{"id":610313,"date":"2025-11-29T06:29:18","date_gmt":"2025-11-29T06:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/610313\/"},"modified":"2025-11-29T06:29:18","modified_gmt":"2025-11-29T06:29:18","slug":"doppelhaushalt-2026-2027-neue-zahlen-wie-viel-mehr-muss-stuttgarts-kultur-noch-sparen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/610313\/","title":{"rendered":"Doppelhaushalt 2026\/2027: Neue Zahlen: Wie viel mehr muss Stuttgarts Kultur noch sparen?"},"content":{"rendered":"<p>Neue Schreckenszahlen sorgen f\u00fcr Aufregung hinter den Kulissen. Steckt Stuttgart in einem Abgrund von Geldnot? Wird auch in der Kultur noch mehr gek\u00fcrzt?<\/p>\n<p>Der Fehlbetrag im <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.stuttgarter-haushaltsloch-noch-mehr-kuerzungen-die-giftliste-der-stadt-im-detail.f27a7714-5307-457a-9e84-ab51288cc94b.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Stuttgarter Doppelhaushalt f\u00fcr die Jahre 2026\/2027<\/a> hat sich in den vergangenen Tagen noch einmal drastisch erh\u00f6ht. Damit schwindet auch die Hoffnung vieler Kultureinrichtungen, die K\u00fcrzung ihrer F\u00f6rderung lie\u00dfe sich begrenzen. Auch ein <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.doppelhaushalt-2026-27-wo-soll-in-stuttgart-in-der-kultur-gespart-werden.720f6030-ebfb-475e-80a7-d9a031372bf4.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">von dieser Zeitung ver\u00f6ffentlichter gemeinsamer Antrag <\/a>der Gemeinderatsfraktionen von CDU und Gr\u00fcnen ist bereits \u00fcberholt. Zielte dieser auf einen K\u00fcrzungsgesamtbetrag von f\u00fcnf Millionen Euro pro Jahr, ging es in den nicht \u00f6ffentlichen Sitzungen vergangener Woche bereits um 8,95 Millionen Euro pro Jahr. <\/p>\n<p>Bisher war f\u00fcr die Kulturf\u00f6rderung, die im sogenannten Deckungsring abgebildet ist, eine K\u00fcrzung von 1,835 Millionen Euro im Jahr 2026 und 1,878 Millionen Euro im Jahr 2027 angedacht. Der Deckungsring meint institutionelle F\u00f6rderung, Projektf\u00f6rderung, eigene Projekte der Stadt und Kooperationen sowie Stipendien und Preise. Wichtig: Anteilige Zusch\u00fcsse der Stadt f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/www.staatstheater-stuttgart.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Staatstheater Stuttgart<\/a>, das Linden-Museum oder auch die Erinnerungs- und Gedenkst\u00e4tte Hotel Silber sind nicht im Deckungsring enthalten. Nun wird in einem dieser Zeitung vorliegenden Papier eine K\u00fcrzung im Deckungsring von 3,285 Millionen Euro f\u00fcr 2026 und von 3,362 Millionen Euro f\u00fcr 2027 genannt.<\/p>\n<p>  <img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/media.media.e34b60f2-c4f3-4869-9763-2b1b5553c418.original1024.media.jpeg\"\/>     Kultur umsonst \u2013 wie hier bei Ballett im Park \u2013 wird es das noch geben k\u00f6nnen?    Foto: Lichtgut    <\/p>\n<p> Dabei k\u00f6nnte die von CDU und Gr\u00fcnen beantragte Sicherung der Zuschussempf\u00e4nger, die 20 000 Euro und weniger F\u00f6rderung im Jahr von der Stadt erhalten (139 von aktuell 320 Zuschussempf\u00e4ngern) Bestand haben. Sie sollen auch von der nun weiteren pauschalen K\u00fcrzung von knapp sechs Prozent ausgenommen sein. <\/p>\n<p>Gewaltig w\u00e4chst dagegen das Minus f\u00fcr jene Kultureinrichtungen an, die von Stadt und Land zu gleichen Teilen finanziert werden. Hierzu geh\u00f6ren etwa das Lindenmuseum und die <a href=\"https:\/\/www.staatstheater-stuttgart.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Staatstheater Stuttgart<\/a>. F\u00fcr die Staatstheater ist das j\u00e4hrliche Minus von 2,5 Millionen Euro von Seiten der Stadt schon Geschichte \u2013 nun wird der st\u00e4dtische Zuschuss f\u00fcr den laufenden Betrieb der Staatsoper Stuttgart, des Stuttgarter Balletts und des Schauspiels Stuttgart 2026 um 4,39 Millionen Euro und 2027 um 4,59 Millionen Euro reduziert. Die Staatstheater-Verantwortlichen wollen die Betr\u00e4ge nicht kommentieren. <\/p>\n<p>Hinter den Kulissen wird aber auch hier bereits heftig gerungen. Droht den Staatstheatern Stuttgart durch die Komplement\u00e4rfinanzierung von Stadt und Land im Klartext 8,8 Millionen Euro Zuschussminus 2026 und 9,2 Millionen Euro Zuschussminus 2027? Zu diesen Zahlen will das <a href=\"https:\/\/mwk.baden-wuerttemberg.de\/de\/startseite\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Ministerium f\u00fcr Wissenschaft, Forschung und Kunst<\/a> nicht Stellung nehmen. Diese Aussage aber l\u00e4sst aufhorchen: \u201eMit Stuttgart und Karlsruhe bestehen (wie in anderen Bereichen auch) verbindliche Vertr\u00e4ge, die eine Finanzierung zu gleichen Teilen vorsehen. Von diesem Prinzip kann das Land grunds\u00e4tzlich nicht abweichen.