{"id":601985,"date":"2025-11-25T20:49:18","date_gmt":"2025-11-25T20:49:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/601985\/"},"modified":"2025-11-25T20:49:18","modified_gmt":"2025-11-25T20:49:18","slug":"zukunft-von-europas-raumfahrt-unabhaengigkeit-und-wachstum-esa-will-in-bremen-rekord-etat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/601985\/","title":{"rendered":"Zukunft von Europas Raumfahrt: Unabh\u00e4ngigkeit und Wachstum: Esa will in Bremen Rekord-Etat"},"content":{"rendered":"<p class=\"paragraph article__item\"><a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/europa\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europas<\/a> Raumfahrt muss aufholen &#8211; so sieht es der Chef der europ\u00e4ischen Raumfahrtbeh\u00f6rde Esa, Josef Aschbacher. Die Aufholjagd soll auch mit deutlich mehr Geld gewonnen werden, um unabh\u00e4ngiger zu werden und zu verhindern, dass Teile der Weltraumbranche aus Europa abwandern.\n<\/p>\n<p>Aktuelles<\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/2025\/49\/josef-aschbacher-raumfahrt-esa-weltall-mars\" data-ct-label=\"Josef Aschbacher: &quot;Europa k\u00f6nnte Astronauten mit eigenen Raketen ins All bringen&quot;\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Josef Aschbacher:<br \/>\n                        &#8222;Europa k\u00f6nnte Astronauten mit eigenen Raketen ins All bringen&#8220;<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/2025-11\/digitalgipfel-eu-friedrich-merz\" data-ct-label=\"Digitalgipfel in Berlin: Merz und Macron werben f\u00fcr digitale Unabh\u00e4ngigkeit von USA und China\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Digitalgipfel in Berlin:<br \/>\n                        Merz und Macron werben f\u00fcr digitale Unabh\u00e4ngigkeit von USA und China<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p>                <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/digital\/internet\/2025-11\/milliardeninvestition-google-deutschland-rechenzentrum-ki-lars-klingbeil\" data-ct-label=\"Milliardeninvestition von Google: Das Gegenteil von Abnabeln\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>                        Milliardeninvestition von Google:<br \/>\n                        Das Gegenteil von Abnabeln<\/p>\n<p>                <\/a><\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Genau darum soll es bei der Esa-Ministerratstagung in <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/bremen\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Bremen<\/a> gehen. Wenn die Ministerinnen und Minister der Esa-L\u00e4nder am 26. und 27. November in der Hansestadt zusammenkommen, beschlie\u00dfen sie das Drei-Jahres-Budget f\u00fcr Europas Raumfahrtagentur.\n<\/p>\n<p>                Warum wird in Bremen verhandelt?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Deutschland hat bei der vergangenen Esa-Ministerratskonferenz 2022 in Paris offiziell den Esa-Ratsvorsitz von <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/frankreich\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Frankreich<\/a> \u00fcbernommen und richtet deshalb das Treffen der 23 Mitgliedsstaaten aus. Die Wahl fiel schlie\u00dflich auf Bremen &#8211; neben Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg der bedeutendste Raumfahrstandort in Deutschland.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">In Bremen sind rund 140 Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt t\u00e4tig, darunter Airbus, ArianeGroup und OHB. Sie machen j\u00e4hrlich vier Milliarden Euro Umsatz &#8211; unter anderem mit Satelliten f\u00fcr das europ\u00e4ische Navigationssystem Galileo, der Oberstufe der Ariane 6 Rakete und mit dem Europ\u00e4ischen Service Modul (ESM) f\u00fcr das Orion-Raumschiff der Nasa. Zudem ist Bremen mit dem Sitz verschiedener Institute des <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/deutsches-zentrum-fuer-luft-und-raumfahrt\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Deutschen Zentrums f\u00fcr Luft- und Raumfahrt<\/a> (DLR) ein wichtiger Wissenschaftsstandort.\n<\/p>\n<p>                Wer kommt zur Konferenz nach Bremen?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Zur Konferenz werden Delegationen aus allen 23 Mitgliedsl\u00e4ndern anreisen. Darunter sind Ministerinnen und Minister, Ministerialbeamte und Vertretungen aus den Fachabteilungen sowie Mitarbeiter der nationalen Raumfahrtagenturen. Die Veranstalter rechnen mit rund 500 Teilnehmenden.\n<\/p>\n<p>        Um wie viel Geld geht es?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Esa-Chef Aschbacher hat ein Budget von 22 Milliarden Euro vorgeschlagen. Das w\u00e4re auch inflationsbereinigt noch einmal mehr als das derzeitige Drei-Jahres-Budget. 2022 hatten sich die Mitgliedsl\u00e4nder auf rund 17 Milliarden Euro geeinigt &#8211; und schon das war ein Rekordhoch. Traditionell f\u00e4llt der Haushalt am Ende etwas geringer aus als vom Esa-Chef vorgeschlagen.\n<\/p>\n<p>        Welche Summe steuert Deutschland bei?