{"id":606006,"date":"2025-11-27T12:00:27","date_gmt":"2025-11-27T12:00:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/606006\/"},"modified":"2025-11-27T12:00:27","modified_gmt":"2025-11-27T12:00:27","slug":"die-letzte-ihrer-art-in-remscheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/606006\/","title":{"rendered":"Die letzte ihrer Art in Remscheid"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Remscheid. Mit einem Kalb als Geschenk zur Hochzeit fing alles an: Einen Tag nach der Verm\u00e4hlung, am 1. Dezember 1935, er\u00f6ffnete Willi Nolzen die gleichnamige Fleischerei in der Gertenbachstra\u00dfe in L\u00fcttringhausen. Damals als eine von rund einem Dutzend in dem \u00d6rtchen und mehr als 100 in Remscheid. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">90 Jahre sp\u00e4ter gibt es die Metzgerei immer noch \u2013 doch mittlerweile ist sie unter Leitung von Marcus Weber die letzte ihrer Art in Remscheid. Denn in Remscheid gibt es seit diesem Jahr nur noch eine selbst produzierende Metzgerei.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Frau Nolzen hinter der Theke der allerersten Filiale der Fleischerei Nolzen in der Gertenbachstra\u00dfe, die 1935 er\u00f6ffnete.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/3CMZPDDRVZDVLN2LDOXALOTT4Q.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">\u201eDas ist ein eindrucksvolles Zeugnis f\u00fcr Beharrlichkeit, Qualit\u00e4t und ein festes Band zwischen Betrieb und Kundschaft. Mein Vater und mein Bruder als sein Nachfolger in zweiter Generation w\u00e4ren stolz darauf gewesen\u201c, erkl\u00e4rt Dr. Ferdi Nolzen, Sohn von Willi Nolzen, der zwar selbst kein Metzger geworden ist, aber bereits als Kind im Betrieb mitgeholfen hat und auch jetzt noch freundschaftlich eng mit dem Traditionsunternehmen verbunden ist.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Die Filiale der Fleischerei Nolzen in der Kreuzbergstra\u00dfe 40, wo heute noch die Produktion ans\u00e4ssig ist.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/VVURY2STQFFDDIS62AGSCUBGYQ.jpg\" \/>Warum das Gesch\u00e4ft nicht leicht ist<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">W\u00f6chentlich werden von Marcus Weber und seinen Mitarbeitern 12 bis 18 Schweine und ein bis f\u00fcnf Rinder geschlachtet, verarbeitet und verkauft. Weber arbeitet mehr als 100 Stunden die Woche \u2013 \u201emit Leib und Seele\u201c, wie Nolzen betont.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Leicht sei das Gesch\u00e4ft allerdings nicht \u2013 auch nicht als letzter seiner Art. Zwar h\u00e4tten nach dem Aus der Metzgerei K\u00fcpper ein paar Kunden zu ihm gefunden, \u201eaber das f\u00e4ngt nur die Ums\u00e4tze auf, die in den vergangenen Jahren verloren gingen\u201c, berichtet Marcus Weber. \u201eLebensmittel hatten fr\u00fcher einen ganz anderen Stellenwert als heute\u201c, erkl\u00e4rt Nolzen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Was zu Zeiten seines Vaters und seines Bruders Gerd noch Wurst und Fleisch waren, sind heute teure Autos oder das neueste Smartphone. \u201eAber\u201c, sagt Weber, \u201ees ist schon wieder etwas besser geworden. Das Bewusstsein f\u00fcr ein gutes St\u00fcck Fleisch kommt wieder. Eine gewisse K\u00e4uferschicht m\u00f6chte wieder Qualit\u00e4t.\u201c <\/p>\n<p>So wird sich die Produktpalette Nolzens ver\u00e4ndern<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Klar sei ihm aber auch: Die Produktpalette muss sich ver\u00e4ndern. \u201eEs wird immer mehr Fertigprodukte geben\u201c, sagt er. Beispielsweise vorgerollte Rouladen \u2013 inklusive fertig eingekochtem Rotkohl als Beilage. Denn die Menschen w\u00fcrden es einfach haben wollen. Keine Marinaden mehr selbst machen, sondern nur noch das fertige Steak auf den Grill legen m\u00fcssen. Dazu kommen der Personalmangel und die B\u00fcrokratie. Letztere werde immer mehr. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Der Glaube an die Zukunft schwindet nicht. \u201eDas 100-J\u00e4hrige erleben wir auf jeden Fall noch\u201c, ist Weber zuversichtlich. Der 56-J\u00e4hrige bereite zudem schon seine Nachfolge vor, damit es die Fleischerei Nolzen noch viele Jahre gibt.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Am 1. Dezember wird die Fleischerei Nolzen 90 Jahre alt. 100 soll sie mindestens noch erleben \u2013 eher mehr. \" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/5SP2BCZYWJGIRINKAZ5KZIBM6Y.jpg\" \/>Als ein Rind \u00fcber die Freiheitstra\u00dfe lief<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Wenn Nolzen und Weber auf die 90-j\u00e4hrige Geschichte zur\u00fcckblicken, fallen ihnen auch ein paar lustige Anekdoten ein. \u201eAls ich 16 Jahre alt war und als wir noch in Remscheid am Schlachthof geschlachtet haben, ist mal ein Rind abgehauen und \u00fcber die Freiheitstra\u00dfe gelaufen\u201c, erinnert sich Weber. Generell h\u00e4tten sie h\u00e4ufig hinter Schweinen hinterherrennen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Die Filiale der Fleischerei Nolzen in der Kreuzbergstra\u00dfe 40, wo heute noch die Produktion ans\u00e4ssig ist. Nach dem Krieg gab es zum ersten Mal einen kleinen Teil der Theke, der gek\u00fchlt war. Eine Besonderheit zur damaligen Zeit.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/EFWPE2AWKBCJ5CZG53PZ52VLR4.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Und Nolzen erinnert sich an eine Besonderheit: \u201eNach dem Krieg, als mein Vater 1954 zum zweiten Mal von null starten musste, waren wir richtig innovativ, weil ein Teil der Theke gek\u00fchlt werden konnte.\u201c<\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-1bfvh9l-0 cSmjnJ\">RGA<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Remscheid. 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