{"id":60152,"date":"2025-04-25T13:03:16","date_gmt":"2025-04-25T13:03:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/60152\/"},"modified":"2025-04-25T13:03:16","modified_gmt":"2025-04-25T13:03:16","slug":"aufruestung-der-eu-europas-schwieriger-weg-zum-wehrhaften-stachelschwein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/60152\/","title":{"rendered":"Aufr\u00fcstung der EU: Europas schwieriger Weg zum wehrhaften Stachelschwein"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t      \t\t            \t\t             \t\t\t\t   \t\t\t\t\t   <img decoding=\"async\" id=\"article-image\" fetchpriority=\"high\" alt=\"Aufr\u00fcstung der EU: Europas schwieriger Weg zum wehrhaften Stachelschwein\" title=\"Aufr\u00fcstung der EU: Europas schwieriger Weg zum wehrhaften Stachelschwein\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/media.media.e8108893-716d-46df-a5bd-bb02c75556bd.16x9_700.jpg\" data-linkto=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/javascript:void(0);\"\/>\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\t\tViele EU-Staaten haben F-35-Kampfjets gekauft. Doch inzwischen gibt es  Zweifel an der Verl\u00e4sslichkeit der USA im Krisenfall \u2013 und damit auch an den Flugzeugen.\u00a0Foto: dpa\t\t\t<\/p>\n<p>Europa will aufr\u00fcsten und sich in Sachen Verteidigung von den USA l\u00f6sen. Bisher gibt es viele Pl\u00e4ne, aber wenige konkrete Schritte. Die bereits gekauften amerikanischen F-35-Kampfjets k\u00f6nnten im Extremfall zum Problem werden.<\/p>\n<p> Europa will zum st\u00e4hlernen Stachelschwein werden. Friedlich lebend, aber gef\u00e4hrlich und unverdaulich f\u00fcr m\u00f6gliche Angreifer. Dieses nette und doch martialische Bild benutzt EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, wenn sie die angestrebte <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Verteidigung\" title=\"Verteidigung\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Verteidigung<\/a>sf\u00e4higkeit der Union beschreibt. Also beginnt Europa, seine Verteidigungsausgaben massiv zu erh\u00f6hen. Ausl\u00f6ser daf\u00fcr sind nicht nur der \u00dcberfall Russlands auf die Ukraine und <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.generalinspekteur-breuer-ich-glaube-dass-sich-russland-im-krieg-mit-uns-sieht.41f2198c-3a84-45dd-807e-3dacb533bec3.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">die hybriden Angriffe auf die EU-Staaten<\/a>. Den Prozess wesentlich beschleunigt hat der beginnende Abschied der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/USA\" title=\"USA\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">USA<\/a> aus der westlichen Werte- und Verteidigungsgemeinschaft. Europa ist zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg gefordert, seine Verteidigung ohne amerikanische Unterst\u00fctzung zu organisieren.<\/p>\n<p>Viele Pl\u00e4ne und noch mehr Abk\u00fcrzungen <\/p>\n<p>Doch der Weg zum Stachelschwein ist lang und im Moment k\u00f6nnen allenfalls ehrgeizige Pl\u00e4ne pr\u00e4sentiert werden. So versammeln sich hinter der \u00dcberschrift \u201eReArm Europe\u201c verschiedene Programme, bei denen die EU vor allem ihrer gro\u00dfen Schw\u00e4che f\u00fcr Abk\u00fcrzungen freien Lauf gelassen hat. Hinter dem Akronym EDIPRA (European Defence Industry Reinforcement through common Procurement Act) verbirgt sich die gemeinsame Beschaffung von Waffensystemen. Im Rahmen von ASAP (Act in Support of Ammunition Production) sollen Engp\u00e4sse bei der Produktion von Artilleriegranaten \u00fcberwunden werden. Und \u00fcber SAFE (Security Action for Europe) soll die Vergabe zinsg\u00fcnstiger Kredite geregelt werden.<\/p>\n<p>Am Donnerstag hat das Europaparlament nun seine Position zum Programm f\u00fcr die europ\u00e4ische Verteidigungsindustrie (EDIP) festgezurrt. Nach Worten des CDU-Abgeordneten Michael Gahler soll damit langfristig die Kooperation der Mitgliedstaaten im Bereich Verteidigung verbessert werden. \u201eEDIP wird einen effektiveren Einsatz europ\u00e4ischer Steuergelder erm\u00f6glichen und auch die Versorgungssicherheit im Verteidigungsbereich verbessern\u201c, ist der au\u00dfenpolitische Sprecher der konservativen EVP-Fraktion im Parlament \u00fcberzeugt.