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der genaue Betrag wird auf der Konferenz verhandelt. Grunds\u00e4tzlich gilt: Wer viel einzahlt, bekommt auch viel zur\u00fcck \u2013 in Form von Auftr\u00e4gen an Unternehmen oder f\u00fcr Forschungen im eigenen Land. Bei der vergangenen Konferenz beteiligte sich Deutschland mit 3,5 Milliarden Euro, diesmal d\u00fcrfte es deutlich mehr sein. Traditionell steuern Deutschland und Frankreich am meisten Geld zum Esa-Budget bei.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Die L\u00e4nder Bayern, <a class=\"rtr-entity\" href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/baden-wuerttemberg\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Baden-W\u00fcrttemberg<\/a> und Bremen fordern sechs Milliarden Euro. \u00abHier h\u00f6ren wir gute Signale von der Bundesregierung, sehen aber auch, dass zur Erreichung unserer Ziele noch ein St\u00fcck fehlt\u00bb, sagte ein Sprecher des Bremer Wirtschaftsressorts.\u00a0\n<\/p>\n<p>                        Warum will die Esa mehr Geld?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00abWir m\u00fcssen wirtschaftlich aufholen\u00bb, meint Esa-Leiter Aschbacher. In Europa seien die Investitionen in die Raumfahrt viel geringer als in den USA. Und von den globalen Investitionen landeten nur 10 Prozent hier, obwohl Europas Raumfahrtwirtschaft global gesehen etwa 20 Prozent ausmache.\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00abWir sind deshalb wirklich im R\u00fcckstand. Wir m\u00fcssen einen Gang zulegen und wir m\u00fcssen das jetzt tun\u00bb, sagt Aschbacher. Der Esa-Chef sieht die Raumfahrt nicht nur als Wachstumsbranche. Es geht ihm auch darum, Personal und Firmen in Europa zu halten.\n<\/p>\n<p>        Was hat das mit Unabh\u00e4ngigkeit im All zu tun?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Beim Budget geht es auch um strategische \u00dcberlegungen. \u00abWir haben einige Bereiche, wo wir abh\u00e4ngig sind von anderen Staaten und da m\u00fcssen wir mehr Autonomie und Unabh\u00e4ngigkeit schaffen\u00bb, betont Aschbacher. Daf\u00fcr brauche es auch mehr Investitionen in die eigene Technologie.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Der Esa-Chef sieht die geopolitische Lage als einen ma\u00dfgeblichen Treiber der Budget-Verhandlungen. In den vergangenen Jahren war der Druck auf die Esa gewachsen, eigenst\u00e4ndiger zu werden. Infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine konnte Europa die russischen Sojus-Raketen nicht mehr nutzen. Wegen weiterer Probleme mit Raketen musste man zwischenzeitlich Missionen mit der US-Firma SpaceX von Elon Musk ins All bringen.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr ein Ticket zum Mond setzt Europa auf die USA. Einen eigenen Zugang zum All f\u00fcr die bemannte Raumfahrt gibt es ohnehin nicht. Eigentlich ist die Nasa ein sehr enger Partner der Esa, weil mit US-Pr\u00e4sident Donald Trump aber die Verl\u00e4sslichkeit getroffener Abmachungen und das Interesse an gemeinsamem Vorgehen infrage gestellt scheint, ist die Dringlichkeit noch einmal gr\u00f6\u00dfer, eigenst\u00e4ndiger zu werden. Auch f\u00fcr die Sicherheit in Europa ist Autonomie in der Raumfahrt ein Faktor.\n<\/p>\n<p>        Welche Vorhaben sollen finanziert werden und was n\u00fctzt das?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bei der Tagung geht es darum, wie die Esa sich f\u00fcr die kommenden Jahre strategisch aufstellen will. Schwerpunkte sind neben Wettbewerbsf\u00e4higkeit und einer st\u00e4rkeren Autonomie auch ganz klassische Ziele wie der Schutz des Planeten und das Erforschen des Alls.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Allgemein arbeitet die Esa an zahlreichen Vorhaben im Weltraum von Wettersatelliten \u00fcber Wissenschaftsprojekte zu den Geheimnissen des Alls bis hin zu bemannten Missionen auf der Internationalen Raumstation ISS. Auf der Erde profitieren wir von der Raumfahrt etwa durch besseren Katastrophenschutz oder pr\u00e4zisere Navigation.\n<\/p>\n<p>                        Was erhofft sich Bremen von der Konferenz?        <\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt hofft, dass die Mitgliedsl\u00e4nder Einigkeit demonstrieren. \u00abIch erwarte von der Esa-Ministerratskonferenz in erster Linie kluge, strategische Entscheidungen, die den Nutzen der Raumfahrt f\u00fcr die Menschen weiter erh\u00f6hen\u00bb, sagte die Linken-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur dpa. \u00abOhne Raumfahrtindustrie geht heutzutage gar nichts mehr.\u00bb\u00a0\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">F\u00fcr Bremen als Raumfahrtstandort w\u00e4re es unter anderem wichtig, dass in die Zukunft der Tr\u00e4ger wie Ariane 6, in Satelliten zur Erdbeobachtung und zum Klimaschutz sowie in das Artemis-Programm &#8211; also in die bemannte Raumfahrt zum Mond &#8211; investiert wird.\n<\/p>\n<p class=\"paragraph article__item\">\u00a9 dpa-infocom, dpa:251125-930-336472\/2<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europas Raumfahrt muss aufholen &#8211; so sieht es der Chef der europ\u00e4ischen Raumfahrtbeh\u00f6rde Esa, Josef Aschbacher. 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