{"id":613811,"date":"2025-11-30T17:57:13","date_gmt":"2025-11-30T17:57:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/613811\/"},"modified":"2025-11-30T17:57:13","modified_gmt":"2025-11-30T17:57:13","slug":"hohe-psychische-belastung-bei-kindern-in-schleswig-holstein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/613811\/","title":{"rendered":"Hohe psychische Belastung bei Kindern in Schleswig-Holstein"},"content":{"rendered":"<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kiel. Die Kinder\u00e4rzte in Schleswig-Holstein zeigen sich besorgt \u00fcber den psychischen Zustand von Kindern und Jugendlichen. Auf der Jahrestagung des Landesberufsverbandes BVKJ in Kiel stand daher das Thema \u201eHilfe f\u00fcr die Kinderseele \u2013 Kindheit und Jugend in der Krise\u201c im Mittelpunkt. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Als prominente Referentin sprach Prof. Ulrike Ravens-Sieberer von der Uniklinik Hamburg-Eppendorf \u00fcber bisher unver\u00f6ffentlichte Forschungen. Sie ist Leiterin der Copsy-Studie, dem derzeit einzigen bundesweiten Monitoring zur psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">In der Copsy-Studie werden seit 2020 Daten erfasst. Die j\u00fcngsten Befragungsergebnisse aus dem Herbst 2025 sollen am 4. Dezember vorgestellt werden. Ravens-Sieberer pr\u00e4sentierte vorab einige Daten. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Demnach befindet sich die Anzahl psychisch belasteter Kinder auch 2025 auf dem hohen Niveau von 2024: 21 Prozent der Kinder und Jugendlichen geben eine geminderte Lebensqualit\u00e4t an. Der Wert liege f\u00fcnf Prozentpunkte \u00fcber denen vor der Corona-Pandemie. Von psychischen Auff\u00e4lligkeiten sind ebenfalls \u00fcber 20 Prozent betroffen. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Copsy-Studie 2025: 30 Prozent der M\u00e4dchen leiden unter Angstsymptomen<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Den F\u00fcnf-Prozent-Unterschied haben die Forscher auch in anderen Bereichen der psychischen Gesundheit ermittelt, etwa bei den Angstsymptomen. \u201eVor allem bei M\u00e4dchen ab 14 Jahren haben die Angstsymptome signifikant von 20 auf 30 Prozent zugenommen.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Bei der Gruppe habe sich 2025 zudem gezeigt, dass die Zahl der Depressionen ebenfalls signifikant gestiegen ist \u2013 von zehn auf 17 Prozent. Ravens-Sieberer r\u00e4t Kinder\u00e4rzten, die jungen M\u00e4dchen im Blick zu behalten. <\/p>\n<blockquote><p>Es sind substanziell viele Kinder und Jugendliche deutlich mehr belastet als vor der Corona-Pandemie.<\/p><\/blockquote>\n<p class=\"Quotestyled__Author-sc-q277fq-1 iQZobn\">Prof. Ulrike Ravens-Sieberer<\/p>\n<p class=\"Quotestyled__AuthorDescription-sc-q277fq-2 hQAqgn\">Leiterin der Copsy-Studie<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Die seelischen Belastungen gingen oft mit k\u00f6rperlichen Beschwerden einher. \u201eVor allem die Zahl der Betroffenen mit Kopf- und Bauchschmerzen ist nach der Pandemie kontinuierlich angestiegen und hat sich im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie verdoppelt.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Solveig von Bismarck, Kinder\u00e4rztin in Kiel, berichtete, dass sie bei ihren Patienten zunehmend psychische Probleme mit Beschwerden wie Ein- und Durchschlafst\u00f6rungen oder Kopf- und Bauchschmerzen beobachte. W\u00e4hrend sie bei den Kindergartenkindern h\u00e4ufiger hyperaktives und aggressives Verhalten sieht, berichteten die Jugendlichen von depressiven Verstimmungen. \u00c4lteren Jugendlichen fehlten h\u00e4ufig Zukunfts- und Berufspl\u00e4ne. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Prof. Ulrike Ravens-Sieberer pr\u00e4sentierte in Kiel bei der Jahrestagung des Berufsverbandes der Kinder- und Jugend\u00e4rzte BVKJ neueste Daten der Copsy-Studie.\" loading=\"lazy\"  src=\"https:\/\/www.europesays.com\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/YUBQSBIKD5CBRBI53ML7BHQZQQ.jpg\" \/><\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zugenommen haben demnach auch Essst\u00f6rungen \u2013 auch bei Jungs und schon bei j\u00fcngeren Kindern. Von Bismarck berichtete von einer neunj\u00e4hrigen Patientin, die zudem eine Zwangsst\u00f6rung entwickelt habe. Das Kind meine: \u201eWenn ich nicht hundertmal Seil springe, dann darf ich kein Abendbrot essen.