{"id":604563,"date":"2025-11-26T21:32:16","date_gmt":"2025-11-26T21:32:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604563\/"},"modified":"2025-11-26T21:32:16","modified_gmt":"2025-11-26T21:32:16","slug":"ex-nihilo-werdegaenge-als-inspiration-blickfeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604563\/","title":{"rendered":"Ex Nihilo \u2013 Werdeg\u00e4nge als Inspiration &#8211; blickfeld"},"content":{"rendered":"<p>Kreativit\u00e4t entdecken<\/p>\n<p>In der <strong>Ausstellung \u201cEx Nihilo\u201d<\/strong> in der <strong>Kunsthalle Barmen<\/strong> treffen nicht nur <strong>Werke von renommierten K\u00fcnstler:innen und Studierenden<\/strong> aufeinander, sondern auch <strong>zwei Biografien<\/strong>, die exemplarisch zeigen, wie k\u00fcnstlerische Wege verlaufen k\u00f6nnen. An diesem Abend berichteten <strong><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/valeriefionafeldhaus\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Valerie Feldhaus<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/juli.gloomroom\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Julia Schade<\/a><\/strong> von ihrem <strong>Werdegang <\/strong>und ihrer Kunst. Der Beginn der Veranstaltung sollte die Bedeutung der Ausstellung selbst deutlich machen: Diese fand im zentralen Raum der Kunsthalle statt; zu sehen sind <strong>Arbeiten von Ye\u015fim Akdeniz<\/strong>, Professorin an der Kunstakademie D\u00fcsseldorf, und <strong>Friedrich von Borries<\/strong>\u201a Diagramm \u201eMethoden der Kunst\u201c, das die Entstehung der Kunst beschreibt. Dies ist auch die zentrale <strong>Frage von \u201eEx Nihilo\u201c<\/strong>: \u201eWir untersuchen, wie Kunst eigentlich entsteht. Muss man daf\u00fcr kreativ sein? Oder ist \u201eKreativit\u00e4t\u201c ein Modewort, w\u00e4hrend das Machen etwas anderes ist? Die Ausstellung hinterfragt, wie man auf Ideen kommt und was man daf\u00fcr braucht\u201c, sagt <strong><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/westermeier\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christoph Westermaier<\/a><\/strong>. Als passender Aufh\u00e4nger f\u00fcr den Abend sind in diesem Raum auch <strong>fotografische Arbeiten von Studierenden der BUW<\/strong> zu sehen. Einige stammen von <strong>Valerie Feldhaus<\/strong>. Sie begann ihr <strong>Studium in Wuppertal<\/strong> im Jahr 2017 und nahm ab 2019 an den sogenannten <strong>\u201eCampus Walks\u201c<\/strong> von Christoph Westermaier teil. Dabei geht es darum, die Umgebung wahrzunehmen, zu beobachten, sich treiben zu lassen \u2013 auch <strong>Promenadologie<\/strong> genannt. Treiben lassen und weiterziehen, dieses Thema steht f\u00fcr die beiden anwesenden K\u00fcnstler:innen. Nach ihrem Bachelor-Abschluss bewarben sich Julia Schade und Valerie Feldhaus erfolgreich an der <strong>Kunstakademie D\u00fcsseldorf<\/strong>.<\/p>\n<p>Von der Wissenschaft zur Kunst<\/p>\n<p><strong>Julia Schade<\/strong> wurde in die <strong>Klasse von Ye\u015fim Akdeniz<\/strong> aufgenommen. Die Malerin unterrichtet in einer medial offenen Weise, in der Zeichnung, Objekt, Installation und Theorie nebeneinander gelehrt werden. Diese Offenheit kam Schade entgegen. Ihre Arbeiten \u2013 oft aus Zeichnung hervorgegangene Objekte \u2013 thematisieren <strong>Fragen von Zugeh\u00f6rigkeit, kulturellem Ged\u00e4chtnis und Macht<\/strong>. In ihrer Abschlussarbeit besch\u00e4ftigte sie sich mit mittelalterlichen Quellen und gesellschaftlichen Rollenbildern. Das Motiv des <strong>\u201cL\u00f6ffelbretts\u201d<\/strong> \u2013 ein vormodernes Haushaltsobjekt, das jedem Familienmitglied einen festen Platz am Tisch zuwies \u2013 wurde f\u00fcr sie zum <strong>Symbol f\u00fcr soziale Ordnung, Machtverh\u00e4ltnisse und Ausschluss<\/strong>. In der Kunsthalle ist ihre Arbeit <strong>\u201eThe Black Tent of Childlessness\u201c<\/strong> zu sehen. Ihre Objekte sind oft monochrom, zur\u00fcckgenommen in der Farbigkeit, formal reduziert \u2013 und dennoch voller Bedeutung. Der Ursprung ihrer Formen liegt meist in der Zeichnung; \u00fcber Skizzen, Recherchen und Materialproben entwickelt sie eine Idee, die Erinnerung und Gegenwart verbindet. Dieser Ansatz l\u00e4sst auf ihre erste Ausbildung schlie\u00dfen: \u201eVor dem Kunststudium habe ich <strong>Arch\u00e4ologie und Geschichte<\/strong> studiert. Diese Verbindung interessiert mich bis heute: Wie kann ich mit Objekten des kulturellen Ged\u00e4chtnisses k\u00fcnstlerisch arbeiten \u2013 also auf eine Weise, die \u00fcber das Wissenschaftliche hinausgeht oder es vielleicht sogar kommentiert?