{"id":604608,"date":"2025-11-26T21:57:14","date_gmt":"2025-11-26T21:57:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604608\/"},"modified":"2025-11-26T21:57:14","modified_gmt":"2025-11-26T21:57:14","slug":"bremer-verbandschef-bollhagen-aeussert-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/604608\/","title":{"rendered":"Bremer Verbandschef Bollhagen \u00e4u\u00dfert sich"},"content":{"rendered":"<ul>\n<li>Der Verband &#8222;Die Familienunternehmen&#8220; \u00f6ffnet sich f\u00fcr Gespr\u00e4che mit der AfD; Entscheidung wurde besonders durch ostdeutsche Landesverb\u00e4nde vorangetrieben.<\/li>\n<li>Peter Bollhagen, Bremer Landesvorsitzender, betont seine pers\u00f6nliche Ablehnung der AfD und deren Programm, versteht aber die Notwendigkeit zum Dialog angesichts hoher Umfragewerte.<\/li>\n<li>Trotz der \u00d6ffnung des Verbands zur AfD gab es in Bremen keine Austritte aus dem Verband und positives Feedback zur Positionierung von Bollhagen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>            Mehr anzeigen<br \/>\n            Weniger anzeigen<\/p>\n<p>                Zur Person<\/p>\n<p>\n        Peter Bollhagen (66)<br \/>\n        <br \/>ist Landesvorsitzender des Verbands &#8222;Die Familienunternehmen&#8220; in Bremen. Der Malermeister ist gesch\u00e4ftsf\u00fchrender Gesellschafter von Pero + Partner. Sein Urgro\u00dfvater gr\u00fcndete den Betrieb 1892. Bollhagen ist Mitglied der FDP.\n    <\/p>\n<p>Herr Bollhagen, beim Verband der Familienunternehmen f\u00e4llt die Brandmauer \u2013 das Kontaktverbot zur AfD. Wie blicken Sie auf diese Entscheidung?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Peter Bollhagen: Wir sind ein Verband und keine Partei oder Regierung. Insofern w\u00fcrde ich das Wort Brandmauer f\u00fcr uns nicht ganz so hoch ansetzen. Ich verstehe, dass meine Kollegen aus den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern wie Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sagen: Hier droht die <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/afd-q6721203\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">AfD<\/a> in Richtung absoluter Mehrheit die n\u00e4chste Regierung zu \u00fcbernehmen. Wir m\u00fcssen mit denen irgendwo ein Gespr\u00e4ch suchen. Das war der Ausl\u00f6ser der Entscheidung im Bundesvorstand.<\/p>\n<p>Haben Sie selbst f\u00fcr eine \u00d6ffnung pl\u00e4diert?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Ja, ich kann das nachvollziehen. Die m\u00fcssen mit denen reden, wenn die AfD dort bei fast 40 Prozent liegt. Ein Unternehmensverband muss reagieren, wenn wom\u00f6glich eine Partei an die Macht kommt, die ein ganz schreckliches Programm hat, um das Schlimmste zu verhindern.<\/p>\n<p>Der Kurswechsel st\u00f6\u00dft auf viel Kritik \u2013 aus Politik und Wirtschaft. Ihre Verbandspr\u00e4sidentin Marie-Christine Ostermann sagte: &#8222;In unseren Landesbereichen hat es diese Art der Brandmauer noch nie gegeben.&#8220; Es gab also kein strenges Kontaktverbot?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Soweit ich wei\u00df, war es bisher Usus, auch hier, dass wir AfD-Vertreter nie eingeladen haben. Wir sind in Bremen derzeit in einer sehr kommoden Situation. Die Partei sitzt gar nicht in der B\u00fcrgerschaft. Das habe ich auch im Bundesvorstand gesagt, dass ich mich da ein bisschen zur\u00fccklehnen kann. Faktisch gibt es einen Bundestagsabgeordneten aus Bremen. Den Namen k\u00f6nnte ich jetzt nicht sagen.<\/p>\n<p>Anfang Oktober gab es erstmals den Fall, dass der Verband die AfD eingeladen hat, und zwar beim Parlamentarischen Abend in Berlin. Geh\u00f6rten Sie zu den G\u00e4sten?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Ja. Ich war dabei. Ich habe diesen AfDler aber nicht gesehen. Ich habe hinterher geh\u00f6rt, dass er mit eingeladen war. Ich wei\u00df, dass sehr genau ausgesucht worden ist, wen man dort einl\u00e4dt, wer sozusagen zumutbar ist. Es ist nat\u00fcrlich nicht die ganze AfD eingeladen worden. An unserem Bremer Tisch habe ich sehr nett und lange mit <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/thema\/thomas-roewekamp-q1263794\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Thomas R\u00f6wekamp<\/a> von der CDU gesprochen. Der war als einziger Bremer Abgeordneter da.<\/p>\n<p>Wann ist der Beschluss f\u00fcr eine \u00d6ffnung getroffen worden?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">\n    Das war bei einer Sitzung von Bundesvorstand, Landesvorsitzenden<br \/>\n    <br \/>und Kommissionsvorsitzenden im Fr\u00fchjahr. Insbesondere die ostdeutschen Landesvorsitzenden haben gesagt: Die Umfragewerte steigen. Wir haben das Thema. Wir m\u00fcssen uns \u00f6ffnen.