{"id":606664,"date":"2025-11-27T18:18:25","date_gmt":"2025-11-27T18:18:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/606664\/"},"modified":"2025-11-27T18:18:25","modified_gmt":"2025-11-27T18:18:25","slug":"ausgehen-in-stuttgart-das-supertalent-soll-die-kirche-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/606664\/","title":{"rendered":"Ausgehen in Stuttgart: Das Supertalent soll die Kirche retten"},"content":{"rendered":"<p>Dani Suara hat Dieter Bohlen beeindruckt. Was f\u00fchrt ihn nun von der RTL-Show \u201edas Supertalent\u201c zum Tanztee nach Stuttgart-Giebel?<\/p>\n<p>Der Kontrast k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein. Es nieselt, es ist dunkel. Und wer <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/gallery.wahlatlas-stuttgart-giebel-der-vergessene-stadtteil.a01aae40-de83-4aea-826f-926789e4e9ca.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">\u00fcber den Ernst-Reuter-Platz in Giebel<\/a> geht, der fragt sich, was der fr\u00fcherer B\u00fcrgermeister von Berlin und Vater von Edzard Reuter angestellt hat, damit dieser triste Ort nach ihm benannt wurde. Vielleicht liegt es aber auch einfach an diesem tr\u00fcben Novemberabend, dass sich der Charme des Platzes nicht sofort erschlie\u00dft. Dann <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgart-weilimdorf-orgelkino-in-der-salvatorkirche-die-koenigin-der-instrumente-begleitet-das-ringen-mit-gott-und-dem-teufel.0c45aa16-0068-4118-8f99-964969b40cef.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Treppen runter, an der Salvatorkirche<\/a> vorbei, hinein ins Gemeindezentrum. Und pl\u00f6tzlich wird es warm, hell und licht.<\/p>\n<p>Supertalent Suara macht auf Geburtstagsparty Musik <\/p>\n<p>Sofort f\u00fchlt man sich wohl in dem Sechseck mit Zeltdach, das 1988 eingeweiht wurde und zum Zentrum des Stadtteils geworden ist. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.kandidat-aus-backnang-dani-suara-gibt-beim-supertalent-alles.75ea3217-6db5-433b-96c5-fccd3ad7f936.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">So ging es auch Dani Suara (43)<\/a>. Damals war er noch kein \u201eSupertalent\u201c, hatte noch nicht im Fernsehen <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Dieter_Bohlen\" title=\"Dieter Bohlen\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Dieter Bohlen<\/a> und Bruce Darnell sowie Boris Beckers Tochter Anna Ermakova vorgesungen. Damals lebte er noch nicht von der Musik alleine; schaffte noch gemeinsam mit Birgit Feurer bei der Postbank. Die Kirchengemeinder\u00e4tin feierte ihren Geburtstag in dem Gemeindezentrum, und der Zuffenh\u00e4user Suara sorgte f\u00fcr die Musik. Es machte allen so sehr Spa\u00df, dass Suara und Feurer beim Kehraus sagten, man m\u00fcsse unbedingt mal was machen. Ein Konzert oder wom\u00f6glich eine Disco.<\/p>\n<p>Heraus kam ein Tanztee. Am Samstag, 29. November, legt Suara im Gemeindezentrum auf; im Prinzip alles, was tanzbar ist. Elvis, Abba, Discofox, Jive, der DJ ist da ganz offen, sagt er und grinst. Weil er an den Geburtstag denkt und erz\u00e4hlt, wie da eine \u00e4ltere Dame an einer Kr\u00fccke nach vorne auf die Tanzfl\u00e4che kam und schwofte. \u201eDas war sensationell\u201c, sagt Suara, \u201edas feiere ich.