\u201c <\/p>\n<p>Schlechte Aussichten also f\u00fcr das Badische Staatstheater Karlsruhe und die <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/thema\/Staatstheater_Stuttgart\" title=\"Staatstheater Stuttgart\" class=\"art_thema\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">Staatstheater Stuttgart<\/a>? \u201eIn der aktuell sehr schwierigen Situation\u201c, l\u00e4sst <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.debatte-in-der-staatsgalerie-debatte-ueber-kunst-wie-geht-es-weiter-im-kunstlaend.71106591-8fa7-42a1-8efc-55c37c0a35c7.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Wissenschaftsministerin Petra Olschowski<\/a> wissen, \u201esind wir aber in intensiven Gespr\u00e4chen mit dem Finanzministerium. Sobald wir Klarheit \u00fcber das tats\u00e4chliche Ausma\u00df der K\u00fcrzungen haben, werden wir pr\u00fcfen, wie sich das Land in dieser besonderen Lage als verl\u00e4sslicher Partner der gemeinsam finanzierten staatlichen Einrichtungen verhalten kann \u2013 trotz des seit Jahrzehnten bew\u00e4hrten Finanzierungsvertrags.\u201c <\/p>\n<p> Das Wissenschaftsministerium unterstreicht die \u201esehr gro\u00dfe Herausforderung\u201c f\u00fcr die gemeinsam gef\u00f6rderten Einrichtungen \u2013 \u201ezum einen, weil rund 80 Prozent der Kosten, die die Einrichtungen haben, f\u00fcr das Personal aufgewendet werden m\u00fcssen, und zum anderen, weil die einschneidenden K\u00fcrzungen \u00e4u\u00dferst kurzfristig umgesetzt werden m\u00fcssen. Zudem sind die k\u00fcnstlerischen Programme der H\u00e4user seit Langem festgelegt, die Planungen f\u00fcr die kommenden Jahre verbindlich, viele Vertr\u00e4ge sind geschlossen. Die Einrichtungen sind so kurzfristig also gar nicht in der Lage, angemessen auf die K\u00fcrzungen zu reagieren.\u201c <\/p>\n<p> Intendant der tri-b\u00fchne: \u201eWir sind an Vertr\u00e4ge gebunden\u201c <\/p>\n<p>Dies gilt indes ebenso f\u00fcr die Einrichtungen in Stuttgart. Die neue Einsparh\u00f6he von 223 312 Euro 2026 und 232 260 Euro 2027 f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/schauspielbuehnen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Schauspielb\u00fchnen Stuttgart (Altes Schauspielhaus und Kom\u00f6die im Marquardt)<\/a> etwa will Intendant Axel Preu\u00df nicht kommentieren. Klar ist aber: Diese Zahlen bringen die ungemein schlank agierenden Schauspielb\u00fchnen an ihre Grenzen. So sagt etwa <a href=\"https:\/\/www.stuttgarter-nachrichten.de\/inhalt.die-neue-tri-buehne-das-anti-orb-n-lager.c4bbdf47-0a55-4402-ae54-aeabaa0e5a13.html\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Stefan Kirchknopf<\/a>, Intendant der<a href=\"https:\/\/www.tri-buehne.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> tri-b\u00fchne<\/a> mit Blick auf die Personalkosten: \u201eWir sind an Vertr\u00e4ge gebunden, die vor einem Jahr geschlossen worden sind. Ein Spareffekt k\u00f6nnte also gar nicht sofort greifen. Falls darauf vonseiten der Kommune nicht R\u00fccksicht genommen werden k\u00f6nnte, w\u00e4re eine Insolvenz eine m\u00f6gliche, dramatische Konsequenz.\u201c <\/p>\n<p> Hoffen auf die abschlie\u00dfenden Haushaltsberatungen  <\/p>\n<p>Kann andererseits Axel Preu\u00df noch auf das die Schauspielb\u00fchnen mitf\u00f6rdernde Land hoffen? Generell hei\u00dft es hierzu aus dem Wissenschaftsministerium: \u201eWir haben selbstverst\u00e4ndlich auch die vielen, vom Land mitfinanzierten Kultureinrichtungen im Blick. In der ganzen Breite f\u00fchren wir daher Gespr\u00e4che zur aktuellen Lage mit den Institutionen, Initiativen und den Kommunen.\u201c<\/p>\n<p> Gibt es Hoffnung vor den abschlie\u00dfenden Haushaltsberatungen in Stuttgart am 8. und am 19. Dezember? Die von CDU und Gr\u00fcnen vor den neuen Negativ-Zahlen beantragten K\u00fcrzungen von 2,23 Millionen Euro f\u00fcr 2026 und 2,19 Millionen Euro f\u00fcr 2027 sind nicht \u00f6ffentlich bereits beschlossen worden. <\/p>\n<p>Dagegen kosten die bereits beschlossenen Verl\u00e4ngerungen der insgesamt 18 Ende dieses Jahres auslaufenden F\u00f6rderungen \u2013 etwa das Theater La Lune \u2013 zus\u00e4tzliche 1,22 Millionen Euro im Jahr. Die L\u00fccke zur geforderten Einsparung von 4,393 Millionen Euro 2026 und 4,47 Millionen Euro 2027 will man durch eine ebenfalls schon beschlossene pauschale Reduzierung der Zusch\u00fcsse von sechs Prozent f\u00fcr 2026 und 6,3 Prozent f\u00fcr 2027 erreichen. Das Ringen um die Kultur geht weiter. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Neue Schreckenszahlen sorgen f\u00fcr Aufregung hinter den Kulissen. Steckt Stuttgart in einem Abgrund von Geldnot? 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