{"id":612696,"date":"2025-11-30T06:40:19","date_gmt":"2025-11-30T06:40:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/612696\/"},"modified":"2025-11-30T06:40:19","modified_gmt":"2025-11-30T06:40:19","slug":"wie-lange-kann-russland-den-ukraine-kriege-finanzieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/612696\/","title":{"rendered":"Wie lange kann Russland den Ukraine-Kriege finanzieren?"},"content":{"rendered":"<p class=\"mb-2 font-sans text-base font-thin leading-[26px] md:mb-[16px] md:text-xl md:leading-[32px]\">W\u00e4hrend die Amerikaner alle Hebel in Bewegung setzen, um den Ukraine-Krieg zu beenden, gibt sich der russische Pr\u00e4sident gelassen. Dabei geht es der russischen Wirtschaft schlecht, und der Druck auf die russische Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Stefan Scholl, Moskau30.11.2025, 05.30 Uhr<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/36b3b719-89e4-416f-912d-f88f1bf0fa3d.jpg\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  \"  width=\"6521\" height=\"4348\" alt=\"\" style=\"cursor:pointer;transform:scale(1)\" loading=\"eager\" fetchpriority=\"high\" \/><\/p>\n<p>Getty, Imago; Illustration Jasmine R\u00fcegg \/ NZZaS<\/p>\n<p class=\"articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb4sr0hd1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der eine hat es eilig, setzt Himmel und H\u00f6lle in Bewegung, schickt seinen Freund, den Immobilienentwickler und Allzweckverhandler Steve Witkoff, n\u00e4chste Woche wieder in den Kreml, um endlich Frieden zu stiften. Der andere hat es dagegen nicht so eilig. Donald Trumps Friedensplan nennt Wladimir Putin eine Zusammenstellung von Fragen. 28 oder vielleicht 19 Punkte, um den Krieg in der Ukraine zu beenden? Wladimir Putin ist ganz entspannt.<\/p>\n<p>Optimieren Sie Ihre Browsereinstellungen<\/p>\n<p>NZZ.ch ben\u00f6tigt JavaScript f\u00fcr wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.<\/p>\n<p>Bitte passen Sie die Einstellungen an.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7mjdds0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">F\u00fcr den russischen Pr\u00e4sidenten ist klar, wann die \u00abSpezialkriegsoperation\u00bb in der Ukraine, wie sie offiziell nach wie vor heisst, enden soll. Und zwar erst dann, wenn sich die Ukraine aus den von ihr eingenommenen Positionen zur\u00fcckziehe, so erkl\u00e4rte er diese Woche w\u00e4hrend eines Besuchs in Kirgistan. Damit k\u00f6nnte Putin wohl den Rest des Donbass gemeint haben, vielleicht auch die noch nicht eroberten Teile der Oblaste Cherson und Saporischja. Ziehe sich die Ukraine nicht zur\u00fcck, werde Russland dies auf milit\u00e4rischem Weg erreichen, sagte der Kremlchef gelassen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7mjde00\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Alles nur Show? Wie stark ist Putin wirklich? Wie lange kann der Rohstoffriese Russland tats\u00e4chlich den milit\u00e4rischen Druck auf die Ukraine aufrechterhalten?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/abo.nzz.ch\/m_23054114\/?trco=24062915-05-24-0063-0007-027181-00000003&amp;tpcc=24062915-05-24-0063-0007-027181-00000003\" class=\"mx-auto mb-3 inline-flex flex-col items-center px-6 pb-4 pt-6 hover:opacity-60\" title=\"\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\"><\/p>\n<p>Ein Artikel der \u00abNZZ am Sonntag\u00bb<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/1764484819_896_e00e23e4-0429-4950-ac41-8fd5cf90af4e.png\" class=\"absolute left-0 top-0 block h-full w-full  undefined\"  width=\"961\" height=\"724\" alt=\"Ein Artikel der \u00abNZZ am Sonntag\u00bb\" style=\"transform:scale(1)\" loading=\"lazy\" \/><\/p>\n<p>Die Ausgabe vom 30. November<\/p>\n<p>Zeitung bestellen<\/a><\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7mjde10\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Zum Ende des vierten Kriegsjahres knirscht es h\u00f6rbar in der russischen Volkswirtschaft. Die Zentralbank hat begonnen, ihre Goldvorr\u00e4te auf dem inl\u00e4ndischen Markt zu verkaufen. Sie hat die Notenpresse angeworfen und k\u00e4mpft zugleich gegen die Inflation an. Die Duma bewilligte Steuererh\u00f6hungen, um die wachsenden Kriegsausgaben zu decken. 