{"id":611679,"date":"2025-11-29T19:58:31","date_gmt":"2025-11-29T19:58:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/611679\/"},"modified":"2025-11-29T19:58:31","modified_gmt":"2025-11-29T19:58:31","slug":"2-000-weitere-baeume-fuer-halles-neue-erdenbuerger-in-der-doelauer-heide-gepflanzt-du-bist-halle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/611679\/","title":{"rendered":"2.000 weitere B\u00e4ume f\u00fcr Halles neue Erdenb\u00fcrger in der D\u00f6lauer Heide gepflanzt \u2013 Du bist Halle"},"content":{"rendered":"<p>Gesch\u00e4ftiges Treiben herrschte am Samstagmorgen in der D\u00f6lauer Heide in Halle (Saale). Schon fr\u00fch str\u00f6mten Familien, junge Eltern, Gro\u00dfeltern, Geschwisterkinder und viele neugierige Hallenserinnen und Hallenser in das umz\u00e4unte Areal am K\u00f6llmer Weg \u2013 dem Ort, an dem der Geburtenwald Halle (Saale) seit 2023 w\u00e4chst. Es war die vierte Pflanzaktion, zu der das Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara gemeinsam mit der Stadt aufgerufen hatte, und erneut zeigte sich: Dieses Projekt hat l\u00e4ngst einen festen Platz im st\u00e4dtischen Selbstverst\u00e4ndnis gefunden. Die Idee ist so schlicht wie tiefgr\u00fcndig: F\u00fcr jedes Kind, das im jeweiligen Jahr im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara geboren wurde, soll ein Baum wachsen. Und so kamen auch 2025 wieder rund 2.000 Setzlinge zusammen \u2013 1000 Traubeneichen und je 250 Hainbuchen, Vogelkirschen, Elsbeeren und Echte Mehlbeeren, sorgf\u00e4ltig vorbereitet vom Team Forsten und Landwirtschaft und auf den vorbereiteten Fl\u00e4chen farblich markiert. Der Ablauf war bewusst einfach gehalten, sodass auch die kleinsten Besucherinnen und Besucher mithelfen konnten: St\u00f6ckchen herausziehen, Loch graben, Setzling mit beiden H\u00e4nden einsetzen, Erde festdr\u00fccken \u2013 ein Ritual, das schon im vergangenen Jahr zur famili\u00e4ren Tradition vieler Teilnehmer geworden war. Mit Spaten und Gummistiefeln standen die Menschen in kleinen Gruppen verstreut \u00fcber die Fl\u00e4che, tauschten sich aus, zeigten sich stolz die Setzlinge, die dem eigenen Kind gewidmet sind, und schufen so ganz nebenbei ein Bild lebendiger Gemeinschaft. Noch bevor die ersten feierlichen Worte gesprochen wurden, war sp\u00fcrbar, was sp\u00e4ter viele der Redner hervorhoben: Der Geburtenwald verbindet \u2013 Menschen, Generationen und Hoffnungen.<\/p>\n<p><strong>8.000 Hoffnungszeichen: Die Worte des Oberb\u00fcrgermeisters<\/strong><\/p>\n<p>Kurz nach zehn Uhr betrat Oberb\u00fcrgermeister Dr. Alexander Vogt die kleine, improvisierte B\u00fchne. Es sollte seine erste Pflanzaktion als Stadtoberhaupt werden, und er zeigte sich sichtlich bewegt von der gro\u00dfen Resonanz. \u201eIch bin sehr erstaunt, dass so viele Menschen hier heute sind\u201c, begann er und begr\u00fc\u00dfte sowohl die Familien als auch die anwesenden Vertreter des Krankenhauses und der Stadtverwaltung. Er erinnerte an die Anf\u00e4nge des Projekts im Jahr 2023 und daran, wie rasch aus einer Idee eine feste Tradition geworden war. Besonders eindr\u00fccklich war seine Bilanz: \u201eWenn ich heute mit einschlie\u00dfe, 80.000 B\u00e4ume gepflanzt haben und das finde ich schon, entschuldige, 8.000, nicht 80.000.\u201c Das Publikum lachte, und Vogt rechnete schmunzelnd weiter, wann man denn wohl bei 80.000 ankommen w\u00fcrde. Doch der Kern seiner Aussage folgte sofort: \u201e8.000 neue Erdenb\u00fcrger, 8.000 B\u00e4ume und 8.000 Hoffnungszeichen f\u00fcr unsere Stadt.\u201c Die Symbolik des Waldes stand dabei im Mittelpunkt seiner Worte. \u201eWenn ich hier stehe und auf die inzwischen herangewachsenen jungen B\u00e4ume schaue, dann sehe ich nicht nur die Natur, sondern auch die Zukunft unserer Stadt.