{"id":601722,"date":"2025-11-25T18:21:18","date_gmt":"2025-11-25T18:21:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/601722\/"},"modified":"2025-11-25T18:21:18","modified_gmt":"2025-11-25T18:21:18","slug":"klimakleber-muessen-403-000-euro-an-lufthansa-zahlen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/601722\/","title":{"rendered":"&#8218;Klimakleber&#8216; m\u00fcssen 403.000 Euro an Lufthansa zahlen"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t\t\t<strong><\/p>\n<p>Die Blockade des Hamburger Flughafens im Juli 2023 kommt zehn Aktivisten der &#8222;Letzten Generation&#8220; teuer zu stehen. Das LG Hamburg verurteilte sie als Gesamtschuldner zur Zahlung von Schadensersatz an die Lufthansa.<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>Wegen einer Aktion am Hamburger Flughafen im Sommer 2023 m\u00fcssen zehn Aktivisten der &#8222;Letzten Generation&#8220; mehr als 403.000 Euro Schadensersatz an die Lufthansa Group zahlen. Das <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/gerichte\/aktuelle-urteile-und-adresse\/landgericht-hamburg\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noopener\">Landgericht (LG) Hamburg<\/a> hat einer entsprechenden Schadensersatzklage der Lufthansa stattgegeben und die Aktivisten als Gesamtschuldner verurteilt (Urt. v. 20.11.2025, Az. 325 O 168\/24). Das best\u00e4tigte eine Sprecherin des Gerichts LTO auf Anfrage. Zuerst hatte <a href=\"https:\/\/www.bild.de\/politik\/inland\/klima-kleber-verknackt-400-000-euro-strafe-oder-haft-69258022ed2b4653d17dfdff\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noreferrer noopener\">Bild<\/a> berichtet.<\/p>\n<p>In dem Verfahren ging es um eine Aktion der Gruppe im Juli 2023 auf dem Hamburger Flughafen. Mitten in der Ferienzeit legten sie den Airport f\u00fcr rund vier Stunden lahm, <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/nachrichten\/n\/flughafenblockade-letzte-generation-debatte-bewertung-zivilrecht-strafrecht\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noopener\">LTO berichtete<\/a>. Laut Bild waren 8.500 Passagiere der Lufthansa-T\u00f6chter Swiss, Austrian und Brussels Airlines betroffen, 57 Fl\u00fcge seien ausgefallen. Marco Buschmann (FDP), seinerzeit Bundesjustziminister, <a href=\"https:\/\/x.com\/MarcoBuschmann\/status\/1679406208275423235\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noreferrer\">twitterte<\/a> zu der Aktion, die Blockierer m\u00fcssten wohl &#8222;mit millionenschweren Schadenersatzforderungen rechnen&#8220;.\u00a0<\/p>\n<p>Ganz so arg kam es nun nicht, gleichwohl geht es allein f\u00fcr den zugesprochenen Schadensersatz immerhin um eine sechsstellige Gesamtsumme. Laut Bild geht es konkret um gut 207.000 Euro f\u00fcr Zahlungen an Flugg\u00e4ste, rund 190.000 Euro Euro f\u00fcr entgangenen Gewinn sowie knapp 5.000 Euro f\u00fcr Mehrverbrauch von Kerosin und weitere Versp\u00e4tungskosten.<\/p>\n<p>LG: Zweck heiligt nicht die Mittel<\/p>\n<p>Materiellrechtlich geht es um eine Verletzung des Rechts am eingerichteten und ausge\u00fcbten Gewerbebetrieb. Dieses Recht f\u00e4llt unter die von \u00a7 823 Abs. 1 BGB gesch\u00fctzten &#8222;sonstigen Rechte&#8220;. Soweit \u00a7 823 Abs. 1 BGB gerade nicht das Verm\u00f6gen als solches sch\u00fctzt, muss sich ein solcher Eingriff nach objektivem Ma\u00dfstab spezifisch gegen den Betrieb und seine Organisation oder gegen die unternehmerische Entscheidungsfreiheit richten. Dies bejahte die Kammer hier.