40 Prozent des Staatshaushaltes gehen mittlerweile zum Milit\u00e4r. Stahl- und Autobranche lassen kurzarbeiten, weil die Nachfrage sinkt. Und dann sind da noch die Sanktionen der Europ\u00e4er und Amerikaner. Seit gut einer Woche stehen Rosneft und Lukoil im Bannstrahl des amerikanischen Finanzministeriums. Wer mit den russischen \u00d6l- und Gaskonzernen Gesch\u00e4fte macht, wird mit Strafen belegt.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7mjde20\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Und trotzdem gibt sich Wladimir Putin siegessicher. Er hat seine Gr\u00fcnde.<\/p>\n<p>1. Rezession? Bedeutungslos<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7mjlh30\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Internationale W\u00e4hrungsfonds hat seine Wachstumsprognose scharf nach unten korrigiert. Nach 4,3 Prozent 2024 werden f\u00fcr dieses Jahr nur noch 0,6 Prozent erwartet. Die j\u00fcngsten \u00d6l-Sanktionen k\u00f6nnten das Wachstum im laufenden Quartal und im n\u00e4chsten noch weiter drosseln. Doch eine Rezession bedeute nahezu nichts f\u00fcr Russlands Wirtschaft und f\u00fcr die politische Stabilit\u00e4t, erkl\u00e4rte der im Exil lebende russische \u00d6konom Wladislaw Inosemzew. Die Wirtschaft habe sich an die Kriegssituation angepasst, so die Argumentation. Inosemzews <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/case-center.org\/reports\/the-dictators-legacy-a-new-zastoy\/\" rel=\"nofollow noopener\">Zentrum f\u00fcr Analyse und Strategien in Europa (CASE) sagt eine lange Periode der Stagnation in Russland mit nahezu null Wachstum \u00fcber die n\u00e4chsten zehn Jahre voraus<\/a>.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7qu5e70\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Das Loch im Staatshaushalt 2024 von 3,5 Billionen Rubel, umgerechnet 36 Milliarden Franken, w\u00e4chst dieses Jahr auf voraussichtlich knapp 59 Milliarden Franken. Aber im Vergleich zum derzeitigen Haushaltsdefizit der USA von 1775 Milliarden Dollar klingt das nicht wirklich fatal. Allein die verf\u00fcgbaren Gold- und Devisenreserven der russischen Zentralbank von etwa 420 Milliarden Dollar w\u00fcrden das russische Milit\u00e4rbudget noch zweieinhalb Jahre decken.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7qu5e80\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Defizit und andere volkswirtschaftliche Probleme w\u00fcrden in ein paar Jahren zu staatlichen Geldemissionen und weiterer Inflation f\u00fchren, sagt Inosemzew. \u00abDieses Problem kann man nicht beseitigen, aber man kann es verschieben. Und Putin will es verschieben, bis er die Ukraine vernichtet hat.\u00bb<\/p>\n<p>2. Kriegswirtschaft brummt<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7r066n0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Russland f\u00fchrt einen teuren Krieg, seine R\u00fcstungsbranche brummt. 6,9 Prozent des Bruttoinlandprodukts gibt Moskau dieses Jahr offiziell f\u00fcrs Milit\u00e4r aus. Das sind 13,5 Billionen Rubel oder knapp 140 Milliarden Franken, von denen nach Sch\u00e4tzungen 41 Milliarden Franken die Logistik der K\u00e4mpfe schluckt. Weitere 41 Milliarden Franken gehen an die Soldaten und ihre Familien und gut 56 Milliarden in die R\u00fcstungsindustrie. \u00dcber zwei Drittel der Ausgaben stellen also Investitions- und Konsumvolumina f\u00fcr die eigene Wirtschaft dar. Viele Experten betrachten deshalb schon weniger die Belastungen der \u00abSpezialkriegsoperation\u00bb als \u00f6konomische Gefahr f\u00fcr Russland, sondern vielmehr deren Ende.