{"id":604277,"date":"2025-11-26T18:50:21","date_gmt":"2025-11-26T18:50:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604277\/"},"modified":"2025-11-26T18:50:21","modified_gmt":"2025-11-26T18:50:21","slug":"die-us-wirtschaft-greift-nach-lateinamerika-dw-26-11-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604277\/","title":{"rendered":"Die US-Wirtschaft greift nach Lateinamerika \u2013 DW \u2013 26.11.2025"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/eu-kommission\/t-67815475\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Europa<\/a> und das <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/mercosur\/t-67619928\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Handelsb\u00fcndnis Mercosur<\/a>, das aus den L\u00e4ndern <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/argentinien\/t-17532055\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Argentinien<\/a>, Brasilien, Paraguay und Uruguay besteht, weiterverhandeln, verschaffen sich die USA mit neuen Abkommen in der Region neue Spielr\u00e4ume.<\/p>\n<p>Ginge es nach <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/brasilien\/t-17518270\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Brasiliens<\/a> Pr\u00e4sident Luiz Inacio Lula da Silva (80), dann w\u00fcrde einer Unterschrift unter dem\u00a0<a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/ausverhandelt-eu-und-mercosur-staaten-einigen-sich\/a-70984419\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">EU-Mercosur-Freihandelsabkommen<\/a> am 20. Dezember in Rio de Janeiro nichts mehr im Wege stehen. Es w\u00e4re das erfolgreiche Ende von mehr als zwei Jahrzehnten Verhandlungen und &#8222;der gr\u00f6\u00dfte Vertrag&#8220; des Welthandels, wie Lula am Rande des G20-Gipfels in S\u00fcdafrika sagte.<\/p>\n<p>Es wird Zeit f\u00fcr Europa\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>Doch <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/mercosur-europa-z\u00f6lle-trump-usa-lateinamerika-s\u00fcdamerika-v2\/a-71610739\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">schon oft w\u00e4hnte sich die EU am Ziel<\/a> und auch diesmal k\u00f6nnte es wieder sehr eng werden: Am lautesten pochen Frankreich als auch Ungarn auf Ver\u00e4nderungen. Sie f\u00fcrchten um ihre Agrar-Industrie.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"73868322\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/73868322_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"EU-Flaggen vor dem EU-Hauptquartier: von links nach rechts und von hinten nach vorne immer undeutlicher zu sehen\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Europa aus Sicht der Mercorsur-Staaten: immer blasser und undeutlicher, je n\u00e4her man sich kommtBild: Virginia Mayo\/AP Photo\/picture alliance<\/p>\n<p>W\u00e4hrend also der Wunschvertrag der europ\u00e4ischen Industrie weiterhin am seidenen Fanden h\u00e4ngt, dr\u00fccken die Amerikaner aufs Tempo. In den letzten Wochen wurden Vereinbarungen und Abkommen mit zahlreichen lateinamerikanischen L\u00e4ndern wie Argentinien, Guatemala, El Salvador oder Ecuador angek\u00fcndigt und ausgehandelt. Sie sollen eine Trendwende in den Handelsbilanzen einleiten und vor allem China zur\u00fcckdr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Gest\u00e4rkte US-Pr\u00e4senz<\/p>\n<p>&#8222;Auf geopolitischer Ebene st\u00e4rken diese Abkommen die Pr\u00e4senz der USA vor dem Hintergrund des zunehmenden Wettbewerbs mit China in den Bereichen Infrastruktur, Technologie und kritische Mineralien&#8220;, sagt Politikwissenschaftler Vladimir Rouvinski von der Universit\u00e4t ICESI aus Cali (Kolumbien) im Gespr\u00e4ch mit der Deutschen Welle.