{"id":608608,"date":"2025-11-28T13:29:13","date_gmt":"2025-11-28T13:29:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/608608\/"},"modified":"2025-11-28T13:29:13","modified_gmt":"2025-11-28T13:29:13","slug":"medien-in-israel-stehen-unter-massivem-politischen-druck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/608608\/","title":{"rendered":"Medien in Israel stehen unter massivem politischen Druck"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/israel-medien-102.jpg\" alt=\"Mikrofone israelischer TV-Sender\" title=\"Mikrofone israelischer TV-Sender | REUTERS\"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 28.11.2025 12:35 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Pressefreiheit &#8211; davon k\u00f6nne in Israel keine Rede mehr sein. Das berichten mehrere Journalisten, die in dem Land arbeiten. Eine Arbeit, begleitet von Hetzkampagnen, Hass bis hin zu Morddrohungen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>Von Ivo Marusczyk, ARD Tel Aviv\n                        <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00a0&#8222;Abweichende Stimmen sollen zum Schweigen gebracht werden.&#8220; Diesen Vorwurf erhebt die Organisation &#8222;Reporter ohne Grenzen&#8220; schon seit Monaten gegen die Regierung unter dem israelischen Ministerpr\u00e4sidenten Benjamin Netanjahu. Gegen\u00fcber Journalisten schl\u00e4gt der Regierungschef einen \u00e4hnlichen Ton an wie US-Pr\u00e4sident Donald Trump.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In einer Pressekonferenz ging Netanjahu eine Journalistin so an: &#8222;Sie verbreiten die ganze Zeit diese L\u00fcgen. Sie h\u00f6ren mir jetzt mal zu. H\u00f6ren Sie mir zu. Das ist die Wahrheit, aber Sie verbreiten jeden Tag auf&#8217;s Neue diese L\u00fcge.&#8220;<\/p>\n<p>    Reporter berichtet \u00fcber Hetzkampagne der Regierung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Besonders im Fadenkreuz steht Guy Peleg, ein israelischer Fernsehreporter, der den Skandal um das Gefangenenlager Sde Teiman an die \u00d6ffentlichkeit brachte. &#8222;Die Regierungspartei, der Likud, hat eine Kampagne gegen mich gef\u00fchrt, in der sie mich und meinen Freund Amnon Abramovich mit Nasrallah und Chamenei vergleichen &#8211; den &#8218;modernen Nazis&#8216;. So bezeichnete sie Netanjahu&#8220;, so Peleg.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Journalist hatte im Sender Kanal 12 das Video ver\u00f6ffentlicht, das die mutma\u00dfliche Misshandlung pal\u00e4stinensischer Gefangener in einem Gefangenenlager zeigt. Es dient auch als Beleg f\u00fcr Vorw\u00fcrfe, dass dort H\u00e4ftlinge vergewaltigt wurden.<\/p>\n<p>    Drohnachrichten und Morddrohungen<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Und die Anfeindungen w\u00fcrden seitdem zunehmen, Gewaltandrohungen seien an der Tagesordnung, berichtete Peleg in seiner Radiosendung im Sender 103fm:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Ich bekomme nicht nur eine Drohnachricht. Ich bekomme Dutzende von Drohnachrichten, mit ausdr\u00fccklichen Morddrohungen. Ich lese mal die letzte Nachricht vor, die ich heute morgen bekommen habe: &#8218;Deine einzige M\u00f6glichkeit zu \u00fcberleben, ist von deinem Job zur\u00fcckzutreten und das Land zu verlassen. Andernfalls wird von dir nur ein Grabstein \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Peleg sieht diese Drohungen nicht nur als Hassbotschaften politisch Andersdenkender, sondern als Ergebnis einer politischen Kampagne, die von der Regierung angeheizt werde.<\/p>\n<p>    Minister Ben-Eliahu: Medien keine &#8222;gesch\u00fctzte Art&#8220;<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">In der israelischen Regierung hat man f\u00fcr solche Vorw\u00fcrfe nur Spott \u00fcbrig. Amichai Ben-Eliahu, der f\u00fcr kulturelles Erbe zust\u00e4ndige Minister, sagte im staatlichen Sender Kan, Peleg solle aufh\u00f6ren, zu jammern. Dann werde er halt drangsaliert. &#8222;Die Medien sollten nicht denken, dass sie im Staat Israel eine besonders gesch\u00fctzte Art sind. Wer hetzt und sich an der Verletzung der \u00d6ffentlichen Ordnung beteiligt, wird den Preis zahlen m\u00fcssen. \u00dcberall wo er hingeht soll ihm das Wort &#8218;Schande&#8216; auf die Stirn geschrieben sein&#8220;, hie\u00df es von Ben-Eliahu.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Es gibt weitere Beispiele daf\u00fcr, dass Israels Staatsf\u00fchrung Medien an die kurze Leine nehmen oder sogar zum Schweigen bringen will. Regierungsbeh\u00f6rden d\u00fcrfen ganz offiziell nicht mehr mit der Zeitung Haaretz zusammenarbeiten, dem wichtigsten linksliberalen Sprachrohr im Land.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der f\u00fcr Kommunikation zust\u00e4ndige Minister Shlomo Karhi wirft den israelischen Medien insgesamt vor, geschlossen zu agieren und politische Projekte der Rechten und des nationalreligi\u00f6sen Lagers zu blockieren. Und damit seien sie sogar mit Schuld am Terrorangriff der Hamas im Oktober 2023. Er sagte im Parlament Anfang November:<\/p>\n<blockquote class=\"zitat\">\n<p>\n                    Wenn die Medien nicht vollst\u00e4ndig mobilisiert worden w\u00e4ren, um die Verweigerung des Reservedienstes zu f\u00f6rdern und den r\u00fccksichtslosen Widerstand gegen die Justizreform zu sch\u00fcren, w\u00e4re es nicht zu einer solchen Spaltung in der Nation gekommen, die es dem Feind erm\u00f6glichte, die Gelegenheit am 7. Oktober zu ergreifen.<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">\u00a0<\/p>\n<p>    Meinungs\u00e4u\u00dferungen unerw\u00fcnscht<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Regierung will Konsequenzen ziehen: Verteidigungsminister Israel Katz will das Armeeradio schlie\u00dfen, immerhin eine der meistgeh\u00f6rten Radiostationen in Israel. Wegen der politischen Berichterstattung, die mitunter kritisch ausf\u00e4llt. Katz sagte dazu, das Armeeradio solle keine Meinungen \u00e4u\u00dfern. Dem staatlichen Fernsehsender KAN will die Regierung das Budget streichen und ihn letztlich privatisieren &#8211; was wohl auf eine Schlie\u00dfung hinauslaufen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Nicht nur, aber auch wegen dieser zunehmenden Attacken der Regierung f\u00fchrt &#8222;Reporter ohne Grenzen&#8220; Israel auf seiner <a href=\"https:\/\/www.reporter-ohne-grenzen.de\/rangliste\" title=\"Ranking Reporter ohne Grenzen\" class=\"textlink--extern js-link-dialog\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\" data-type=\"external\">Rangliste der Pressefreiheit<\/a> mittlerweile nur noch in der unteren H\u00e4lfte, auf dem wenig schmeichelhaften Rang 111 von 180. Noch hinter Staaten wie dem Tschad, dem S\u00fcdsudan oder Haiti.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 28.11.2025 12:35 Uhr Pressefreiheit &#8211; davon k\u00f6nne in Israel keine Rede mehr sein. 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