{"id":607348,"date":"2025-11-28T01:17:14","date_gmt":"2025-11-28T01:17:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/607348\/"},"modified":"2025-11-28T01:17:14","modified_gmt":"2025-11-28T01:17:14","slug":"tech-giganten-haften-kuenftig-fuer-betrugsanzeigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/607348\/","title":{"rendered":"Tech-Giganten haften k\u00fcnftig f\u00fcr Betrugsanzeigen"},"content":{"rendered":"<p>Neue EU-Verordnung macht erstmals auch Online-Plattformen f\u00fcr Sch\u00e4den durch betr\u00fcgerische Werbung haftbar. Banken m\u00fcssen bei Spoofing-Angriffen vollst\u00e4ndig entsch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Banken allein zahlen nicht mehr: Die EU dreht den Spie\u00df um und macht erstmals auch Online-Plattformen f\u00fcr Scam-Sch\u00e4den haftbar. Wer betr\u00fcgerische Werbung nicht l\u00f6scht, muss k\u00fcnftig die Zeche zahlen.<\/p>\n<p>Die Europ\u00e4ische Union hat am Donnerstagmorgen eine Vereinbarung beschlossen, die das digitale Bezahlen grundlegend ver\u00e4ndert. Erstmals werden nicht nur Banken und Zahlungsdienstleister in die Pflicht genommen \u2013 auch Tech-Konzerne m\u00fcssen k\u00fcnftig f\u00fcr Verluste durch Betrugsanzeigen auf ihren Plattformen geradestehen. Die neue <strong>Zahlungsdienste-Verordnung (PSR)<\/strong> und die <strong>Dritte Zahlungsdienste-Richtlinie (PSD3)<\/strong> verschieben die Haftung radikal zugunsten der Verbraucher.<\/p>\n<p>Verhandlungsf\u00fchrer von Europaparlament und EU-Rat einigten sich am 27. November 2025 auf das Regelwerk, das die Zahlungslandschaft in allen 27 Mitgliedstaaten harmonisieren soll. Das Ziel: Verbraucher sollen nicht l\u00e4nger auf den Kosten sitzenbleiben, wenn kriminelle Netzwerke Sicherheitsl\u00fccken im digitalen Finanzsystem ausnutzen.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Viele Nutzer werden durch betr\u00fcgerische Anzeigen oder Links auf ihrem Smartphone zur Zahlung gebracht \u2014 ein einziger Klick gen\u00fcgt, und das Geld ist schnell weg. Das kostenlose Sicherheitspaket erkl\u00e4rt die f\u00fcnf wichtigsten Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Android: sichere App\u2011Einstellungen, Erkennung von Phishing, Schutz von Online\u2011Banking und PayPal sowie einfache Routinen gegen Betrugs\u2011Links. Schritt\u2011f\u00fcr\u2011Schritt, leicht umsetzbar und mit einer Checkliste zum sofortigen Durchtesten Ihres Ger\u00e4ts \u2014 ideal f\u00fcr alle, die regelm\u00e4\u00dfig online bezahlen. <strong><a href=\"https:\/\/www.info.computerwissen-online.com\/android\/5-schutzmassnahmen-fuer-android-smartphone\/?af=KOOP_CW_DL_DNV_YES_5-SCHUTZMASSNAHMEN-SMARTPHONE_X-CWAHN-BGPID_685109\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Gratis-Schutzpaket f\u00fcr Android jetzt herunterladen<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Banken m\u00fcssen bei Spoofing-Betrug voll erstatten<\/p>\n<p>Der Kern der Reform zielt auf eine L\u00fccke im Verbraucherschutz, die Betr\u00fcger jahrelang ausgenutzt haben: den sogenannten \u201cAuthorized Push Payment\u201d-Betrug. Dabei werden Opfer manipuliert, Geld an Kriminelle zu \u00fcberweisen. Bislang trugen Verbraucher meist den Schaden selbst \u2013 schlie\u00dflich hatten sie die \u00dcberweisung technisch \u201cautorisiert\u201d.<\/p>\n<p>Das \u00e4ndert sich nun fundamental. Zahlungsdienstleister \u2013 von klassischen Banken \u00fcber Fintechs bis zu E-Geld-Anbietern \u2013 m\u00fcssen k\u00fcnftig den vollen Betrag erstatten, wenn Kunden Opfer von Spoofing-Attacken werden. Dabei geben sich Betr\u00fcger als Bankmitarbeiter oder vertrauensw\u00fcrdige Institutionen aus. Voraussetzung f\u00fcr die Erstattung: Das Opfer muss den Betrug bei Polizei und Anbieter melden.