{"id":602576,"date":"2025-11-26T02:29:17","date_gmt":"2025-11-26T02:29:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/602576\/"},"modified":"2025-11-26T02:29:17","modified_gmt":"2025-11-26T02:29:17","slug":"die-bremer-philharmoniker-gruessen-hollywood","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/602576\/","title":{"rendered":"Die Bremer Philharmoniker gr\u00fc\u00dfen Hollywood"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Gastdirigent Jonathan Stockhammer dirigierte das dritte Saisonkonzert der Bremer Philharmoniker mit Werken von Copland, Korngold und Sibelius.<\/li>\n<li>H\u00f6hepunkte waren Coplands &#8222;Billy the Kid&#8220;-Suite und Korngolds Musik zu &#8222;Der Herr der sieben Meere&#8220;; Stockhammer beeindruckte durch unkonventionelles Auftreten.<\/li>\n<li>Die Interpretation von Sibelius\u2019 2. Sinfonie wurde kritisch bewertet; das Publikum belohnte Stockhammer und die Philharmoniker dennoch mit starkem Applaus.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>Gar nicht so selten wird in der klassischen Musik scharf geschossen, meist auf der B\u00fchne. Im &#8222;Freisch\u00fctz&#8220; mit Teufelsmunition, im &#8222;Nussknacker&#8220; mit der Spielzeugkanone. Im &#8222;Wildsch\u00fctz&#8220; und in der &#8222;Macht des Schicksals&#8220; l\u00f6sen Sch\u00fcsse wilde Ereignisse aus, in Puccinis &#8222;Tosca&#8220; und dem &#8222;M\u00e4dchen aus dem goldenen Westen&#8220; geht es \u00fcber Kimme und Korn den Ten\u00f6ren ans hohe C. Die sch\u00e4rfste Wildwest-Ballerei hat wohl der Amerikaner Aaron Copland 1938 in seinem Ballett &#8222;Billy the Kid&#8220; abgefeuert \u2013 eine rhythmisch raffiniert choreografierte Salve aus Pauken, Snare Drum und Bassposaune. Zu h\u00f6ren war sie jetzt \u2013 als Orchestersuite \u2013 am Montag beim dritten Saisonkonzert der Bremer Philharmoniker in der Glocke.<\/p>\n<p>Mit Jonathan Stockhammer aus Los Angeles \u2013 im M\u00e4rz 2024 schon einmal zu Gast \u2013 stand ein echter Experte f\u00fcrs amerikanische Gem\u00fct (und neuere Musik) vor dem Orchester. Unkonventionell trat der schwarzgelockte, schlanke Dirigent zu Beginn gleich mit den Blechbl\u00e4sern und Schlagzeugern auf, um Coplands ber\u00fchmte, den Weltkriegssoldaten gewidmete &#8222;Fanfare for the Common Man&#8220; (Fanfare f\u00fcr den einfachen Mann) von 1943 zu intonieren. Bei den oft lang gehaltenen T\u00f6nen zeigte sich die Klasse der drei Trompeten, vier H\u00f6rner und vier Posaunen samt Tuba; beeindruckend auch, weil Stockhammer ganz unpathetisch ans Werk ging.<\/p>\n<p>Das galt auch f\u00fcr die folgende Viertelstunde mit Erich Wolfgang Korngolds Musik aus dem Hollywood-Klassiker &#8222;Der Herr der sieben Meere&#8220; (Sea Hawk) von 1940. Englische Piraten gegen die spanische Armada, und Errol Flynn macht den letzten Degenstich: Was Korngold an Hornsignalen und Streichergischt, Geigenschmachten und Kampfgeklapper auff\u00e4hrt, regte hier wohldosiert das Kopfkino an. Technisch ist die Partitur so herausfordernd wie ein Degenkampf an Deck: Die Philharmoniker schlugen sich mindestens so wacker wie der Leinwandheld.<\/p>\n<p>Dass die &#8222;Billy the Kid&#8220;-Suite gegen\u00fcber diesem oscarnominierten Breitwandgem\u00e4lde klanglich raffinierter gestrickt ist, war im direkten Vergleich indes auch zu h\u00f6ren. Wie Copland die einsame Fl\u00f6te \u00fcber Hornquinten in die Weite der Pr\u00e4rie reiten oder Saloons\u00e4ufer in zwei Tonarten nebeneinander torkeln l\u00e4sst, ist von h\u00f6chster Kunstfertigkeit. Und die schon erw\u00e4hnte Schie\u00dferei erh\u00e4lt allenfalls Konkurrenz von John Wayne, der (&#8222;Let\u2019s make music&#8220;) in &#8222;El Dorado&#8220; auf die Kirchenglocken ballerte. Der 55-j\u00e4hrige Stockhammer, ganz agiles Temperamentsb\u00fcndel, f\u00fchrte dazu fast selbst ein Ballett auf.