\u00a0<\/p>\n<p>Jedenfalls n\u00f6tig ist bei diesem absoluten Recht eine Gesamtabw\u00e4gung im Einzelfall dahingehend, ob eine rechtswidrige Verletzung vorliegt. Das Gericht teilte LTO mit, wie die Kammer diesbez\u00fcglich argumentiert: &#8222;Unabh\u00e4ngig davon, dass die Blockadeaktion Ausdruck des Protests f\u00fcr ein nicht nur legitimes, sondern f\u00fcr den Fortbestand der menschlichen Gesellschaft in ihrer heutigen Form ein unabdingbares Ziel sei, h\u00e4tten die Beklagten ihren Protest eine Art der Durchf\u00fchrung gew\u00e4hlt \u2013 so das Gericht \u2013, die den legalen Gesch\u00e4ftsbetrieb der Luftfahrtunternehmen unangemessen beeintr\u00e4chtigt haben und hierbei unter bewusster \u00dcberschreitung strafrechtlicher Grenzen agiert.&#8220;<\/p>\n<p>1,1 Millionen Euro Gesamtstreitwert<\/p>\n<p>Die Kammer verurteilte die Aktivisten zudem unter Androhung von Ordnungsmitteln zur Unterlassung weiterer Beeintr\u00e4chtigungen des Flugbetriebes. Hinzu kommen au\u00dfergerichtliche Rechtsanwaltskosten von gut 6.800 Euro sowie Prozesszinsen und -kosten. Beziffert sind diese noch nicht, sie werden ausgehend von einem Streitwert von 700.000 Euro berechnet. Der Streitwert f\u00fcr das gesamte Verfahren wurde auf 1,1 Millionen Euro festgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Die Blockadeaktionen der &#8222;Letzten Generation&#8220; waren 2022 und 2023 eines der umstrittensten gesellschaftspolitischen und juristischen Themen. <a href=\"https:\/\/www.lto.de\/recht\/hintergruende\/h\/blockade-letzte-generation-flughafen-deliktsrecht-schadensersatz\" target=\"_blank\" class=\"external-link-new-window\" rel=\"noopener\">Haftungsfragen wurden auch bei LTO intensiv diskutiert<\/a>. Seither ist die Debatte weitgehend abgeflacht, doch mit dem Hamburger Urteil sind jedenfalls weitere Diskussionen zu erwarten. Auch weitere Klageverfahren erscheinen denkbar.<\/p>\n<p>jb\/LTO-Redaktion<\/p>\n<p>Zitiervorschlag<\/p>\n<p id=\"citeArticleContent\">\n<p>\t\t\t\t\tWegen Blockade des Hamburger Flughafens:<\/p>\n<p>\t\t\t\t\t. In: Legal Tribune Online,<br \/>\n\t\t\t\t\t25.11.2025<br \/>\n\t\t\t\t\t, https:\/\/www.lto.de\/persistent\/a_id\/58712 (abgerufen am:<br \/>\n\t\t\t\t\t25.11.2025<br \/>\n\t\t\t\t\t)\n\t\t\t\t<\/p>\n<p>\t\t\t\tKopieren<br \/>\n\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.lto.de\/rechtliches\/zitierhinweise\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Infos zum Zitiervorschlag<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Blockade des Hamburger Flughafens im Juli 2023 kommt zehn Aktivisten der &#8222;Letzten Generation&#8220; teuer zu stehen. Das&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":601723,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[590,1011,29,30,1014,692,1015,14,15,1009,1012,1010,1013],"class_list":{"0":"post-601722","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-aktuell","9":"tag-branchennews","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-gesetzgebung","13":"tag-hamburg","14":"tag-justiz","15":"tag-nachrichten","16":"tag-news","17":"tag-recht","18":"tag-rechtsinformationen","19":"tag-rechtsnews","20":"tag-rechtsprechung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115611728933486283","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/601722","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=601722"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/601722\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/601723"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=601722"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=601722"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=601722"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}