<\/p>\n<p>Noch strenger wird es bei fehlerhaften \u00dcberweisungen. Die neue Verordnung f\u00fchrt ein verpflichtendes \u201cVerification of Payee\u201d-System ein: Banken m\u00fcssen pr\u00fcfen, ob der Name des Zahlungsempf\u00e4ngers zur angegebenen IBAN passt. \u00dcbersieht ein Dienstleister eine Diskrepanz und das Geld landet bei Betr\u00fcgern, haftet er automatisch f\u00fcr den Verlust.<\/p>\n<p>\u201cVerbraucher profitieren von neuen harmonisierten Regeln\u201d, erkl\u00e4rte Ren\u00e9 Repasi, Berichterstatter des Parlaments. \u201cObligatorische Betrugsschutzma\u00dfnahmen werden angewendet und f\u00fchren zu weniger Zahlungsbetrug. Banken m\u00fcssen mehr Last tragen, wenn sie ihren Teil nicht erf\u00fcllen.\u201d<\/p>\n<p>Facebook, Google &amp; Co. in die Haftungsfalle<\/p>\n<p>Die wohl brisanteste Neuerung: <strong>Online-Plattformen werden erstmals direkt in die Pflicht genommen<\/strong>. Jahrelang argumentierte die Finanzbranche, sie d\u00fcrfe nicht allein f\u00fcr Betrug zahlen, der auf Social Media und Suchmaschinen seinen Ursprung hat. Br\u00fcssel gibt ihnen nun recht.<\/p>\n<p>Die Vereinbarung legt fest: Plattformen m\u00fcssen Zahlungsdienstleistern Verluste erstatten, wenn der Betrug von Inhalten auf ihrer Seite ausging \u2013 etwa durch eine gef\u00e4lschte Investment-Werbung \u2013 und die Plattform diese nach einer Meldung nicht entfernt hat.<\/p>\n<p>Dieses \u201cNotice-and-Action\u201d-Prinzip schafft einen direkten finanziellen Anreiz f\u00fcr Tech-Konzerne, ihre Werbe\u00f6kosysteme strenger zu kontrollieren. Wird eine Plattform \u00fcber betr\u00fcgerische Inhalte informiert, l\u00f6scht sie diese nicht und f\u00fchrt der Inhalt sp\u00e4ter zu einem Geldverlust, muss die Plattform die Bank entsch\u00e4digen, die dem Opfer bereits erstattet hat.<\/p>\n<p>Morten L\u00f8kkegaard, Verhandlungsf\u00fchrer der Renew-Europe-Fraktion, bezeichnete die Regelung als \u00fcberf\u00e4lligen Schlag gegen die \u201cBetrugsindustrie\u201d.<\/p>\n<p>\u201cMit diesem Abkommen gehen wir endlich gegen eine Betrugsindustrie vor, die viel zu lange freien Zugang zu B\u00fcrgern hatte\u201d, erkl\u00e4rte L\u00f8kkegaard am Donnerstag. \u201cEine Online-Zahlung sollte so sicher sein wie der Brotkauf beim B\u00e4cker. Es ist inakzeptabel, dass Tech-Giganten indirekt von Anzeigen profitieren, die normale Menschen Betr\u00fcgern aussetzen.\u201d<\/p>\n<p>Banken erleichtert, Tech-Branche alarmiert<\/p>\n<p>Die Reaktionen fallen erwartungsgem\u00e4\u00df gespalten aus. Die Finanzindustrie, die steigende Erstattungskosten zu schultern hatte, wertet die Plattform-Haftung als wichtigen Schritt zu mehr Fairness. Indem Plattformen \u201cHaut im Spiel\u201d bekommen, erhoffen sich Banken einen R\u00fcckgang betr\u00fcgerischer Anzeigen.<\/p>\n<p>Die Tech-Branche schl\u00e4gt dagegen Alarm. Die <strong>Computer &amp; Communications Industry Association (CCIA Europe)<\/strong>, die gro\u00dfe Tech-Firmen vertritt, kritisierte den Deal unmittelbar nach Bekanntwerden scharf.<\/p>\n<p>\u201cCCIA Europe ist alarmiert, dass die vorl\u00e4ufige Einigung zur Zahlungsdienste-Verordnung von Rat und Parlament heute die Seite der gro\u00dfen Banken und Telekommunikationsunternehmen w\u00e4hlt\u201d, sagte Leonardo Veneziani, Policy Manager bei CCIA Europe, in einer Pressemitteilung.<\/p>\n<p>Veneziani argumentiert, der Haftungsmechanismus sei \u201cfehlerhaft\u201d und k\u00f6nnte mit dem Digital Services Act (DSA) kollidieren, der allgemeine \u00dcberwachungspflichten grunds\u00e4tzlich verbietet. \u201cDas macht es Betr\u00fcgern nur leichter, Verbraucher weiter auszunutzen\u2026 und verlagert die Verantwortung von jenen weg, die am besten positioniert sind, Betrug zu verhindern\u201d, f\u00fcgte er hinzu und verwies auf unabh\u00e4ngige Studien, die den Ansatz als m\u00f6glicherweise ineffektiv bezeichnen.