<\/p>\n<p>Sibelius ohne gro\u00dfen Bogen<\/p>\n<p>Ein unkonventioneller Abend zum Schmunzeln. Dass er am Ende doch nicht ganz gelang, lag an der problematischen Interpretation von Jean Sibelius\u2019 2. Sinfonie D-Dur op. 43. Mit dieser fragilen Sp\u00e4tromantik von 1902 tat sich Stockhammer schwer. Fesselte anfangs noch der t\u00e4nzerische Schwung \u00e0 la Dvo\u0159\u00e1k, kam man sich im Verlauf einer Dreiviertelstunde bald vor wie bei einem Organisten, der am liebsten immer nur volles Werk spielt. Kein gro\u00dfer Bogen, wenig dynamische Differenzierung zwischen den Orchestergruppen: Da w\u00e4lzte sich der langsame Satz klumpig von Episode zu Episode, wurde die Wendung der Bl\u00e4ser nach Dur im Finale so lautstark herausgefordert, dass sie banal wirkte. Und die Schlusssteigerung t\u00f6nte fast wie ein Konzert f\u00fcr Tuba und Streicher. Die Philharmoniker spielten klanglich hinrei\u00dfend, gro\u00dfes Lob, aber f\u00fcr die Formgebung ist halt immer noch der Dirigent zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das Publikum sah das nicht so eng, hier gab es den st\u00e4rksten Applaus. Und dann ist Stockhammer mit seiner Weltumarmungsgestik ja auch ein besonders sympathischer Gastdirigent.<\/p>\n<p>                    Welche Werke standen beim dritten Saisonkonzert der Bremer Philharmoniker unter Leitung von Jonathan Stockhammer auf dem Programm?<\/p>\n<p>Beim dritten Saisonkonzert der Bremer Philharmoniker unter der Leitung von Jonathan Stockhammer standen B\u00e9la Bart\u00f3ks \u201eMusik f\u00fcr Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta\u201c, Charles Ives\u2019 \u201eThe Unanswered Question\u201c sowie \u201eCentral Park in the Dark\u201c auf dem Programm. Nach der Pause wurde Arnold Sch\u00f6nbergs Orchesterfassung des Klavierquartetts g-Moll von Johannes Brahms aufgef\u00fchrt. Alle Werke wurden thematisch als \u201eGeburtstagskinder on Stage\u201c pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                    Welche Rolle spielen unkonventionelle Dirigierans\u00e4tze und pers\u00f6nliche Ausstrahlung von Gastdirigenten bei klassischen Konzerten und deren Wahrnehmung durch das Publikum?<\/p>\n<p>Unkonventionelle Dirigierans\u00e4tze, wie etwa das Durchbrechen tradierter Konzertformate, das Einbinden unerwarteter Elemente oder die unmittelbare Ansprache des Publikums, tragen nach den Artikeln ma\u00dfgeblich dazu bei, neue und j\u00fcngere Zielgruppen f\u00fcr klassische Konzerte zu gewinnen und Schwellen\u00e4ngste abzubauen. Die pers\u00f6nliche Ausstrahlung von Gastdirigenten wirkt dabei inspirierend und st\u00e4rkend f\u00fcr das Orchester und kann den Funken auf das Publikum \u00fcberspringen lassen, etwa durch Humor, Moderation oder demokratische F\u00fchrung, wodurch die Musik emotional n\u00e4hergebracht wird. Zusammengenommen pr\u00e4gen innovative Dirigierstile und die individuelle Pr\u00e4senz eines Gastdirigenten die Wahrnehmung von Konzerten entscheidend und steigern die Attraktivit\u00e4t und Zug\u00e4nglichkeit klassischer Musik.<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc83ezdgpj4t4xtlx53xp\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/kultur\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Gastdirigent Jonathan Stockhammer dirigierte das dritte Saisonkonzert der Bremer Philharmoniker mit Werken von Copland, Korngold und Sibelius. H\u00f6hepunkte&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":602577,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-602576","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115613648068772482","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602576","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=602576"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/602576\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/602577"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=602576"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=602576"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=602576"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}