{"id":606404,"date":"2025-11-27T15:49:14","date_gmt":"2025-11-27T15:49:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/606404\/"},"modified":"2025-11-27T15:49:14","modified_gmt":"2025-11-27T15:49:14","slug":"konstantin-wecker-wusste-was-er-tat-als-er-mit-einer-16-jaehrigen-schlief-der-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/606404\/","title":{"rendered":"Konstantin Wecker wusste, was er tat, als er mit einer 16-J\u00e4hrigen schlief \u2014 der Freitag"},"content":{"rendered":"<p class=\"bc-article-intro__text u-hyphens\">Konstantin Wecker singt \u00fcber M\u00e4dchen, die wie \u00c4pfel aussehen, \u00fcber Liebe, Genuss und \u00dcberschwang. Kein Wunder, dass sich so einer nicht bremst, wenn er eine 15-J\u00e4hrige begehrt. Was den Fall so typisch macht, ist noch etwas anderes<\/p>\n<p>        Konstantin Wecker im Jahr 1989<\/p>\n<p>Foto: United Archives\/Imago Images<\/p>\n<p>Die neuesten Enth\u00fcllungen \u00fcber Konstantin Wecker aus dem Jahr 2011 sind verst\u00f6rend, doch bleibt die Verwunderung eher aus. Das hat Gr\u00fcnde: <a href=\"https:\/\/wecker.de\/portfolio-item\/genug-ist-nicht-genug\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">\u201eGenug ist nicht genug\u201c, hat er gesungen<\/a> \u2013 Der Liedermacher hat schon immer mit der naturgewaltig bourgeoisiesprengenden Macht des Genusses gespielt. Ist es da nicht konsequent, dass er sich auch im Alter von 63 nicht bremsen wird, wenn sich die Gelegenheit eines 15-j\u00e4hrigen Fangirls bietet? Er hat gewartet, bis sie 16 war, aber er wollte sofort mit ihr ins Bett. Er wusste also genau, was er tat.<\/p>\n<p>Verwunderlich ist dieser neue Eintrag im endlosen Register der Promi-Machtmissbr\u00e4uche also nicht, weh tut er trotzdem. Die fr\u00fchen Lieder von Konstantin Wecker, die aus den 1970ern, waren so gut und haben etwas versprochen \u2013 Wildheit, Wagnis, eine ungebremste Lust, die aber f\u00fcr Frauen auch immer ein bisschen gef\u00e4hrlich klang: \u201e<a href=\"https:\/\/wecker.de\/portfolio-item\/heut-schaun-die-madl-wia-aepfel-aus\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Heit schaugn die Madln wia \u00c4pfel aus<\/a>\u201c, sang er. Und in einem <a href=\"https:\/\/wecker.de\/portfolio-item\/liebeslied\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Liebeslied<\/a>: \u201eUnd dann breit ich mich einfach aus in dir\u201c.<\/p>\n<p>Konstantin Wecker l\u00e4sst \u201esein tiefstes Bedauern\u201c ausdr\u00fccken<\/p>\n<p>Im R\u00fcckblick bekommt das alles einen schalen Beigeschmack, und alles ist so bekannt: Boys will be boys. <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/sebastian-baehr\/frueher-antifas-jetzt-familienvaeter-die-edelweisspiraten-arbeiten-missbrauch-auf\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Der linke Machismo<\/a> ist nicht besser als der rechte, und solange das fatale Dreieck von Macht, M\u00e4nnlichkeit und Begehren besteht, wird sich nichts \u00e4ndern. Solange das Patriarchat das Begehren strukturiert, werden Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt nicht aufh\u00f6ren, werden Fangirls und Fanboys mit und ohne Zustimmung im Rachen ihrer m\u00e4nnlichen (und auch weiblichen) Idole landen. Nichts wird sich \u00e4ndern, bevor sich diese Strukturen nicht radikal verfl\u00fcssigen und voneinander l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Viel ist geschehen seit den 70ern. Wecker poltert nicht in Altherrenmanier, sondern l\u00e4sst \u00fcber einen Anwalt \u201esein tiefstes Bedauern ausdr\u00fccken\u201c. Es handle sich um \u201eunter moralischen Ma\u00dfst\u00e4ben (\u2026) g\u00e4nzlich unangemessenes Verhalten\u201c und es tue ihm leid. Wirklich ersch\u00fctternd an dem Schreiben ist aber die hinzugef\u00fcgte Erkl\u00e4rung, Wecker habe 2011 mit seiner <a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/tschuess-du-kuehler-weisswein-wie-ich-ohne-zu-saufen-das-saufen-aufgab\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Alkoholsucht<\/a> zu k\u00e4mpfen gehabt und k\u00f6nne sich daher \u201ean die damalige Zeit kaum erinnern\u201c.<\/p>\n<p>Aus der Traum von der wilden Lust eines Konstantin Wecker<\/p>\n<p>Welch brutaler Schlag, und was f\u00fcr ein Bild geschlechtlicher Ungleichheit. Die Verliebtheit in den Star und deren fatale Erf\u00fcllung bestimmen traumatisch das Leben einer jungen Frau, w\u00e4hrend es f\u00fcr den Star noch nicht einmal eine Episode ist. Ihre Lebensgeschichte ist nichts weiter als ein Kollateralschaden seiner Alkoholkrankheit. Nichts weiter als ein b\u00f6ser Unfall auf den gut geteerten Schnellstra\u00dfen der Frauenverachtung und der r\u00fccksichtslosen sexuellen Ausbeutung romantischer W\u00fcnsche, nicht nur durch Konstantin Wecker: Ach, wir dachten, das sei einvernehmlich, und sorry, Babes, in Wahrheit seid ihr nichts als Fickmasse.