<\/p>\n<p>Technische Schutzschilde werden verst\u00e4rkt<\/p>\n<p>Jenseits der Haftungsfrage f\u00fchren PSR und PSD3 eine Reihe technischer Anforderungen ein, die die EU-Zahlungsinfrastruktur gegen Angriffe wappnen sollen.<\/p>\n<p><strong>Transaktions\u00fcberwachung und Limits:<\/strong> Zahlungsdienstleister m\u00fcssen Kunden k\u00fcnftig erm\u00f6glichen, Ausgabenlimits festzulegen und bestimmte Zahlungsinstrumente zu sperren.<\/p>\n<p><strong>Datenaustausch:<\/strong> Die Regeln verpflichten zu besserem Informationsaustausch zwischen Dienstleistern \u00fcber Betrugsdaten. So k\u00f6nnen Banken verd\u00e4chtige Transaktionen effektiver identifizieren und einfrieren.<\/p>\n<p><strong>Bargeld-Zugang:<\/strong> Die Richtlinie enth\u00e4lt auch Bestimmungen zur Verbesserung des Bargeld-Zugangs, besonders in l\u00e4ndlichen Gebieten. H\u00e4ndler d\u00fcrfen k\u00fcnftig Bargeldabhebungen bis 100 oder 150 Euro ohne Kaufpflicht anbieten \u2013 und brauchen daf\u00fcr keine vollst\u00e4ndige Zahlungsinstituts-Lizenz.<\/p>\n<p>Die Vereinbarung betont zudem Transparenz: Anbieter m\u00fcssen alle Geb\u00fchren, einschlie\u00dflich W\u00e4hrungsumrechnungskosten, vor einer Transaktion offenlegen.<\/p>\n<p>Was kommt als N\u00e4chstes?<\/p>\n<p>Die politische Einigung vom Donnerstag ist zwar entscheidend, doch PSR und PSD3 m\u00fcssen noch formell von Europaparlament und Rat verabschiedet werden. Nach Ver\u00f6ffentlichung im Amtsblatt der EU gilt typischerweise eine \u00dcbergangsfrist von 18 bis 24 Monaten, bevor die Regeln vollst\u00e4ndig greifen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt sind die Auswirkungen unmittelbar sp\u00fcrbar. Finanzinstitute m\u00fcssen ihre Verifizierungssysteme und Datenaustausch-Protokolle z\u00fcgig aufr\u00fcsten. Online-Plattformen werden ihre Anzeigenpr\u00fcfung voraussichtlich grundlegend \u00fcberarbeiten m\u00fcssen, um eine Welle von Erstattungsforderungen der Banken zu vermeiden.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Cyberkriminelle zunehmend KI und Deepfakes f\u00fcr ausgekl\u00fcgelte Spoofing-Angriffe nutzen, stellt die neue EU-Regulierung einen der weltweit aggressivsten Versuche dar, Sicherheit in die digitale Wirtschaft zu regulieren. Die Milliarden-Euro-Frage f\u00fcr 2026 und dar\u00fcber hinaus bleibt jedoch: Wird die Reform die Betrugswelle erfolgreich eind\u00e4mmen \u2013 oder nur verlagern?<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>PS: Sie wollen vermeiden, dass gef\u00e4lschte Anzeigen oder Links auf Plattformen zu finanziellen Verlusten f\u00fchren? Der kostenlose PDF\u2011Guide \u201cDie 5 wichtigsten Schutzma\u00dfnahmen f\u00fcr Ihr Android\u2011Smartphone\u201d zeigt konkrete Einstellungen, welche Apps Sie vertrauen k\u00f6nnen, wie Sie WhatsApp, Online\u2011Banking und PayPal absichern und welche Routinen Betr\u00fcger stoppen. Sofortiger Download per E\u2011Mail, leicht verst\u00e4ndlich und praxisnah. <strong><a href=\"https:\/\/www.info.computerwissen-online.com\/android\/5-schutzmassnahmen-fuer-android-smartphone\/?af=KOOP_CW_DL_DNV_YES_5-SCHUTZMASSNAHMEN-SMARTPHONE_X-CWAHN-BGPID_685109\" rel=\"noopener nofollow\" style=\"color: #337ab7 !important; font-weight: bold; text-decoration: underline;\" target=\"_blank\">Jetzt kostenloses Schutzpaket anfordern<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue EU-Verordnung macht erstmals auch Online-Plattformen f\u00fcr Sch\u00e4den durch betr\u00fcgerische Werbung haftbar. 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