{"id":603119,"date":"2025-11-26T07:53:13","date_gmt":"2025-11-26T07:53:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/603119\/"},"modified":"2025-11-26T07:53:13","modified_gmt":"2025-11-26T07:53:13","slug":"warum-das-vorbild-frankreich-jetzt-gefloppt-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/603119\/","title":{"rendered":"Warum das Vorbild Frankreich jetzt gefloppt ist"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Die Idee klingt charmant: Eine <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/kaufpraemie-fuer-e-autos-kommt-zurueck-so-viel-geld-gibt-es-112794178\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">neue E-Auto-Pr\u00e4mie<\/a> soll sicherstellen, dass Batterieautos auch f\u00fcr Geringverdiener erschwinglich werden, mit besonderem Fokus auf Modelle aus heimischer Produktion \u2013 was die Industrie ankurbeln soll. In Frankreich hei\u00dft dieses Modell Sozialleasing und bietet eine vom Einkommen abh\u00e4ngige staatliche F\u00f6rderung der Nutzung neuer E-Autos.  Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (<a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/organisationen\/aa-cdu\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">CDU<\/a>) k\u00fcndigte jetzt \u00e4hnliche Pl\u00e4ne an und bezeichnete Frankreich \u201edurchaus als m\u00f6gliches Vorbild\u201c. Auch auf europ\u00e4ischer Ebene gibt es entsprechende \u00dcberlegungen. Doch funktioniert das Modell \u00fcberhaupt?\n  <\/p>\n<p>            Frankreich sperrte bei Sozialleasing chinesische Hersteller mit Trick aus<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    In Frankreich startete die erste Social-Leasing-Aktion im Januar 2024. Es handelte sich um ein Wahlkampfversprechen von Pr\u00e4sident Emmanuel Macron. Er hatte ein System versprochen, \u201ebei dem man weniger als 100 Euro pro Monat f\u00fcr ein elektrisches Auto bezahlt\u201c. Denn ansonsten sei der Zugang zur E-Mobilit\u00e4t Menschen, die lediglich den Mindestlohn verdienen, aber beruflich auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, weitgehend versperrt. Im Blick hatte Macron vor allem eine F\u00f6rderung der franz\u00f6sischen Automobilindustrie. Bei der Auswahl der zul\u00e4ssigen Modelle wurden trickreich Umweltkriterien zugrunde gelegt, die nicht-europ\u00e4ische und vor allem chinesische Hersteller von E-Autos ausschlossen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zumindest der Start vor knapp zwei Jahren verlief fulminant. Innerhalb von sechs Wochen war die Obergrenze von 50.000 geleasten Neuwagen erreicht \u2013 gerechnet hatte man zun\u00e4chst eigentlich nur mit 20.000 bis h\u00f6chstens 25.000 Exemplaren. Angesichts der unerwartet hohen Nachfrage und der knappen Kassen stoppte die Regierung die Aktion fr\u00fcher als geplant. Doch die zweite Auflage der Aktion verl\u00e4uft seit September dieses Jahres weniger erfolgreich.\n  <\/p>\n<p>            Kaum noch Nachfrage nach E-Auto-Sozialleasing in Frankreich <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zwar wurden in den ersten vier Wochen 41.500 Antr\u00e4ge auf E-Autos angenommen, doch dann riss die Nachfrage ab. Bis heute ist die Zielmarke von 50.000 nicht erreicht, das Programm bleibt hinter den Erwartungen zur\u00fcck. Als Hauptgrund gilt die weniger hohe Subventionierung.  Das Programm von 2024 hatte einen Topf von 650 Millionen Euro und damit im Schnitt 13.000 Euro pro Fahrzeug. Damit waren Raten zwischen 95 und 200 Euro pro Monat f\u00fcr einen geleasten Neuwagen m\u00f6glich.  Dieses Jahr steht nur noch knapp die H\u00e4lfte des Geldes zur Verf\u00fcgung: 370 Millionen Euro \u2013 umgerechnet rund 7400 Euro pro Fahrzeug. Die Kosten f\u00fcr die Pflichtversicherung und m\u00f6gliche Reparaturen kommen noch extra hinzu.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Zugleich bleibt die Anzahl m\u00f6glicher Nutznie\u00dfer der F\u00f6rderung begrenzt. Diese richtet sich nur an Haushalte mit einem Einkommen von h\u00f6chstens 16.300 Euro pro Person, wobei ein Kind steuerlich als halbe Person gez\u00e4hlt wird. Das entspricht in etwa dem Mindestlohn f\u00fcr einen Arbeitnehmer, den in Frankreich rund zehn bis zw\u00f6lf Prozent aller im Privatsektor Besch\u00e4ftigten verdienen. Dar\u00fcber hinaus m\u00fcssen Antragsteller nachweisen, dass sie mit ihrem Eigenwagen im Jahr mehr als 8000 Kilometer f\u00fcr ihre berufliche T\u00e4tigkeit zur\u00fccklegen oder mindestens 15 Kilometer entfernt von ihrer Arbeitsstelle wohnen.