\u201c, so Julia Schade. Ihre Zeit in <strong>Wuppertal<\/strong> beschreibt sie als <strong>gesch\u00fctzten Raum<\/strong>, der ihr half, eine <strong>k\u00fcnstlerische Sprache<\/strong> zu entwickeln. Besonders faszinierte sie der Begriff des \u201cwilden Denkens\u201d von Claude L\u00e9vi-Strauss. Ihre ersten Arbeiten waren meist zeichnerisch, oft angeregt durch Tr\u00e4ume, die sie systematisch in einem Tagebuch festhielt. Es war eine Form des Forschens: \u201eIch ging von einem Traumbild aus, suchte dann nach Verbindungen \u2013 in Literatur, Kunst, Mythologie \u2013 und habe so Wissen quasi \u201agebastelt\u2018. Dieses magische Denken, dieses Vertrauen auf Intuition \u2013 zweifelsfrei ein Weg, Kunst zu erschaffen.\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ex-nihilo_kuenstlergespraech_001.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"69387285\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"46054\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ex-nihilo_kuenstlergespraech_001.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-46057\"  \/><\/a>Valerie Feldhaus erkl\u00e4rt ihr Werk \u201eGut gekaut ist halb verdaut\u201c \u2013 Foto: kb<\/p>\n<p>Dokumentarisch erz\u00e4hlen<\/p>\n<p><strong>Valerie<\/strong> <strong>Feldhaus<\/strong> hingegen fand in <strong>Peter Piller<\/strong> ihren <strong>k\u00fcnstlerischen Mentor<\/strong>. Der Fotok\u00fcnstler, selbst bekannt f\u00fcr seine Sammlung allt\u00e4glicher Bildarchive, regte sie an, das Intime, das Famili\u00e4re weiter zu erforschen. Besonders in ihrer <strong>Videoarbeit \u201eGut gekaut ist halb verdaut\u201c<\/strong>, in der sie den <strong>Zahnersatz ihrer verstorbenen Gro\u00dfeltern<\/strong> bearbeitet, werden Ambivalenzen sichtbar. Feldhaus: \u201eSie sind etwas K\u00f6rperliches, etwas Intimes, etwas zutiefst Pers\u00f6nliches. In dieser Handlung lag f\u00fcr mich ein Spiel aus N\u00e4he und Distanz. Einerseits wollte ich mich dem Materiellen n\u00e4hern, verstehen, was eigentlich \u00fcbrigbleibt. Andererseits wollte ich mich emotional distanzieren, um die Trauer und den Verlust aushalten zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ex-nihilo_kuenstlergespraech_004.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-46060\"  \/>Valerie Feldhaus vor ihrem Werk \u201eGut gekaut ist halb verdaut\u201c \u2013 Foto: kb<\/p>\n<p>Die Handlung wirkt steril und verst\u00f6rend zugleich. Besonders hervorzuheben: Der Ton \u2013 H\u00e4mmern und Knirschen \u2013 wird zum emotionalen Tr\u00e4ger. Auch fr\u00fchere Arbeiten wie ihre <strong>fotografische Serie \u00fcber ausgestopfte Tiere<\/strong> aus dem Nachlass ihres Gro\u00dfvaters zeigen ihren Zugang: archivieren, bewahren, gleichzeitig befragen. Jedes Tier war mit einer Geschichte verbunden, wurde portr\u00e4tiert und mit kurzen Texten versehen. Daraus entstand ein <strong>k\u00fcnstlerisches Familienarchiv<\/strong>, das zwischen Dokumentation und Fiktion changiert \u2013 und dabei nicht nur ernst wirkt, sondern auch ihren Humor zeigt. In aktuellen und zuk\u00fcnftigen Arbeiten widmet sich Feldhaus den Themen <strong>Care-Arbeit, Barrierefreiheit und gesellschaftlicher Teilhabe<\/strong>, zeigt damit ein feines Gesp\u00fcr f\u00fcr Unsichtbares und schafft es, Soziales und Kunst zu verbinden \u2013 und den Bereich des Privaten in der Kunst hinter sich zu lassen.