{"id":602002,"date":"2025-11-25T20:58:20","date_gmt":"2025-11-25T20:58:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/602002\/"},"modified":"2025-11-25T20:58:20","modified_gmt":"2025-11-25T20:58:20","slug":"internationaler-gedenktag-demo-in-stuttgart-hunderte-protestieren-gegen-gewalt-an-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/602002\/","title":{"rendered":"Internationaler Gedenktag: Demo in Stuttgart: Hunderte protestieren gegen Gewalt an Frauen"},"content":{"rendered":"<p>Jede dritte Frau in Deutschland erf\u00e4hrt mindestens einmal in ihrem Leben k\u00f6rperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt \u2013 diese reicht von Bel\u00e4stigung, Schl\u00e4gen und Vergewaltigungen bis hin zu Femiziden. Laut Bundeskriminalamt wurden im vergangenen Jahr 558 frauenfeindliche Straftaten registriert \u2013 das entspricht einem Anstieg von 73,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch in Baden-W\u00fcrttemberg steigen die Zahlen. <\/p>\n<p>Im Sicherheitsberichts 2024 des Innenministeriums wurden 18.538 Frauen erfasst, die von h\u00e4uslicher Gewalt betroffen waren, 5.575 Frauen wurden Opfer von Sexualstraftaten. Die Dunkelziffer liegt Sch\u00e4tzungen zufolge jedoch weitaus h\u00f6her. 37 Frauen kamen im Jahr 2024 durch einen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Femizid\" title=\"Femizid\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Femizid<\/a> ums Leben. Damit wurden 27,4 Prozent mehr Frauen und M\u00e4dchen als im Vorjahr Opfer eines T\u00f6tungsdelikts. <\/p>\n<p>Demonstration gegen Gewalt an Frauen in <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stuttgart<\/a> <\/p>\n<p>Am Dienstag, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, fanden weltweit Demonstrationen statt. Auch in der Stuttgarter Innenstadt kamen am Dienstagabend zahlreiche Menschen zusammen, um an die Opfer patriarchaler Gewalt zu erinnern und auf die prek\u00e4re Situation vieler Frauen aufmerksam zu machen.<\/p>\n<p>Zu der Kundgebung am <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Wilhelmsplatz\" title=\"Wilhelmsplatz\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wilhelmsplatz<\/a> in Stuttgart-Mitte und dem anschlie\u00dfenden Demonstrationszug durch die Innenstadt hatte das Stuttgarter \u201eAktionsb\u00fcndnis 8. M\u00e4rz\u201c aufgerufen. Mit Aktionen, Veranstaltungen und Demonstrationen macht das B\u00fcndnis regelm\u00e4\u00dfig auf Missst\u00e4nde und prek\u00e4re Situationen von Frauen, trans, inter, nicht-bin\u00e4ren und agender Personen in der Gesellschaft aufmerksam \u2013 unter anderem auch am namensgebenden Internationalen Frauenkampftag (8. M\u00e4rz).<\/p>\n<p>Mehrere hundert Menschen nehmen an <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/thema\/Demo\" title=\"Demo\" class=\"art_thema\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Demo<\/a> in Stuttgart teil <\/p>\n<p>Schon zum Start der Kundgebung am fr\u00fchen Dienstagabend versammelten sich zahlreiche Menschen auf dem Wilhelmsplatz. Die Veranstalter sprachen von bis zu 500 erwarteten Teilnehmenden. Die Polizei Stuttgart best\u00e4tigte auf Anfrage eine Teilnehmerzahl von mehreren hundert Personen. Diese brachten ihren Protest unter anderem mit Schildern und Bannern zum Ausdruck. <\/p>\n<p>Unter dem Motto \u201eWe fight back \u2013 Trauer, Wut, Widerstand\u201c machten die Demonstrierenden ihren Forderungen friedlich Luft. \u201eEs ist wichtig, dass wir darauf aufmerksam machen, dass auf der ganzen Welt Genozide und Femizide passieren\u201c, sagte Aida aus Stuttgart, die mit einem selbstgestalteten Schild zur Demo gekommen war. \u201eGegen diese Gewalt m\u00fcssen wir zusammenhalten. Damit setzen wir ein Zeichen in der \u00d6ffentlichkeit. Ich w\u00fcnsche mir, dass auch die Politik auf unsere Forderungen reagiert.