{"id":608423,"date":"2025-11-28T11:40:27","date_gmt":"2025-11-28T11:40:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/608423\/"},"modified":"2025-11-28T11:40:27","modified_gmt":"2025-11-28T11:40:27","slug":"hamburg-bis-2040-klimaneutral-wir-wissen-dass-eine-brutal-harte-aufgabe-vor-uns-liegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/608423\/","title":{"rendered":"Hamburg bis 2040 klimaneutral: \u201eWir wissen, dass eine brutal harte Aufgabe vor uns liegt\u201c"},"content":{"rendered":"<p>Mit Offenheit f\u00fcr neue Technologien \u2013 bis hin zur Kernfusion \u2013 will Hamburgs Umweltsenatorin Fegebank (Gr\u00fcne) das Ziel der Klimaneutralit\u00e4t bis 2040 erreichen. Eine Austragung Olympischer Spiele in der Hansestadt w\u00fcrde dabei helfen, sagt sie.<\/p>\n<p class=\"is-first-paragraph\" data-external=\"Article.FirstParagraph\">\u00dcber die Schwierigkeit der Aufgabe macht sich Katharina Fegebank (Gr\u00fcne) keine Illusionen. Ein \u201eklimaneutrales\u201c Hamburg bis zum Jahr 2040 sei \u201eeine Riesen-Herausforderung. Wir wissen, dass eine brutal harte Aufgabe vor uns liegt\u201c, sagte sie am Donnerstagabend beim Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. <\/p>\n<p>Beim Volksentscheid im Oktober hatte eine Mehrheit daf\u00fcr gestimmt, dass der Hamburger Senat bereits das Jahr 2040 als Zieldatum f\u00fcr eine \u201eklimaneutrale\u201c Stadt anstrebt. Zuvor hatte der Senat mit einer Perspektive bis 2045 geplant. Allgemein herrscht in Hamburg nun Sorge \u00fcber rapide steigende Kosten, etwa f\u00fcr die Mobilit\u00e4t, die Hausw\u00e4rme oder auch die Energieversorgung von Unternehmen. Zu den vielen Unsicherheiten und Ungereimtheiten auf dem Weg zur Klimaneutralit\u00e4t bis 2040 z\u00e4hlt bislang auch diese: \u201eEs gibt keine Sanktionen\u201c, sagte Fegebank \u00fcber Akteure, die das Klimaziel verfehlen.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich kann Hamburg einer \u201eKlimaneutralit\u00e4t\u201c bis 2040 nur n\u00e4herkommen, wenn die Europ\u00e4ische Union und die Bundesregierung daf\u00fcr wesentliche Weichen stellen, etwa beim Handel mit Emissionsrechten, bei der Gestaltung eines Industriestrompreises oder der Netzkosten f\u00fcr erneuerbare Energien. <\/p>\n<p>Allerdings hat die Hansestadt auch selbst viele Werkzeuge f\u00fcr einen verst\u00e4rkten Klimaschutz in der Hand. Am Montag ist Fegebank dabei, wenn der Grundstein f\u00fcr einen Wasserstoff-Elektrolyseur mit zun\u00e4chst 100 Megawatt Leistung am Standort des abgerissenen Kohlekraftwerks Moorburg gelegt wird. Die dort in der ersten Ausbaustufe produzierten j\u00e4hrlich 10.000 Tonnen \u201egr\u00fcner\u201c Wasserstoff werden voraussichtlich komplett in der Hamburger Fernw\u00e4rmeversorgung eingesetzt. Ein Ausbau der Elektrolyse auf j\u00e4hrlich bis zu 80.000 Tonnen Wasserstoff ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Fegebank setzt bei der neuen Hamburger Klimastrategie auf den gesellschaftlichen Schulterschluss. Und offener, als man es bislang je von einer prominenten gr\u00fcnen Politikerin geh\u00f6rt hat, wirbt sie f\u00fcr den Einsatz neuer, k\u00fcnftig verf\u00fcgbarer Technologien \u2013 von der Abtrennung und unterirdischen Einlagerung von Kohlendioxid (CCS) aus Industrieprozessen bis hin zur Kernfusion, vor einigen Jahren noch undenkbar f\u00fcr die Gr\u00fcnen. In einer Koalition von sechs Bundesl\u00e4ndern beteiligt sich Hamburg an der Realisierung des ersten deutschen Kernfusions-Reaktors, die Gro\u00dfforschungsanlage Desy in Hamburg-Bahrenfeld soll dazu wesentliche Erkenntnisse beisteuern. Die Kernfusion werde \u201esichere und saubere Energie\u201c liefern, sagte Fegebank, die auch Senatorin f\u00fcr die Hamburger Energieversorgung ist.<\/p>\n<p>Eine Hamburger Olympiabewerbung w\u00fcrde dem Ziel einer Klimaneutralit\u00e4t zus\u00e4tzlichen Schub verschaffen, sagte Fegebank. Im kommenden Mai sollen die W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler in einem Referendum dar\u00fcber abstimmen, ob sich die Hansestadt f\u00fcr die Austragung Olympischer Sommerspiele 2040 oder 2044 bewirbt. Im Jahr 2015 hatte eine knappe Mehrheit der Wahlberechtigten bei einem Referendum gegen eine solche Bewerbung gestimmt. <\/p>\n<p>Massive Investitionen etwa auch des Bundes in die Hamburger Infrastruktur im Falle einer Austragung Olympischer Spiele w\u00fcrden die Hansestadt deutlich voranbringen: \u201eDas ist ein perfektes Match, den Klimaentscheid als Katalysator f\u00fcr eine m\u00f6gliche Olympiabewerbung zu nutzen und umgekehrt. Das kann ein Beschleuniger f\u00fcr beide Initiativen sein\u201c, sagte Fegebank. \u201eDa ist ein Momentum.