<\/p>\n<p>Brutal ist dieses \u201eIch kann mich nicht erinnern\u201c und trostlos. Denn wie sehr ist die wilde Sehnsucht eines Konstantin Wecker auf den Hund gekommen! Pervertiert zur Sucht durch deren s\u00fc\u00dfes Versprechen, sie k\u00f6nne Tr\u00e4ume eins zu eins wahr machen. Den Traum von der romantischen Liebe bei \u201eJohanna\u201c, wie die Frau in der <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/projekte\/artikel\/kultur\/konstantin-wecker-vorwuerfe-konzertabsage-e051851\/\" rel=\"noopener nofollow\" target=\"_blank\">Recherche der S\u00fcddeutschen Zeitung<\/a> hei\u00dft, den Traum von der Lust bei Wecker. Den Traum einer linken Avantgarde, die glaubte, \u00fcber Begehren und Genuss ein b\u00fcrgerliches Korsett sprengen zu k\u00f6nnen, und dabei unversehens zum Schmiermittel sp\u00e4tkapitalistischer Selbst- und Weltausbeutung wurde. Party, Sex, Drogen, Cash. Was bitte ist daran anarchistisch?<\/p>\n<p>\u201eGenug kann nie gen\u00fcgen\u201c, hat Konstantin Wecker gesungen. Was einmal wie ein Befreiungsschlag klang, hat sich als spie\u00dfiger Kitsch enth\u00fcllt, als ewig gleicher Rollback in patriarchale Machtstrukturen. Wir brauchen ein neues Begehren. Wir brauchen andere Tr\u00e4ume.<\/p>\n<p>\n    ie fr\u00fchen Lieder von Konstantin Wecker, die aus den 1970ern, waren so gut und haben etwas versprochen \u2013 Wildheit, Wagnis, eine ungebremste Lust, die aber f\u00fcr Frauen auch immer ein bisschen gef\u00e4hrlich klang: \u201eHeit schaugn die Madln wia \u00c4pfel aus\u201c, sang er. Und in einem Liebeslied: \u201eUnd dann breit ich mich einfach aus in dir\u201c.Konstantin Wecker l\u00e4sst \u201esein tiefstes Bedauern\u201c ausdr\u00fcckenIm R\u00fcckblick bekommt das alles einen schalen Beigeschmack, und alles ist so bekannt: Boys will be boys. Der linke Machismo ist nicht besser als der rechte, und solange das fatale Dreieck von Macht, M\u00e4nnlichkeit und Begehren besteht, wird sich nichts \u00e4ndern. Solange das Patriarchat das Begehren strukturiert, werden Machtmissbrauch und sexuelle Gewalt nicht aufh\u00f6ren, werden Fangirls und Fanboys mit und ohne Zustimmung im Rachen ihrer m\u00e4nnlichen (und auch weiblichen) Idole landen. Nichts wird sich \u00e4ndern, bevor sich diese Strukturen nicht radikal verfl\u00fcssigen und voneinander l\u00f6sen.Viel ist geschehen seit den 70ern. Wecker poltert nicht in Altherrenmanier, sondern l\u00e4sst \u00fcber einen Anwalt \u201esein tiefstes Bedauern ausdr\u00fccken\u201c. Es handle sich um \u201eunter moralischen Ma\u00dfst\u00e4ben (\u2026) g\u00e4nzlich unangemessenes Verhalten\u201c und es tue ihm leid. Wirklich ersch\u00fctternd an dem Schreiben ist aber die hinzugef\u00fcgte Erkl\u00e4rung, Wecker habe 2011 mit seiner Alkoholsucht zu k\u00e4mpfen gehabt und k\u00f6nne sich daher \u201ean die damalige Zeit kaum erinnern\u201c.Aus der Traum von der wilden Lust eines Konstantin WeckerWelch brutaler Schlag, und was f\u00fcr ein Bild geschlechtlicher Ungleichheit. Die Verliebtheit in den Star und deren fatale Erf\u00fcllung bestimmen traumatisch das Leben einer jungen Frau, w\u00e4hrend es f\u00fcr den Star noch nicht einmal eine Episode ist. Ihre Lebensgeschichte ist nichts weiter als ein Kollateralschaden seiner Alkoholkrankheit. Nichts weiter als ein b\u00f6ser Unfall auf den gut geteerten Schnellstra\u00dfen der Frauenverachtung und der r\u00fccksichtslosen sexuellen Ausbeutung romantischer W\u00fcnsche, nicht nur durch Konstantin Wecker: Ach, wir dachten, das sei einvernehmlich, und sorry, Babes, in Wahrheit seid ihr nichts als Fickmasse.Brutal ist dieses \u201eIch kann mich nicht erinnern\u201c und trostlos. Denn wie sehr ist die wilde Sehnsucht eines Konstantin Wecker auf den Hund gekommen! Pervertiert zur Sucht durch deren s\u00fc\u00dfes Versprechen, sie k\u00f6nne Tr\u00e4ume eins zu eins wahr machen. Den Traum von der romantischen Liebe bei \u201eJohanna\u201c, wie die Frau in der Recherche der S\u00fcddeutschen Zeitung hei\u00dft, den Traum von der Lust bei Wecker. Den Traum einer linken Avantgarde, die glaubte, \u00fcber Begehren und Genuss ein b\u00fcrgerliches Korsett sprengen zu k\u00f6nnen, und dabei unversehens zum Schmiermittel sp\u00e4tkapitalistischer Selbst- und Weltausbeutung wurde. 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