{"id":605151,"date":"2025-11-27T03:24:41","date_gmt":"2025-11-27T03:24:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/605151\/"},"modified":"2025-11-27T03:24:41","modified_gmt":"2025-11-27T03:24:41","slug":"jetzt-offiziell-uk-regierung-will-e-autos-staerker-foerdern-aber-auch-besteuern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/605151\/","title":{"rendered":"Jetzt offiziell: UK-Regierung will E-Autos st\u00e4rker f\u00f6rdern, aber auch besteuern"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph \">Anfang der Woche hatten bereits mehrere Medien auf Basis durchgesickerter Informationen berichtet, dass die britischen Regierung zus\u00e4tzliche 1,3 Milliarden Pfund f\u00fcr neue Elektrofahrzeug-Subventionen sowie weitere 200 Millionen Pfund f\u00fcr Ladestationen in den Haushalt einstellt. Das best\u00e4tigt sich nun \u2013 umgerechnet sind dies rund 1,48 Milliarden bzw. 227 Millionen Euro. Das Gesamtbudget des im Sommer eingef\u00fchrten <a href=\"https:\/\/www.electrive.net\/2025\/07\/15\/britische-regierung-legt-neues-electric-car-grand-scheme-auf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Programms \u201eElectric Car Grant\u201d (ECG)<\/a> erh\u00f6ht sich damit auf knapp zwei Milliarden Pfund (rund 2,28 Milliarden Euro), denn 650 Millionen Pfund wurden schon im Sommer f\u00fcr einen Programmzeitraum von Mitte 2025 bis zum Finanzjahr 2028\/2029 reserviert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Konkret werden in Gro\u00dfbritannien seitdem E-Autos mit einem Listenpreis von bis zu 37.000 Pfund mit bis zu 3.750 Pfund pro Fahrzeug bezuschusst. 37.000 Pfund entsprechen derzeit umgerechnet etwa mehr als 42.000 Euro, die maximal 3.750 Pfund F\u00f6rderung knapp 4.300 Euro. Mit den nun zus\u00e4tzlich in Aussicht gestellten 1,3 Milliarden Pfund soll die F\u00f6rderung bis 2030 gesichert und anfangs auch die F\u00f6rdersummen erh\u00f6ht werden. Details dazu sind noch nicht bekannt. Flankierend sollen zudem Unternehmen mit Ladeinfrastruktur und E-Autos gef\u00f6rdert und der Bau von Ladern grunds\u00e4tzlich steuerlich attraktiver werden. Vorausgesetzt der Haushaltsentwurf geht ohne \u00c4nderungen durch den weiteren Gremienlauf.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Klar ist: Industrie und Politik stehen im Land unter hohen Druck. Denn obwohl Gro\u00dfbritannien mit 382.000 neuen E-Autos 2024 der gr\u00f6\u00dfte Markt Europas war, entwickelt sich das Gesch\u00e4ft nicht so schnell, wie es die Regelungen des sogenannten ZEV-Mandats (Zero Emission Vehicle) vorsehen. Im Zuge dieses Mandats m\u00fcssen die Hersteller j\u00e4hrliche Verkaufsziele erf\u00fcllen, um Strafzahlungen zu vermeiden. In diesem Jahr muss eine E-Quote von 28 Prozent erf\u00fcllt werden. Bis 2030 steigt der Anteil steil auf 80 Prozent. 2024 gelangten viele Hersteller nur durch gro\u00dfe Rabattaktionen an die vorgegebenen Zielmarken, was die Margen dr\u00fcckt.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.electrive.net\/2025\/04\/07\/uk-regierung-lockert-zev-mandat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Im April 2025<\/a>\u00a0wurden die Regelungen des ZEV-Mandats f\u00fcr die Hersteller deshalb bereits gelockert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Das erh\u00f6hte F\u00f6rderbudget d\u00fcrfte nun nochmals als Signal an die Hersteller zu verstehen sein, denn die Endverbraucher bekommen neben dem Kaufzuschuss ab April 2028 eine neue Steuer aufgebrummt, die den Vorteil des F\u00f6rderbonus \u00fcber die Zeit mindert. Geht es nach der Regierung, soll ein Pay-per-Mile-System namens Electric Vehicle Excise Duty (eVED) eingef\u00fchrt werden, das die durchschnittlichen Kosten f\u00fcr den Besitz eines Elektroautos um 276 Pfund pro Jahr (rund 314 Euro) erh\u00f6hen d\u00fcrfte. Auch Besitzer von Plug-in-Hybride m\u00fcssten zahlen, jedoch etwas weniger, da sie gleichzeitig von der Kraftstoffsteuer an der Tankstelle betroffen sind, die auch wieder steigen soll.