{"id":610698,"date":"2025-11-29T10:29:21","date_gmt":"2025-11-29T10:29:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/610698\/"},"modified":"2025-11-29T10:29:21","modified_gmt":"2025-11-29T10:29:21","slug":"wer-ueber-die-zukunft-der-ukraine-verhandelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/610698\/","title":{"rendered":"Wer \u00fcber die Zukunft der Ukraine verhandelt"},"content":{"rendered":"<p>            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"ts-image\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/dmitrjew-witkoff-100.jpg\" alt=\"Kirill Dmitrijew und  Steve Witkoff\" title=\"Kirill Dmitrijew und  Steve Witkoff | via REUTERS\"\/><\/p>\n<p>                    <strong>hintergrund<\/strong><\/p>\n<p class=\"metatextline\">Stand: 29.11.2025 10:37 Uhr<\/p>\n<p class=\"textabsatz columns twelve  m-ten  m-offset-one l-eight l-offset-two\">\n        <strong>In der kommenden Woche wollen Vertreter der USA und Russlands weiter \u00fcber ein Abkommen zur Beendigung des Krieges in der Ukraine sprechen. Wer sitzt dabei am Tisch &#8211; und welche Erfahrung bringen die Verhandler mit? Ein \u00dcberblick.<\/strong>\n    <\/p>\n<p>    US-Nahost-Beauftragter Steve Witkoff<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Als der Immobilieninvestor von Pr\u00e4sident Donald Trump vergangenen November zum US-Sondergesandten f\u00fcr den Nahen Osten benannt wurde, kam er f\u00fcr das au\u00dfenpolitische Establishment buchst\u00e4blich aus dem Nichts &#8211; Witkoff verf\u00fcgte \u00fcber <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/amerika\/usa-witkoff-100.html\" title=\"Steve Witkoff: Ohne Erfahrung - aber Trumps Beauftragter f\u00fcr alles\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">keinerlei diplomatische Vorerfahrung<\/a>, aber er kannte Trump aus dem Immobilien-Business und vom Golfspielen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Ebenso \u00fcberraschte, dass Trump Witkoff bald in die Bem\u00fchungen um eine Beendigung der Kampfhandlungen in der Ukraine einbezog &#8211; obwohl er mit Keith Kellogg schon einen Sondergesandten f\u00fcr Russland und die Ukraine ernannt hatte. Der spielt bei den j\u00fcngsten Gespr\u00e4chen keine Rolle mehr. Witkoff ist \u00fcberzeugt, dass ihn gerade sein rein gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfiger Blick zum geeigneten Verhandler macht.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Eine Herzensangelegenheit: Im April zeigte sich Witkoff hocherfreut, von Putin begr\u00fc\u00dft zu werden (Screenshot eines Videos der Komsomolskaja Prawda).\n                    <\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Witkoff f\u00e4llt seither vor allem durch seine gro\u00dfe Sympathie f\u00fcr den russischen Pr\u00e4sidenten Wladimir Putin auf. Russische Narrative \u00fcbernimmt er kritiklos. Er zeigt keine Bedenken, die russische Seite im Umgang mit Trump zu beraten, wie aus j\u00fcngst geleakten Telefonprotokollen hervorgeht. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/trump-witkoff-russland-100.html\" title=\"Ukraine-Gespr\u00e4che: Trump nimmt Sondergesandten Witkoff in Schutz\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">An Trumps Vertrauen in Witkoff hat das nichts ge\u00e4ndert<\/a>. Der 28-Punkte-Plan, den Witkoff mit entworfen haben soll, halten viele Experten f\u00fcr eine <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/28-punkte-plan-ukraine-100.html\" title=\"R\u00e4tselraten um Ursprung des 28-Punkte-Plans f\u00fcr Ukraine\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neuauflage russischer Forderungen<\/a>.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Anders als Witkoff sieht Rubio die Beziehungen zu Russland nicht unter prim\u00e4r wirtschaftlichen Gesichtspunkten.\n                    <\/p>\n<p>    US-Au\u00dfenminister Marco Rubio<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Marco Rubio ist an den Verhandlungen \u00fcber ein Abkommen als Au\u00dfenminister und Nationaler Sicherheitsberater qua Amt beteiligt. Trotzdem spricht viel f\u00fcr die Annahme, dass Rubio bei den ersten Schritten nicht dabei war, da der erste Entwurf nicht seiner Haltung entspricht. Rubio gilt als klassischer &#8222;Falke&#8220;, als einer, der Russland misstraut.