\u201c Wenn die Dame ihm ansonsten begegne, ihn im Kapuzenpulli sehe und da drauf guckt, \u201eda erschrickt sie wahrscheinlich\u201c. Er streckt seine H\u00e4nde vor, t\u00e4towiert. Aber wenn er mit diesen H\u00e4nden Musik macht, dann kommen wir zusammen. \u201eDas ist mein Ziel, Menschen zusammenbringen!\u201c <\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.ff4ec111-5a98-4bb2-b8c6-ee067a6c3b87.original1024.media.jpeg\"\/>     Die Salvatorkirche in Giebel Foto: Leonie Sch\u00fcler       <\/p>\n<p>Wer will das nicht? Was bei anderen wohlfeil klingt, nimmt man ihm ab. Weil er ein Leben gelebt hat, das ihm viel abverlangt hat Aufgewachsen in schwierigen Verh\u00e4ltnissen, wie man das nennt und was viel zu harmlos klingt. Sucht, Schl\u00e4ge, \u00fcberforderte Eltern, seine drei Br\u00fcder und er hatten viel mehr zu ertragen als f\u00fcr Kinder gut ist. Mit seinem j\u00fcngeren Bruder Robin war er im Heim, im betreuten Wohnen. Doch mit 17 starb Robin an einer Viruserkrankung. <\/p>\n<p>Dank an Oma und Opa von Supertalent Dani Suara <\/p>\n<p>Musik war Suaras Weg raus dem Schlamassel. Musik war sein Weg, um mit dem Verlust umzugehen. Beim \u201eSupertalent\u201c hat er \u201eWenn ich an Dich denk\u201c gesungen. Im Gedenken an Robin. \u201eIch lass\u2019 die Gedanken fliegen, doch sie hol\u2019n mich immer wieder ein. Ich kann diesen Kampf nicht gewinnen, alleine gegen die Dunkelheit!\u201c Ganz alleine war er aber nicht in der Dunkelheit. Seine Gro\u00dfeltern standen ihm bei. Opa und Oma waren in Backnang in der Gemeinde engagiert. \u201eIch bin tats\u00e4chlich \u00fcber den Kirchenchor zur Musik gekommen. \u201c<\/p>\n<p>Kirchengemeinde in Giebel muss R\u00e4ume abgeben <\/p>\n<p>Ein Tanztee also. Bei Verena Lambrecht rannten sie offene T\u00fcren ein. Denn die Vorsitzende des Kirchengemeinderats will das Gemeindezentrum beleben. Dabei geht es auch um Gemeinschaft, aber auch um so Profanes wie Geld. Die Kirche muss sparen. Was bedeutet: Die Gemeinden m\u00fcssen 30 Prozent der nichtsakralen, beheizbaren kirchensteuerfinanzierten R\u00e4ume abgeben. Fraglos ein Einschnitt. Und m\u00fchsam. \u201eWir haben Ideen und sind in Gespr\u00e4chen\u201c, sagt Lambrecht. Da kann es nicht schaden, die Einnahmen zu erh\u00f6hen \u2013 und zu zeigen, wie wichtig solche R\u00e4ume sind. <\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Stuttgart\" title=\"Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Stuttgart<\/a>-Giebel aus dem Boden gestampft <\/p>\n<p> <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.einkommen-und-mieten-giebel-ist-meine-heimat-weshalb-haette-ich-weggehen-sollen.7d04fb82-65ef-4fc5-884e-1f231ef22201.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Gerade in Stadtteilen wie Giebel, die vielerlei Umbr\u00fcche erlebt haben. Giebel im Bezirk Weilimdorf entstand vor 70 Jahren auf der gr\u00fcnen Wiese<\/a>. Man brauchte H\u00e4user, viele H\u00e4user. Die St\u00e4dte lagen in Tr\u00fcmmern, zw\u00f6lf Millionen Vertriebene dr\u00e4ngten in die Bundesrepublik. Wer eine intakte Wohnung besa\u00df, musste Fl\u00fcchtlinge aufnehmen; Wohnheime wurden auf die Schnelle gezimmert. Sch\u00e4tzungen zufolge fehlten im Jahr 1946 in Deutschland insgesamt 5,5 Millionen Wohnungen. Es musste gebaut werden. 