{"id":612950,"date":"2025-11-30T09:13:21","date_gmt":"2025-11-30T09:13:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/612950\/"},"modified":"2025-11-30T09:13:21","modified_gmt":"2025-11-30T09:13:21","slug":"miriam-milord-begeistert-in-new-york-promis-mit-torten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/612950\/","title":{"rendered":"Miriam Milord begeistert in New York Promis mit Torten"},"content":{"rendered":"<p class=\"text_ohne_einzug richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\"> Der Scho\u00dfhund lugt aus der Handtasche. Langsam n\u00e4hert sich ein Messer. Diese Szene stammt nicht aus einem Horrorfilm, sondern von einer Feier: Gleich gibt es Torte, gebacken von Miriam Milord. In ihrer B\u00e4ckerei in Brooklyn verwischt sie die Grenzen zwischen Kunst und Kulinarik.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eAlles kann ein Kuchen sein\u201c, sagt die in Kaarst aufgewachsene Gr\u00fcnderin von \u201eB Cake NY\u201c. Daher auch der Firmenname, der wie \u201ebe cake\u201c (sei Kuchen) klingt. Manche Kunden nehmen das w\u00f6rtlich: Sie bestellen einen Kuchen mit dem Antlitz ihrer Kinder. Andere k\u00f6nnte man mit einem Amazon-Paket verwechseln, mit einem Truthahn oder einem saftigen Steak. Oder es f\u00e4hrt beim Kindergeburtstag eine Eisenbahn durch die Torte.<\/p>\n<p>Tortenkunst durch \u00dcbung und Fehlern gelernt      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eZu einer Tortenkonstruktion geh\u00f6rt eine Menge Bautechnik, also innere Struktur, Architektur, fast wie bei Geb\u00e4uden\u201c, erkl\u00e4rt Milord. Es reiche nicht aus, Kuchenteig in eine Form zu gie\u00dfen und zu backen. Ein sprichw\u00f6rtlicher Hundekuchen soll ja auf einer Feier drei Stunden lang stehen, ohne dass die Schnauze abf\u00e4llt oder das Fell schmilzt.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Gelernt hat Milord diese Tortenkunst durch \u00dcbung \u2013 und aus Fehlern. \u201eDer Mut, Projekte anzunehmen, ohne zu wissen, wie man sie bew\u00e4ltigt, ist die halbe Miete\u201c, sagt sie. Beim Probleml\u00f6sen mit Biskuit und Buttercreme steht sie nicht allein. 15 Jahre nach Firmengr\u00fcndung besch\u00e4ftigt die Unternehmerin knapp 20 Menschen in Backstube, Ladenverkauf und Auslieferung.<\/p>\n<p>Barbra Streisand, Jay-Z und Heidi Klum sind Kunden      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Cupcakes zum Preis einer Tasse Kaffee oder Kuchen f\u00fcr eine Gro\u00dfveranstaltung, der Zehntausende Dollar kostet: Die Bandbreite spiegele die Kreativit\u00e4t der Kuchen wider, sagt Milord. Diese Kreativit\u00e4t zieht scharenweise Promis an, darunter <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/rihanna\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rihanna<\/a>, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/mariah-carey\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mariah Carey<\/a>, <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/barbra-streisand\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Barbra Streisand<\/a>, Jay-Z und Heidi Klum. Sie beliefere aber nicht nur Million\u00e4re, betont Milord. Viele ihrer Kunden k\u00e4men aus der Mittelklasse. Manche freuen sich so sehr auf erstaunte G\u00e4ste und tolle Fotos, dass sie zwei Jahre f\u00fcr eine spektakul\u00e4re Torte in Form einer Salatsch\u00fcssel oder einer Luxusuhr sparen.