<\/p>\n<p>Geld ist nicht mehr das zentrale Problem <\/p>\n<p>Im Dschungel all der Programme wird deutlich, dass Geld inzwischen nicht mehr das zentrale Problem ist. Bestes Beispiel: Deutschland. Mit dem Beschluss des Bundestags, praktisch unbegrenzt neue Schulden f\u00fcr die Verteidigung aufnehmen zu d\u00fcrfen, will die k\u00fcnftige Regierung massiv in die F\u00e4higkeiten der Bundeswehr investieren. Wesentlich komplizierter ist die Frage der Koordination europ\u00e4ischer Projekte zwischen den einzelnen EU-Staaten. Nichts scheint sinnvoller, als einen europ\u00e4ischen Panzer oder ein Flugzeug zu entwickeln, doch das scheiterte bis jetzt an der Realit\u00e4t. Denn das bedeutet, dass nationale Hersteller zur\u00fcckstecken m\u00fcssten, wozu diese nicht bereit sind. <\/p>\n<p>Diese Egoismen verhindern seit Jahrzehnten etwa den Bau eines gemeinsamen Kampfjets. Zurzeit laufen zwei Projekte zur Entwicklung eines Flugzeugs der 6. Generation: das SCAF (Future Air Combat System), ein deutsch-franz\u00f6sisch-spanisches Projekt, und das GCAP (Global Combat Air Programme), ein italienisch-britisches Projekt. Nicht nur der ehemalige EZB-Chef Mario Draghi fordert in seinem vielzitierten Bericht \u00fcber die gravierenden Defizite innerhalb der Europ\u00e4ischen Union ein Ende der nationalen Egoismen und weniger Doppelungen bei wichtigen Verteidigungsprojekten.<\/p>\n<p>Europa hat sich lange auf die USA verlassen <\/p>\n<p>Europa konnte sich diesen kostspieligen Schlendrian leisten, weil viele Staaten auf US-amerikanische Waffensysteme zur\u00fcckgreifen konnten. Im Fall der Kampfjets ist das die F-35 von Lockheed Martin. Das tat auch Deutschland, das f\u00fcr zehn der insgesamt 100 Milliarden Euro aus dem sogenannten Sonderverm\u00f6gen f\u00fcr die Bundeswehr F-35-Maschinen bestellte. Das war allerdings vor dem Wahlsieg des US-Pr\u00e4sidenten <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Donald_Trump\" title=\"Donald Trump\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Donald Trump<\/a>, der die Unterst\u00fctzung selbst f\u00fcr seine engsten Partner in Frage stellt. Das Problem: Der Betrieb der F-35 ist von amerikanischer Wartung abh\u00e4ngig, so sind etwa regelm\u00e4\u00dfig Software-Updates erforderlich. \u201eDas bedeutet, die K\u00e4ufer dieser extrem kostspieligen Produkte brauchen komplette Sicherheit, dass das Verk\u00e4uferland kooperativ bleibt und die Software-Updates somit auch zur Verf\u00fcgung gestellt werden\u201c, schreibt die Sicherheitsexpertin Elisabeth Braw in \u201eForeign Policy\u201c. Das hei\u00dft, im Extremfall k\u00f6nnten die F-35 von den Amerikanern bei ihren Interessen zuwider laufenden Einsatzpl\u00e4nen schlicht abgeschaltet werden. <\/p>\n<p>F\u00fcr die Ukraine ist dieses Horrorszenario im \u00dcberlebenskampf bittere Realit\u00e4t geworden. Die USA stoppten die \u00dcbermittlung von Aufkl\u00e4rungsdaten, die f\u00fcr die Programmierung der von ihnen an Kiew gelieferten Himars-Mehrfachraketenwerfer n\u00f6tig sind. Diese aber sind f\u00fcr die Verteidigung des Landes gegen russische Angriffe von zentraler Bedeutung.<\/p>\n<p> Die Tornados der Bundeswehr m\u00fcssen ersetzt werden <\/p>\n<p>Europa h\u00e4ngt in diesem Fall allerdings nicht nur milit\u00e4rtechnisch von den USA ab. Denn die F-35-Jets sind auch Teil eines komplexen politischen Systems, zu dem die Teilhabe Deutschlands an der nuklearen Abschreckung geh\u00f6rt \u2013 ein Abschreckungskonzept der <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Nato\" title=\"Nato\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nato<\/a>, bei dem Verb\u00fcndete im Kriegsfall Zugriff auf US-Atombomben haben. Aus diesem Grund h\u00e4lt Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius am geplanten Kauf der Kampfflugzeuge fest. Aktuell sind die Tornados der Bundeswehr daf\u00fcr vorgesehen, diese Bomben zu transportieren. Aber nach mehr als 40 Jahren im Dienst soll der letzte der Jets sp\u00e4testens 2030 ausgemustert werden. \u201eNur die F-35 k\u00f6nnen zeitgerecht die L\u00fccke schlie\u00dfen, die Ende des Jahrzehnts entsteht, wenn die Tornados an ihre Altersgrenze kommen\u201c, betont Pistorius.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Viele EU-Staaten haben F-35-Kampfjets gekauft. 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