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Meldungen, er habe gegen\u00fcber mehreren Senatoren gesagt, der 28-Punkte-Plan stamme urspr\u00fcnglich nicht von den USA, widerspricht Rubio. Und Trump-Sprecherin Karoline Leavitt sagt, der Plan sei von Witkoff und Rubio gemeinsam ausgearbeitet worden.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Auch wenn Rubio in den vergangenen Monaten Trumps Dr\u00e4ngen auf ein schnelles Ende des Krieges in der Ukraine verteidigt hat, so hat er doch versucht, die Scherben, die Trump, Witkoff und US-Vizepr\u00e4sident Vance in der Ann\u00e4herung an Putin und im Umgang mit der Ukraine regelm\u00e4\u00dfig hinterlie\u00dfen, zusammenzukehren. Und als Transatlantiker hat er sich darum bem\u00fcht, die Interesse der Europ\u00e4er zumindest in Teilen zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Alles andere als ein Privatmann: Kushner ist wieder bei der Neuordnung im Nahen Osten und in Osteuropa dabei.\n                    <\/p>\n<p>    Trumps Schwiegersohn Jared Kushner<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Der Ehemann von Trumps Tochter Ivanka war in Trumps erster Amtszeit dessen Chefberater &#8211; qualifiziert vor allem durch Verwandtschaft und seine Mitwirkung in Trumps Wahlkampfteam. Der Finanzinvestor wurde von Trump unter anderem mit der Aufgabe betreut, den Nahostkonflikt zu l\u00f6sen. Kushner gilt als einer der V\u00e4ter der sogenannten Abraham-Abkommen, mit denen Israel und eine Reihe arabischer Staaten ab 2020 ihre Beziehungen normalisierten<\/p>\n<p>Vor der R\u00fcckkehr Trumps ins Wei\u00dfe Haus erkl\u00e4rten die Kushners, keine politische Funktion mehr anzustreben. Gleichwohl ist Kushner weiter pr\u00e4sent. Mit Witkoff arbeitete er am Abkommen f\u00fcr eine Waffenruhe im Gazastreifen und war auch an der Entstehung des 28-Punkte-Plans f\u00fcr die Ukraine beteiligt.<\/p>\n<p>Ende Oktober soll er mit am Tisch gesessen haben, als sich Witkoff in Miami mit dem Putin-Vertrauten Kirill Dmitrijew beriet. Auch bei den Gespr\u00e4chen in Genf war er Teil der US-Delegation. Dass sein Schwiegervater auf seine Ideen h\u00f6rt, d\u00fcrfte ihm dabei einmal mehr erheblichen Einfluss bescheren.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Driscolls Aufstieg bringt die Erfahrung aus seiner Armeezeit mit &#8211; sein rasanter Aufstieg in der Trump-Administration \u00fcberraschte viele.\n                    <\/p>\n<p>    US-Staatssekret\u00e4r f\u00fcr das Heer Daniel Driscoll<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Daniel Driscoll diente nach der Schulzeit mehrere Jahre in der US-Armee, studierte Betriebswirtschaft und Jura. Im vergangenen Jahr geh\u00f6rte er Trumps Wahlkampfteam an. Dahin d\u00fcrfte ihn auch die Freundschaft mit Vance gef\u00fchrt haben, die auf die gemeinsame Studienzeit in Yale zur\u00fcckgeht. Nach der Wahl wurde er der j\u00fcngste stellvertretende Verteidigungsminister in der US-Geschichte.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Urspr\u00fcnglich sollte Driscoll Gespr\u00e4che mit der Ukraine \u00fcber den Erwerb von Drohnen f\u00fchren. Mitte vergangener Woche ging es dann aber in Kiew vor allem um den 28-Punkte-Plan. Auch bei weiteren Gespr\u00e4chen im Anschluss tauchte Driscoll auf. \u00a0<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Sein rasanter Aufstieg hat Spekulationen \u00fcber seine Funktion und seine weitere Karriere ausgel\u00f6st. Mancher Beobachter sieht ihn als verl\u00e4ngerten Arm von Vance und Gegenspieler von Rubio. Andere sehen ihn schon als k\u00fcnftigen Verteidigungsminister.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Steckte Dmitrijew den 28-Punkte-Plan an die US-Presse durch? Dieser Verdacht kursiert in Washington und wird offenbar auch von Witkoff geteilt.\n                    <\/p>\n<p>    Russlands Sonderbeauftragter Kirill Dmitrijew<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Kirill Dmitrijew kennt die USA: Schon 1989 kam er als Sch\u00fcler in die Vereinigten Staaten und blieb dann f\u00fcr ein Wirtschaftsstudium, unter anderem an den Elite-Unis Stanford und Harvard. Danach arbeitete er zun\u00e4chst in den USA als Unternehmensberater und Investmentbanker.