<\/p>\n<p>Handelsabkommen Mercosur: Steigender Druck auf die EU<video id=\"video-70987746\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"70987746\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/66083918_605.webp\" data-duration=\"02:11\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n<p>F\u00fcr die lateinamerikanischen Partner sei das keine schlechte Entwicklung, glaubt\u00a0der Experte f\u00fcr Internationale Beziehungen: &#8222;Durch die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mittels konkreter Instrumente gewinnen die lateinamerikanischen L\u00e4nder etwas mehr Handlungsspielraum, Zugang zu technischer Zusammenarbeit und M\u00f6glichkeiten zur Diversifizierung ihrer Produktion.&#8220;<\/p>\n<p>Insgesamt w\u00fcrden die Abkommen so dazu beitragen, die Region in den neuen wirtschaftlichen Priorit\u00e4ten der Hemisph\u00e4re zu verankern und sie in der globalen strategischen Neuordnung besser zu positionieren.<\/p>\n<p>China auf der \u00dcberholspur<\/p>\n<p>Im Dreikampf um die Gunst Lateinamerikas zwischen China, USA und Europa hat derzeit Peking die Nase vorn. Das zeigen stellvertretend die Zahlen f\u00fcr Argentinien: <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/argentinien-mileis-flirt-mit-china\/a-70470506\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">So gelang es China auch in Argentinien<\/a> zum wichtigsten Handelspartner aufzusteigen und Brasilien zu verdr\u00e4ngen. Mit Exporten im Wert von 1,166 Milliarden US-Dollar (das ist ein Anstieg von 241,4 Prozent im Jahresvergleich) und Importen im Wert von insgesamt 1,862 Milliarden US-Dollar (ein Plus von 33,7 Prozent) konnte China im Oktober seine Pole Position festigen.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"72520287\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/72520287_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\"Das Gesch\u00e4ftsgeb\u00e4ude der Bank of China im Puerto Madero in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>China ist schon mehr und mehr pr\u00e4sent: Hier die Bank of China in Buenos AiresBild: Tobias K\u00e4ufer\/DW<\/p>\n<p>Die USA dagegen fielen im gleichen Zeitraum auf den vierten Platz zur\u00fcck und wurden zudem von Brasilien und der Europ\u00e4ischen Union \u00fcberholt. Auch das erkl\u00e4rt das Interesse Washingtons an einem Handelsvertrag mit Argentinien.<\/p>\n<p>Umgekehrt konnte Lateinamerika seine Exporte nach China und deren Erl\u00f6se um sieben Prozent steigern. Verantwortlich daf\u00fcr sei vor allem der Anstieg der Fleisch- und Soja-Verk\u00e4ufe und die h\u00f6heren Preise f\u00fcr Mineralien wie Kupfer, hei\u00dft es im vor wenigen Tagen erschienen Bericht der Wirtschaftskommission f\u00fcr Lateinamerika und die Karibik (CEPAL).<\/p>\n<p>Darin hei\u00dft es auch: &#8222;Im Allgemeinen gelten <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/trump-z\u00f6lle-treiben-china-und-eu-zur-diversifizierung-des-handels-an\/a-72207202\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr die L\u00e4nder Lateinamerikas und der Karibik in den USA niedrigere Z\u00f6lle<\/a> als f\u00fcr mehrere der wichtigsten Handelspartner dieses Landes, besonders aus Asien.&#8220; Diese Situation er\u00f6ffne M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Handelsumlenkungen zugunsten der Exporte aus der Region in Sektoren wie Bekleidung, medizinische Ger\u00e4te und Agrarindustrie.<\/p>\n<p>USA auf Partnerschaftssuche<\/p>\n<p>Die USA suchen sich nun gezielt Partner, um ihre Position in der Region zu verbessern und setzen dabei auf eine altbekannte Taktik, sagt Diana Luna von der Friedrich-Naumann-Stiftung im Gespr\u00e4ch mit der DW: &#8222;In Lateinamerika zeigt sich die klassische Mischung aus &#8218;Zuckerbrot und Peitsche&#8216; der US-Handelspolitik. L\u00e4nder, die in den Bereichen Migration und Sicherheit liefern &#8211; wie Guatemala, El Salvador und Ecuador &#8211; oder gleichgesinnte Staaten wie Argentinien\u00a0erhalten sp\u00fcrbare Pr\u00e4ferenzen.&#8220;<\/p>\n<p>Zukunftsmarkt Argentinien<\/p>\n<p>Die Abkommen w\u00fcrden diese L\u00e4nder als strategische Partner der USA festigen und ein deutliches Signal angesichts der wachsenden Pr\u00e4senz Chinas setzen. &#8222;In Argentinien markieren die Abkommen die erste konkrete Handlung nach dem finanziellen Engagement der Trump-Regierung. Sie f\u00f6rdern besonders im Pharmasektor Investitionen und senden ein starkes Signal an die M\u00e4rkte: Es lohnt sich, in Argentinien zu investieren &#8211; ein wichtiges Signal f\u00fcr Pr\u00e4sidenten wie Milei, die auf ausl\u00e4ndische Investitionen setzen, um die Wirtschaft anzukurbeln&#8220;, sagt Luna.