{"id":609469,"date":"2025-11-28T21:44:18","date_gmt":"2025-11-28T21:44:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/609469\/"},"modified":"2025-11-28T21:44:18","modified_gmt":"2025-11-28T21:44:18","slug":"nahverkehr-in-berlin-an-der-endhaltestelle-sechs-minuten-pinkelpause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/609469\/","title":{"rendered":"Nahverkehr in Berlin \u2013 An der Endhaltestelle sechs Minuten Pinkelpause"},"content":{"rendered":"<p>\t\t\t\t\t\t<img decoding=\"async\" id=\"img314820\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/314820.jpeg\" alt=\"Hohes Verkehrsaufkommen und st\u00e4ndiger Stress wegen Versp\u00e4tungen: Busfahrer*in in Berlin zu sein, ist kein leichter Job.\"\/><\/p>\n<p>Hohes Verkehrsaufkommen und st\u00e4ndiger Stress wegen Versp\u00e4tungen: Busfahrer*in in Berlin zu sein, ist kein leichter Job.<\/p>\n<p>Foto: dpa\/Paul Zinken<\/p>\n<p>Die Traube von Gewerkschafter*innen in Warnwesten, die sich am Donnerstagvormittag vor der Hauptverwaltung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) eingefunden hat, bricht in Gel\u00e4chter aus: Kurz klingt es so, als w\u00fcrde Verdi f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten der BVG in der kommenden Tarifrunde 33 weitere Urlaubstage fordern. Statt eines ganzen Monats geht es aber lediglich um drei zus\u00e4tzliche Tage, die am Ende f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten herausspringen sollen. Sie sind Teil eines Forderungspakets, mit dem diese vor allem eins wollen: Entlastung.<\/p>\n<p>\u00bbDie Fahrer sind am Ende ihrer Kr\u00e4fte\u00ab, meint Serat Canyurt, Verdi-Gewerkschaftssekret\u00e4r und neuer Verhandlungsf\u00fchrer auf der Arbeitnehmerseite. \u00bbWir haben alle Besch\u00e4ftigten, nicht nur die Verdi-Mitglieder, in einer zwei Monate laufenden Umfrage nach ihrer Meinung befragt, und zu 99 Prozent wollen sie Entlastung.\u00ab<\/p>\n<p>Neben mehr Urlaub fordert die Gewerkschaft die ausnahmslose Umsetzung der vereinbarten Mindestruhezeit von elf Stunden und eine maximale Schichtl\u00e4nge von zw\u00f6lf Stunden. Zudem sollen die Wendezeiten auf sechs Minuten erh\u00f6ht werden. Damit ist die Zeit gemeint, die Fahrer*innen an den Endhaltestellen zur Verf\u00fcgung steht, bevor sie die R\u00fcckfahrt antreten m\u00fcssen. Aufgrund st\u00e4ndiger Versp\u00e4tungen w\u00e4hrend der Fahrten verk\u00fcrzen sich Wendezeiten h\u00e4ufig \u2013 oder fallen gleich ganz weg. \u00bbIch rate jedem, sich einfach mal einen Wendepunkt anzugucken und zu schauen, was die Busfahrer in der Wendezeit als Erstes machen: Die steigen aus ihren Fahrzeugen aus, <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1185514.verkehrsbetriebe-bvg-busfahrer-in-berlin-keine-zeit-fuer-den-toilettengang.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">rennen auf Toilette<\/a>, rennen wieder zur\u00fcck und steigen in den Bus. Weil sie keine Zeit haben\u00ab, sagt Kemal Aykac. Aykac ist Mitglied im Personalrat der BVG.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#13;<\/p>\n<p>\u00bbDie Fahrer sind am Ende ihrer Kr\u00e4fte.\u00ab<\/p>\n<p>&#13;<br \/>\nSerat Canyurt\u2003Verdi-Gewerkschaftssekret\u00e4r und Verhandlungsf\u00fchrer<\/p><\/blockquote>\n<p>Problematisch seien auch die geteilten Dienste, wenn also zwischen zwei Arbeitsbl\u00f6cken eine l\u00e4ngere Pause liegt. \u00bbIn der Pause k\u00f6nnen die Fahrer weder nach Hause noch etwas anderes machen. Das hei\u00dft, sie sind teilweise zw\u00f6lf Stunden auf Achse, aber davon fahren sie nur acht Stunden und bekommen auch nur acht Stunden bezahlt\u00ab, sagt Aykac. Verdi fordert eine h\u00f6here Zulage f\u00fcr solche Dienste und ihre Abschaffung an Wochenend- und Feiertagen.<\/p>\n<p>In den kommenden Verhandlungen ringen Verdi und Vertreter*innen des Landes Berlin um einen neuen <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1179443.oepnv-von-der-gdl-zur-bvg-in-berlin-beginnt-die-tarifrunde-nahverkehr.