{"id":612387,"date":"2025-11-30T03:19:16","date_gmt":"2025-11-30T03:19:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/612387\/"},"modified":"2025-11-30T03:19:16","modified_gmt":"2025-11-30T03:19:16","slug":"sachsen-anhalt-neues-forschungsprojekt-wie-lebten-meine-vorfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/612387\/","title":{"rendered":"Sachsen-Anhalt: Neues Forschungsprojekt: Wie lebten meine Vorfahren?"},"content":{"rendered":"<p>Sachsen-AnhaltNeues Forschungsprojekt: Wie lebten meine Vorfahren?<img decoding=\"async\" class=\"Image_img__fQCi0 Image_Img_16_9__4BLfH\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/Neue-Erkenntnisse-der-Universitaet-Halle-koennen-Aufschluss-ueber-das-Leben-in-frueheren-Generatione.webp\" alt=\"Neue-Erkenntnisse-der-Universitaet-Halle-koennen-Aufschluss-ueber-das-Leben-in-frueheren-Generationen-geben\"\/>TeilenFolgen auf:<a href=\"https:\/\/www.whatsapp.com\/channel\/0029Va5cdVJD8SDp5YZgYF01\" title=\"Auf WhatsApp folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/whatsapp.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><a href=\"https:\/\/news.google.com\/publications\/CAAiEPMdif5mpRNxiLOeUpHCwwsqFAgKIhDzHYn-ZqUTcYiznlKRwsML?hl=de&amp;gl=DE&amp;ceid=DE%3Ade\" title=\"Auf Google News folgen\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/socialIcons\/google.svg\" alt=\"whatsapp\" class=\"ArticleShare_icon__FsrC2\"\/><\/a><\/p>\n<p class=\"Typography_text-m__XI0da Typography_weight-bold__uT6mq storyline_lead_text_leadtext__q_wg8\">Die Universit\u00e4t Halle hat Zehntausende Daten aus Kirchenb\u00fcchern ausgewertet. Das Material hilft der Forschung &#8211; und Hunderten Hobby-Genealogen bei der Suche nach ihren Familiengeschichten.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Halle (dpa\/sa) &#8211; Forscherinnen und Forscher der Universit\u00e4t in Halle erm\u00f6glichen mit neuen Erkenntnissen eine Reise in vergangenen Welten. Neue historisch genealogische Forschung bietet Einblicke in die Sozial- und Bev\u00f6lkerungsgeschichte im 18. und 19. Jahrhundert; Interessierte k\u00f6nnen so unter anderem nach ihren Vorfahren suchen. &#8222;Das ist eine Win-win-Situation: Wissenschaft und private Interessen treffen sich zu einem gemeinsamen Anliegen&#8220;, sagte die Historikerin und Projektleiterin Katrin Moeller der Deutschen Presse-Agentur.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die genealogische Nachfrage sei gro\u00df, so Moeller. Auf einer Webseite k\u00f6nnen Interessierte kostenlos nach Informationen \u00fcber ihre Verwandten aus fr\u00fcherer Zeit suchen. M\u00f6glich macht das die Zusammenarbeit der Uni mit dem Verein f\u00fcr Computergenealogie. Er z\u00e4hlt \u00fcber 4.000 Mitglieder, viele von ihnen sammeln nicht nur eigene Daten, sondern nutzen auch die von der Universit\u00e4t aufbereiteten Daten, um Familiengeschichten nachzuvollziehen.<\/p>\n<p>Tausende Daten digitalisiert<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Bislang wurden Kirchenb\u00fccher aus dem 17. bis 19. Jahrhundert der Mariengemeinde und der St.-Georgen-Gemeinde in Halle digitalisiert. Insgesamt liegen rund 80.000 Datens\u00e4tze aus Geburts-, Heirats- und Sterberegistern und weitere 70.000 bis 80.000 Datens\u00e4tze zu Taufpaten vor. Vielfach wurden in den B\u00fcchern auch Beruf, besondere Lebensumst\u00e4nde &#8211; wie Erbschaftsprobleme oder die Heirat von Frauen, die von einem anderen Mann schwanger waren &#8211; verzeichnet.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Derzeit arbeitet Moeller mit Studierenden und interessierten Genealogen in einem \u00f6ffentlichen Seminar daran, auch aus solchen Massendaten Biografien zu entwickeln. Dabei geht es nicht um bekannte Pers\u00f6nlichkeiten, sondern um Biografien zu jedermann. &#8222;Das Material ist so dicht, dass etwa bei historischen Schulklassenfotos des 19. Jahrhunderts f\u00fcr rund zwei Drittel der abgebildeten Kinder Lebenswege rekonstruiert werden k\u00f6nnten &#8211; also welche Berufe sie ergriffen, ob sie Familien gr\u00fcndeten oder in andere St\u00e4dte zogen&#8220;, sagte die Wissenschaftlerin.<\/p>\n<p>Sterberegister belegt Krisen und Epidemien<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Zudem ergab die Analyse der Sterberegister f\u00fcr das 18. Jahrhundert deutliche Ausschl\u00e4ge bei Krisen: W\u00e4hrend die durchschnittliche Lebenserwartung &#8211; ohne Kindersterblichkeit gerechnet &#8211; etwa 50 Jahre betrug, starb jedes zweite Kind im ersten Lebensjahr. Rechne man diese fr\u00fchen Todesf\u00e4lle ein, sinke die rechnerische Lebenserwartung auf rund 25 Jahre.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Die Daten belegten zudem markante Belastungsphasen: die Hungerkrisen von 1761 bis 1763 und 1772, die letzte Pestwelle von 1682, eine Typhusepidemie in der wirtschaftlich angespannten ersten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts sowie die gro\u00dfen Cholera-Epidemien von 1832, 1849 und 1866. Auch Einbr\u00fcche der Lebenserwartung um 1670 und 1730 lassen sich in den Registern ablesen. &#8222;Die Forschung gibt Aufschluss dar\u00fcber, wie Menschen mit Krisenzeiten umgegangen sind&#8220;, erkl\u00e4rte Moeller.<\/p>\n<p>K\u00fcnstliche Intelligenz erm\u00f6glicht weitergehende Analyse<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Auch neue Technologien spielen bei dem Projekt eine Rolle. Die Daten lie\u00dfen sich inzwischen mit KI-gest\u00fctzten Werkzeugen auswerten, etwa um biografische Skizzen aus gro\u00dfen Datensammlungen zu generieren.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-default__P3otY Typography_weight-normal__pqUbH storyline_paragraph_p__qSR5N\">Fortgeschritten ist das Citizen-Science-Projekt &#8222;Hallische Heiratsgeschichten&#8220;. Von den rund 2.900 Heiratseintr\u00e4gen aus dem 19. Jahrhundert seien bereits 94,9 Prozent digital erfasst. Ziel ist es, Heiratsnetzwerke, soziale Mobilit\u00e4t und verwandtschaftliche Verbindungen im Halle des 19. Jahrhunderts sichtbar zu machen. Alle Daten sollen zuk\u00fcnftig der breiten genealogischen Nutzung zur Verf\u00fcgung stehen, da sie in die Datenbanken des Vereins f\u00fcr Computergenealogie integriert werden.<\/p>\n<p class=\"Typography_text-s__wu_cm Typography_weight-normal__pqUbH Typography_color-darkgrey__sZEnP article-detail-footer_source__KslPc\">Quelle: dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Sachsen-AnhaltNeues Forschungsprojekt: Wie lebten meine Vorfahren?TeilenFolgen auf: Die Universit\u00e4t Halle hat Zehntausende Daten aus Kirchenb\u00fcchern ausgewertet. 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