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7rk40u0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Wie auch in der Ukraine arbeiten in Russland alle Wirtschaftsbranchen weiter \u2013 Handel, Landwirtschaft, Dienstleistungen inklusive Tourismus \u2013, doch zum grossen Teil mit Null- oder Minuswachstum. Die Nachfrage lahmt. Nicht nur Awtowas, der gr\u00f6sste Autohersteller, l\u00e4sst kurzarbeiten, auch die ber\u00fchmte R\u00fcstungsfabrik Uralwagonsawod will bis Februar 10 Prozent ihrer Mitarbeiter entlassen. Die Stahlproduktion schrumpft, die Kohlebranche erwartet zum Jahresende Gesamtschulden von knapp 16 Milliarden Franken, der staatliche Eisenbahnkonzern RZD steht schon jetzt mit umgerechnet knapp 41 Milliarden Franken in der Kreide.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7s133j1\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dennoch gleichen Milit\u00e4rsold und R\u00fcstungsauftr\u00e4ge, die in die Wirtschaft zur\u00fcckfliessen, einen Gutteil dieser Entwicklung aus. Putin kann erst einmal weitermachen wie bisher.<\/p>\n<p>3. Der Rubel rollt<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7u0hph0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Notenpresse, deren Einsatz Inosemzew erst in Zukunft sieht, arbeitet nach Angaben der \u00abMoscow Times\u00bb bereits. Dieses Jahr hat die Zentralbank bisher Staatsanleihen f\u00fcr 4,41 Billionen Rubel herausgegeben, also f\u00fcr knapp 46 Milliarden Franken. Schon verweisen manche Experten auf den pl\u00f6tzlichen Kollaps des Zarenreiches nach drei Jahren Weltkrieg 1917, andere f\u00fcrchten schlimmstenfalls ein paar magere Schlechte-Laune-Jahre.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7u2gig0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Alexandra Prokopenko vom Berliner Carnegie-Zentrum glaubt, Putin reiche das Geld noch 12 bis 14 Monate, um seinen kriegerischen Aufwand und zugleich den Wohlstand seiner Konsumenten aufrechtzuerhalten. Dann m\u00fcsse er sich f\u00fcr eines von beidem entscheiden. Die Exilpolitologin Maria Snegowaja aber h\u00e4lt den \u00abewigen Krieg\u00bb f\u00fcr wahrscheinlich.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7u2gih0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Offiziell lag die Inflation im Oktober bei 7,7 Prozent, aber die Benzinpreise sollen laut <a href=\"https:\/\/eur02.safelinks.protection.outlook.com\/?url=http%3A%2F%2Fprawda.ru%2F&amp;data=05%7C02%7Cgordana.mijuk%40nzz.ch%7Cdb1be98d24c9472a9e9408de2ebab7e9%7C96f39dd23f774cb69af83e0fbb0410ca%7C0%7C0%7C638999576645761773%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=my2KpV6%2BZf0L%2F7gd3j3z19aFHc%2FTx4XqQTIk1gcFqMY%3D&amp;reserved=0\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">prawda.ru<\/a> dieses Jahr um 15 Prozent zulegen, Nebenkosten wie Strom, Gas und Wasser um knapp 12 Prozent.<\/p>\n<p>4. Sanktionen werden umgangen<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7ruglb0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Der Zerm\u00fcrbungskrieg in der Ukraine hat seine Kehrseiten. Weitreichende Drohnen der Ukrainer schlagen regelm\u00e4ssig in russischen Raffinerien und \u00d6lterminals ein. Das wirkt sich auf den Export wie auf die Versorgung im eigenen Land aus. Dazu kommen nun Trumps Strafzolldrohungen an China und die Inder f\u00fcr den Kauf von russischem \u00d6l und Gas. Beides dr\u00fcckte laut Reuters Russlands \u00d6l- und Gasexporteinnahmen diesen Monat um 35 Prozent gegen\u00fcber dem November des Vorjahres. Und doch lassen sich Sanktionen umgehen, wie Russland seit Beginn der \u00abSpezialkriegsoperation\u00bb in der Ukraine bewiesen hat.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7t156u0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Experten gehen davon aus, dass indische und chinesische Importeure und ihre russischen Gesch\u00e4ftspartner innerhalb der n\u00e4chsten Monate neue Wege gefunden haben werden, um \u00fcber dritte Parteien K\u00e4ufe abzuwickeln. Damit w\u00fcrden sie von den Sanktionen der USA nicht mehr getroffen werden. Russlands \u00abSchattenflotte\u00bb nicht deklarierter Tankschiffe f\u00e4hrt weiter auf den Meeren.