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Zugleich erlebe die Kinder\u00e4rztin eine Verunsicherung der Eltern beim Umgang mit ihren Kindern. Teils seien sie selbst psychisch belastet. Eine psychische Belastung der Eltern sei ein Risikofaktor f\u00fcr die psychische Gesundheit ihrer Kinder, sagte Ravens-Siebens.<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Weitere Risikofaktoren seien eine geringe Bildung der Eltern, Migrationshintergrund und beengter Wohnraum. Leichter h\u00e4tten es Kinder, die \u201eviele Ressourcen in sich vereinten\u201c. Gemeint sind damit Kinder, die zuversichtlich in die Zukunft schauen, die selbstwirksam sind, viel gemeinsame Zeit mit ihrer Familie verbringen und von ihrem Umfeld gut unterst\u00fctzt werden. Diese Kinder h\u00e4tten ein f\u00fcnf- bis zehnfach geringeres Risiko, psychische Auff\u00e4lligkeiten zu entwickeln. <\/p>\n<p>Brauchen alle Kinder mit psychischen Problemen einen Therapieplatz?<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Daraus schloss die Hamburger Forscherin: \u201eUm die Psyche nachhaltig zu st\u00e4rken, ist es richtig, in die F\u00f6rderung von Ressourcen und Resilienz zu investieren.\u201c Pr\u00e4vention m\u00fcsse niedrigschwellig und fl\u00e4chendeckend in Schulen und Kitas angeboten werden. Schleswig-Holstein sei in dieser Hinsicht gut aufgestellt, lobte Ravens-Sieberer. <\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p>Weiterlesen nach der Anzeige<\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) stellte anschlie\u00dfend dar, wie sich Situation und Funktion der <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/welche-probleme-jungen-in-schleswig-holstein-vor-der-einschulung-haben-FVOG7SVRHNCRVIDGBR2QZVFW54.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/welche-probleme-jungen-in-schleswig-holstein-vor-der-einschulung-haben-FVOG7SVRHNCRVIDGBR2QZVFW54.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/schleswig-holstein\/welche-probleme-jungen-in-schleswig-holstein-vor-der-einschulung-haben-FVOG7SVRHNCRVIDGBR2QZVFW54.html\">Schulen ver\u00e4ndert <\/a>h\u00e4tten. \u201eEs ger\u00e4t manchmal aus dem Blick, dass Kinder und Jugendliche nicht mehr die Unterst\u00fctzung von zu Hause haben\u201c, sagte Stenke. Schulkinder h\u00e4tten \u201eBed\u00fcrfnisse und Bedarfe, die in ihrem h\u00e4uslichen Umfeld \u00fcberhaupt nicht mehr erf\u00fcllt werden\u201c. <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ralf van Heek, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Kinder und Jugend\u00e4rzte, wies auf die <a href=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/kinderaerzte-in-kiel-unter-druck-aufnahmestopp-in-einzelnen-praxen-GAXZK5EJIJHGHFQP5JEZR7MWR4.html\" target=\"_self\" rel=\"nofollow noopener\" title=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/kinderaerzte-in-kiel-unter-druck-aufnahmestopp-in-einzelnen-praxen-GAXZK5EJIJHGHFQP5JEZR7MWR4.html\" data-vars-event-category=\"intext_link\" data-vars-event-action=\"click\" data-vars-event-label=\"https:\/\/www.kn-online.de\/lokales\/kiel\/kinderaerzte-in-kiel-unter-druck-aufnahmestopp-in-einzelnen-praxen-GAXZK5EJIJHGHFQP5JEZR7MWR4.html\">Not in den Praxen<\/a> hin. Es fehle an Psychotherapiepl\u00e4tzen f\u00fcr die Patienten. Auch Verbandssprecher und Kinderarzt Sebastian Groth berichtete von inzwischen t\u00e4glichem Kontakt mit Patienten mit seelischen N\u00f6ten. \u201eBis sie eine Behandlung, eine Therapie bekommen, vergehen Monate.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Ravens-Sieberer warf die Frage auf, ob alle Kinder mit psychischen Auff\u00e4lligkeiten \u00fcberhaupt behandlungsbed\u00fcrftig seien. Die, die es wirklich br\u00e4uchten, k\u00f6nnten nicht richtig behandelt werden. Denn zu viele, die sonst nicht w\u00fcssten wohin, w\u00fcrden in die Therapien dr\u00e4ngen. \u201eBei einigen w\u00fcrde mit Pr\u00e4vention und Gesundheitsf\u00f6rderung in der Schule schon viel abgemildert.\u201c <\/p>\n<p class=\"Textstyled__Text-sc-1cqv9mi-0 cLyiiX\">Kinder\u00e4rztin von Bismarck r\u00e4umte ein, dass sie in Kiel nicht wisse, wohin sie Kinder und Jugendliche mit weniger schweren Auff\u00e4lligkeiten schicken k\u00f6nne: \u201eIch w\u00fcnsche mir f\u00fcr sie ein niedrigschwelliges Angebot, zum Beispiel Gespr\u00e4chsgruppen.\u201c <\/p>\n<p class=\"Editorialstyled__Editorial-sc-1bfvh9l-0 cSmjnJ\">KN<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Kiel. Die Kinder\u00e4rzte in Schleswig-Holstein zeigen sich besorgt \u00fcber den psychischen Zustand von Kindern und Jugendlichen. 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