{"id":607757,"date":"2025-11-28T05:20:16","date_gmt":"2025-11-28T05:20:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/607757\/"},"modified":"2025-11-28T05:20:16","modified_gmt":"2025-11-28T05:20:16","slug":"berlin-darf-mein-arzt-mir-ein-rezept-verweigern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/607757\/","title":{"rendered":"Berlin | Darf mein Arzt mir ein Rezept verweigern?"},"content":{"rendered":"<p>Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Ob Schilddr\u00fcsentabletten, Antidepressiva oder Augentropfen: Wenn bei Dauermedikation Nachschub gebraucht wird, ist das meist keine gro\u00dfe Sache. Ein kurzer Anruf oder eine knappe Mail an die Arztpraxis reichen.\u00a0<\/p>\n<p>Umso gr\u00f6\u00dfer ist dann die \u00dcberraschung f\u00fcr Patientinnen und Patienten, wenn es vom Praxispersonal oder dem Arzt selbst auf einmal hei\u00dft: \u00abSie haben in diesem Quartal schon ein Rezept bekommen. Wenn Sie ein zweites m\u00f6chten, m\u00fcssen sie das Medikament selbst zahlen &#8211; oder bis zum n\u00e4chsten Quartal warten.\u00bb<\/p>\n<p>Das ist so nicht erlaubt, sagt Anja Lehmann, Patientenberaterin bei der Stiftung Unabh\u00e4ngige Patientenberatung Deutschland (UPD). \u00abWenn ein Arzt die Behandlung eines Patienten \u00fcbernommen hat, ist er auch verpflichtet, die in diesem Rahmen notwendigen Verordnungen auszustellen &#8211; also auch Rezepte f\u00fcr Arzneimittel, die medizinisch notwendig sind und deren Kosten die Krankenkasse \u00fcbernimmt.\u00bb\u00a0<\/p>\n<p>Warum das Problem eher zum Quartalsende auftritt<\/p>\n<p>Gerade zum Ende eines Quartals hin versucht sich manche Arztpraxis vor dem Ausstellen eines neuen Rezepts zu dr\u00fccken. Lehmann erkl\u00e4rt sich das wie folgt: \u00abJede Arztpraxis bekommt pro Quartal ein gewisses Budget f\u00fcr die Verordnung von Arznei- und Heilmitteln, wie zum Beispiel Krankengymnastik zur Verf\u00fcgung gestellt.\u00bb Je mehr Patienten, desto h\u00f6her das Budget.\u00a0<\/p>\n<p>\u00dcberziehen Arztpraxen dieses Budget, drohen Pr\u00fcfverfahren oder sogar Regressforderungen seitens der Kassen\u00e4rztlichen Vereinigungen. Allerdings: \u00abWenn \u00c4rzte ihren Mehraufwand begr\u00fcnden k\u00f6nnen, d\u00fcrfen sie das Budget durchaus auch \u00fcberschreiten\u00bb, sagt Lehmann. Das bedeute aber b\u00fcrokratischen Aufwand &#8211; den sich die Arztpraxen wom\u00f6glich ersparen wollen.<\/p>\n<p>Was betroffene Patientinnen und Patienten tun k\u00f6nnen<\/p>\n<p>Was also tun? Betroffenen Patientinnen und Patienten r\u00e4t Anja Lehmann, freundlich das Gespr\u00e4ch mit Arzt oder \u00c4rztin zu suchen &#8211; und darauf aufmerksam zu machen, dass das Medikament medizinisch notwendig ist. Im besten Fall lenkt das Gegen\u00fcber ein und stellt doch ein Rezept aus.\u00a0<\/p>\n<p>Wenn Arzt oder \u00c4rztin stur bleiben, hat man hingegen nicht mehr viel in der Hand. \u00abMan kann sie nicht zum Ausstellen eines Rezepts zwingen\u00bb, sagt die Patientenberaterin.\u00a0<\/p>\n<p>Theoretisch bleibt zwar die M\u00f6glichkeit, sich bei der zust\u00e4ndigen Kassen\u00e4rztlichen Vereinigung zu beschweren, weil der Arzt oder die \u00c4rztin gegen die vertrags\u00e4rztlichen Berufspflichten versto\u00dfen habe.\u00a0<\/p>\n<p>Diesen Schritt sollte man aber gut abw\u00e4gen. \u00abDenn das f\u00fchrt ja nicht dazu, dass ich meine Verordnung bekomme\u00bb, sagt Anja Lehmann. \u00abIm Gegenteil: Es kann passieren, dass der Arzt daraufhin den Behandlungsvertrag mit mir k\u00fcndigt, weil er sagt: Das Vertrauensverh\u00e4ltnis ist jetzt gest\u00f6rt.\u00bb<\/p>\n<p>Wer also wirklich auf ein Medikament angewiesen ist und es nicht verordnet bekommt, \u00abdem bleibt im Grunde nichts anderes \u00fcbrig als ein Wechsel zu einem anderen Arzt\u00bb, so die Patientenberaterin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Berlin (dpa\/tmn) &#8211; Ob Schilddr\u00fcsentabletten, Antidepressiva oder Augentropfen: Wenn bei Dauermedikation Nachschub gebraucht wird, ist das meist keine&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":607758,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1841],"tags":[3283,1605,2632,3364,29,75745,30,141,288,18115,1209,624,1009,23510,30324],"class_list":{"0":"post-607757","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-bielefeld","8":"tag-arzneimittel","9":"tag-bielefeld","10":"tag-brcmj","11":"tag-de","12":"tag-deutschland","13":"tag-e-rezept","14":"tag-germany","15":"tag-gesundheit","16":"tag-krankheit","17":"tag-medikamente","18":"tag-nordrhein-westfalen","19":"tag-ratgeber","20":"tag-recht","21":"tag-tmn8200","22":"tag-verordnung"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115625646053805583","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/607757","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=607757"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/607757\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/607758"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=607757"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=607757"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=607757"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}