{"id":604583,"date":"2025-11-26T21:43:19","date_gmt":"2025-11-26T21:43:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604583\/"},"modified":"2025-11-26T21:43:19","modified_gmt":"2025-11-26T21:43:19","slug":"hat-europa-gerade-die-ukraine-vor-trump-und-putin-gerettet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604583\/","title":{"rendered":"Hat Europa gerade die Ukraine vor Trump und Putin gerettet?"},"content":{"rendered":"<p>\n        26. November 2025<\/p>\n<p>              Kai Imhoff<\/p>\n<p>                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/shutterstock_2587301101-aaa32daf097a09a8.jpeg\"  width=\"5000\" height=\"2809\"  alt=\"erschwommene ukrainische Flagge zwischen den USA und Russland als Symbol f\u00fcr Diplomatie, Friedensgespr\u00e4che und geopolitische Spannungen im Ukraine-Krieg\" class=\"img-responsive\"\/><\/p>\n<p class=\"source akwa-caption__source\">(Bild:\u00a0Jacek Wojnarowski \/ <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/image-photo\/blurred-ukraine-flag-between-us-russian-2587301101\" target=\"_blank\" rel=\"external noopener\">Shutterstock.com<\/a>)<\/p>\n<p class=\"lead beitraganriss\">Ein US-Entwurf basierte wohl auf Putins Wunschliste \u2013 bis Europa und Kiew in Genf neun Punkte streichen lie\u00dfen und die Verhandlungen drehten.<\/p>\n<p>Der von Washington vorgelegte <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Versucht-die-EU-bereits-den-neuen-Ukraine-Friedensplan-zu-sabotieren-11089182.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedensplan f\u00fcr die Ukraine<\/a> l\u00f6st diplomatische Spannungen aus. Nach Informationen mehrerer Quellen, auf die sich Reuters <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/us-peace-plan-ukraine-drew-russian-document-sources-say-2025-11-26\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">beruft<\/a>, fu\u00dft der urspr\u00fcnglich 28 Punkte umfassende Vorschlag auf einem russischen Papier, das US-Regierungsvertretern im Oktober zugespielt wurde.<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Das informelle Schriftst\u00fcck enthielt Moskauer Maximalforderungen, die Kiew bereits fr\u00fcher zur\u00fcckgewiesen hatte \u2013 etwa die Preisgabe bedeutender Gebiete im Osten des Landes.<\/p>\n<p>Nachdem diese Zusammenh\u00e4nge \u00f6ffentlich gemacht wurden, wurde scharfe Kritik laut. In den USA sprachen Parlamentarier von einer Auflistung russischer W\u00fcnsche. Auch in europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten wuchs das Misstrauen, ob die Trump-Regierung die Belange der Ukraine und Europas hinreichend im Blick hat.<\/p>\n<p>Verhandlungen in Genf bringen Korrekturen<\/p>\n<p>In der Folge intensiver Gespr\u00e4che am Genfer See wurde das Papier deutlich umgeschrieben. Berichten zufolge fielen neun Punkte komplett weg. Eine hochrangige Delegation aus den USA verst\u00e4ndigte sich mit Vertretern Europas und der Ukraine darauf, besonders einseitige Passagen zu entsch\u00e4rfen oder ganz zu tilgen.<\/p>\n<p>Kiew signalisierte Zustimmung zum \u00fcberarbeiteten Ger\u00fcst. Zugleich pochen die Ukraine und ihre europ\u00e4ischen Verb\u00fcndeten darauf, dass die sensibelsten Themen \u2013 haupts\u00e4chlich Gebietsfragen \u2013 in einem pers\u00f6nlichen Austausch zwischen Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj und US-Pr\u00e4sident Donald Trump gekl\u00e4rt werden.<\/p>\n<p>Europas Taktik: \u00d6ffentliches Lob, private Korrekturen<\/p>\n<p>        Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Die f\u00fchrenden Politiker Europas verfolgten eine koordinierte Linie. Nach au\u00dfen w\u00fcrdigten Premierminister Keir Starmer, Pr\u00e4sident Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz den Entwurf als Diskussionsgrundlage. Intern jedoch dr\u00e4ngten sie <a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2025\/11\/25\/world\/europe\/trump-ukraine-war-peace-plan-merz-macron-starmer.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">laut<\/a> New York Times (NYT) darauf, Klauseln zu streichen, die fundamentale europ\u00e4ische Positionen verletzten.<\/p>\n<p>Zu diesen Grunds\u00e4tzen geh\u00f6ren: keine Duldung umfangreicher russischer Landnahmen, keine dauerhafte Blockade eines Nato-Beitritts der Ukraine, keine von Moskau vorgegebene Obergrenze f\u00fcr ukrainische Streitkr\u00e4fte und keine generelle Ablehnung einer Stationierung europ\u00e4ischer Truppen in der Ukraine.<\/p>\n<p>Ein Experte r\u00e4umte laut NYT ein, Europa k\u00f6nne die USA in Sicherheitsfragen nicht ersetzen. Dennoch zeigt das Vorgehen, dass der Kontinent entschlossen ist, den Verhandlungsverlauf aktiv zu pr\u00e4gen und Resultate n\u00e4her an ukrainische sowie europ\u00e4ische Interessen heranzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Phase nach einer m\u00f6glichen Einigung bereitet eine Gruppe europ\u00e4ischer Staaten die <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Macrons-Odessa-Plan-Franzoesische-Truppen-als-Friedenswaechter-fuer-die-Ukraine-11092887.html\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">Entsendung von &#8222;Friedenstruppen&#8220;<\/a> vor. Diese &#8222;Koalition der Willigen&#8220; soll zur Sicherung eines Abkommens beitragen.