\u201c <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.e66254bd-e88c-4a0b-a7e3-5443dc790019.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Demonstrierenden versammelten sich zu einer Kundgebung am Wilhelmsplatz in Stuttgart-Mitte.    Foto: Lichtgut\/Christoph Schmidt    <\/p>\n<p>Bei der Kundgebung auf dem Wilhelmsplatz stand vor allem ein Thema in Vordergrund: die sowohl in Stuttgart als auch bundesweit geplanten Haushaltsk\u00fcrzungen. \u201eIn Stuttgart steigen Kitageb\u00fchren drastisch, w\u00e4hrend gleichzeitig Beratungsstellen f\u00fcr Wohnungslose, Gefl\u00fcchtete, Jugendliche und andere sozial und finanziell Bed\u00fcrftige gek\u00fcrzt werden\u201c, so eine Vertreterin des Vereins Frauen helfen Frauen e.V. bei der Kundgebung. Derweil zeigten aktuelle Entwicklungen, dass mehr Beratungsangebote ben\u00f6tigt w\u00fcrden, nicht weniger. <\/p>\n<p> Teilnehmende demonstrieren gegen patriarchale Gewalt <\/p>\n<p>Patriarchale Gewalt sei keine Frage der Herkunft oder des Bildungsabschlusses, erg\u00e4nzt Karolina Kleiner, Sprecherin des Aktionsb\u00fcndnis 8. M\u00e4rz. \u201eSolange keine pr\u00e4ventive Aufkl\u00e4rung in unserer Gesellschaft stattfindet, der fortschreitende Sozialabbau Frauen in finanzielle Abh\u00e4ngigkeit von ihren Partnern h\u00e4lt und Betroffenen kaum Hilfsangebote zur Verf\u00fcgung stehen, wird sich die Gewalt weiter zuspitzen\u201c, so die Aktivistin. <\/p>\n<p>Die Sorgen der Menschen in Zeiten von massivem Stellenabbau in der deutschen Wirtschaft, steigenden Preisen f\u00fcr Lebensmittel und Wohnen b\u00f6ten zudem N\u00e4hrboden f\u00fcr rechtsextremes Gedankengut. Das Aktionsb\u00fcndnis k\u00e4mpfe f\u00fcr einen grundlegenden Wandel.<\/p>\n<p>\u201eUnser Widerstand richtet sich gegen die gesellschaftlichen Missst\u00e4nde und politische Fehlentscheidungen\u201c, so eine Sprecherin auf der Kundgebung. Diese f\u00fchre zur Versch\u00e4rfung der Situation von Frauen, trans, inter, nonbin\u00e4ren und agender Personen in unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Auch internationale Kriege, Genozide und die steigende Gewalt gegen Frauen wurden bei der Auftaktkundgebung thematisiert. Dabei kamen unter anderem der Arbeitskreis Autonome Frauenprojekte zu Wort. Die Sprecherinnen kritisierten ein System, das \u201ees bevorzugt, Geld mit Kriegen und Genoziden zu verdienen, anstatt patriarchale Gewalt und Femizide zu stoppen\u201c.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.8d8e14e0-a005-4bea-b906-5eae669f6684.original1024.media.jpeg\"\/>     LaFuchsia Kollektiva bei der \u201eWut-Performance\u201c.    Foto: Lichtgut\/Christoph Schmidt    <\/p>\n<p>Begleitet wurde die Kundgebung von einer \u201eWut-Performance\u201c des Stuttgarter K\u00fcnstler*innenkollektivs LaFuchsia Kollektiva e.V. zum Thema geschlechterspezifische Gewalt sowie musikalischen Beitr\u00e4gen des feministischen Chors. <\/p>\n<p>Im Anschluss an die Kundgebung zog der Demonstrationszug in Begleitung von Einsatzkr\u00e4ften der Polizei \u00fcber die Eberhardstra\u00dfe und die Marktstra\u00dfe in Richtung Schlossplatz. Die Hauptst\u00e4tter Stra\u00dfe am Wilhelmsplatz sowie die Eberhardstra\u00dfe wurden daf\u00fcr kurze Zeit abgesperrt.<\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.a1dc6105-2d2b-407b-8bf7-ca46b92f63fb.original1024.media.jpeg\"\/>     Der Demozug zog in Begleitung von Einsatzkr\u00e4ften der Polizei \u00fcber die Eberhardstra\u00dfe bis zum Schlossplatz.    