<\/p>\n<p>Wuppertal als Fundament<\/p>\n<p>Sowohl <strong>Julia Schade<\/strong> als auch <strong>Valerie Feldhaus<\/strong> begannen ihr Studium mit dem Ziel, Kunst zu lehren. Der Fokus der <strong>Bergischen Universit\u00e4t<\/strong> liegt klar auf der <strong>Ausbildung von Lehrkr\u00e4ften<\/strong>, was sich in einem systematisch aufgebauten Studium mit Modulen, Theorieanteilen und didaktischem Fokus zeigt. Im Gespr\u00e4ch wurde deutlich, wie sich die Ausbildungsans\u00e4tze der beiden Institutionen unterscheiden. \u201eIn <strong>Wuppertal <\/strong>bekommt man eine <strong>solide Basis<\/strong>, fast wie einen Werkzeugkasten. Man lernt, strukturiert zu arbeiten, Inhalte zu reflektieren, sich theoretisch zu verorten. An der <strong>Kunstakademie <\/strong>dagegen lernt man, sich <strong>durchzusetzen, Kontakte zu kn\u00fcpfen, sich in der Kunstwelt zu behaupten<\/strong>.\u201c Beides ist wichtig \u2013 aber eben sehr unterschiedlich, sagt Christoph Westermaier. Valerie Feldhaus beschreibt diesen Unterschied auch in der Art, wie \u00fcber Kunst gesprochen wird: W\u00e4hrend in <strong>Wuppertal<\/strong> analytisch und reflektiert argumentiert werde, sei die Kommunikation in <strong>D\u00fcsseldorf<\/strong> direkter, k\u00f6rperlicher, performativer. Es geht nicht nur um Inhalte, sondern auch um Auftreten, Haltung, \u00c4sthetik. Beide Wege f\u00fchren zu bemerkenswerten Ergebnissen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ex-nihilo_kuenstlergespraech_003.jpg\" data-slb-active=\"1\" data-slb-asset=\"1507574409\" data-slb-internal=\"0\" data-slb-group=\"46054\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/ex-nihilo_kuenstlergespraech_003.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-46059\"  \/><\/a>Julia Schade vor ihrem Werk \u201eThe Black Tent of Childlessness\u201c \u2013 Foto: kb<\/p>\n<p>Dass beide in der Ausstellung \u201cEx Nihilo\u201d nicht nur neben, sondern mit ihren Professor:innen ausstellen, ist ein <strong>starkes Zeichen f\u00fcr einen offenen Kunstbegriff<\/strong> \u2013 f\u00fcr den die Kunsthalle Barmen zweifelsfrei steht. \u00bb<a href=\"https:\/\/www.blickfeld-wuppertal.de\/ueber-uns\/blickfeld-redaktion\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">kb<\/a>\u00ab<\/p>\n<p>EX NIHILO in der Kunsthalle Barmen<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Anschrift:<\/strong> Geschwister-Scholl-Platz 4-6, 42269 Wuppertal (<a href=\"https:\/\/maps.app.goo.gl\/dre7AbPEtUQAHtvD6\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">GoogleMaps<\/a>)<\/li>\n<li><strong>Web:<\/strong> <a href=\"https:\/\/kunsthallebarmen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.kunsthallebarmen.de<\/a><\/li>\n<li><strong>Instagram:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/kunsthallebarmen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">@kunsthallebarmen<\/a><\/li>\n<li><strong>Ausstellungsdauer:<\/strong> 17. Oktober bis 14. Dezember 2025<\/li>\n<li><strong>\u00d6ffnungszeiten:<\/strong> donnerstags bis sonntags, 14 bis 18 Uhr<\/li>\n<li><strong>Eintritt:<\/strong> Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei<\/li>\n<\/ul>\n<p>\t\t\t\t\t\t<script async src=\"\/\/www.instagram.com\/embed.js\"><\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kreativit\u00e4t entdecken In der Ausstellung \u201cEx Nihilo\u201d in der Kunsthalle Barmen treffen nicht nur Werke von renommierten K\u00fcnstler:innen&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":604564,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1840],"tags":[17463,3364,17587,29,2314,30,133460,80,33857,1209,4418],"class_list":{"0":"post-604563","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wuppertal","8":"tag-barmen","9":"tag-de","10":"tag-design","11":"tag-deutschland","12":"tag-featured","13":"tag-germany","14":"tag-kb","15":"tag-kultur","16":"tag-kunsthalle-barmen","17":"tag-nordrhein-westfalen","18":"tag-wuppertal"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115618143347978069","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/604563","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=604563"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/604563\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/604564"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=604563"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=604563"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=604563"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}