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Doch der Reihe nach: Die kilometerabh\u00e4ngige Steuer auf die Nutzung von E-Autos und Plug-in-Hybride soll nach Willen der Regierung 2028 kommen und ist sozusagen das \u00c4quivalent zur Kraftstoffsteuer auf Benziner und Diesel. Die Abgabe soll 3 Pence pro gefahrenem Kilometer mit einem Elektrofahrzeug und 1,5 Pence f\u00fcr einen Plug-in-Hybrid betragen. Hintergrund ist, dass der Regierung durch den von ihr angereizten, schnell wachsenden E-Anteil immer mehr Einnahmen durch die Kraftstoffsteuer wegbr\u00f6ckeln. Sie sucht also nach Wegen, auch Elektrofahrzeuge zu besteuern. Das Office for Budget Responsibility (OBR) prognostiziert laut Medienberichten, dass das Finanzministerium durch die neue kilometerabh\u00e4ngige Steuer f\u00fcr E-Autos und Plug-in-Hybride im Steuerjahr 2028\/29 1,1 Milliarden Pfund und bis 2030\/31 1,9 Milliarden Pfund einnehmen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">\u201eUm das Steuersystem an die moderne Wirtschaft anzupassen, f\u00fchrt die Regierung ab 2028 eine neue Kilometerabgabe f\u00fcr Elektro- und Plug-in-Hybridfahrzeuge ein\u201c, hei\u00dft es dazu im O-Ton der Regierungs-Pressemitteilung. \u201eAlle Fahrzeuge tragen zur Abnutzung unserer Stra\u00dfen bei, daher ist es nur richtig, dass unsere Kfz-Steuern Elektrofahrzeuge \u00fcber eine moderate Kilometerabgabe abdecken, mit zus\u00e4tzlicher F\u00f6rderung, um den Besitz von Elektrofahrzeugen attraktiv zu halten.\u201c<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Gleichzeitig soll die Kraftstoffsteuer auf Benzin und Diesel selbst auch erstmals seit 2010 wieder steigen. Der aktuelle Satz von 52,95 Pence pro Liter wurde 2022 vom damaligen Finanzminister Rishi Sunak festgelegt, um die durch den Krieg in der Ukraine versch\u00e4rften hohen Kraftstoffpreise zu senken. Er liegt f\u00fcnf Pence unter dem Ausgangswert von 2010. Die \u201eeingefrorenen\u201c 52,95 Pence pro Liter sollen auch bis kommenden Sommer weiter gelten, ab September 2026 wird die Steuer dann aber voraussichtlich angehoben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph \">Als weitere Ma\u00dfnahmen mit eMobility-Bezug sind unter anderem folgende Punkte im Haushaltsplan enthalten:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list wp-block-list\">\n<li class=\"\"><strong>Befreiung f\u00f6rderf\u00e4higer Ladestationen von der Gewerbesteuer<\/strong>: Die Regierung f\u00fchrt eine zehnj\u00e4hrige Befreiung von der Gewerbesteuer f\u00fcr f\u00f6rderf\u00e4hige Ladestationen und reine Elektrofahrzeug-Tankstellen ein, die separat vom Valuation Office Agency\u00a0bewertet werden.<\/li>\n<li class=\"\"><strong>100%ige Abschreibung im ersten Jahr f\u00fcr emissionsfreie Fahrzeuge und Ladestationen<\/strong>: Die Regierung verl\u00e4ngert die 100%ige Abschreibung im ersten Jahr f\u00fcr f\u00f6rderf\u00e4hige Ausgaben bei emissionsfreien Fahrzeuge und Ladestationen um ein weiteres Jahr. Die Abschreibung im ersten Jahr gilt somit bis zum 31. M\u00e4rz 2027 f\u00fcr K\u00f6rperschaftsteuerzwecke und bis zum 5. April 2027 f\u00fcr Einkommensteuerzwecke.<\/li>\n<li class=\"\"><strong>Steuererleichterung f\u00fcr Plug-in-Hybride<\/strong>: Die Regierung f\u00fchrt eine befristete Steuererleichterung f\u00fcr Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV) im Rahmen des Sachbezugssystems ein, um einen deutlichen Anstieg der Steuerbelastung durch neue Emissionsnormen zu verhindern. Diese Erleichterung gilt vom 1. Januar 2025 bis zum 5. April 2028.