{"id":602568,"date":"2025-11-26T02:25:25","date_gmt":"2025-11-26T02:25:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/602568\/"},"modified":"2025-11-26T02:25:25","modified_gmt":"2025-11-26T02:25:25","slug":"landessynode-rederecht-zu-missbrauch-hinter-verschlossenen-tueren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/602568\/","title":{"rendered":"Landessynode: Rederecht zu Missbrauch hinter verschlossenen T\u00fcren"},"content":{"rendered":"<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/missbrauch2214.webp\" alt=\"Kreuz auf einem W\u00f6rterbuch mit dem Wort Missbrauch.\" title=\"Kreuz auf einem W\u00f6rterbuch mit dem Wort Missbrauch. | picture alliance \/ Bildagentur-online\/Ohde, Bildagentur-online\/Ohde\" class=\"responsive\"\/><\/p>\n<p>AUDIO: Landessynode: Betroffene reden erstmals vor dem Kirchenparlament (1 Min)<\/p>\n<p>\n            Stand: 25.11.2025 22:07 Uhr<\/p>\n<p class=\"preface\"><strong>Erstmals werden am Mittwoch mehrere von sexualisierter Gewalt Betroffene der hannoverschen Landeskirche vor dem Kirchenparlament sprechen. Das direkte Rederecht haben sie seit langem gefordert. Am geplanten Ablauf gibt es aber auch Kritik. <\/strong><\/p>\n<p class=\"textauthor\">von Florian Breitmeier<\/p>\n<p class=\"\">Neun betroffene Personen wollen direkt zu den Synodalen sprechen. Das teilte die Landeskirche am Dienstag auf NDR Anfrage mit. Insgesamt seien 13 Beitr\u00e4ge geplant. Im Vorfeld der Synodentagung hatte es eine Videokonferenz zwischen dem Pr\u00e4sidium der Landessynode und Betroffenen gegeben. Danach setzte die Kirche ihrerseits den Rahmen fest: Ein Redebeitrag dauert demnach zehn Minuten. Dieser k\u00f6nne direkt im Saal vorgetragen werden oder aber als aufgezeichneter Ton- oder Videobeitrag pr\u00e4sentiert werden. Auch k\u00f6nne ein Text durch eine bevollm\u00e4chtigte Person verlesen werden, wenn etwa eine Anreise nach Hannover nicht m\u00f6glich ist<\/p>\n<p>    Ohne \u00d6ffentlichkeit: Schutz f\u00fcr Betroffene oder Schutz f\u00fcr die Kirche?<\/p>\n<p class=\"\">Dieser Teil der Synodensitzung ist nicht \u00f6ffentlich. Laut Landeskirche soll so f\u00fcr die Betroffenen ein gesch\u00fctzter Raum geschaffen werden, f\u00fcr einen konzentrierten Austausch mit den Synodalen. Doch der geplante Ablauf st\u00f6\u00dft auf Kritik bei Betroffenen, die in Hannover sprechen werden. Von der Betroffenenvertretung der Unabh\u00e4ngigen Regionalen Aufarbeitungskommission (URAK) Niedersachsen und Bremen hei\u00dft es, aus der Chance f\u00fcr einen offenen Austausch auf Augenh\u00f6he scheine sich &#8222;eine Machtdemonstration der Synode abzuzeichnen&#8220;. Kritisch \u00e4u\u00dfert sich im Vorfeld auch die Betroffeneninitiative &#8222;Vertuschung beenden&#8220;. Der generelle Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit sei nicht nur untypisch f\u00fcr Synodensitzungen, auch entstehe so bei Betroffenen m\u00f6glicherweise wieder das Gef\u00fchl, mit der Institution Kirche allein zu sein. &#8222;Das Gef\u00fchl von Sicherheit, das \u00d6ffentlichkeit auch geben kann, wird so verunm\u00f6glicht&#8220;, so die Betroffeneninitiative.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ndrkulturteam125.webp\" alt=\"Florian Breitmeier\" title=\"Florian Breitmeier | NDR, Christian Spielmann\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Das Verhalten der hannoverschen Landeskirche im Aufarbeitungsprozess zu sexuellem Missbrauch verst\u00f6rt, findet Florian Breitmeier.