\u201c Vogt zog eine bemerkenswerte Parallele zum Zukunftszentrum f\u00fcr Deutsche Einheit und Europ\u00e4ische Transformation, das in Halle entsteht. Wie das Zukunftszentrum brauche auch ein Wald Zeit, um Schatten und Ruhe zu spenden, um Lebensraum zu werden. In beiden F\u00e4llen sei Geduld gefragt \u2013 und Vertrauen in das, was wachsen k\u00f6nne. Dass Vogt trotz seiner intensiven Amtsgesch\u00e4fte den pers\u00f6nlichen Wert solcher Momente zu sch\u00e4tzen wei\u00df, war ebenfalls sp\u00fcrbar. \u201eIch habe leider keine Kinder \u2026 Selbst mein Hund leidet, den ich nur noch am Wochenende sehen kann.\u201c Die Offenheit dieser Bemerkung wurde von den Besuchern wohlwollend aufgenommen. Sein abschlie\u00dfender Wunsch war schlicht und eindr\u00fccklich: \u201eVielleicht kommen Sie in ein paar Jahren wieder hierher, zeigen Ihrem Kind seinen Baum und erz\u00e4hlen die Geschichte dieses besonderen Ortes.\u201c Damit gab er dem Ereignis jenen emotionalen Rahmen, der es weit \u00fcber eine rein \u00f6kologische Ma\u00dfnahme hinaushebt: Der Geburtenwald ist ein Geschenk an die Zukunft \u2013 und an jede einzelne Familie.<\/p>\n<p><strong>Zwischen zwei Kliniken und vielen Lebensgeschichten: Dr. Petersen \u00fcber Vertrauen und Wandel<\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Oberb\u00fcrgermeister ergriff Dr. Tim-Ole Petersen, \u00e4rztlicher Direktor des Elisabeth-Krankenhauses, das Wort. Er erreichte die B\u00fchne mit einem L\u00e4cheln und einer kleinen Entschuldigung: \u201eIch sollte hier auf der B\u00fchne stehen und ich habe nicht geahnt, dass der Weg so weit ist.\u201c Der spontane Kommentar l\u00f6ste Heiterkeit aus \u2013 ein Moment menschlicher N\u00e4he, der gut zu dem passte, was Petersen anschlie\u00dfend betonte: das Vertrauen der Familien. \u201eDanke, dass Sie uns vorher das Vertrauen geschenkt haben\u201c, sagte er und w\u00fcrdigte damit sowohl die Geburtshilfe als auch die Neonatologie, die Hebammen und das gesamte medizinische Team. F\u00fcr den Arzt war es sp\u00fcrbar ein emotional wichtiger Moment, denn er betonte: \u201eDas bedeutet uns viel. Das ist f\u00fcr uns wichtig.\u201c Er gab dem Standort des Geburtenwaldes eine zus\u00e4tzliche Bedeutungsebene. Der Wald liege genau zwischen dem St. Elisabeth Krankenhaus und dem Krankenhaus Martha-Maria in Halle-D\u00f6lau \u2013 jenen beiden Einrichtungen, die k\u00fcnftig zusammengef\u00fchrt werden sollen. \u201eDas hei\u00dft, zuk\u00fcnftig werden viele Menschen, die an dem einen oder anderen Standort arbeiten, hier durchfahren und k\u00f6nnen sich daran erfreuen, dass es hier so viele B\u00e4ume gibt, die von Ihnen, die von uns gemeinsam gepflanzt wurden.\u201c So wurde der Geburtenwald neben seiner \u00f6kologischen, famili\u00e4ren und symbolischen Wirkung noch etwas anderes: ein verbindendes Element zwischen Kliniken, Mitarbeitenden und den vielen Geschichten, die in ihnen entstehen. Petersen schloss mit einem schlichten, herzlichen Wunsch: \u201eIch w\u00fcnsche Ihnen einen wundersch\u00f6nen Tag. Genie\u00dfen Sie es.\u201c<\/p>\n<p><strong>Traditionen, Wurzeln und ein Blick in die Tiefe: Dr. Seegers Perspektive<\/strong><\/p>\n<p>Zum Abschluss der offiziellen Reden sprach Dr. Sven Seeger, Chefarzt der Geburtshilfe und Initiator der Geburtenwald-Idee. Er trat gemeinsam mit der leitenden Hebamme Kathrin Eichhorn auf die B\u00fchne und schmunzelte: \u201eDer Kollege war einfach so frei und hat die Kathrin Eichhorn mit hier hochgenommen \u2026 Auch wir sind untrennbar, zumindest was das Berufliche anbelangt.\u201c Ein Einstieg, der die enge Zusammenarbeit innerhalb der Klinik betonte. Seeger nahm das Publikum anschlie\u00dfend mit auf eine Reise in die symbolische Welt des Baumes. \u201eDer Baum als Sinnbild des Lebens steht f\u00fcr Fruchtbarkeit, Gedeihen und Wachstum, aber auch f\u00fcr Stabilit\u00e4t und Altwerden.