\u201c<\/p>\n<p>Eine neue Studie der Boston Consulting Group, die kommende Woche ver\u00f6ffentlicht wird, vermittelt unterdessen die Gr\u00f6\u00dfenordnungen \u201egr\u00fcner\u201c Technologien und ihrer Rolle bei der Dekarbonisierung. Das Unternehmen ist eine der weltweit f\u00fchrenden Unternehmensberatungen. \u201e,Green Economy\u2018 w\u00e4chst schneller als jeder andere Markt (au\u00dfer der Tech-Markt): Mit einem globalen Jahresumsatz von \u00fcber f\u00fcnf Billionen US-Dollar (2024) und einem erwarteten Marktvolumen von mehr als sieben Billionen US-Dollar bis 2030 z\u00e4hlt sie zu den dynamischsten Wirtschaftssektoren weltweit\u201c, schreibt Boston Consulting. \u201eRund 80 Prozent des Marktvolumens entfallen auf Ma\u00dfnahmen zur Eind\u00e4mmung des Klimawandels, 20 Prozent auf den schnell wachsenden Bereich f\u00fcr Anpassung und Resilienz.\u201c<\/p>\n<p>Technologien wie Solarenergie, Windkraft, elektronische Speichermedien oder W\u00e4rmepumpen werden demnach global eine erhebliche wachsende Rolle spielen \u2013 bei sinkenden Systemkosten. \u201eDie Stimmung rund um Dekarbonisierung hat sich ge\u00e4ndert\u2013 aber gr\u00fcne M\u00e4rkte wachsen trotzdem weiter\u201c, sagt Jens Burchardt Managing Director und Partner bei Boston Consulting und einer der Mitautoren der Studie. \u201eRund die H\u00e4lfte aller globalen Emissionen lie\u00dfen sich mit Technologien reduzieren, die heute schon wettbewerbsf\u00e4hig sind. Dort werden wir das Rad nicht mehr zur\u00fcckdrehen.\u201c<\/p>\n<p>Aus Sicht von Boston Consulting wirken die Effekte einer klima- und ressourcenschonenden Wirtschaftsweise vor allem auch bei Unternehmen. \u201eDie Elektrifizierung von W\u00e4rme und Bioenergie stehen kurz vor der breiten Kommerzialisierung. Kapital- und technologieintensivere L\u00f6sungen wie kohlenstoffarmer Wasserstoff, CO\u2082-Abscheidung, -Nutzung und -Speicherung (CCUS) sowie Biokraftstoffe ben\u00f6tigen dagegen weiterhin stabile regulatorische Rahmenbedingungen und gezielte F\u00f6rdermechanismen, um Skaleneffekte zu erreichen\u201c, schreibt Boston Consulting zu den Ergebnissen der Studie. <\/p>\n<p>\u201eUnternehmen mit signifikantem Anteil gr\u00fcner Gesch\u00e4ftsaktivit\u00e4ten wachsen doppelt so schnell wie jene mit konventionellen Umsatzstrukturen\u201c, hei\u00dft es. \u201eSie profitieren von g\u00fcnstigeren Finanzierungskonditionen, bauen langfristige Wettbewerbsf\u00e4higkeit auf und werden an den Kapitalm\u00e4rkten h\u00e4ufig mit einem Bewertungsaufschlag honoriert.\u201c<\/p>\n<p><b>Olaf Preu\u00df ist Wirtschaftsreporter von WELT und WELT AM SONNTAG f\u00fcr Hamburg und Norddeutschland. Er berichtet seit mehr als drei Jahrzehnten \u00fcber die Wechselwirkungen von Wirtschaft und Klimaschutz.<\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Mit Offenheit f\u00fcr neue Technologien \u2013 bis hin zur Kernfusion \u2013 will Hamburgs Umweltsenatorin Fegebank (Gr\u00fcne) das Ziel&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":608424,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1826],"tags":[15323,29,18786,30,692,14623,1570,1548,53557,32795,39183],"class_list":{"0":"post-608423","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-hamburg","8":"tag-balken-inbox","9":"tag-deutschland","10":"tag-fegebank","11":"tag-germany","12":"tag-hamburg","13":"tag-innenpolitik","14":"tag-katharina","15":"tag-klimaschutz","16":"tag-klimaschutz-ks","17":"tag-preuss-olaf","18":"tag-volksentscheide"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115627139000304530","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/608423","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=608423"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/608423\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/608424"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=608423"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=608423"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=608423"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}