<\/p>\n<p>    Dialograum f\u00fcr Betroffene f\u00fcr den Austausch<\/p>\n<p class=\"\">Von der Landeskirche hei\u00dft es, die Vortragenden k\u00f6nnten eine Person ihres Vertrauens als Begleitperson in den Saal mitbringen. Auch gebe es einen Dialograum au\u00dferhalb des Sitzungssaals, in dem sich Betroffene nach ihren Vortr\u00e4gen treffen und austauschen k\u00f6nnten. Die Initiative \u201eVertuschung beenden\u201c sieht den von der Kirche vorgegebenen Rahmen dennoch kritisch: &#8222;Viele Betroffene w\u00fcnschen sich f\u00fcr ihre Rede die Anwesenheit von anderen Betroffenen im Saal. Wieder einmal wurde der Schutz der Kirche und des Synodenpr\u00e4sidiums in den Vordergrund gestellt.&#8220; Ein Betroffener der hannoverschen Landeskirche, der f\u00fcr den Tag mehrere Hundert Kilometer anreist, teilte dem NDR mit, er f\u00fchle sich durch den Tagungsablauf stark eingeengt. Dabei sei es technisch kein gro\u00dfes Problem, \u00d6ffentlichkeit zu erm\u00f6glichen, wo dies ausdr\u00fccklich gew\u00fcnscht sei.<\/p>\n<p>    Kein Rederecht f\u00fcr Betroffene aus Heimen der Diakonie<\/p>\n<p class=\"\">Auf Unverst\u00e4ndnis st\u00f6\u00dft bei Betroffenen auch die Entscheidung des Pr\u00e4sidiums der Landessynode, das Rederecht f\u00fcr Betroffene im Heim-Kontext der Diakonie einzuschr\u00e4nken. Ein Sprecher der Landeskirche begr\u00fcndete dies auf NDR Anfrage mit fehlenden rechtlichen Einflussm\u00f6glichkeiten der Landessynode bei F\u00e4llen, die sich in Heimen der Diakonie ereignet h\u00e4tten.<\/p>\n<p>    Unverst\u00e4ndnis bei der Betroffenenvertretung<\/p>\n<p class=\"\">Die Betroffenenvertretung der URAK Niedersachsen und Bremen zitiert in einer Pressemitteilung aus einem Antwortschreiben des Synodenpr\u00e4sidiums auf einen zuvor verschickten Fragenkatalog. Demnach hei\u00dft es in der Antwort seitens der Synode: &#8222;Es ist uns wichtig, transparent zu machen, f\u00fcr welche Bereiche die Landessynode Verantwortung \u00fcbernimmt und wo unser Zust\u00e4ndigkeitsbereich endet. Wir m\u00f6chten im Sinne der betroffenen Personen nicht, dass Anliegen an uns gerichtet werden und wir dann antworten m\u00fcssen, hier nicht zust\u00e4ndig zu sein.&#8220; Die Betroffenenvertretung der URAK reagiert darauf mit Unverst\u00e4ndnis, gerade weil Kirche und Diakonie auf vielen Ebenen verst\u00e4rkt zusammenarbeiteten, zum Beispiel auch im Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt in der EKD und Diakonie.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/obernjesa-102.webp\" alt=\"Die Kirche in Obernjesa im Landkreis G\u00f6ttingen von au\u00dfen.\" title=\"Die Kirche in Obernjesa im Landkreis G\u00f6ttingen von au\u00dfen. | NDR, Doretta Farnbacher\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Nach Jahrzehnten berichten Betroffene von Gewalt in Obernjesa. Wer tr\u00e4gt die Verantwortung &#8211; und wie geht echte Aufarbeitung?<\/p>\n<p>    Betroffene fordert Beteiligung &#8222;Ohne Ausschl\u00fcsse und Alibi-Rituale&#8220;<\/p>\n<p class=\"\">Die Stimmung unter vielen Betroffenen ist vor der Synodensitzung durchaus angespannt. Andere haben bewusst entschieden, gar nicht nach Hannover zu fahren. Eine Betroffene hatte ihr Interesse an einem Redebeitrag bekundet: Zehn Tage nach dem Verstreichen einer Frist zur R\u00fcckmeldung, daf\u00fcr mehr als zwei Wochen vor der Synodentagung. Sie habe bis zum Montag keine R\u00fcckmeldung erhalten, ob sie doch noch sprechen k\u00f6nne oder nicht. Allein das sei \u201eAusdruck tiefster Missachtung gegen\u00fcber einer Betroffenen\u201c, die das Wort ergreifen wolle, teilte sie der Kirche und dem NDR mit. Ihre Anfrage vom 9. November auf das Rederecht habe sie an diesem Montag zur\u00fcckgezogen. F\u00fcr sie m\u00fcssten Betroffene &#8222;wirklich an der Aufarbeitung beteiligt werden und zwar ohne Vorbehalte, ohne Ausschl\u00fcsse und Alibi-Rituale.