\n<\/p>\n<p>Haben Sie in der Vergangenheit Kontakt zur AfD gehabt?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Noch nie. Wir haben denen in meiner Zeit nie ein Forum gegeben oder irgendwelche Gespr\u00e4che gef\u00fchrt. Ich habe hier in Bremen immer mit den relevanten Parteien gesprochen und habe etwa auch zur SPD und zu Andreas Bovenschulte ein gutes Verh\u00e4ltnis. Ich kann mit manchen von den Gr\u00fcnen und sch\u00e4tze pers\u00f6nlich Kristina Vogt von der Linkspartei sehr. Wie gesagt: Ich verstehe aber die ostdeutschen Landesverb\u00e4nde. Und ich sage mal, es wird dort auch Mitglieder geben, unter Umst\u00e4nden, die AfD w\u00e4hlen. Das kann ich nicht ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Auch in Bremen?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Nein.<\/p>\n<p>Wie schauen Sie pers\u00f6nlich auf die AfD?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Wir haben ein Unternehmen mit mehr als drei\u00dfig Mitarbeitern aus zw\u00f6lf Nationen. Es ist in Bremen kein Geheimnis, dass ich mit einem Mann verheiratet bin. Und mein Mann kommt aus Nigeria. Ich finde, es ist grauslich, was im Programm der AfD steht. Da dreht sich einem der Magen, wenn man eine halbe Seite gelesen hat. Wenn deren \u201aRemigration\u2018 umgesetzt w\u00fcrde, mit Ausweisungen und Zur\u00fcckschicken und was wei\u00df ich, dann k\u00f6nnen wir unseren Betrieb und auch ganz viele andere Handwerksunternehmen ihren Betrieb dichtmachen. Also ich habe null inhaltliche N\u00e4he und null inhaltliche Sympathie oder irgendetwas mit der AfD.<\/p>\n<p>Ihren Malerbetrieb wird mit Ammar Bilal jemand mit\u00fcbernehmen, der aus Syrien nach Deutschland geflohen ist. Sie vertreten dennoch die Position: Wir m\u00fcssen mit Blick auf die Umfragen mit dieser Partei sprechen, die von \u201aRemigration\u2018 tr\u00e4umt?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Ich rede mit ganz vielen Leuten, mit denen ich inhaltlich nicht \u00fcbereinstimme. Es hilft nicht, sich in eine Ecke zu setzen und zu schweigen. Man muss versuchen, zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>Frau Ostermann sagte, man m\u00fcsse die Partei inhaltlich stellen. Wie kann das konkret aussehen?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">F\u00fcr mich w\u00e4re vor allem das Thema, dass die AfD Menschen in diesem Land sagt: Wir wollen euch nicht. Das ist f\u00fcr mich ein existenzielles Thema \u2013 und auch f\u00fcr unsere Firma. Was das in den Menschen ausl\u00f6st, die hier arbeiten, Steuern zahlen, die zum Teil mittlerweile deutsche Staatsb\u00fcrger sind.<\/p>\n<p>Dazu w\u00e4ren Sie zu Gespr\u00e4chen bereit?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Ich w\u00fcrde mich dem zumindest nicht verweigern. Ich bin aber heilfroh, dass ich hier in Bremen nicht davorstehe.<\/p>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz hatte die Partei als &#8222;gesichert rechtsextremistisch&#8220; eingestuft. Wegen einer Klage ist diese Bewertung derzeit ausgesetzt. Der wirtschaftspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Leif-Erik Holm, war am Abend in Berlin dabei. Er freut sich: &#8222;Selbst der Verband der Familienunternehmer, der uns fr\u00fcher ge\u00e4chtet hat, l\u00e4dt uns inzwischen ein.&#8220; Sehen Sie nicht auch die Gefahr, dass diese Partei, zu der Bj\u00f6rn H\u00f6cke geh\u00f6rt, der mehrfach Parolen der SA nutzte, normalisiert wird?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Jein. Ich kann Ihnen da keine klare Antwort geben. Mich zerrei\u00dft das Thema auch. Wir m\u00fcssen uns aber alle \u2013 nicht nur im Verband \u2013 wegen der Zuw\u00e4chse trotz der Brandmauer fragen: Ist das wirklich das richtige Instrument zum Umgang mit der AfD?<\/p>\n<p>Auch Ihr Verband betont, keine Regierung mit AfD-Beteiligung zu wollen. In der Wirtschaft st\u00f6\u00dft das Programm der Partei massiv auf Ablehnung. Hat sich daran etwas ge\u00e4ndert?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Im Gegenteil. Das Programm ist sch\u00e4dlich f\u00fcr Deutschland. Das ist eine Katastrophe.<\/p>\n<p>Was raten Sie den Parteien der Mitte, damit die AfD nicht weiter W\u00e4hler gewinnt?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Macht eine Politik, die die Leute nicht in Scharen dahintreibt. Im Moment sehe ich bei der Bundesregierung leider keine \u00fcberzeugende Linie. Wir brauchen eine vern\u00fcnftige und vor allen Dingen auch eine gut kommunizierte Politik. Ich bin mir sonst nicht sicher, wie die n\u00e4chste B\u00fcrgerschaftswahl ausgeht, ob wir nicht doch pl\u00f6tzlich wieder eine AfD im Bremer Parlament haben.