<\/p>\n<p>Moskau macht Europa und Kiew verantwortlich<\/p>\n<p>Russland reagierte ver\u00e4rgert auf die \u00dcberarbeitung. Au\u00dfenminister Sergej Lawrow k\u00fcndigte <a href=\"https:\/\/www.ft.com\/content\/3742ca9e-a111-49e2-8e4f-756fe57049e9\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">laut<\/a> Financial Times (FT) an, die Situation werde sich &#8222;grundlegend wandeln&#8220;, falls zentrale Absprachen zwischen Putin und Trump aus dem Text verschw\u00e4nden. Ein Kreml-Sprecher betonte, entscheidend sei allein &#8222;Trumps Projekt&#8220;.<\/p>\n<p>Moskau beschuldigt Europa und die Ukraine, den urspr\u00fcnglichen Entwurf verw\u00e4ssert zu haben. Russland besteht weiterhin darauf, dass Kiew Positionen im Donbass r\u00e4umt \u2013 darunter die Oblast Donezk, die Moskau seit 2014 nicht vollst\u00e4ndig beherrscht.<\/p>\n<p>Beobachter zweifeln laut Bericht, dass Russland die modifizierte Fassung akzeptiert. Ein Analyst der Rand Corporation erwartet demnach, dass Moskau die Gespr\u00e4che in die L\u00e4nge zieht und seinen Vormarsch an der Front fortsetzt. Putins Strategie bestehe darin, Verhandlungst\u00fcren niemals ganz zu schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Ver\u00f6ffentlichte Telefonate heizen Streit an<\/p>\n<p>Die Verhandlungsatmosph\u00e4re wird durch durchgesickerte Gespr\u00e4chsprotokolle belastet. Bloomberg hatte die vermeintliche Mitschrift eines Telefonats vom 14. Oktober zwischen Trumps Gesandtem Steve Witkoff und Putins au\u00dfenpolitischem Berater Juri Uschakow ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Darin ber\u00e4t Witkoff Moskau, wie der Kreml Trump einen Friedensplan schmackhaft machen k\u00f6nne. Das Gespr\u00e4ch deutet auf m\u00f6gliche Gebietsabtretungen hin, etwa die Provinz Donezk oder einen Gebietstausch.<\/p>\n<p>Russland, <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/kremlin-aide-ushakov-says-he-witkoff-will-be-touch-about-their-leaked-call-2025-11-26\/\" rel=\"external noopener\" target=\"_blank\">so berichtet<\/a> Reuters, nannte die Ver\u00f6ffentlichung inakzeptabel und Teil hybrider Kriegsf\u00fchrung. Uschakow erkl\u00e4rte, die Unterhaltungen seien nicht f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit bestimmt gewesen.<\/p>\n<p>Der Chef eines russischen Staatsfonds bezeichnete einen weiteren Bericht als Erfindung. Wie Bloomberg an die Aufzeichnungen gelangte, bleibt unklar. Eine unabh\u00e4ngige Verifizierung der Transkripte liegt laut Reuters nicht vor.<\/p>\n<p>Mehrgleisige Gespr\u00e4che und ungekl\u00e4rte Kernfragen<\/p>\n<p>Der Friedensprozess verl\u00e4uft auf mehreren Ebenen. Nach den Genfer Beratungen fanden <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Geheimtreffen-in-Abu-Dhabi-Warum-Trumps-Ukraine-Plan-die-Welt-spaltet-11090674.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">in Abu Dhabi<\/a> Treffen zwischen US- und russischen Delegationen statt. Auch eine ukrainische Abordnung war vor Ort, um mit dem amerikanischen Team zu sprechen. Witkoff soll demn\u00e4chst nach Moskau reisen, um die Verhandlungen voranzutreiben.<\/p>\n<p>Zentrale Streitpunkte bleiben offen. Die Ukraine lehnt Gebietsabtretungen kategorisch ab, w\u00e4hrend Russland auf Zugest\u00e4ndnissen im Donbass beharrt. Auch die Nato-Perspektive der Ukraine, die St\u00e4rke ihrer Streitkr\u00e4fte und die Rolle europ\u00e4ischer Truppen sind weiterhin umstritten.<\/p>\n<p>Berichten zufolge \u00fcbten die USA Druck auf Kiew aus, indem sie andeuteten, milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung k\u00f6nne reduziert werden, falls die Ukraine den Plan ablehnt. Trump lie\u00df seine urspr\u00fcngliche <a href=\"https:\/\/www.telepolis.de\/article\/Noch-5-Tage-Ukraine-muss-bis-Donnerstag-Friedensplan-unterzeichnen-11088335.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frist f\u00fcr eine Einigung<\/a> fallen, \u00e4u\u00dferte sich aber optimistisch \u00fcber die bisherigen Fortschritte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"26. November 2025 Kai Imhoff (Bild:\u00a0Jacek Wojnarowski \/ Shutterstock.com) Ein US-Entwurf basierte wohl auf Putins Wunschliste \u2013 bis&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":604584,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3933],"tags":[331,332,508,548,663,158,3934,3935,13,14,15,12,1712],"class_list":{"0":"post-604583","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-eu","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-diplomatie","11":"tag-eu","12":"tag-europa","13":"tag-europaeische-union","14":"tag-europe","15":"tag-european-union","16":"tag-headlines","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-schlagzeilen","20":"tag-ukraine-krieg"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115618187001525435","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/604583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=604583"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/604583\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/604584"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=604583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=604583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=604583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}