&#8220;<\/p>\n<p>    Teil der Sitzung \u00f6ffentlich<\/p>\n<p class=\"\">Nach der nicht\u00f6ffentlichen Plenarsitzung am Vormittag mit den Redebeitr\u00e4gen der Betroffenen wird am Nachmittag der Pr\u00e4sident des hannoverschen Landeskirchenamtes, Jens Lehmann zu den Synodalen sprechen zum Stand der Pr\u00e4vention, Intervention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt. Dieser Teil der Sitzung ist dann wieder \u00f6ffentlich.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/missbrauch2214.webp\" alt=\"Kreuz auf einem W\u00f6rterbuch mit dem Wort Missbrauch.\" title=\"Kreuz auf einem W\u00f6rterbuch mit dem Wort Missbrauch. | picture alliance \/ Bildagentur-online\/Ohde, Bildagentur-online\/Ohde\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Gegen den inzwischen verstorbenen Pastor Klaus Vollmer aus dem Landkreis Celle gibt es Vorw\u00fcrfe des Macht- und sexuellen Missbrauchs.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/kirche2144.webp\" alt=\"Kirchenb\u00e4nke aus Holz stehen in einer Kirche\" title=\"Kirchenb\u00e4nke aus Holz stehen in einer Kirche | picture alliance\/Zoonar, Tonko Oosterink Photography\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Mindestens zwei Kinder waren laut Kommission betroffen. Die Landeskirche Hannovers habe eine Aufarbeitung zu z\u00f6gerlich gestartet.<\/p>\n<p>        <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/meister418.webp\" alt=\"Ralf Meister, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, spricht in der Marktkirche w\u00e4hrend eines Gottesdienstes.\" title=\"Ralf Meister, Landesbischof der evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, spricht in der Marktkirche w\u00e4hrend eines Gottesdienstes. | picture alliance\/dpa | Julian Stratenschulte, Julian Stratenschulte\" class=\"responsive\" loading=\"lazy\"\/><\/p>\n<p>Ralf Meister habe dem Thema sexualisierte Gewalt in Hannover zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Der Landesbischof wehrt sich.<\/p>\n<p>\n            <strong>Video:<\/strong><br \/>\n            Kracht: &#8222;Betroffene brauchen das Recht auf Aufarbeitung&#8220; (1 Min)\n        <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"AUDIO: Landessynode: Betroffene reden erstmals vor dem Kirchenparlament (1 Min) Stand: 25.11.2025 22:07 Uhr Erstmals werden am Mittwoch&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":602569,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1836],"tags":[36942,3364,29,30,46,31987,1920,143769,1411,143768,64567],"class_list":{"0":"post-602568","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hannover","8":"tag-betroffene","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany","12":"tag-hannover","13":"tag-landeskirche","14":"tag-missbrauch","15":"tag-nichtoeffentliche-sitzung","16":"tag-niedersachsen","17":"tag-rederecht","18":"tag-synode"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115613633082869333","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602568","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=602568"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602568\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/602569"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=602568"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=602568"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=602568"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}