Foto: Lichtgut\/Christoph Schmidt    <\/p>\n<p>Die Demonstrierenden skandierten Sprechch\u00f6re wie \u201eDieser Staat sch\u00fctzt mich nicht, meine Schwestern sch\u00fctzen mich\u201c und \u201eStoppt Femizide, man t\u00f6tet nicht aus Liebe.\u201c<\/p>\n<p> Femizid in Stuttgart: \u201eWir m\u00fcssen hinsehen\u201c <\/p>\n<p> Am Schlossplatz fand schlie\u00dflich eine Abschlusskundgebung statt. Gemeinsam mit dem Frauenkollektiv Stuttgart kam dabei eine Mutter aus Stuttgart-Ost zu Wort, die aufgrund eines <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.prozess-um-femizid-in-stuttgart-ost-ganzes-leben-ist-zertruemmert-emotionaler-auftritt-der-mutter-des-opfers.79670b0b-3362-40db-9737-231126c1cc3f.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Femizids<\/a> ihre 25 Jahre alte Tochter verloren hat. Die junge Frau wurde im Januar tot in ihrer Wohnung im Stuttgarter Osten aufgefunden. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes gegen einen 33-J\u00e4hrigen erhoben. <\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen hinsehen \u2013 bei jedem merkw\u00fcrdigen Verhalten, in jeder unbequemen Situation, bei jedem Gef\u00fchl, dass etwas nicht stimmt\u201c, appellierte die Mutter der get\u00f6teten jungen Frau in ihrer Rede an die Menge. \u201eWenn Menschen schweigen und nicht handeln, dann f\u00fchlen sich T\u00e4ter sicher. Unser Hinschauen und unser Mut kann das stoppen. Wir alle tragen Verantwortung.\u201c<\/p>\n<p>Auch das Thema Gewalt gegen Frauen an internationalen Kriegsschaupl\u00e4tzen, wie etwa in Afghanistan, wurde in Reden zum Thema.<\/p>\n<p> Demonstration verl\u00e4uft friedlich \u2013 Polizei mit mehreren Einsatzkr\u00e4ften vor Ort <\/p>\n<p>Beider Demonstration z\u00fcndeten Teilnehmende am Schlossplatz kurzzeitig einen Bengalo. Nach Angaben der Stuttgarter Polizei verlief der Demonstrationszug ansonsten jedoch friedlich, es kam zu keinerlei Ausschreitungen. Die Polizei war am Abend mit mehreren Einsatzfahrzeugen zur Absperrung der Demo-Route sowie zahlreichen Beamten vor Ort.<\/p>\n<p> Offizieller Internationaler Gedenktag seit 1999 <\/p>\n<p>Der 25. November wurde im Jahr 1981 bei einem Treffen lateinamerikanischer und karibischer Feministinnen als Tag gegen Gewalt an Frauen ausgerufen. Das Datum wurde in Gedenken an die Mirabal-Schwestern gew\u00e4hlt, die in der Dominikanischen Republik im Widerstand k\u00e4mpften. Seit 1999 wird dieser Tag von den Vereinten Nationen als offizieller Internationaler Gedenktag anerkannt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Jede dritte Frau in Deutschland erf\u00e4hrt mindestens einmal in ihrem Leben k\u00f6rperliche, psychische oder sexualisierte Gewalt \u2013 diese&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":602003,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1830],"tags":[4657,1634,3364,3387,29,6063,35146,30,142956,1441,5329,74118],"class_list":{"0":"post-602002","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-stuttgart","8":"tag-stadtreporter","9":"tag-baden-wuerttemberg","10":"tag-de","11":"tag-demo","12":"tag-deutschland","13":"tag-femizid","14":"tag-gedenktag","15":"tag-germany","16":"tag-internationaler-tag-gegen-gewalt-an-frauen","17":"tag-stuttgart","18":"tag-video","19":"tag-wilhelmsplatz"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115612349463180651","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=602002"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602002\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/602003"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=602002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=602002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=602002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}