{"id":610023,"date":"2025-11-29T03:29:12","date_gmt":"2025-11-29T03:29:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/610023\/"},"modified":"2025-11-29T03:29:12","modified_gmt":"2025-11-29T03:29:12","slug":"essen-mit-zeit-slot-restaurants-ruinieren-das-kunden-erlebnis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/610023\/","title":{"rendered":"Essen mit Zeit-Slot \u2013 Restaurants ruinieren das Kunden-Erlebnis"},"content":{"rendered":"<p class=\"font-bold text-18 leading-17\">Die Restaurants in Hamburg setzen h\u00e4ufig auf eine zeitliche Begrenzung: Wer essen geht, sollte sich also sputen. Denn die n\u00e4chsten G\u00e4ste stehen schon auf der Matte.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Tja, die Zeit zwischen der Vorspeise und dem Hauptgang war f\u00fcr die G\u00e4stegruppe am Nebentisch zu lang. 45 Minuten hatten sie gewartet. Offenbar war ihre Bestellung untergegangen. Als das Essen kam, blieben ihnen noch 30 Minuten, um z\u00fcgig zu essen und zu bezahlen. Ein Dessert oder einen Kaffee? Daf\u00fcr blieb nun wirklich keine Zeit. Die n\u00e4chsten G\u00e4ste warteten bereits an der Bar.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Hamburgs Gastronomen haben nach dem Corona-Knick eine neue, lukrative Einnahmequelle entdeckt: Statt G\u00e4sten einen sch\u00f6nen Abend in ihrem Haus zu erm\u00f6glichen, werden Restaurantbesucher zur Eile gedr\u00e4ngt. In Zwei-Stunden-Slots werden die Tische belegt und die G\u00e4ste nur noch abgefertigt. Dadurch kann der Betreiber den Tisch mehrfach am Abend abkassieren. Sch\u00f6n f\u00fcr ihn, aber die G\u00e4ste verschreckt der Zeitdruck.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Doch zwei Stunden reichen nicht wirklich f\u00fcr einen gem\u00fctlichen Abend im Restaurant: Jacke wegh\u00e4ngen, Platz einnehmen, Karte durchst\u00f6bern, Getr\u00e4nke bestellen, Essen bestellen und einen ersten Schluck aus dem Glas nehmen \u2013 allein daf\u00fcr braucht man schon gut 30 Minuten. Wer einen Aperitif m\u00f6chte und dann auch noch 3-G\u00e4nge, sollte besser schnell essen. Und selbst wenn man zeitlich gut durchkommt: Will man das denn? Will man durch die Vorspeise hetzen, den Hauptgang z\u00fcgig runterw\u00fcrgen, alles mit einem Kaffee nachsp\u00fclen, w\u00e4hrend man schon bezahlt? Wo bleibt da die Geselligkeit? Die Gem\u00fctlichkeit?<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Fast nostalgisch erinnert man sich an die Pr\u00e4-Corona-Abende. Als man sich in Restaurants durch die halbe Karte futterte und dann versumpfte, unvern\u00fcnftig noch eine Flasche Wein bestellte, vielleicht noch einen Schnaps, die Zeit verga\u00df \u2013 und den Kellner f\u00fcr die Extra-Runde mit einem f\u00fcrstlichen Trinkgeld entlohnte. Es scheint vollkommen ausgeschlossen, dass es bei der strengen Taktung in Restaurants noch einmal zu solchen Abenden kommen wird. Sehr schade.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Dabei stellt sich die Frage: Wof\u00fcr gehe ich denn essen? Ist es wirklich nur die reine Nahrungsaufnahme? Oder kaufe ich mir f\u00fcr die Gastropreise nicht vielmehr auch ein bisschen Auszeit vom Alltag, ein Eintauchen in neue Geschmackswelten?<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Vielleicht sollte die Gastronomie weiterdenken und schon bei der Reservierung nachfragen, warum man \u00fcberhaupt in das Restaurant m\u00f6chte. Wer nur schnell etwas essen will und demjenigen zwei Stunden locker reichen, bekommt die g\u00fcnstigen Kantinen-Preise \u2013 schlie\u00dflich kann der Restaurantbetreiber den Tisch direkt ein zweites Mal besetzen. Und diejenigen, die sich in bester Gesellschaft mit gutem Essen und Wein einen sch\u00f6nen Abend machen wollen, bekommen die Restaurantkarte. Dann zahlt man vielleicht etwas mehr, aber die innere Unruhe, sich beim Essen und Erz\u00e4hlen beeilen zu m\u00fcssen, w\u00e4re vorbei.<\/p>\n<p class=\"text-18 leading-17\">Lesen Sie hier weitere Teile der Hamburg Kolumne:<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Restaurants in Hamburg setzen h\u00e4ufig auf eine zeitliche Begrenzung: Wer essen geht, sollte sich also sputen. 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