<\/p>\n<p>Wie schauen die Unternehmen hier, die rund 250 Mitglieder im Verband in Bremen, auf den Kurswechsel? Hat es Austritte gegeben?<\/p>\n<p class=\"Interview_Antwort\">Nein. Austritte hat es nicht gegeben. Ich habe f\u00fcr meine pers\u00f6nliche Position als Vorsitzender schon viele positive Reaktionen bekommen.<\/p>\n<p>Das Gespr\u00e4ch f\u00fchrte Lisa Schr\u00f6der.<\/p>\n<p>                    Wie bewerten andere Verbandsmitglieder und Unternehmen in Bremen bzw. bundesweit den Kurswechsel bez\u00fcglich Kontakten zur AfD?<\/p>\n<p>Nach dem Geheimtreffen rechtsextremer Kreise und der verst\u00e4rkten \u00f6ffentlichen Distanzierung von der AfD zeigen die Mitgliedszahlen und Umfragen sowohl in Bremen als auch bundesweit einen Zuwachs f\u00fcr die AfD, wobei dieser Zulauf laut dem Bremer AfD-Vorsitzenden Minich in Bremen vor allem auf Unzufriedenheit mit der Ampel-Regierung zur\u00fcckgef\u00fchrt wird. Innerhalb der Verb\u00e4nde und Parteien in Bremen gibt es jedoch weiterhin interne Streitigkeiten, Abgrenzung und Spaltungen, was unter anderem dazu f\u00fchrt, dass die AfD trotz Umfrageerfolgen nicht parlamentarisch vertreten ist und als politikunf\u00e4hig gilt (Artikel 1, 3). Unternehmen oder Wirtschaftsverb\u00e4nde werden in den vorliegenden Artikeln nicht explizit erw\u00e4hnt, aber der politische Kurswechsel st\u00f6\u00dft in Bremen und bundesweit sowohl auf Zustimmung unter unzufriedenen B\u00fcrgern als auch auf eine klare Abgrenzung in der politischen Mitte, insbesondere im norddeutschen Raum (Artikel 1).<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                    Welche Konsequenzen k\u00f6nnte eine Regierungsbeteiligung der AfD konkret f\u00fcr Handwerksbetriebe mit migrantischen Mitarbeitern haben?<\/p>\n<p>Eine Regierungsbeteiligung der AfD k\u00f6nnte laut den befragten Wirtschaftswissenschaftlern und Unternehmensf\u00fchrungen die Attraktivit\u00e4t des Wirtschaftsstandorts f\u00fcr Fachkr\u00e4fte erheblich verringern, insbesondere f\u00fcr ausl\u00e4ndische und migrantische Mitarbeiter, wodurch Probleme bei der Fachkr\u00e4ftesicherung entstehen w\u00fcrden (Artikel 1 und 3). Handwerksbetriebe mit migrantischen Mitarbeitern m\u00fcssten zudem mit einer wachsenden Spaltung und Unsicherheit in der Belegschaft rechnen, da 63 Prozent der Unternehmen den sozialen Zusammenhalt ihrer Teams gef\u00e4hrdet sehen (Artikel 2). Insgesamt k\u00f6nnten negative wirtschaftliche Auswirkungen und eine innovationsfeindliche Politik der AfD die Besch\u00e4ftigungs- und Wachstumsperspektiven f\u00fcr Handwerksbetriebe mit migrantischen Fachkr\u00e4ften deutlich verschlechtern (Artikel 3).<\/p>\n<p>Quellen<\/p>\n<p>                Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.<br \/>\n                <a class=\"more-btn\" href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/generative-ki\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                    \u2192 Mehr Infos<br \/>\n                <\/a><\/p>\n<p>                        <a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/\" id=\"home\" class=\"button primary-primary font-size-15_1 m-0a customEvent\" data-layer-event-name=\"customEvent\" data-layer-trigger=\"click\" data-layer-category=\"artikelscoring\" data-layer-action=\"startseite_button\" data-layer-label=\"doc83ffg08rzly9lthkjxz\" data-layer-value=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/bremen\/wirtschaft\/1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zur Startseite<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Verband &#8222;Die Familienunternehmen&#8220; \u00f6ffnet sich f\u00fcr Gespr\u00e4che mit der AfD; Entscheidung wurde besonders durch ostdeutsche Landesverb\u00e4nde vorangetrieben.&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":604609,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1824],"tags":[2420,3364,29,30],"class_list":{"0":"post-604608","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bremen","8":"tag-bremen","9":"tag-de","10":"tag-deutschland","11":"tag-germany"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115618240629512470","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/604608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=604608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/604608\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/604609"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=604608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=604608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=604608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}