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Manteltarifvertrag<\/a>, in dem die Arbeitsbedingungen der 16\u2009000 Besch\u00e4ftigten der BVG und Berlin Transport (BT) geregelt sind. Entgelte und Zulagen sind diesmal kein Thema. Die aktuelle Fassung des Entgelttarifvertrags wurde bereits im April beschlossen. Damals war aufgrund verh\u00e4rteter Fronten ein <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190434.bvg-bvg-verdi-schlichtung-unbefristeter-streik-in-berlin-abgewendet.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Schlichtungsverfahren<\/a> eingeleitet worden. Im Ergebnis konnte Verdi eine Lohnerh\u00f6hung von bis zu <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1190884.gewerkschaften-bvg-tarifabschluss-die-botschaft-der-prozent.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">20 Prozent<\/a> f\u00fcr die Fahrer*innen durchsetzen.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Schlichtung hatten sich die Arbeitgeber zudem das Versprechen abnehmen lassen, in den Verhandlungen zum Manteltarifvertrag auch \u00fcber die Arbeitszeiten zu sprechen: F\u00fcr die anstehende Tarifrunde erwartet Verdi daher Gespr\u00e4che \u00fcber eine 35-Stunden-Woche, eine Vier-Tage-Woche und flexiblere Arbeitszeitmodelle, wie es in einer Tarifinfo an die Verdi-Mitglieder hei\u00dft.<\/p>\n<p>Muckefuck: morgens, ungefiltert, links<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/314821.jpeg\" alt=\"\" title=\"\" width=\"170\"\/><\/p>\n<p>nd.Muckefuck ist unser Newsletter f\u00fcr Berlin am Morgen. Wir gehen wach durch die Stadt, sind vor Ort bei Entscheidungen zu Stadtpolitik \u2013 aber immer auch bei den Menschen, die diese betreffen. Muckefuck ist eine Kaffeel\u00e4nge Berlin \u2013 ungefiltert und links. Jetzt <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/muckefuck\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anmelden<\/a> und immer wissen, worum gestritten werden muss.<\/p>\n<p>Der Gewerkschaft zufolge sind die Tarifverhandlungen auch f\u00fcr die Passagiere relevant. \u00bbEs geht darum, dass der \u00d6PNV zuverl\u00e4ssig funktioniert\u00ab, so Gewerkschaftssekret\u00e4r Canyurt. Denn dass Linien verl\u00e4sslich befahren werden k\u00f6nnen, h\u00e4nge auch von einer guten <a href=\"https:\/\/www.nd-aktuell.de\/artikel\/1185780.oepnv-bvg-krise-mehr-ausfaelle-weniger-personal.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Personalausstattung<\/a> ab. Zwar h\u00e4tten sich mit Erh\u00f6hung der Entgelte die Bewerber*innenzahlen bei der BVG erh\u00f6ht. Doch w\u00fcrden viel zu viele Besch\u00e4ftigte das Unternehmen wieder vorzeitig verlassen. \u00bbWir haben uns die Zahlen angeschaut. Im Vergleich zu anderen Unternehmen ist die Personalfluktuation bei der BVG fast doppelt so hoch\u00ab, so Aykac. Das liege vor allem an den schlechten Arbeitsbedingungen im Fahrdienst.<\/p>\n<p>Die Forderungen der Gewerkschaft wurden am Donnerstagvormittag an die Arbeitgeber \u00fcberreicht. Da letztere nicht zugegen waren, mussten sie im B\u00fcro abgegeben werden \u2013 ein Zeichen fehlender Wertsch\u00e4tzung, wie Canyurt findet.<\/p>\n<p>Mit der Auftaktverhandlung am 13. Januar startet die bundesweite Tarifrunde im kommunalen Nahverkehr. Betroffen sind bundesweit knapp 150 kommunale Unternehmen in ebenso vielen St\u00e4dten und Landkreisen sowie in den drei Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen. Die konkreten Forderungen legen die jeweiligen Tarifkommissionen f\u00fcr jeden Landestarifvertrag eigenst\u00e4ndig fest.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Hohes Verkehrsaufkommen und st\u00e4ndiger Stress wegen Versp\u00e4tungen: Busfahrer*in in Berlin zu sein, ist kein leichter Job. 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