\n  <\/p>\n<p>            Sozialleasing hilft laut Fachleuten E-Auto-Absatz nicht langfristig<\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Der Leasingvertrag l\u00e4uft \u00fcblicherweise drei Jahre lang und kann einmal verl\u00e4ngert werden. Wer das Angebot 2024 genutzt hat, dem ist die Teilnahme an der neuen Ausgabe nicht erlaubt. Hinsichtlich der Automodelle kommt ungef\u00e4hr ein Dutzend f\u00fcr die F\u00f6rderung in Frage. Die franz\u00f6sischen Hersteller dominieren bei den Bestellungen, in erster Linie Renault. Allein das Modell R5 E-Tech machte bislang fast ein Viertel der beantragten Fahrzeuge aus. Neben Autos des ebenfalls franz\u00f6sischen Stellantis-Konzerns, darunter vor allem Peugeot, Citro\u00ebn und Fiat, kamen auch andere europ\u00e4ische Marken wie Volkswagen, Seat und Skoda zum Zug.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    Insgesamt verzeichnete der Automarkt auch in Frankreich einen deutlichen R\u00fcckgang der Verkaufszahlen um 5,4 Prozent innerhalb von zehn Monaten. Eingerechnet ist dabei auch der kurzfristige Anstieg im Oktober um 63 Prozent, angetrieben durch das Sozialleasing. E-Autos haben aktuell einen Marktanteil von knapp einem Viertel bei Neuzulassungen.\n  <\/p>\n<p class=\"mb-6 text-xs md:text-m lg:text-l font-serif group-[.font-sans]:font-sans \">\n    F\u00fcr Bernard Jullien, Dozent f\u00fcr Automobilindustrie an der Universit\u00e4t Bordeaux, bringt das von sozialen Kriterien abh\u00e4ngige F\u00f6rdermodell <a href=\"https:\/\/www.augsburger-allgemeine.de\/wirtschaft\/social-leasing-das-steckt-hinter-dem-modell-zur-e-autofoerderung-112811540\" target=\"_self\" class=\"underline \" rel=\"nofollow noopener\">keine langfristige L\u00f6sung, um den E-Auto-Absatz in Schwung<\/a> zu bringen. \u201eMan k\u00f6nnte auch langsam eine soziale Fahrzeugflotte aus gebrauchten Autos aufbauen\u201c, sagt der Experte. \u201eDie w\u00e4re gr\u00f6\u00dfer und g\u00fcnstiger\u201c, schl\u00e4gt der Experte vor.\n  <\/p>\n<ul data-module-id=\"DragDropModule\" class=\"flex flex-wrap justify-start group-[.no-bookmarks]:hidden\">\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Birgit Holzer<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Auto<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<li class=\"mb-3 mr-3\">\n    Frankreich<\/p>\n<p>      Icon Haken im Kreis gesetzt<\/p>\n<p>      Icon Plus im Kreis<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Idee klingt charmant: Eine neue E-Auto-Pr\u00e4mie soll sicherstellen, dass Batterieautos auch f\u00fcr Geringverdiener erschwinglich werden, mit besonderem&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":603120,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3974],"tags":[331,332,513,143836,1173,1138,1356,548,663,3934,514,3980,156,13,378,14,15,74903,12,143835],"class_list":{"0":"post-603119","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-frankreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-auto","11":"tag-batterieauto","12":"tag-bundesregierung","13":"tag-elektroauto","14":"tag-emmanuel-macron","15":"tag-eu","16":"tag-europa","17":"tag-europe","18":"tag-fahrzeug","19":"tag-france","20":"tag-frankreich","21":"tag-headlines","22":"tag-mindestlohn","23":"tag-nachrichten","24":"tag-news","25":"tag-patrick-schnieder","26":"tag-schlagzeilen","27":"tag-sozialleasing"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115614921865194962","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/603119","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=603119"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/603119\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/603120"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=603119"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=603119"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=603119"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}