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIch stand schon immer auf Kunst und Backen\u201c, sagt Milord. Um Grafikdesign und Kunstgeschichte zu studieren, zog sie mit 19 Jahren nach <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/new-york\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">New York<\/a>. Schon als Sch\u00fclerin hatte es sie aus Kaarst weggezogen. Mit Freundinnen traf sie sich am liebsten in D\u00fcsseldorf oder M\u00f6nchengladbach. Doch erst in New York f\u00fchlt sie sich so richtig zu Hause. \u201eMenschen, die so aussehen wie ich, sind hier nicht \u201aanders\u2018\u201c, sagt die Tochter einer Deutschen und eines Ghanaers. In Kaarst habe sie zu einem speziellen Laden in D\u00fcsseldorf fahren m\u00fcssen, um Shampoo f\u00fcr krauses Haar zu finden. In New York gebe es in jeder Drogerie Produkte f\u00fcr alle erdenklichen Haar- und Hauttypen. \u201eDa f\u00fchlt man sich viel mehr als Teil der Gesellschaft, als wenn einen t\u00e4glich jemand fragt, ob er mal deine Haare anfassen darf, woher du kommst, oder sagt: Mensch, du sprichst aber gut Deutsch.\u201c<\/p>\n<p>New Yorker sind schwer zu beeindrucken      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Um sich eine Existenz aufzubauen, sei New York ein hartes Pflaster, sagt die 45-J\u00e4hrige. Erst recht f\u00fcr Tortenkunst: New Yorker seien schwer zu beeindrucken. Sie w\u00fcrden selbst angesichts einer rauchenden Ratte in der <a href=\"https:\/\/rp-online.de\/thema\/u-bahn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">U-Bahn<\/a> nicht mit der Wimper zucken, sagt Milord. Gleichzeitig seien New Yorker aber offen f\u00fcr Dinge, die anderswo als \u00fcberkandidelt g\u00e4lten. So sprachen sich die Torten herum, die sie zun\u00e4chst f\u00fcr Freunde kreierte.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">\u201eIf I can make it there, I\u2019ll make it anywhere\u201d: Die Zeile aus Sinatras New-York-Song sieht Milord skeptisch: \u201eIch wei\u00df nicht, ob das in Deutschland so gut funktionieren w\u00fcrde wie in New York.\u201c Als sie noch in Kaarst wohnte, habe es zum Geburtstag Marmorkuchen gegeben, vielleicht verziert mit ein paar Gummib\u00e4rchen und Kerzen. Dass Deutsche 1300 Euro f\u00fcr eine Geburtstagstorte berappen, kann Milord sich nicht vorstellen.<\/p>\n<p>Eine Sache vermisst Miriam aus Deutschland      <\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Einmal im Jahr besucht sie Familie und Freunde in Hamburg und D\u00fcsseldorf. Auch umgekehrt kommt Besuch. Einer ihrer Neffen bekam eine Geburtstagstorte nach Ma\u00df: Er hatte sich einen Igel gew\u00fcnscht. Die gibt es in Nordamerika nicht. Sonst flie\u00dft wenig Heimatliches in Milords Torten ein. Sie serviert weder Riemchenkuchen noch andere Spezialit\u00e4ten der Rheinischen K\u00fcche.<\/p>\n<p class=\"richtext text-em-55 !leading-serif mx-6 desktop:mx-0\">Eins hat sie aber doch aus Kaarst in die Backstube in Brooklyn mitgebracht: den Zuckeranteil im Geb\u00e4ck. \u201eIch mag es nicht so supers\u00fc\u00df\u201c, sagt Milord. \u201eMir schmeckt es butterig-cremig besser als zuckrig-w\u00e4ssrig.\u201c Was sie aus Deutschland vermisst, schmeckt indes \u00fcberhaupt nicht s\u00fc\u00df: D\u00f6ner. \u201eAuch eigentlich kein traditionelles deutsches Essen\u201c, sagt Milord und lacht. \u201eWobei: irgendwie schon.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Der Scho\u00dfhund lugt aus der Handtasche. Langsam n\u00e4hert sich ein Messer. 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