{"id":608755,"date":"2025-11-28T14:49:16","date_gmt":"2025-11-28T14:49:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/608755\/"},"modified":"2025-11-28T14:49:16","modified_gmt":"2025-11-28T14:49:16","slug":"japans-kabinett-beschliesst-117-milliarden-euro-konjunkturpaket-tagesschau-de","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/608755\/","title":{"rendered":"Japans Kabinett beschlie\u00dft 117-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket | tagesschau.de"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/japan-496.jpg\" alt=\"Menschenmassen im Vergn\u00fcgungsviertel Kabukicho in Tokio, Japan.\" title=\"Menschenmassen im Vergn\u00fcgungsviertel Kabukicho in Tokio, Japan. | picture alliance\/dpa\/Jiji Press \"\/><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 28.11.2025 12:34 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>Japans neue Premierministerin Takaichi legt ein riesiges Konjunkturpaket auf, um die schw\u00e4chelnde heimische Wirtschaft anzukurbeln. Nachhaltig ist das nicht, warnen \u00d6konomen.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>                                        <a class=\"authorline__link\" href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/thorsten-iffland-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n                                            <img decoding=\"async\" class=\"authorline__img\" alt=\"Thorsten Iffland\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/iffland-100.jpg\"\/><br \/>\n                                        <\/a><\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das h\u00e4tte Shinzo Abe sicher gefallen. Der Sch\u00fctzling des fr\u00fcheren und 2022 ermordeten japanischen Premierministers l\u00e4sst Geld drucken &#8211; und wie: Das Kabinett von Regierungschefin Sanae Takaichi hat <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/asien\/japan-konjunkturpaket-102.html\" title=\"Japan k\u00fcndigt Konjunkturpaket \u00fcber mehr als 20 Billionen Yen an\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">das gr\u00f6\u00dfte Konjunkturpaket<\/a> seit der Corona-Pandemie gebilligt. Umgerechnet rund 117 Milliarden Euro sollen Japans Wirtschaft aus der Krise ziehen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">110 Euro Einmalzahlung pro Kind, 40 Euro Zuschuss pro Haushalt f\u00fcr Strom- und Gaskosten, Lebensmittelgutscheine, etwa f\u00fcr das sehr teuer gewordene Grundnahrungsmittel Reis &#8211; damit sollen die unter steigenden Preisen leidenden japanischen Haushalte gl\u00fccklich gemacht und die Wirtschaft stimuliert werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zu diesem klassischen Fiskalprogramm von Takaichi kommen noch Steuersenkungen, zum Beispiel auf Benzin, und Erleichterungen bei der Einkommenssteuer.<\/p>\n<p>    Wenig Vertrauen an den Finanzm\u00e4rkten<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Finanziert wird dieses Paket zum Teil durch Steuermehreinnahmen. Die sogenannte kalte Progression hat dazu gef\u00fchrt, dass bei vielen Arbeitnehmende inflationsbedingte h\u00f6here Geh\u00e4lter zu einer h\u00f6heren Besteuerung gef\u00fchrt haben, aber durch die Inflation komplett aufgefressen wurden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Den Rest finanziert Japan, wie so oft, auf Pump. Die Staatsverschuldung liegt schon jetzt bei etwa 240 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Trotzdem plant Japan zus\u00e4tzliche Staatsanleihen auszugeben.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Die Reaktion der Finanzm\u00e4rkte auf diese Pl\u00e4ne ist eindeutig: Die Zinss\u00e4tze f\u00fcr zehnj\u00e4hrige Anleihen schossen unmittelbar nach der Ank\u00fcndigung nach oben, der Yen sackte noch weiter ab. In nur f\u00fcnf Jahren hat die Landesw\u00e4hrung weit \u00fcber 40 Prozent an Wert verloren.<\/p>\n<p>    Auch bei der Produktivit\u00e4t hakt es<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Dass Takaichi nur wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt ein Konjunkturpaket schn\u00fcrt, ist keine \u00dcberraschung. Das Ausma\u00df dessen aber schon. \u00d6konomen kritisieren vor allem die fehlende Nachhaltigkeit und vermissen neue Ideen. Martin Schulz, Volkswirt beim Technikkonzern Fujitsu, glaubt nicht, dass Japan dadurch langfristig wettbewerbsf\u00e4higer wird.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anreize, die die Produktivit\u00e4t japanischer Unternehmen steigern k\u00f6nnten, fehlten g\u00e4nzlich. Dabei sei das &#8222;bitter n\u00f6tig&#8220;, bem\u00e4ngelt Schulz. Die Politik f\u00f6rdere die Flexibilit\u00e4t der Unternehmen kaum. Durch Deregulierung k\u00f6nnten entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Japan l\u00e4uft der Digitalisierung hinterher. Es braucht dringend neue technologische Tools, etwa durch Hilfe K\u00fcnstlicher Intelligenz. Die IT-Infrastruktur in vielen Firmen ist veraltet.\u00a0Umgekehrt k\u00f6nnten innovative Bereiche im Handel und der hocheffizienten Logistik weiter gest\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>    Wirtschaftsrettungsprogramm einer Minderheitsregierung<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zugutehalten muss man Takaichi, dass sie als Chefin einer Minderheitsregierung nicht tun und lassen kann, was sie will. Einige der Steuer- und Geldgeschenke sind auf Druck der Opposition in das Konjunkturpaket eingeflossen. F\u00fcr die Zollpolitik von US-Pr\u00e4sident Donald Trump, die Japans Wirtschaft belastet, kann die LDP-Vorsitzende auch nichts.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das vornehmliche Ziel dieser expansiven Wirtschaftspolitik scheint, den heimischen Markt erstmal so gut wie m\u00f6glich zu sch\u00fctzen &#8211; vor Angriffen aus den USA und China.<\/p>\n<p>    Ausblick in die Zukunft ungewiss<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Spannend wird die Frage sein, wie Japans Wirtschaftspolitik aussieht, wenn das Geld aus dem aktuellen Konjunkturpaket aufgebraucht ist. Vielleicht hilft da ein Blick auf Shinzo Abes Konzept: Er entwickelte seine &#8222;Abenomics&#8220; seinerzeit weiter mit dem Fokus auf Wachstum durch Produktivit\u00e4t, Digitalisierung und Innovation. Familien wurden unterst\u00fctzt, der Sozialstaat stabilisiert und die Besch\u00e4ftigung \u00e4lterer Menschen erh\u00f6ht.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zum Erfolgsmodell wurde das allerdings nicht. Die hohe Schuldenquote und die demografischen Probleme blieben ungel\u00f6st. Ob das ein geeignetes Vorbild f\u00fcr Sanae Takaichi ist?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Stand: 28.11.2025 12:34 Uhr Japans neue Premierministerin Takaichi legt ein riesiges Konjunkturpaket auf, um die schw\u00e4chelnde heimische Wirtschaft&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":608756,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[134],"tags":[175,170,169,29,30,372,171,174,120168,130901,173,172],"class_list":{"0":"post-608755","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-unternehmen-maerkte","8":"tag-business","9":"tag-companies","10":"tag-companies-markets","11":"tag-deutschland","12":"tag-germany","13":"tag-japan","14":"tag-markets","15":"tag-maerkte","16":"tag-sanae-takaichi","17":"tag-shinzo-abe","18":"tag-unternehmen","19":"tag-unternehmen-maerkte"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115627882975035158","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/608755","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=608755"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/608755\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/608756"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=608755"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=608755"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=608755"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}