<\/p>\n<p><img data-format=\"MASTER_LANDSCAPE\" data-id=\"74368258\" data-url=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/74368258_${formatId}.jpg\" data-aspect-ratio=\"16\/9\" alt=\" Mittagessen am gro\u00dfen Tisch des Kabinettssaales im Wei\u00dfen Haus. Trump, Vance, Milei und Begleitung lassen es sich schmecken.\" style=\"padding-bottom: 56.25%; height: 0; max-height: 0;\"\/>Noch ist es nur ein Lunch, noch ist es nur Argentinien, doch Trump l\u00e4uft schon das Wasser im Mund zusammenBild: Jonathan Ernst\/REUTERS<\/p>\n<p>Argentinien ist dabei ein besonders interessanter Fall: Das Land steht vor komplexen Herausforderungen, denn die neuen US-Handelsrahmen k\u00f6nnten mit den Regeln des Mercosur nur schwer vereinbar sein. Argentinien riskiere, zwischen dem US-Rahmen und seiner Mercosur-Mitgliedschaft w\u00e4hlen zu m\u00fcssen &#8211; mit potenziell gravierenden Folgen f\u00fcr Brasilien und den gesamten Handel im Block, so\u00a0Luna.<\/p>\n<p>Eine unmittelbare Auswirkung des Abkommens zwischen Argentinien und den USA sei der potenzielle Verlust von Marktanteilen f\u00fcr brasilianische Produkte, da nun billigere US-Waren in das Nachbarland gelangen k\u00f6nnen, sagte Marcela Franzoni, Expertin f\u00fcr internationale Beziehungen der Universit\u00e4t Ibmec dem Magazin Valor.<\/p>\n<p>Dass die Europ\u00e4er jetzt weiter in der Warteschleife stehen, h\u00e4tten sie sich auch selbst zuzuschreiben, betont\u00a0Expertin Luna. Sie w\u00fcrden weiterhin viele <a class=\"internal-link\" href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/eu-mercosur-zwei-jahrzehnte-erfolgloses-ringen-um-handelsvertrag\/a-68405980\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Sonderw\u00fcnsche in Freihandelsgespr\u00e4che<\/a> einbringen. Dagegen locken die bilateralen US-Abkommen mit schnellen, handfesten Ergebnissen.<\/p>\n<p>Ringen um gr\u00f6\u00dfte Freihandelszone der Welt<video id=\"video-66279028\" controls=\"\" playsinline=\"\" preload=\"none\" poster=\"data:image\/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAAAEAAAABCAQAAAC1HAwCAAAAC0lEQVR42mNkYAAAAAYAAjCB0C8AAAAASUVORK5CYII=\" data-id=\"66279028\" data-posterurl=\"https:\/\/static.dw.com\/image\/66195866_605.webp\" data-duration=\"02:28\"><\/p>\n<p class=\"vjs-no-js\">To view this video please enable JavaScript, and consider upgrading to a web browser that <a href=\"https:\/\/videojs.com\/html5-video-support\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">supports HTML5 video<\/a><\/p>\n<p><\/video><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend Europa und das Handelsb\u00fcndnis Mercosur, das aus den L\u00e4ndern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay besteht, weiterverhandeln, verschaffen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":604278,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3977],"tags":[331,332,13,14,15,12,4017,4018,4016,64,4019,4020],"class_list":{"0":"post-604277","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-usa","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-united-states","15":"tag-united-states-of-america","16":"tag-us","17":"tag-usa","18":"tag-vereinigte-staaten","19":"tag-vereinigte-staaten-von-amerika"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115617505357866089","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/604277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=604277"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/604277\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/604278"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=604277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=604277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=604277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}