1953 entstand Giebel, wo bis zum Jahr 1960 rund 7000 Menschen ein neues Zuhause fanden. \u201eAm Anfang war alles w\u00fcst und leer\u201c &#8211; dieser Satz steht nicht nur in der Sch\u00f6pfungsgeschichte, sondern auch unter einem Foto, das Felder zeigt, auf denen der Stadtteil Giebel nach dem Zweiten Weltkrieg wie aus dem Nichts erschaffen wurde. Den Satz hat Pater Gerwich Banz geschrieben. <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-zeitung.de\/inhalt.einkommen-und-mieten-giebel-ist-meine-heimat-weshalb-haette-ich-weggehen-sollen.7d04fb82-65ef-4fc5-884e-1f231ef22201.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Der Salvatorianer kam Anfang der 50er Jahre nach Weilimdorf<\/a>, um sich um die Seelsorge der katholischen Bewohner des neuen Stadtteils zu k\u00fcmmern. <\/p>\n<p> Erste Andachten in Giebel in einer Baracke <\/p>\n<p>Denn anders als die Eingeborenen, die Protestanten waren, waren die Sudetendeutschen, Donauschwaben und Ostpreu\u00dfen zumeist Katholiken. Die erste Maiandacht fand 1955 unter B\u00e4umen statt, doch wenig sp\u00e4ter machte Pater Banz eine alte Baracke ausfindig, die mit Hilfe vieler Ehrenamtlicher noch im gleichen Jahr aufgestellt wurde. Schlie\u00dflich entstand die Salvatorkirche mit ihrem charakteristischen Wellendach. <\/p>\n<p>   <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.82a9867d-88fa-4018-8045-703efdafee49.original1024.media.jpeg\"\/>     Das Parkett im Gemeindezentrum l\u00e4dt zum Tanzen ein. Dania Suara, Verena Lambrecht, Birgit Feurer (von links).    Foto: fr    <\/p>\n<p>\u00dcberf\u00fcllt in den Anfangstagen, auch gut besucht von den Gastarbeitern aus Italien, Portugal und Spanien, die in Giebel in den Sechziger Jahren ein neues Zuhause fanden. 8000 Mitglieder hatte die Gemeinde damals, 2500 sind es noch. Sie sind gemeinsam \u00e4lter geworden. <\/p>\n<p> Ausreden beim Tanztee mit DJ Dani Suara gelten nicht. <\/p>\n<p>Es knirscht und quietscht halt \u00fcberall. \u201eIch kann nicht mehr so gut laufen\u201c, hei\u00dft es oft, wenn Lambrecht sagt, am Samstag sei Tanztee. Oder: \u201emein Mann tanzt nicht.\u201c Oder man tut sich schwer, wieder unter die Leute zu gehen. Genau das wollen sie \u00e4ndern. Deshalb hat Suara 7500 Flyer auf eigene Kosten drucken lassen und verteilt. Familien mit Kindern, Senioren, vor allem an Menschen, die abends nicht mehr zum Tanzen gehen. Aber nachmittags vielleicht schon. Zum Tanztee. Cha Cha Cha. <\/p>\n<p> Tanztee <\/p>\n<p class=\"infobox\"> <strong>Tickets<\/strong><br \/>Die Karten sind f\u00fcr 11 Euro f\u00fcr Einzelpersonen, bzw. 18 Euro pro Paar im Buchladen \u201eRegina\u201c im Kr\u00f6tenweg 15 oder im Pfarrb\u00fcro, Giebelstra\u00dfe 15, zu haben. Das Pfarrb\u00fcro nimmt zudem Anfragen zu Anmietungen des Gemeindezentrums entgegen unter Telefon 0711\/86 56 88. An der Abendkasse kosten Einzeltickets 15 Euro, ein Paarticket 25 Euro. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Dani Suara hat Dieter Bohlen beeindruckt. 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