{"id":604498,"date":"2025-11-26T20:54:24","date_gmt":"2025-11-26T20:54:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604498\/"},"modified":"2025-11-26T20:54:24","modified_gmt":"2025-11-26T20:54:24","slug":"queerness-queere-wohnungslosenhilfe-aus-berlin-gefaehrdet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604498\/","title":{"rendered":"Queerness \u2013 Queere Wohnungslosenhilfe aus Berlin gef\u00e4hrdet"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img314616\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/314616.jpeg\" alt=\"Laut dem Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverband gibt es derzeit 55\u2009000 Wohnungslose in Berlin.\"\/><\/p>\n<p>Laut dem Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverband gibt es derzeit 55\u2009000 Wohnungslose in Berlin.<\/p>\n<p>Foto: Queerhome<\/p>\n<p>Queerhome* ist eines der vielen Projekte, das zum Verein Sonntags-Club in der Pankower Greifenhagener Stra\u00dfe geh\u00f6rt und <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195645.finanzen-den-haushalt-machen-die-fraktionen-allein.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">voraussichtlich ab 2026<\/a> von K\u00fcrzungen betroffen sein wird. \u00bbWir gehen von K\u00fcrzungen von 24\u2009000 Euro f\u00fcr Queerhome* aus und von 80\u2009000 insgesamt, inklusive des Flinta*-Projekts\u00ab, erkl\u00e4rt Kathrin Schultz dem \u00bbnd\u00ab. Das sei fatal, denn \u00bbwenn eine Stelle wegf\u00e4llt, wackelt das ganze System\u00ab, so Schultz. Schultz ist Begr\u00fcnder*in und Projektleitung von Queerhome*.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1173191.wohnungsnot-queere-menschen-in-wohnungsnot-kein-zuhause-nach-dem-coming-out.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Queerhome* ist die erste Wohnraumberatungsstelle ihrer Art<\/a> in Deutschland. Das Projekt bietet Beratung f\u00fcr wohnungslose queere Menschen, unabh\u00e4ngig von Nationalit\u00e4t, Gesundheit und sozialem Status. Zu den Themen geh\u00f6ren Mietschuldenberatung, unzumutbare Wohnverh\u00e4ltnisse wie Couch-Surfing oder Wohnheim-Unterbringung sowie langfristige Wohnungssuche. Der Bedarf ist gro\u00df.<\/p>\n<p>Das Projekt, das<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1169092.wohnungslosigkeit-zu-lange-ignoriert.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Ende 2022 gegr\u00fcndet<\/a> wurde, verzeichnete schon im ersten Jahr seines Bestehens 600\u2005Beratungsf\u00e4lle. 2025 gab es bislang 800 Beratungsf\u00e4lle. Neben Beratungsangeboten ist das Ziel von Queerhome*, in der Wohnungsnotfallhilfe f\u00fcr die besonderen Bedarfe von queeren Menschen zu <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195335.wohnungsnot-berlin-das-ertraeumte-wohnprojekt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">sensibilisieren<\/a>. Denn obwohl zehn Prozent aller wohnungslosen Menschen queer sind, sind nur f\u00fcnf Prozent der Angebote queer-inklusiv aufgebaut, so Queerhome* auf seiner Website. Der Parit\u00e4tische Wohlfahrtsverband geht davon aus, dass aktuell 55\u2009000 Menschen in Berlin wohnungslos sind.<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1195513.wohnungslosigkeit-ueber-eine-million-wohnungslose.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> F\u00fcr 2030 werden 85\u2009000 wohnungslose Menschen prognostiziert.<\/a><\/p>\n<p>An einem Sonntag Mitte November ist Community-Treffen im Sonntags-Club, um niedrigschwellige Wohnungsberatung anzubieten. Eine der Besucher*innen ist Stella. Sie ist 34\u2005Jahre alt und hat vor einem Jahr ihren Namen \u00e4ndern lassen. Das bereitet ihr jetzt Probleme. Denn wenn sie mit ihrem neuen Namen Informationen von der Schufa anfordert, liegen keine Informationen vor. \u00bbSolch einen Fall hatten wir noch nicht\u00ab, so Schultz. \u00bbInteressant wird es, wenn auch der Vermieter keine Eintr\u00e4ge bei der Schufa findet.\u00ab Stella ist angesichts der Situation frustriert, da bei der Wohnungssuche Schnelligkeit das A und O ist. Eine M\u00f6glichkeit, die Situation zu l\u00f6sen, w\u00e4re, den Vermieter \u00fcber die Namens\u00e4nderung zu informieren. \u00bbAber auch <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1192696.entwurf-aus-dem-innenministerium-selbstbestimmungsgesetz-wen-interessiert-das-fruehere-geschlecht.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das w\u00e4re wieder ein Outing<\/a>\u00ab, so Schultz.