<\/li>\n<li class=\"\"><strong>Zuschlag f\u00fcr teure E-Fahrzeuge<\/strong>: Die Regierung erh\u00f6ht die Wertgrenze f\u00fcr den f\u00e4lligen Zuschlag (rund 440 Pfund pro Jahr) f\u00fcr teure Fahrzeuge von 40.000 auf 50.000 Pfund, jedoch ausschlie\u00dflich f\u00fcr emissionsfreie Fahrzeuge. Diese \u00c4nderung tritt am 1. April 2026 in Kraft und gilt f\u00fcr emissionsfreie Fahrzeuge, die ab dem 1. April 2025 zugelassen werden.<\/li>\n<li class=\"\"><strong>Laden von Elektrofahrzeugen \u00fcber Gehwege<\/strong>: Das Verkehrsministerium (DfT) ver\u00f6ffentlicht eine Konsultation zu genehmigungsfreien Bauvorhaben f\u00fcr das Laden von Elektrofahrzeugen. Ziel ist es, den Ausbau von Ladel\u00f6sungen \u00fcber Gehwege zu beschleunigen und das Laden von Elektrofahrzeugen in ganz England einfacher, g\u00fcnstiger und zug\u00e4nglicher zu machen.<\/li>\n<li class=\"\"><strong>\u00dcberpr\u00fcfung der Kosten f\u00fcr \u00f6ffentliche Ladestationen<\/strong>: Die Regierung wird die Kosten f\u00fcr \u00f6ffentliche Ladestationen inspizieren und dabei die Auswirkungen der Energiepreise, weitere Kostenfaktoren sowie M\u00f6glichkeiten zur Senkung dieser Kosten f\u00fcr die Verbraucher ber\u00fccksichtigen. Die \u00dcberpr\u00fcfung beginnt im ersten Quartal 2026 und wird im dritten Quartal 2026 abgeschlossen sein.<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph \"><a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/news\/budget-2025-fact-sheet-tax-support-for-businesses\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gov.uk<\/a> (Fact Sheet), <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/news\/strong-foundations-secure-future-a-budget-that-delivers-on-the-countrys-priorities\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gov.uk<\/a> (Pressemitteilung), <a href=\"https:\/\/www.gov.uk\/government\/publications\/budget-2025-document\/budget-2025-html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">gov.uk<\/a> (Policy Paper), <a href=\"https:\/\/www.autocar.co.uk\/car-news\/consumer\/budget-2025-pay-mile-ev-road-tax-confirmed-include-phevs\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">autocar.co.uk<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.carmagazine.co.uk\/car-news\/motoring-issues\/uk-budget-2025\/&#010;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">carmagazine.co.uk<\/a>, <a href=\"https:\/\/futuretransport-news.com\/autumn-budget-additional-1-3-billion-pledged-for-electric-car-grant\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">futuretransport-news.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Anfang der Woche hatten bereits mehrere Medien auf Basis durchgesickerter Informationen berichtet, dass die britischen Regierung zus\u00e4tzliche 1,3&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":605152,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3976],"tags":[331,332,13,14,15,12,3992,3993,3994,3995,3996,3997],"class_list":{"0":"post-605151","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-vereinigtes-koenigreich","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-uk","15":"tag-united-kingdom","16":"tag-united-kingdom-of-great-britain-and-northern-ireland","17":"tag-vereinigtes-koenigreich","18":"tag-vereinigtes-koenigreich-grossbritannien-und-nordirland","19":"tag-vereinigtes-koenigreich-von-grossbritannien-und-nordirland"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115619526353786185","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/605151","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=605151"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/605151\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/605152"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=605151"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=605151"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=605151"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}