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7t8hh70\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Folgenreicher bei den Sanktionen ist allerdings der Wegfall westlicher Hightech-Lieferanten. Er bedroht inzwischen auch die russische \u00d6l- und Gasproduktion, weil neue, reiche Vorkommen im Polarmeer mangels westlicher Technologie nicht erschlossen werden k\u00f6nnen. Ein erheblicher Teil der derzeit ausgebeuteten \u00d6lfelder droht wiederum zu versiegen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7tbq330\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">So sanken in Chanty-Mansijsk in Nordwestsibirien, einem der Zentren der \u00d6lindustrie, die F\u00f6rderzahlen von 236 Millionen Tonnen 2019 auf 205 Millionen 2024 laut dem Portal <a href=\"https:\/\/eur02.safelinks.protection.outlook.com\/?url=http%3A%2F%2Foilresource.ru%2F&amp;data=05%7C02%7Cmarkus.bernath%40nzz.ch%7C2a0999c4e6e94bf6ddfb08de2f3e086d%7C96f39dd23f774cb69af83e0fbb0410ca%7C0%7C0%7C639000140655918000%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=YH7ez896kPbP1N9ERvhqCwwHc%2FTJl%2B2sT8VIta0KSPw%3D&amp;reserved=0\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">oilresource.ru<\/a>. In Samotlor, einem der gr\u00f6ssten \u00d6lfelder der Welt, das einmal 7 Milliarden Tonnen barg, bleiben zum gr\u00f6ssten Teil nur noch mit hohem technologischem und finanziellem Aufwand zu f\u00f6rdernde Reserven.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7urv2o0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Trumps Emiss\u00e4r Witkoff setzt an genau diesem Punkt an: Er versucht Putin f\u00fcr ein Kriegsende zu gewinnen, indem er mit neuen amerikanischen Joint Ventures bei der \u00d6l- und Gasf\u00f6rderung lockt.<\/p>\n<p>5. Eliten m\u00fcssen den Kopf einziehen<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7tqlec0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Russlands Wirtschaftselite hat sich mit dem Krieg arrangiert. Von ihr droht Putin keine Gefahr. Kritik am Kurs der Wirtschaft, an den hohen Leitzinsen und an den fehlenden Investitionen aus dem Westen wird allenfalls verh\u00fcllt ge\u00e4ussert. So meldete sich der Grossindustrielle Oleg Deripaska auf Telegram mit einer seltenen Beschwerde zu Wort: \u00abDieses Pferdchen (die russische Wirtschaft) ist schon ziemlich lahm geritten. Es hat keinen Zweck, ihm die Sporen zu geben. Es braucht Investitionen, worauf der Pr\u00e4sident ja hingewiesen hat. Ihr Anteil muss etwa nicht weniger als 35 bis 40 Prozent des Bruttoinlandprodukts betragen. Aber davon ist leider nichts zu sehen. Tr\u00e4ume, nur Tr\u00e4ume.\u00bb<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7vejmk0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Die Generalstaatsanwaltschaft enteignet inzwischen sehr eifrig Grossunternehmer. Wer seine Aktiva behalten will, zieht den Kopf ein.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7vmki71\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Allein zwischen Februar 2022 und August 2024 gab es laut \u00abForbes\u00bb 82 Enteignungsverfahren. Neben ausl\u00e4ndischen Firmen war etwa Rolf, der gr\u00f6sste Autodealer Russlands, betroffen. Dessen Gr\u00fcnder und Inhaber Sergei Petrow galt als Liberaler und ist emigriert. Ebenso mussten die beiden fr\u00fcheren Parlamentarier Michail Jurewitsch und Wadim Beloussow ihr Unternehmen Makfa, Russlands gr\u00f6ssten Pastaproduzenten, an den Staat abgeben. Auch Juschuralsoloto, einer der gr\u00f6ssten Goldf\u00f6rderer Russlands, der Konstantin Strukow geh\u00f6rte, wurde nationalisiert.<\/p>\n<p>6. Geld statt Patriotismus<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb7vuou30\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Nur die H\u00e4lfte der auf dem Papier stehenden 1,5 Millionen Soldaten Russlands, nur ein Bruchteil der 7 bis 8 Millionen wehrf\u00e4higen M\u00e4nner, k\u00e4mpft in der Ukraine. Um Iwan Normalverbraucher nicht zu beunruhigen, wirbt man um f\u00fcrstlich entlohnte Freiwillige: Der Staat zahlte je nach Region 1,2 bis 4,3 Millionen Rubel (gut 12\u00a0300 bis knapp 44\u00a0300 Franken) Handgeld, 210\u00a0000 bis 400\u00a0000 Rubel (knapp 2200 bis gut 4100 Franken) Monatslohn und 1 bis 5 Millionen Rubel (gut 10\u00a0000 bis 51\u00a0000 Franken) f\u00fcr einen Heldentod. F\u00fcr Russen aus der Provinz mit einem Durchschnittseinkommen von umgerechnet 200 oder 300 Franken ein Lotteriegewinn \u2013 postum.