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Anfang der 2000er-Jahre kehrte er nach Russland zur\u00fcck und wurde 2011 Chef des Russischen Direktinvestitionsfonds, der Russlands Abh\u00e4ngigkeit von Rohstoffen verringern sollte. Damit war er im Innersten der F\u00fchrung Russlands angekommen. Sein Verh\u00e4ltnis zu Putin wird als vertrauensvoll beschrieben. Dabei mag die enge Freundschaft seiner Ehefrau mit der j\u00fcngeren Tochter Putins eine Rolle spielen.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\"><a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/russland-kirill-dmitrijew-100.html\" title=\"Welche Rolle spielt Putins Gesandter Kirill Dmitrijew?\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Dmitrijew teilt die Weltanschauung Putins<\/a> und rechtfertigt den Angriff auf die Ukraine als eine Art Notwehr. Anfang des Jahres ernannte Putin ihn zum Sonderbeauftragten f\u00fcr Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Investitionen. Seither tritt Dmitrijew regelm\u00e4\u00dfig bei Gespr\u00e4chen mit Witkoff \u00fcber ein Kriegsende in Erscheinung. Als Wirtschaftsexperte wei\u00df Dmitrijew, wie er Witkoff und damit Trump erreicht.<\/p>\n<p class=\"absatzbild__info__text\">\n                        Auch Uschakow bringt eine lange Erfahrung im Umgang mit den USA mit.\n                    <\/p>\n<p>    Putins au\u00dfenpolitischer Berater Juri Uschakow<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Im Gegensatz zu Dmitrijew vertritt Juri Uschakow das klassische au\u00dfenpolitische Establishment Russlands. Zehn Jahre lang\u00a0war Uschakow Botschafter in den USA. Damals habe er den Westen nicht gehasst, erinnert sich in Politico Tony Gati, die w\u00e4hrend der US-Pr\u00e4sidentschaft Bill Clintons Mitglied des Nationalen Sicherheitsrats war.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Zur\u00fcck in Moskau sei Uschakows Blick auf die USA immer d\u00fcsterer geworden, und er habe den USA Hass auf Russland unterstellt. Seit 2012 ist er au\u00dfenpolitischer Berater Putins und agiert ganz gem\u00e4\u00df dessen harter Linie &#8211; und dazu geh\u00f6rt auch die Irref\u00fchrung der internationalen \u00d6ffentlichkeit. Warnungen vor einem bevorstehenden Angriff Russlands auf die Ukraine bezeichnete er noch direkt zuvor als &#8222;Hysterie&#8220;.<\/p>\n<p class=\"textabsatz m-ten m-offset-one l-eight l-offset-two columns twelve\">Das Vertrauen von Steve Witkoff hat Uschakow dennoch offenbar gewonnen, wie der Mitschnitt des Telefonats vom 14. Oktober zeigt. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/europa\/gespraeche-ukraine-reaktionen-100.html\" title=\"Kreml zu europ\u00e4ischen Vorschl\u00e4gen: &quot;Uns passt das nicht&quot;\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">F\u00fcr die Europ\u00e4er hat der 78-J\u00e4hrige indessen wenig Zeit<\/a>. Deren Gegenvorschl\u00e4ge zu dem 28-Punkte-Plan wischte er mit der Bemerkung vom Tisch, diese seien &#8222;nicht konstruktiv&#8220; und passten Russland nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"hintergrund Stand: 29.11.2025 10:37 Uhr In der kommenden Woche wollen Vertreter der USA und Russlands weiter \u00fcber ein&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":610699,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[331,332,3364,29,143804,145198,30,13,145197,14,15,20200,307,12,317,145199,64,145200,4872],"class_list":{"0":"post-610698","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-nachrichten","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-de","11":"tag-deutschland","12":"tag-dmitrijew","13":"tag-driscoll","14":"tag-germany","15":"tag-headlines","16":"tag-kushner","17":"tag-nachrichten","18":"tag-news","19":"tag-rubio","20":"tag-russland","21":"tag-schlagzeilen","22":"tag-ukraine","23":"tag-umerow","24":"tag-usa","25":"tag-uschakow","26":"tag-witkoff"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115632523152211873","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/610698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=610698"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/610698\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/610699"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=610698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=610698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=610698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}