\u201c Es sind Werte, die sich in den Setzlingen widerspiegeln \u2013 zart und doch voller Zukunft. Mit einem Augenzwinkern erz\u00e4hlte er von alten Traditionen: Birnenb\u00e4ume f\u00fcr M\u00e4dchen, Apfelb\u00e4ume f\u00fcr Jungen, Plazenten als n\u00e4hrstoffreiche Starthilfe f\u00fcr den Lebensbaum. \u201eIch wei\u00df nicht, wie viele heute ihre Plazenten mithaben\u201c, bemerkte er humorvoll. Die eigentliche Botschaft folgte jedoch in ruhiger, ernsthafterem Ton: Der Geburtenwald sei eine Idee, deren Zeit gekommen sei. \u201eManchmal sieht man halt den Wald vor B\u00e4umen nicht.\u201c Dass dieses Projekt mittlerweile Wurzeln geschlagen hat \u2013 in der Stadt, in den Familien, in der Klinik \u2013 sei ein Erfolg, der alle Beteiligten mit Stolz erf\u00fclle. \u201eWir sind begeistert von ihnen \u2026 dass so viele Familien sich mit dieser Idee identifizieren.\u201c Zum Ende seiner Rede wandte er sich mit einem klaren Appell an die Anwesenden: \u201eDie beste Zeit, einen Baum zu pflanzen, war nat\u00fcrlich vor 20 Jahren. Die n\u00e4chstbeste Zeit ist aber heute.\u201c Und so rief er alle dazu auf, nicht nur f\u00fcr die eigenen Kinder zu pflanzen, sondern auch f\u00fcr jene, deren Familien heute nicht anwesend sein konnten.<\/p>\n<p><strong>Ein Wald w\u00e4chst \u2013 und mit ihm eine Gemeinschaft<\/strong><\/p>\n<p>Nach den Reden begann das eigentliche Werkeln \u2013 und es war ein beeindruckender Anblick. \u00dcberall knieten Kinder im Laub, tief konzentriert auf ihre selbst gew\u00e4hlten Aufgaben. V\u00e4ter und M\u00fctter erkl\u00e4rten, wie man die Wurzeln gerade einsetzt, Gro\u00dfm\u00fctter hielten Fotoapparate bereit, w\u00e4hrend Onkel und Tanten halfen, die Erde festzudr\u00fccken. Das Licht spielte zwischen den Baumreihen, und es schien, als w\u00fcrde der Geburtenwald genau in dieser Mischung aus Ernsthaftigkeit, Freude und Bewegung sein wahres Gesicht zeigen. Immer wieder sah man Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Forstteams, die freundlich erkl\u00e4rten, wie tief ein Loch sein sollte oder wie man den jungen Baum vor dem Wind sch\u00fctzt. Die vorbereiteten Leihspaten wanderten von Hand zu Hand, w\u00e4hrend viele ihre eigenen Werkzeuge mitgebracht hatten \u2013 ein Beweis daf\u00fcr, wie pers\u00f6nlich diese Aktion f\u00fcr viele geworden ist. Auf den ersten Blick m\u00f6gen die Setzlinge klein erscheinen. Doch die Menschen, die sie pflanzen, sehen bereits weiter in die Zukunft. Sie stellen sich vor, wie ihr Kind eines Tages zur\u00fcckkehrt, wie es mit den H\u00e4nden die Rinde ber\u00fchrt, wie der Baum gewachsen ist. Diese Vorstellung ist es, die dem Geburtenwald seine Kraft verleiht. Und so spannt sich mit jedem gepflanzten Baum ein Band \u00fcber die Jahre hinweg. Zwischen Geburt und Zukunft, zwischen Stadt und Familie, zwischen Klinik und Natur. Ein Band, das mit jeder Pflanzaktion st\u00e4rker wird. Die Saalestadt gewinnt durch den Geburtenwald nicht nur ein neues St\u00fcck Wald \u2013 es gewinnt ein lebendiges Symbol daf\u00fcr, wie eine Stadt wachsen kann: verantwortungsvoll, gemeinschaftlich, voller Hoffnung. Oder, wie es Oberb\u00fcrgermeister Vogt formulierte: \u201eF\u00fcr Sie, liebe Eltern, ist dieser Baum ein besonderes Zeichen, ein Gru\u00df an Ihr Kind, ein St\u00fcck Halle, das mit ihm w\u00e4chst.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-async--click=\"actions.showLightbox\" data-wp-on-async--load=\"callbacks.setButtonStyles\" data-wp-on-async-window--resize=\"callbacks.setButtonStyles\" data-id=\"335890\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/geburtenwald-nov25-01-1200x675.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-335890\"  \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"675\" data-wp-class--hide=\"state.isContentHidden\" data-wp-class--show=\"state.isContentVisible\" data-wp-init=\"callbacks.setButtonStyles\" 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