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb80b3uf0\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Mehrere Regionen k\u00fcrzten im Sommer das Handgeld erheblich. Es \u00e4ndert nichts an der milit\u00e4rischen \u00dcbermacht Russlands gegen\u00fcber der Ukraine. Russland hat seit Kriegsbeginn mehr Soldaten und mehr Feuerkraft. Und die Produktionszahlen russischer Raketen, die die gesamte Ukraine treffen k\u00f6nnen, wachsen wie die der Kampfdrohnen.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb80pif50\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Dass die russische Armee nach 45 Monaten Kampf gerade die H\u00e4lfte der 40 Kilometer von den eigenen Linien bis zur Donbass-Stadt Kramatorsk bew\u00e4ltigt hat, ficht Putin nicht an. In der Bev\u00f6lkerung sagen die meisten lieber gar nichts zur \u00abSpezialkriegsoperation\u00bb.<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-950 dark:text-paper-50 darknzz:text-paper-50 dark:lightnzz:text-paper-950 font-serif text-lg font-normal leading-[1.56] md:text-xl md:leading-[1.6]\" id=\"id-doc-1jb80t4l80\" componenttype=\"p\" data-team-paragraph=\"true\">Doch unter Russen kursiert ein alter Sowjetwitz: \u00abNapoleon liest die Zeitung \u2039Prawda\u203a und ruft: \u2039H\u00e4tte ich so eine Propaganda gehabt, niemand h\u00e4tte erfahren, dass ich die Schlacht von Waterloo verloren habe.\u203a\u00bb<\/p>\n<p class=\"nzzinteraction articlecomponent text-paper-700 dark:text-paper-200 darknzz:text-paper-200 dark:lightnzz:text-paper-700 relative pt-4 text-sm md:text-base font-sans after:content-[''] after:absolute after:top-0 after:left-0 after:w-[40px] after:h-0 after:border after:border-0 after:border-b after:border-solid border-paper-950 dark:border-paper-25 darknzz:border-paper-25 dark:lightnzz:border-paper-950 after:border-paper-500 dark:after:border-paper-400\" id=\"id-doc-1jb8eupto0\" componenttype=\"footnote\" data-team-footnote=\"true\">Mitarbeit: Markus Bernath<\/p>\n<p class=\"text-paper-alpha-light-500 dark:text-paper-alpha-dark-400\/[.57] darknzz:text-paper-alpha-dark-400\/[.57] dark:lightnzz:text-paper-alpha-light-500 text-center text-sm \">Ein Artikel aus der \u00ab<a class=\"underline hover:text-black dark:hover:text-white transition-colors duration-200\" href=\"https:\/\/www.nzz.ch\/nzz-am-sonntag\" data-discover=\"true\" rel=\"nofollow noopener\" target=\"_blank\">NZZ am Sonntag<\/a>\u00bb<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"W\u00e4hrend die Amerikaner alle Hebel in Bewegung setzen, um den Ukraine-Krieg zu beenden, gibt sich der russische Pr\u00e4sident&hellip;\n","protected":false},"author":2,"featured_media":612697,"comment_status":"","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4012],"tags":[331,332,13,14,15,12,317],"class_list":{"0":"post-612696","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-ukraine","8":"tag-aktuelle-nachrichten","9":"tag-aktuelle-news","10":"tag-headlines","11":"tag-nachrichten","12":"tag-news","13":"tag-schlagzeilen","14":"tag-ukraine"},"share_on_mastodon":{"url":"https:\/\/pubeurope.com\/@de\/115637284141450494","error":""},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/612696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=612696"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/612696\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/612697"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=612696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=612696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=612696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}