<\/p>\n<p>Momentan wohnt Stella in einer therapeutisch begleiteten Wohngemeinschaft. Aber dort erfahre sie aktuell Gewalt, sagt sie. Zwar habe sie l\u00e4ngst mithilfe ihres Betreuers angefangen, nach einer eigenen Wohnung zu suchen. \u00bbDoch es hat viel zu lange gedauert, und dann hat mein Betreuer aufgeh\u00f6rt\u00ab, sagt Stella. Jetzt sucht sie nach einer \u00dcbergangswohnung, um aus der WG ausziehen zu k\u00f6nnen. Ihr Budget macht die Suche nicht einfacher, denn als B\u00fcrgergeldempf\u00e4ngerin hat sie nur 449\u2005Euro f\u00fcr die Miete. Zus\u00e4tzliche Schwierigkeiten bereitet ihr die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, die sie vom Wohnheim ben\u00f6tigt. \u00bbDas Dokument zu erhalten, dauert Ewigkeiten.\u00ab<\/p>\n<p>Wohnungslosigkeit queerer Menschen hat viele Gr\u00fcnde. So sind queere Menschen<a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193658.queerfeindlichkeit-neue-allianzen-im-kampf-gegen-queerfeindliche-gewalt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> zunehmend von Hasskriminalit\u00e4t<\/a> betroffen. Zwar gebe es keine offiziellen Statistiken, doch nach Schultz professioneller Erfahrung nehme die Zahl zu. \u00bbBesonders da der Bundeskanzler und die Bundespr\u00e4sidentin jeden Tag dazu beitragen\u00ab, sagt Schultz. Schultz verweist damit auf eine \u00c4u\u00dferung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). \u00bbDer Bundestag ist ja nun kein Zirkuszelt\u00ab, hat er in der Debatte \u00fcber das Hissen der Regenbogenflagge auf dem Bundestag gesagt.<\/p>\n<p>Menschen, die von akuter Obdachlosigkeit betroffen sind, finden <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1194913.wohnungslosigkeit-wohnungsnot-in-berlin-neukoelln-kampf-um-die-saale.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in Unterk\u00fcnften<\/a> nicht immer gewaltfreie R\u00e4ume. In einer Studie der Alice-Salomon-Hochschule zur Lebenssituation wohnungsloser Menschen in Berlin bem\u00e4ngeln die Autor*innen fehlende Schutzkonzepte f\u00fcr Frauen und queere Menschen in Landeseinrichtungen. So berichteten Interviewpartner*innen von sexueller Bel\u00e4stigung und \u00dcbergriffen sowie von Diskriminierung queerer Menschen durch das Personal und durch Mitbewohner*innen. Auch sei fehlende Privatsph\u00e4re insbesondere f\u00fcr queere Menschen unvertretbar. Aber auch mangelnde finanzielle Ressourcen w\u00fcrden zu Wohnungslosigkeit bei queeren Menschen beitragen, sagt Kathrin Schultz. \u00bbViele erben nicht oder mussten Reserven f\u00fcr ihr Coming-out oder Transition ausgeben.\u00ab<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbWenn eine Stelle wegf\u00e4llt, wackelt das ganze System.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nKathrin Schultz\u2003Queerhome*<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Drittel der Ratsuchenden bei Queerhome* sind trans, inter oder nichtbin\u00e4r. Ein weiteres Drittel sind Menschen mit Flucht- oder Migrationserfahrung. Queere Menschen mit Migrationserfahrung sollen ein Peer-to-Peer-Ehrenamtsprojekt unterst\u00fctzen. Peer-to-Peer meint, dass queere Menschen mit Migrationserfahrung, die wohnungslos waren oder von der Wohnungslosigkeit bedroht waren, Menschen mit derselben Erfahrung weiterhelfen. Ziel sei es, fehlende Unterst\u00fctzungsangebote wie Begleitung zu \u00c4mtern, Hilfe bei Sprachbarrieren, Digitalisierung und Empowernment auszugleichen.<\/p>\n<p>Doch das Projekt von Queerhome* k\u00f6nnte 2026 enden. Die K\u00fcrzung der F\u00f6rderung sei \u00bbsehr \u00e4rgerlich\u00ab, sagt Schultz. Dadurch w\u00fcrden die Ausbildung und Unterst\u00fctzung der ehrenamtlichen Mitglieder wegfallen. \u00bbDie brauchen wir ja.\u00ab Die rund 80\u2005Ehrenamtlichen sind essenziell f\u00fcr den Sonntags-Club mit seinen 30\u2005Gruppen, Arbeitsgemeinschaften und Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Aber nicht nur direkte K\u00fcrzungen machen dem Sonntags-Club zu schaffen. Denn neben den tats\u00e4chlichen Einsparungen k\u00e4mpft das Projekt, wie auch andere Tr\u00e4ger, mit indirekten K\u00fcrzungen. Sie sind <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1193543.landesjugendring-jugendhilfe-in-berlin-traeger-vor-dem-kollaps.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">verpflichtet, nach Tarifvertrag zu bezahlen<\/a>. Eine F\u00f6rderung, um die Tariferh\u00f6hungen zu finanzieren, erhalte man jedoch nicht, so Schultz. \u00bbWir br\u00e4uchten mehr Gelder. Wenn das nicht passiert, muss ich n\u00e4chstes Jahr mit meinen Stunden runtergehen.\u00ab Schultz sieht das Problem in der Verteilung der Gelder. Sie kritisiert unter anderem die Investition f\u00fcr die Olympiabewerbung von sechs Millionen Euro. \u00bbDiese Stadt hat andere Probleme.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Laut dem Parit\u00e4tischen Wohlfahrtsverband gibt es derzeit 55\u2009000 Wohnungslose in Berlin. 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