{"id":613851,"date":"2025-11-30T18:20:18","date_gmt":"2025-11-30T18:20:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/613851\/"},"modified":"2025-11-30T18:20:18","modified_gmt":"2025-11-30T18:20:18","slug":"frankreich-stemmt-sich-gegen-freihandelsabkommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.europesays.com\/de\/613851\/","title":{"rendered":"Frankreich stemmt sich gegen Freihandelsabkommen"},"content":{"rendered":"<p>Europa steht vor einer handelspolitischen Zerrei\u00dfprobe. W\u00e4hrend die franz\u00f6sische Nationalversammlung geschlossen gegen das geplante Freihandelsabkommen mit S\u00fcdamerika votiert, verlagert Deutschland seine Handelsstr\u00f6me zur\u00fcck nach China \u2013 eine direkte Folge der US-Zollpolitik. Das gr\u00f6\u00dfte EU-Handelsabkommen der j\u00fcngeren Geschichte droht zu scheitern.<\/p>\n<p>Am Donnerstag setzte Paris ein deutliches Zeichen: Mit 244 zu null Stimmen lehnte die Nationalversammlung das Mercosur-Abkommen ab. Ein beispielloser Zusammenhalt \u00fcber alle Parteigrenzen hinweg. Zwar ist die Resolution nicht bindend, doch die politische Botschaft an Br\u00fcssel ist unmissverst\u00e4ndlich: Frankreich wird alle diplomatischen Mittel aussch\u00f6pfen, um den Deal zu verhindern.<\/p>\n<p>Derweil k\u00fcndigte Brasiliens Pr\u00e4sident Lula erst vor wenigen Tagen an, das Abkommen sei \u201cfertig\u201d und werde am <strong>20. Dezember 2025<\/strong> beim Mercosur-Gipfel unterzeichnet. Die Uhr tickt \u2013 und die Fronten verh\u00e4rten sich.<\/p>\n<p>Anzeige<\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten Handelsverschiebungen, steigende Z\u00f6lle und volatile Lieferketten bringen neue Umsatzsteuer-Risiken f\u00fcr Exporteure und Importeure. Unser kostenloses E\u2011Book erkl\u00e4rt praxisnah, wie Sie Voranmeldungen, Reverse-Charge-F\u00e4lle und grenz\u00fcberschreitende Ums\u00e4tze korrekt behandeln, welche Besonderheiten bei Photovoltaik &amp; Co. gelten und wie Sie teure Nachzahlungen vermeiden. 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Das Irish Farmers Journal ver\u00f6ffentlichte eine verdeckte Recherche, die belegt: In brasilianischen Lieferketten f\u00fcr Rinder sind offenbar weiterhin Antibiotika und Hormone zug\u00e4nglich, die in der EU seit Jahren verboten sind. Die irische Bauernvereinigung forderte umgehend einen Verhandlungsstopp.<\/p>\n<p>Kann Br\u00fcssel diesen politischen Gegenwind noch ausbremsen? Frankreich schmiedet bereits eine \u201cBlockademinderheit\u201d mit Polen, \u00d6sterreich und Italien. Schon 35 Prozent der EU-Bev\u00f6lkerung reichen aus, um das Abkommen zu kippen \u2013 und diese Schwelle r\u00fcckt in greifbare N\u00e4he.<\/p>\n<p>Deutschland kehrt zu China zur\u00fcck<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Br\u00fcssel mit internen Konflikten ringt, vollzieht sich in Deutschland eine bemerkenswerte Kehrtwende. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes vom 20. November best\u00e4tigen: <strong>China hat die USA erneut als wichtigsten Handelspartner \u00fcberholt<\/strong>.<\/p>\n<p>Diese Verschiebung ist das direkte Ergebnis der aggressiven Zollpolitik der Trump-Regierung. Deutsche Exporte in die Vereinigten Staaten sehen sich erneuten Abgaben gegen\u00fcber \u2013 deutsche Hersteller reagieren mit einer R\u00fcckverlagerung nach Asien, trotz aller politischen Appelle zur \u201cEntflechtung\u201d.<\/p>\n<p>Finanzminister Lars Klingbeil suchte am 17. November in Peking das Gespr\u00e4ch mit Vizeministerpr\u00e4sident He Lifeng. Beide Seiten vereinbarten, \u201can der Beendigung der Handelsspannungen zu arbeiten\u201d. Ein klares Signal: Berlin setzt auf wirtschaftliche Stabilit\u00e4t statt geopolitische Abkopplung.