr\u00fcndung notwendig w\u00e4re.\u201c<\/p>\n<p>So weit, so sachlich. Aber die eigentliche Brisanz liegt in der Zeit, in der diese Mietvertr\u00e4ge abgeschlossen wurden: \u201eBemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die jeweilige Verteilung verschiedener Vertragsmodi nach der Dauer der Mietverh\u00e4ltnisse. W\u00e4hrend bei Mietvertr\u00e4gen mit einem Alter von elf oder mehr Jahren regul\u00e4re Mietvertr\u00e4ge mit einem Anteil von 88 Prozent dominieren, stellen sie bei den j\u00fcngeren Mietvertr\u00e4gen mit einem Alter von unter f\u00fcnf Jahren nur 69 Prozent.<\/p>\n<p>Index- (9 Prozent) und Staffelmietvertr\u00e4ge (4 Prozent) nehmen hier in der Gruppe der j\u00fcngeren Vertr\u00e4ge einen gr\u00f6\u00dferen Teil ein, was ein Indiz f\u00fcr eine wachsende Bedeutung dieser dynamischen Vertragsarten sein kann. Bemerkenswert ist jedoch auch, dass vor allem Haushalte mit Mietverh\u00e4ltnissen mit einer Dauer von aktuell unter f\u00fcnf Jahren keine Auskunft zur Art des Vertrages geben konnten (wei\u00df nicht: 13 Prozent).\u201c<\/p>\n<p>Als wenn es nicht schon gen\u00fcgen w\u00fcrde, dass die Arbeitswelt immer unsicherer wird und Zukunftsplanungen gerade f\u00fcr junge Leute immer schwieriger, sorgen Vermieter mit ausgefeilten Mietvertr\u00e4gen daf\u00fcr, dass auch der Druck beim Wohnen w\u00e4chst. Keine guten Voraussetzungen: weder f\u00fcr eine sichere Familienplanung noch f\u00fcr eine Konzentration auf die berufliche Karriere.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"85 Prozent der Leipziger leben in einer gemieteten Wohnung. 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