<\/p>\n<p>\u201cWir sehen fairen Wettbewerb in Gefahr\u201d, erkl\u00e4rte Klingbeil w\u00e4hrend des Besuchs. Gleichzeitig k\u00fcndigte er am 14. November die Einrichtung einer \u201cExpertenkommission\u201d an, die eine Langzeitstrategie zur Verringerung kritischer Abh\u00e4ngigkeiten von chinesischen Rohstoffen entwickeln soll \u2013 ohne die Handelsbeziehungen zu kappen.<\/p>\n<p>US-Z\u00f6lle werden zur Dauerlast<\/p>\n<p>Jenseits des Atlantiks zeigt der \u201cZollkrieg 2025\u201d weiter Wirkung. Ein Bericht von Front Office Sports vom 28. November deckt auf: W\u00e4hrend einige Gro\u00dfh\u00e4ndler Verbraucher bisher abschirmen konnten, ist \u201cTariff Engineering\u201d zur g\u00e4ngigen Praxis geworden \u2013 Produkte werden umgestaltet, um unter niedrigere Zollkategorien zu fallen.<\/p>\n<p>Parallel eskalieren die juristischen Auseinandersetzungen. Seit dem 25. November pr\u00fcft der Oberste Gerichtshof Klagen gegen die Nutzung des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) zur Verh\u00e4ngung umfassender Z\u00f6lle. Kleinunternehmer-Koalitionen warnen in Eingaben: Das aktuelle Zollregime sei f\u00fcr Importeure ohne ausreichende Ressourcen nicht tragbar.<\/p>\n<p>Die US-Regierung zeigt keinerlei Einlenken. Der diskutierte \u201cuniverselle Basiszoll\u201d bleibt eine st\u00e4ndige Bedrohung und zwingt Unternehmen zu h\u00f6heren Lagerbest\u00e4nden und diversifizierter Beschaffung.<\/p>\n<p>Regelbasierte Ordnung zerbricht<\/p>\n<p>Die Ereignisse Ende November 2025 zeichnen das Bild einer zerfallenden globalen Handelsordnung. Die \u201cregelbasierte Ordnung\u201d weicht zusehends regionalen Machtbl\u00f6cken und transaktionalem Bilateralismus.<\/p>\n<p>F\u00fcr die EU entscheiden die n\u00e4chsten drei Wochen \u00fcber ihre Glaubw\u00fcrdigkeit. Kommissionspr\u00e4sidentin Ursula von der Leyen steht vor einem Dilemma: Soll sie das Mercosur-Abkommen mit einem \u201cSplitting\u201d-Mechanismus durchdr\u00fccken \u2013 der nur eine qualifizierte Mehrheit erfordert und nationale Vetos umgeht? Oder gibt sie dem franz\u00f6sischen Druck nach und riskiert, s\u00fcdamerikanische Partner zu verprellen, die \u00fcber zwei Jahrzehnte verhandelt haben?<\/p>\n<p>\u201cWenn die EU nach 25 Jahren kein Abkommen mit Mercosur unterzeichnen kann, verliert sie ihre Glaubw\u00fcrdigkeit als globale Handelsmacht\u201d, analysierte die Handelsexpertin Dr. Elena Weber am Freitag. \u201cJedoch k\u00f6nnte das Ignorieren einer einstimmigen franz\u00f6sischen Parlamentsabstimmung eine politische Krise innerhalb des Blocks ausl\u00f6sen.\u201d<\/p>\n<p>Entscheidende Tage bis Weihnachten<\/p>\n<p>Die kommenden Wochen werden richtungsweisend:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>2.-5. Dezember:<\/strong> Der EU-Ministerrat ber\u00e4t \u00fcber die franz\u00f6sische Resolution. Entscheidend wird sein, ob sich Italien \u00f6ffentlich der franz\u00f6sisch gef\u00fchrten Blockade anschlie\u00dft.<\/li>\n<li><strong>10. Dezember:<\/strong> Erwartetes Urteil oder Vorabstellungnahme des US Supreme Court zu den IEEPA-Zollklagen.<\/li>\n<li><strong>20. Dezember:<\/strong> Geplanter Unterzeichnungstermin f\u00fcr das EU-Mercosur-Abkommen. Eine Verschiebung w\u00fcrde das faktische Ende des Deal in seiner jetzigen Form bedeuten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr Unternehmen im internationalen Handel ist die Botschaft eindeutig: Die \u00c4ra berechenbaren, barrierefreien Handels ist vorbei. Compliance-Teams m\u00fcssen sich auf ein volatiles Gemisch aus sanit\u00e4ren und phytosanit\u00e4ren Barrieren in Europa, Exportkontrollen in Asien und Zollschwankungen in Nordamerika einstellen.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten zwanzig Tage werden zeigen, ob die EU ihre Rolle als Gestalterin globaler Handelspolitik behaupten kann \u2013 oder ob nationale Interessen den europ\u00e4ischen Traum vom Freihandel endg\u00fcltig zerbrechen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Europa steht vor einer handelspolitischen Zerrei\u00dfprobe. 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